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list-iconVDVC sammelt Unterschriften gegen Indizierung

News von Patrik Schönfeldt | 17. August 2010 | Zu den Kommentaren (14)

Pünktlich zur gamescom 2010 ruft der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler alle Gamer auf, ihre Stimmen für eine Abschaffung der Indizierung von Medien zu vereinen. Die Indizierung wird als Relikt aus den Urzeiten des Jugendmedienschutzes gesehen und gilt unter Gamern als überholt: Spätestens seit die USK-Freigaben einen bindenden Character besitzen, sind nicht für Minderjährige geeignete Titel ohnehin nicht mehr legal für diese erhältlich.

Die Petition kann auf der Webseite ich-bin-gamer.net mitgezeichnet werden. Zu den Erstunterzeichnern gehören die den Piraten nahe stehende Computerspielerorganisation Pirate Gaming sowie die Jungen Piraten. Beide waren durch ihr Engagement im Projekt „Ich bin Gamer!“ schon frühzeitig vom durch den VDVC eingereichten Petitionstext informiert und möchten den Vorstoß auf jeden Fall unterstützen.

Indizierung bedeutet, dass als jugendgefährdend angesehene Spiele komplett von der Bildfläche verschwinden. In der sogenannten „Liste A“ aufgeführte Medien dürfen nur „unter der Ladentheke“ verkauft werden, verschwinden somit aus den Regalen der Händler und meist komplett aus dem Angebot. Somit wird es für volljährige Bürger unverhältnismäßig schwierig, legal an besagte Inhalte zu gelangen. Sogar noch darüber hinaus geht die Indizierung über die „Liste B“. Titel, die in dieser Liste geführt werden, fallen nach Einschätzung der BPjM unter das deutsche Gewaltdarstellungsverbot. Medien können per Gerichtsbeschluss beschlagnahmt werden, wenn sie von diesem Verbot betroffen sind. Dadurch wird jegliche Weitergabe auch an erwachsene Menschen, Einfuhr und Vertrieb unter Strafe gestellt und sogar das Spielen verboten, sollten sich andere Personen im gleichen Raum aufhalten („Vorführung“). Da nur Medien indiziert werden können, die ohnehin nicht für Minderjährige freigegeben sind, und auch die Indizierung einer Verbreitung auf Schulhöfen und im Internet nicht entgegensteht, ist der Nutzen für den Jugendschutz höchst umstritten.

„Die Indizierung wiegt Eltern in falscher Sicherheit. Weil an Erwachsene gerichtete Inhalte an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, legen viele Menschen ihre Hände in den Schoß. Dabei kann heutzutage durch einfache technische Mittel die Einhaltung der Altersfreigaben sichergestellt und kontrolliert werden“, erklärt Patrik Schönfeldt, Vorstandsvorsitzender des VDVC.

Mit der Begründung, dass bei einer gerichtlichen Entscheidung für eine Beschlagnahme auch die Verbreitung vor Urteilsverkündung illegal sei, hat erst kürzlich der Publisher Activision Kunden, die bereits gezahlt hatten, die Installation von „Call of Duty: Modern Warfare 2“ in der internationalen Version unmöglich gemacht: Weil sich das Spiel auf der „Liste B“ befindet, scheint es für den Publisher sogar nötig, die Aktivierung von Importspielen zu untersagen.

Die Befürchtung das eigene Spiel könne möglicherweise indiziert werden, hat mittlerweile zu grotesken Auswüchsen geführt. So passen Entwickler die deutschschprachigen Versionen ihrer Programme zum Teil stark an, um auf dem deutschen Markt vertreten sein zu können. Dass sich viele Gamer bei einer zum Beispiel durch grünes Blut beschädigten Atmosphäre nicht ernst genommen fühlen, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Durch den Druck der Indizierung können viele Geschichten in Deutschland nicht erzählt werden.

„Die Maßnahme der Indizierung, deren Bestehen für das Funktionieren des Jugendschutzes in keinster Weise notwendig ist, bedeutet eine nicht hinnehmbare Gängelung und Bevormundung mündiger Erwachsener“, unterstreicht David Hinrichs, Pressesprecher des VDVC, die Position der Gamer.

