LNS11 – Resümee

Planungsphase

Es gibt Chancen, die muss man einfach nutzen – auch, wenn das irrational wirkt. Das Angebot von der Hochschule für Gestaltung, „mal eben“ eine LAN-Party zu organisieren, fällt in genau diese Kategorie. Normalerweise sollte man bei größeren Veranstaltungen mindestens ein halbes Jahr vor dem Termin einen Mietvertrag in der Tasche heben, doch das „Hey, wir haben in ein paar Wochen unverhofft (und umsonst!) Platz für euch!“ ist einfach zu verlockend, um es auszuschlagen. Weiterlesen

Fakten für Freitag

Ab Freitag steht mit der LANgen Nacht der Spielkultur die vielleicht am kurzfristigsten geplante LAN aller Zeiten an. Mittlerweile sind wir (endlich) so weit, dass wirklich alles geklärt ist. Dabei haben ich auf der Zielgeraden noch ein paar Änderungen ergeben. Und auch wenn man sich im VDVC-Wiki alles Nötige zusammensuchen kann, hier nochmal ein Überblick:

  • Ort: Hochschule für Gestaltung, Lorenzstr. 15, Karlsruhe
  • Zeit: Freitag, den 07. Oktober 2011,19:00 Uhr
    bis Sonntag, den 09. Oktober 2011, 12:00
    (durchgängig geöffnet)
  • Eintritt: frei (Änderung: auch für LAN-Teilnehmer!)
  • Anmeldung ist nicht erforderlich, für die LAN-Teilnahme aber empfohlen. (Wer sich mit dem Anmeldeformular für die LAN vormerkt, dem halten wir eine Stunde lang (bis 20:00) einen Platz frei. Danach gilt: Wer zuerst kommt, bekommt die verbleibenden Plätze.)
  • Platzwahl ist vor Ort, es gibt also keinen Übersichtsplan, wer wo sitzt.
  • LAN-Bereich für bis zu 70 (Änderung!) Zocker
    Vortragsraum mit Programm am Samstag (sonst zur freien Verfügung)
    Workshopraum zur freien Verfügung
    Erholungsbereich, in dem man sich z.B. auf einer (selbst mitgebrachten) Matratze ausruhen kann

Wie ihr seht, haben wir es geschafft, die LAN jetzt komplett kostenlos anzubieten. Dafür mussten wir aber leider alle teuren Zusatzleistungen (Tische mieten, Software für Turniere, etc.) streichen. Dass dieser Schritt erfolgt, hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Zahl der Anmeldungen bisher leider nicht überwältigend war. Jetzt freuen wir uns aber um so mehr auf ein tolles Event.

Bis Freitag!

LANge Nacht der Spielkultur

Über zwei Jahre nach dem Verbot mehrerer eSport-Events im Raum Karlsruhe wird nun wieder die erste öffentliche Veranstaltung dieser Art direkt im Herzen der Stadt ausgetragen:

Der VDVC lädt ein zur LANgen Nacht der Spielkultur.

Update: Alle Fakten in einem separaten Eintrag.

Los geht es am Freitag, den 07. Oktober 2011, um 19:00 in den Lichthöfen der HfG (Lorenzstr. 15, Karlsruhe). Dabei wird nicht nur gespielt: Workshops und Vorträge klären über die technischen Hintergründe sowie Themen rund um den Jugendschutz auf. Auch wer „nur mal gucken“ möchte, kann das gerne tun: Der Eintritt ist (für Besucher) frei, Fragen zu Technik, Spielen und Hintergründen werden gerne beantwortet. Plätze (zum mitspielen) können per Ameldeformular reserviert werden.

Im Anschluss, am Sonntag ab 14:30, wird der VDVC seine jährliche Mitgliederversammlung veranstalten. (Weitere Informationen tragen wir im VDVC-Wiki zusammen.)

