Mitgliederversammlung betont Verbraucherschutz

Die diesjährige Mitgliederversammlung des VDVC stand ganz im Zeichen des zunehmenden Engagements im Verbraucherschutz. So beschloss das oberste Vereinsgremium einstimmig die Betonung der Verbraucherverbandseigenschaft in der Satzung. Dieser wurde eine neue Zielformulierung hinzugefügt:

Insbesondere vertritt der Verein im Sinne eines Verbraucherverbands die Interessen der Video- und Computerspieler gegenüber Entwicklern, Publishern und Händlern von Video- und Computerspielen.

Als erstes Problemfeld hatte der VDVC schon im Frühjahr die immer stärkere Verbreitung von DRM-Kopierschutz-Systemen ausgemacht, die zunehmend die Rechte ehrlicher Käufer beschneiden. Die Versammlung unterstrich in einer ausgeprägten Diskussion, dass dieser Eingriff den Käufern nicht nur die Kontrolle über die erworbenen Programme entreißt, sondern auch ein Verfallsdatum für digitale Medien mit sich bringt. Sobald ein Anbieter entscheidet, sein Spiel nicht länger zu unterstützen, kann es der Konsumenten im schlimmsten Falle schon Sekundenbruchteile nach der Entscheidung des Anbieters nicht mehr nutzen. Als erste Forderung wird daher im Forum ein verbindliches Mindesthaltbarkeitsdatum für Videospiele diskutiert.

Neben diesen inhaltlichen Punkten wurden auch wichtige Personalentscheidungen getroffen: Weiterlesen

VDVC begrüßt Verzicht auf Onlinezwang bei R.U.S.E.

Ein Mitarbeiter von Ubisoft teilte im offiziellen Forum für R.U.S.E. mit, dass das Computerspiel auf den bisherigen Kopierschutzmechanismus verzichten wird. Dieser erfordert, dass der Spieler dauerhaft mit Internet verbunden ist. Stattdessen soll die Plattform Steam genutzt werden.

Der VDVC begrüßt diese Entscheidung Ubisofts. Der ursprünglich geplante Kopierschutz, der zuerst bei „Assassin’s Creed 2“ und „Die Siedler 7“ Verwendung fand, ist eine unhaltbare Gängelung der Kunden, die das Spiel rechtmäßig erworben haben. Er setzt voraus, dauerhaft — auch beim Bestreiten der Singleplayer-Kampagne — mit den Servern des Publishers verbunden zu sein. Bereits Tage nach dem Start des Kopierschutzes sorgten Verbindungsprobleme dafür, dass der Spielstatus auf den letzten Speicherstand zurückgesetzt wurde. Hinzu kamen massive Serverprobleme seitens Ubisoft, wodurch das Spiel zeitweise den Dienst verweigerte. Gamer ohne Internetanschluss haben keinerlei Möglichkeit diese Spiele zu nutzen.

Der VDVC setzt sich generell gegen derart scharfe Kopierschutzmechanismen ein, da sie rechtmäßigen Nutzern des Spiels nicht vertretbare Probleme bereiten. Darüber hinaus können auch sie Raubkopien nicht verhindern. Leider bleibt mit dem Schritt zu Steam die Bindung des Spiels an ein Benutzerkonto bestehen. Diese unterbindet einen Weiterverkauf der Software und ermöglicht es dem Publisher, das Spiel aus der Ferne „abzuschalten“. Die Entscheidung, bei R.U.S.E. nicht mehr auf den bisher verwendeten Kopierschutz zu setzen, beseitigt zumindest den ständigen Online-Zwang. Leider scheint es sich bei diesem Titel um einen Einzelfall zu handeln: Ubisoft kündigte bereits an, künftige Spiele wieder mit der hauseigenen digitalen Hundeleine auszuliefern.