Interessierte Messebesucher, Computerspieler und natürlich Eltern lädt der VDVC herzlich ein, auf der gamescom über Themen wie Jugendschutz und Videospiele zu diskutieren. Der Verbraucherverband ist zu Gast bei der Electronic Sports League in der ESL Intel Alienware Gaming Arena in Halle 9.

list-iconVDVC auf der gamescom

Blogeintrag von Patrik Schönfeldt | 14. August 2010 | Zu den Kommentaren (4)

Auch dieses Jahr sind wir wieder mit einer Präsenz auf der gamescom vertreten. Wir freuen uns, zu Gast bei der Electronic Sports League in der ESL Intel Alienware Gaming Arena in Halle 9 sein zu dürfen.

Bis hier hin gab es eine kleine Odyssee: Nachdem es für uns im letzten Jahr nur zu einer kurzentschlossenen Stippvisite auf der gamescom gereicht hat – schließlich gab es den VDVC damals erst einige Wochen, haben wir uns dieses Jahr schon frühzeitig an die Planungen gemacht. Da wir uns aktiv im Jugendschutz engagieren und die Messe hierfür in Kooperation mit dem Land Nordrhein-Westfalen ein eigenes Areal vorgesehen hat, bewarben wir uns hierfür. Resultat: Absage. Das Jugendforum sei nur für Einrichtungen der Jugendhilfe gedacht, wir aber sind im Bereich der Volksbildung als gemeinnützig anerkannt. Daraufhin meldeten wir uns für die Community-Lounge an. Das Angebot sah gut aus und bis in die zweite Julihälfte sah auch alles so aus, als wäre es OK. Dann aber kam auch hier die Absage, die Community-Lounge fällt aus: Zu wenige mögliche Aussteller seien an dem Pauschalangebot (500€ all inclusive, samt Aufbau!) interessiert gewesen. Wir ließen uns ein Alternativangebot machen, dass sich aber für uns als nicht finanzierbar herausstellte.

Also gingen wir die Alternativen durch. Eigentlich hatten wir uns schon auf eine komplett eigene Präsenz eingerichtet, doch an einen eigenen, von der koelnmesse gemieteten Stand, war nicht mehr zu denken. Unsere Wahl fiel – auch aufgrund der guten Erfahrungen im letzten Jahr – auf eine Kooperation mit der Elecronic Sports League. Diese bietet auf der gamescom in der ESL Intel Alienware Gaming Arena in Halle 9 wieder professionellen eSport zum Anfassen – und wir sind mit unserer Präsenz dabei.

list-iconVDVC begrüßt Verzicht auf Onlinezwang bei R.U.S.E.

News von Patrik Schönfeldt | 13. August 2010 | Zum Kommentar! (1)

Ein Mitarbeiter von Ubisoft teilte im offiziellen Forum für R.U.S.E. mit, dass das Computerspiel auf den bisherigen Kopierschutzmechanismus verzichten wird. Dieser erfordert, dass der Spieler dauerhaft mit Internet verbunden ist. Stattdessen soll die Plattform Steam genutzt werden.

Der VDVC begrüßt diese Entscheidung Ubisofts. Der ursprünglich geplante Kopierschutz, der zuerst bei „Assassin’s Creed 2“ und „Die Siedler 7“ Verwendung fand, ist eine unhaltbare Gängelung der Kunden, die das Spiel rechtmäßig erworben haben. Er setzt voraus, dauerhaft — auch beim Bestreiten der Singleplayer-Kampagne — mit den Servern des Publishers verbunden zu sein. Bereits Tage nach dem Start des Kopierschutzes sorgten Verbindungsprobleme dafür, dass der Spielstatus auf den letzten Speicherstand zurückgesetzt wurde. Hinzu kamen massive Serverprobleme seitens Ubisoft, wodurch das Spiel zeitweise den Dienst verweigerte. Gamer ohne Internetanschluss haben keinerlei Möglichkeit diese Spiele zu nutzen.