(Pressemitteilung als pdf)

Die erste Bundestagslan

Am 23.02.2011 fand im Bundestag die erste sogennante “Bundestagslan” statt. Diese ungewöhnliche Veranstaltung wurde von den Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP) und Manuel Höferlin (ebenfalls FDP) organisiert und unter der Glaskuppel auf der Fraktionsebene ausgerichtet, eingeladen waren alle Politiker des Bundestages. Auch der VDVC war mit von der Partie, diesmal vertreten durch gordon-creAtive. Ziel der Veranstaltung war es, Politiker auf Tuchfühlung mit dem neuen Medium zu bringen, um ihnen die Berührungsängste zu nehmen.

Die Veranstaltung war schon länger geplant und sorgte auch für Kritik, in der jüngsten Zeit äußerte sich Hans-Peter Uhl von der CDU: “Wozu soll ich lernen, wie man ein Killerspiel wie Counter Strike (sic!) spielt?”.

In Räumlichkeiten im obersten Stockwerk des Bundestages warteten eine ganze Reihe von Konsolen, die mit verschiedenen Spielegenres bestückt waren. Neben den klassischen Familienspielen für Wii (Bowlen und Malen) und Kinect (Tanzen und Tennis), sowie Playstation Move (noch mehr Tennis), gab es mit Halo: Reach und einer Entwicklerversion von Homefront (beides auf der XBox) auch zwei Ego-Shooter, mit Siedler war ein klassisches Strategiespiel dabei. Im Vorraum hatte Turtle Entertainment eine Reihe Laptops aufgebaut, auf denen sich n!faculty und ESC ein Match lieferten. Neben der ESL war auch der Bundesverband Interaktive Unterhaltungsindustrie beteiligt, eine ganze Reihe weitere Institutionen waren zumindest anwesend, wie z.B. Gerald Jörns von computerspielberatung.de.

 

Die Veranstaltung wurde von Jimmy Schulz und seinem Team mit einer Ansprache eröffnet, in der man kurz das Konzept erklärte und die beteiligten Organisationen vorstellte. Anschließend hielt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (CDU) einen Vortrag, über ihre Ansichten zu suchtechnischen Gefahren. Nach einer sehr interessanten Übersicht und einer treffenden Definition von Computerspielsucht holte sie mit einem wenig repräsentativen Beispiel eines WoW-Süchtigen die emotionale Keule raus und beschrieb dessen Leben, welchen aus Pizza, einmal Duschen pro Woche und dem urinieren in eine Flasche bestand. Wissenschaftliche Erkenntnisse und quantitative Aussagen über das Problem, wie z.B. die aktuelle Studie des Bredow-Instituts, ließ sie außen vor.

Insgesamt nutzten die Politiker die Möglichkeit, die Spiele auszutesten nur recht spärlich, obwohl an jeder Station ein erfahrener Spieler Anleitung gab. Beliebt war die Konsole mit FIFA, Homefront und Halo:Reach wurden dagegen meistens gemieden. Brigitte Zypries schaute kurz vorbei und gab ein Interview, verschwand dann allerdings wieder, ohne zu spielen. Die wenigen Politiker, die vor Ort waren, wurden die meiste Zeit von der Presse belagert und gaben Interviews. Für die Presse waren vor allem die ein gefundenes Fressen, die sich an Counter-Strike versuchten. Eine Lanparty im klassischen Sinne fand nicht statt.

Erstaunlich war die Ansprache, die Dorothee Bär vor der Presse hielt. Sie plädierte dafür, Computerspiele in ihrer Behandlung Filmen gleichzusetzen. Als Beispiel nannte sie Inglourious Basterds und fragte, warum ein solcher Film einen Oscar verdient, ähnliche Computerspiele dagegen verboten und indiziert werden.

Insgesamt war ich mit der Veranstaltung nur mäßig zufrieden. Die Idee und die Umsetzung ist lobenswert, allerdings vermisste ich relevante Politiker und deren Interesse, Spiele selbst auszuprobieren. Die Anwesenheit der Presse war der Atmosphäre eher hinderlich, dem Ziel des Aktion wäre es dienlicher gewesen, wenn weniger Öffentlichkeit geherrscht hätte.

Jimmy Schulz kündigte noch an, dass man durchaus die Durchführung einer weiteren “Bundestagslan” ins Auge gefasst hat.

