Proteste gegen ACTA

Protest gegen ACTA

Am kommenden Samstag, den 11. Februar, gibt es in zahlreichen Städten in Deutschland und ganz Europa Demonstrationen und Aktionen gegen das ACTA-Abkommen. Dieses richtet sich dem Namen nach gegen Fälschungen, verschärft aber auch das Urheberrecht. Es bringt Gefahren nicht nur für uns als Computerspieler, sondern für die komplette Bevölkerung mit sich, daher hat sich ein breites Bündnis gebildet, um ACTA zu verhindern. Wir rufen euch auf, an den Demonstrationen Teil zu nehmen und die Petition gegen ACTA zu unterzeichnen.

Warum sind wir gegen ACTA?

  • ACTA gefährdet Menschenleben: Harte Sanktionen im Transit sollen den Zugang zu kostengünstigen Medikamenten (Generika) erschweren. Die Leidtragenden sind zumeist Menschen in Entwicklungsländern, welche sich die teure Medizin aus den Industriestaaten nicht leisten können.
  • ACTA bedroht das freie Internet: Provider und Webseiten-Betreiber sollen ermutigt werden, ihre Nutzer zu überwachen und Inhalte herauszufiltern. “Freiwillige” Lösungen zwischen privaten Akteuren werden durch das ACTA-Abkommen gefördert. Dadurch werden unsere Grundrechte in die Hände der Wirtschaft gegeben.
  • ACTA zementiert das veraltete Urheberrecht: Das Abkommen soll eine Grundsatzentscheidung treffen, damit alte und überkommene Geschäftsmodelle in die nächsten Dekaden gerettet werden. Dadurch stellt sich ACTA gegen Innovation und zeitgemäße Modelle, die den Interessen von Nutzern und Kreativen Rechnung tragen. Die rasanten Umbrüche der modernen digitalen Welt werden ignoriert.
  • ACTA entwertet alte Software: Es wird neben der Verbreitung auch die nicht autorisierte Nutzung unter Strafe gestellt. Ausnahmen hierzu gibt es nicht einmal für verwaiste Werke (z.B. Abandonware), deren Urheber nicht mehr ermittelbar sind.
  • ACTA schränkt die Kreativität ein: Das Abkommen nimmt keine Rücksicht auf „Fair Use“ oder das Eigentumsrecht der Nutzer. „Let’s Play“s, Screencasts, (Meme-) Bilder und Fan-Patches werden kriminalisiert. Sogar für Satiren und Parodien gibt es keine Ausnahmen.
  • ACTA ist undemokratisch und hinter verschlossenen Türen verhandelt worden. Während Vertreter der Pharma-, Film- und Musikindustrie mitreden durften, wurden gewählte Abgeordnete und die Zivilgesellschaft ausgeschlossen. Nationale Parlamente oder das EU-Parlament durften also nicht mitreden, sie können nun lediglich zustimmen oder ablehnen. Sogar die Einsicht in die Verhandlungsprotokolle wurde verweigert.

Wie ist der Stand?

Stopp ACTA!

ACTA wurde im Geheimen ausgehandelt und auf EU-Ebene bereits an der Öffentlichkeit vorbei in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Agrar- und Fischereirats(!) unterzeichnet. Doch noch müssen das Europaparlament und die Parlamente vieler Mitgliedsstaaten abstimmen, ob das Abkommen angenommen wird. Nach massiven Protesten wurde die Ratifizierung zumindest in Polen bereits gestoppt. Auch wir können das schaffen. Nehmt am Protest Teil!

Quellen
Allgemeine Argumente gegen ACTA: Stopp ACTA Berlin
Argumente gegen ACTA mit Bezug zu Computerspielen: VDVC Wiki

Origin: Setup analysiert

Kurz nach dem Release von Battlefield 3 wurde bekannt, dass sich EA im Lizenzvertrag (EULA) zur benötigten Zusatzsoftware Origin das Recht zugestehen wollte, den Computer des Benutzers zu durchsuchen. Schnell wurden Belege gefunden, dass schon das Setup dem Spieler ausspioniert und als EA in einer ersten EULA-Änderung den Rechtsweg verbieten wollte, schien die Sache klar zu sein. Mittlerweile wurde die EULA entschärft, was die Software wirklich macht, ließ der Publisher aber unklar. Zwar gab es Dementis – man wolle nicht spionieren, doch was auf den Rechnern der Nutzer wirklich abgeht, wurde nicht erklärt.