Der VDVC setzt sich generell gegen derart scharfe Kopierschutzmechanismen ein, da sie rechtmäßigen Nutzern des Spiels nicht vertretbare Probleme bereiten. Darüber hinaus können auch sie Raubkopien nicht verhindern. Leider bleibt mit dem Schritt zu Steam die Bindung des Spiels an ein Benutzerkonto bestehen. Diese unterbindet einen Weiterverkauf der Software und ermöglicht es dem Publisher, das Spiel aus der Ferne „abzuschalten“. Die Entscheidung, bei R.U.S.E. nicht mehr auf den bisher verwendeten Kopierschutz zu setzen, beseitigt zumindest den ständigen Online-Zwang. Leider scheint es sich bei diesem Titel um einen Einzelfall zu handeln: Ubisoft kündigte bereits an, künftige Spiele wieder mit der hauseigenen digitalen Hundeleine auszuliefern.

list-iconAAW weist Gesprächsangebot ab

News von Patrik Schönfeldt | 9. August 2010 | Zu den Kommentaren (6)

Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hat auf den offenen Brief von VDVC und Pirate Gaming reagiert. An einem sachlichen Dialog scheint es nicht interessiert. Zuvor hatten die Gamerorganisationen zur Abkehr von verletzenden Kampfbegriffen aufgerufen und eine vorurteilsfreie Diskussion angemahnt. Sie hatten betont, dass First-Person-Shooter entgegen vielfacher Behauptung nicht dem Trainingsprogramm einer Armee entspringen und dass oftmals angeprangerte Spiele keine Simulationen darstellen.

Bereits Ende letzten Jahres kam es zwischen dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden (AAW) und dem Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) zu Gesprächen, bei denen man sich auf Voraussetzungen für ein gemeinsames Engagement für einen effektiveren Jugendmedienschutz verständigen konnte. Konsens bestand auch darüber, dass weitere Einschränkungen für volljährige Spieler verhindert werden müssten. Gisela Mayer, die damalige Sprecherin des AAW, sagte:

„Da bin ich einverstanden. Bei Erwachsenen ist es keine Frage des Verbotes, das sind selbstbestimmte Menschen.“

Entgegen der Erwartungen des VDVC forderte das AAW jedoch weiterhin Verbote, unter anderem überreichte es im Juni eine Petition an den Bundestag. In einem offenen Brief appellierten Pirate Gaming und VDVC an das AAW, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten anstatt die Konfrontation zu suchen. Ein funktionierender Jugendschutz sowie eine Gesellschaft ohne Gewalt seien auch ein ernsthaftes Anliegen der Gamer. Des Weiteren bot man erneute gemeinsame Gespräche an und äußerte die vorsichtige Hoffnung, dass sich das AAW zukünftig in der Debatte sachlicher äußern würde.

In einer ersten Stellungnahme auf das Schreiben warf Hardy Schober, der Vorsitzende des Winnendener Bündnisses, den Gamern Undifferenziertheit vor, man „habe sich nie für ein generelles Verbot von Computerspielen starkgemacht, lediglich gegen die realitätsnahe Simulation der Tötung von Menschen. Das virtuelle Abschlachten von Menschen oder Trainingsmethoden, die auch von US-Militär zur Herabsetzung der Hemmschwelle eingesetzt würden hätten nichts mit dem Begriff Spiel zu tun.“ Zur Unterstreichung der eigenen Position lässt das Bündnis Werner Hopf vom Verein Mediengewalt zu Wort kommen, dieser sagt: „Ein Hobby das virtuelles Töten und andere Verbrechen zum Zeitvertreib macht, ist kein Hobby oder Spiel“. Er impliziert, es sei nicht möglich, Realität von Virtualität zu unterscheiden, und wirft den Gamern vor, Ergebnisse der Wirkungsforschung zu ignorieren. Dass die Nutzung von Computerspielen zur Desensibilisierung nichts weiter als eine Legende ist und es eine Vielzahl an Studien gibt, welche Zweifel an einem Zusammenhang zwischen gewaltdarstellenden Medien und realer Gewalt aufkommen lassen, ignorieren sie. Scheinbar lassen die Unterstützer des AAW keine anderen Interpretationen von Spielen zu, als ihre eigenen.

„Die Darstellung von Inhalten bedeutet noch lange keine Simulation. Wer Counter-Strike als Tötungssimulation bezeichnet, sollte auch Carrerabahnen zu Fahrsimulatoren erklären“, unterstreicht der VDVC-Vorsitzende Patrik Schönfeldt.