Update: Diversen Medienberichten entnehme ich, dass Brigitte Zypries wohl doch für die Presse eine Runde Playstation Move (also Tennis) ausprobiert hat.

Außerdem habe ich die Liveschnipsel zu einer kleinen Videodokumentation zusammengeschnitten.

Update 2: Martin Lorber, Jugendschutzbeauftragter von EA, hat Tonmitschnitte der Reden gepostet.

Spiele(nd) verstehen auf der CXT 14

Am kommenden Wochenende findet in Wiesloch die 14. Auflage der LAN-Party Convention-X-Treme statt. In diesem Jahr wird die CXT erstmals mit Unterstützung des Verbands für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) ein Beratungsangebot abgerundet. Interessierte Personen können sich am Samstag, den 26. Juni, ab 14:30 über Gaming, Jugendschutz, Technik und LAN-Kultur informieren lassen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
In ihrer langen Tradition hat sich die CXT zu einer der größten Veranstaltungen ihrer Art gemausert und zieht regelmäßig hunderte volljährige Computerspieler an, die sich dort auch für die Weltmeisterschaft des LAN-Gamings qualifizieren können. Nach der aufgeheizten Debatte, mit der sich die Gamer im letzten Jahr konfrontiert sahen, wurde den Computerfreunden Karlsdorf-Neuthard zunächst untersagt, die öffentlichen Hallen der Heimatgemeinde zum 14. Mal nutzen. In der Folge kam es zu weiteren Problemen, einen neuen Veranstaltungsort zu finden. So sagte die Leitung des Europaparks ab, nachdem der Mitvertrag für die dortige Halle schon in trockenen Tüchern geglaubt wurde. Umso erfreuter zeigt sich der Vorsitzende der Computerfreude, Patrick Oettinger, dass nun in der nahe Heidelberg gelegenen Eissporthalle in Wiesloch eine neue Auflage des Community-Treffens stattfinden kann:
„Im Wiesloch haben wir endlich einen passenden und verlässlichen Veranstaltungsort gefunden. Im Nachhinein betrachtet ist die Eissporthalle sogar deutlich besser als die übrigen Hallen, die wir in Erwägung gezogen hatten.“
Nun werden also kilometerweise Kabel verlegt und eine Infrastruktur geschaffen, wie sie sonst nur größere Unternehmen besitzen. Computerspieler aus ganz Deutschland werden anwesend sein und ein Wochenende lang die Nacht zum Tag machen. Neben dem elektronischen Sport wird auch Möglichkeit geben, Spiele der Fußball-WM live zu verfolgen. Gäste, die neben dem Beratungsangebot zum Beispiel auch den Eistee- und Kaffeeservice nutzen wollen, haben einen Eintritt von 2€ zu zahlen.
Das parallele Beratungsangebot gehört zur Anfang des Jahres gestarteten Jugendschutzkampagne des VDVC. Ziel der Initiative „Spiele(nd) verstehen“ ist die Vermittlung der Verständnisses für das Hobby Video- und Computerspiele. „Jugendschutz ist wichtig und erwachsenen Spielern ein wichtiges Anliegen. Durch Hysterie und übertriebenen Aktionismus macht man mehr kaputt, als man schlussendlich erreicht“, so Patrik Schönfeldt, Vorstandsvorsitzender des VDVC. David Hinrichs, Aufsichtsratsmitglied des VDVC, ergänzt: „Unser Programm soll einen Zugang zu der Thematik bieten und Vorurteile gegenüber Gamern und der LAN-Kultur abbauen. Nur so kann sinnvoller Jugendschutz mit Augenmaß funktionieren.“
Bei der Umsetzung setzt der VDVC auf eine Beteiligung der Gamer selbst. Nach einer Einführung in die Grundbegriffe stehen den Besuchern persönliche „Paten“ zur Seite. So können sich Eltern unbekümmert aufmachen, die Welt ihrer Kinder zu erkunden, und haben ständig einen Ansprechpartner für Fragen und Hilfestellungen. Weil es auf der LAN-Party auch Spiele zu sehen gibt, die nicht für Kinderaugen bestimmt sind, wird zusätzlich eine Betreuung für mitgenommene Sprösslinge angeboten werden.