Für klare Faktenlage wollen der Landesdatenschutzbeauftragte und der VDVC sorgen. Während erster sich auf rechtliche Fragestellungen und die Kommunikation des Clients konzentriert, haben wir die Festplattenzugriffe des Setups analysiert. Weiterlesen

Wochenrückblick 2011KW40

Etwas verspätet, aber der Grund steht zumindest im Wochenrückblick:

Pläne für 2011

2011 in Minecraftblöcken geschriebenDas Jahr 2011 ist ja nun schon ein paar Tage alt und die ersten Termine stehen bereits vor der Tür: Das erste „Spiele(nd) verstehen“ des Jahres soll an einem Karlsruher Gymnasium stattfinden, zu einer Diskussion über Medienkompetenz hat Bundesfamilienministerin Schröder geladen und auch Auftritte auf Messen und LANs sind wieder fest vorgesehen. Wie auf der letzten Mitgliederversammlung besprochen, besitzt die Arbeit an der Basis dieses Jahr einen besonderen Fokus.

Nach dem Ende der letzten Verbotsdebatte übersehen leider auch viele Computerspieler die Probleme der vorherrschenden Sicht vieler Menschen auf unser Hobby. Computerspiele gelten weiterhin viel zu oft als Kinderspielzeug: Eltern geben ihren Sprösslingen für Kinder ungeeignete Programme und Behörden möchten verhindern, dass Spiele für Erwachsene überhaupt öffentlich angeboten werden dürfen. So erzwang erst kürzlich das bayrische Familienministerium eine sechste(!) USK-Prüfung von Dead Space 2, das nach Urteil des Prüfgremiums bereits ab 18 Jahren freigegeben werden sollte. Weil eine weitreichende Zensur verhindert wurde, stellt nun das Ministerium die USK in Frage.

Ein weiteres Feld falscher Gelassenheit hängt mit der vermeintliche Aufweichung des Onlinezwangs Ubi-Launcher zusammen: Ubisoft hat die Frequenz reduziert, mit der sich Spiele des Publishers beim Lizenzserver melden müssen. Statt alle paar Minuten muss sich z.B. Assassin’s Creed 2 nur noch beim Spielstart bei Ubisoft melden. Der Grund dafür dürfte aber wohl weniger Einsicht sein, dass ein Spielabbruch bei schwacher Internetverbindung den Spieler zur Installation eines Cracks bewegen könnte, als wirtschaftliche Überlegungen. Bedenkt man, dass das Spiel allein in der ersten Woche 1,6 Millionen Mal verkauft wurde, dürfte die Rückmeldung der Spieler im Minutentakt immer noch einiges an Ressourcen verbrauchen – und so Kosten verursachen. Nichtsdestotrotz greift der Publisher weiterhin unverhältnismäßig in die Rechte seiner Kunden zu, indem er sich die Möglichkeit offen hält, legal erworbene Programme aus der Ferne unbrauchbar zu machen.

PS: Wie es das Bild schon andeutet, wird das nächste Gamestorming „User Generated Content“ und den kreativen Umgang mit Computerspielen zum inhalt haben. Terminwünsche können im Wiki (Diskussionsseite) oder einfach als Kommentar auf diesen Beitrag abgegeben werden.

Mittwoch Gamestorming

Wir haben für Mittwoch, den 15. Dezember, ab 19:00 ein Gamestorming angesetzt. Es gibt momentan zwei sehr heiß diskutierte Themen, die nun gleich beide auf die Tagesordnung stehen: DRM wird Gesprächsthema sein, gespielt wird 1378(km). Zwar sind beide Themen recht komplex, doch scheint das gewählte Spiel nicht zu Actionreich zu sein, sodass intensive Gespräche möglich sein sollten.

Am Ende sollen ein erster gemeinsamer Entwurf unserer Position zum Thema DRM sowie ein individueller Eindruck zu 1378(km) stehen. Mit diesem Eindruck wird uns auch ein fundierter Bericht möglich werden. Dieser wird zusammen mit einer ausführlichen Zusammenfassung der Präsentation des Spiels Ende der Woche veröffentlicht werden.