Rudolf H. Weiß, der ebenfalls auf der Webseite des AAW zu Wort kommt, geht noch einen Schritt weiter und wirft den Computerspielern Realitätsverlust vor. Er behauptet, Erwachsene seien von den geforderten Verboten, die sich vor allem gegen nur für Erwachsene freigegebene Titel richten, nicht betroffen. Schon Schober hatte in seiner ersten Reaktion gesagt, man solle „sich erst einmal mit den Forderungen des Aktionsbündnisses differenziert auseinander (…) setzen.“ Dass durch die stattgefundene Hexenjagd bereits Veranstaltungen für Erwachsene abgesagt wurden, wird dabei außer Acht gelassen. Hopf unterstellt sogar, mündige Bürger müssten sich für Verbote stark machen. Argumente, die besagen, dass Prohibition eben keinen Schutz – insbesondere nicht von Jugendlichen – bedeutet, bleiben unberücksichtigt. Selbst wenn Kinder das eigentliche Ziel von Verboten sind, so treffen diese fast ausschließlich Erwachsene.

Obwohl Generalverdacht und Stigmatisierung in allen vom AAW veröffentlichten Reaktionen zumindest dem Wortlaut nach abgelehnt wurden, verwendet Weiß über drei Viertel seines Textes, um die Verfasser des offenen Briefes und andere Gamer in eine Ecke mit Süchtigen zu stellen. Er spricht weiter von „unbeschreiblichen verbalen Aggressionen (…) bis hin zu versteckten Morddrohungen“. Hopf schlägt in die selbe Kerbe und unterstellt neben Morddrohungen auch eine allgemeine Blutrünstigkeit. Der VDVC jedoch hat sich immer gegen Gewalt bekannt und diese klar von Gewaltdarstellung unterschieden. Dieser Position betont auch Schönfeldt:

„Wir distanzieren uns entschieden von Beleidigungen, Drohungen und jeglicher Form von realer Gewalt. Es ist bedauerlich, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich provozieren lassen. Gerade bei respektlosen Anschuldigungen sollten man seine eigene Würde durch besonnenes Handeln herausstellen.“

Lediglich der Vorwurf, dass das Thema Sucht im Schreiben des VDVC nicht aufgegriffen wurde, ist zutreffend. Dieses Thema spielte in den formulierten Forderungen das AAW bisher keine Rolle und hatte damit keinen Bezug zur Diskussion; diese befasste sich ausschließlich mit dem Umgang mit Gewaltdarstellung. Selbstverständlich aber hat sich der VDVC aber bereits mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt: Da wissenschaftliche Kreise nur sehr zurückhaltend von Sucht sprechen und feststellen, dass sich von der reinen Nutzungsdauer nicht auf eine Abhängigkeit schließen lässt, rät der Gamerverband, problematisches Nutzungsverhalten zunächst bei diesem Namen zu nennen. Auch die American Medical Association stellt fest, dass es noch weiterer Forschung benötige, ob eine Computerspielsucht überhaupt existiere. Weiß aber stellt sogar einen Zusammenhang zwischen Computernutzung und sozialer Isolation her, den er in Bezug auf eSportler sieht. Er übersieht dabei, dass gerade eSportler ein aktives Vereinsleben besitzen und Computerspiele nutzen, um Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen. Nichtsdestotrotz dürften sie sich laut Weiß nicht wundern, „wenn man über sie den Kopf schüttelt oder gar verachtet“.

„Unter diesen Umständen sehen wir zur Zeit leider keinen Sinn mehr, mit dem Aktionsbündnis zu reden“, bedauert Schönfeldt diese jüngsten Entwicklungen. „Die Weiterentwicklung des Jugendschutzes liegt dem VDVC aber weiterhin sehr am Herzen.“

list-iconOnline-Gamestorming

Blogeintrag von Norman Schlorke | 5. August 2010 | Zu den Kommentaren (8)

Hallo Gamer,
Nächste Woche (Donnerstag, 12. August) starten wir um 15:00 eine neue Idee auf unserem Teamspeak-Server:

Gamestorming

Die Idee dahinter ist einfach: Wir kombinieren ein Brainstorming-Treffen mit der Möglichkeit, intensiv zu zocken. Wer will, kann dort also einfach nach Gegnern und Mitspielern suchen und die ganze Zeit ingame verbringen. Es wird aber auch die Möglichkeit geben sich mit anderen Spielern und natürlich mit uns über Ideen und Meinungen auszutauschen. Das Gamestorming bietet also für jeden etwas: Orga, eSportler, Casuals, Tratschtanten und Erklärbären. Seid dabei! Bis 23:00 wird mindestens jemand da sein, Nachteulen sind also auch willkommen.

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