Pläne für 2011

2011 in Minecraftblöcken geschriebenDas Jahr 2011 ist ja nun schon ein paar Tage alt und die ersten Termine stehen bereits vor der Tür: Das erste „Spiele(nd) verstehen“ des Jahres soll an einem Karlsruher Gymnasium stattfinden, zu einer Diskussion über Medienkompetenz hat Bundesfamilienministerin Schröder geladen und auch Auftritte auf Messen und LANs sind wieder fest vorgesehen. Wie auf der letzten Mitgliederversammlung besprochen, besitzt die Arbeit an der Basis dieses Jahr einen besonderen Fokus.

Nach dem Ende der letzten Verbotsdebatte übersehen leider auch viele Computerspieler die Probleme der vorherrschenden Sicht vieler Menschen auf unser Hobby. Computerspiele gelten weiterhin viel zu oft als Kinderspielzeug: Eltern geben ihren Sprösslingen für Kinder ungeeignete Programme und Behörden möchten verhindern, dass Spiele für Erwachsene überhaupt öffentlich angeboten werden dürfen. So erzwang erst kürzlich das bayrische Familienministerium eine sechste(!) USK-Prüfung von Dead Space 2, das nach Urteil des Prüfgremiums bereits ab 18 Jahren freigegeben werden sollte. Weil eine weitreichende Zensur verhindert wurde, stellt nun das Ministerium die USK in Frage.

Ein weiteres Feld falscher Gelassenheit hängt mit der vermeintliche Aufweichung des Onlinezwangs Ubi-Launcher zusammen: Ubisoft hat die Frequenz reduziert, mit der sich Spiele des Publishers beim Lizenzserver melden müssen. Statt alle paar Minuten muss sich z.B. Assassin’s Creed 2 nur noch beim Spielstart bei Ubisoft melden. Der Grund dafür dürfte aber wohl weniger Einsicht sein, dass ein Spielabbruch bei schwacher Internetverbindung den Spieler zur Installation eines Cracks bewegen könnte, als wirtschaftliche Überlegungen. Bedenkt man, dass das Spiel allein in der ersten Woche 1,6 Millionen Mal verkauft wurde, dürfte die Rückmeldung der Spieler im Minutentakt immer noch einiges an Ressourcen verbrauchen – und so Kosten verursachen. Nichtsdestotrotz greift der Publisher weiterhin unverhältnismäßig in die Rechte seiner Kunden zu, indem er sich die Möglichkeit offen hält, legal erworbene Programme aus der Ferne unbrauchbar zu machen.

PS: Wie es das Bild schon andeutet, wird das nächste Gamestorming „User Generated Content“ und den kreativen Umgang mit Computerspielen zum inhalt haben. Terminwünsche können im Wiki (Diskussionsseite) oder einfach als Kommentar auf diesen Beitrag abgegeben werden.

VDVC begrüßt Verzicht auf Onlinezwang bei R.U.S.E.

Ein Mitarbeiter von Ubisoft teilte im offiziellen Forum für R.U.S.E. mit, dass das Computerspiel auf den bisherigen Kopierschutzmechanismus verzichten wird. Dieser erfordert, dass der Spieler dauerhaft mit Internet verbunden ist. Stattdessen soll die Plattform Steam genutzt werden.

Der VDVC begrüßt diese Entscheidung Ubisofts. Der ursprünglich geplante Kopierschutz, der zuerst bei „Assassin’s Creed 2“ und „Die Siedler 7“ Verwendung fand, ist eine unhaltbare Gängelung der Kunden, die das Spiel rechtmäßig erworben haben. Er setzt voraus, dauerhaft — auch beim Bestreiten der Singleplayer-Kampagne — mit den Servern des Publishers verbunden zu sein. Bereits Tage nach dem Start des Kopierschutzes sorgten Verbindungsprobleme dafür, dass der Spielstatus auf den letzten Speicherstand zurückgesetzt wurde. Hinzu kamen massive Serverprobleme seitens Ubisoft, wodurch das Spiel zeitweise den Dienst verweigerte. Gamer ohne Internetanschluss haben keinerlei Möglichkeit diese Spiele zu nutzen.

Der VDVC setzt sich generell gegen derart scharfe Kopierschutzmechanismen ein, da sie rechtmäßigen Nutzern des Spiels nicht vertretbare Probleme bereiten. Darüber hinaus können auch sie Raubkopien nicht verhindern. Leider bleibt mit dem Schritt zu Steam die Bindung des Spiels an ein Benutzerkonto bestehen. Diese unterbindet einen Weiterverkauf der Software und ermöglicht es dem Publisher, das Spiel aus der Ferne „abzuschalten“. Die Entscheidung, bei R.U.S.E. nicht mehr auf den bisher verwendeten Kopierschutz zu setzen, beseitigt zumindest den ständigen Online-Zwang. Leider scheint es sich bei diesem Titel um einen Einzelfall zu handeln: Ubisoft kündigte bereits an, künftige Spiele wieder mit der hauseigenen digitalen Hundeleine auszuliefern.

Ubisofts Kopierschutz-Server fallen aus

Schon kurz nach dem Start von Ubisofts neuer Kopierschutz-Plattform kam es gestern zu Problemen: Für über zehn Stunden waren die zuvor als ausfallsicher angekündigten DRM-Server für viele Spieler nicht erreichbar. Damit konnten Assassin’s Creed 2 und Silent Hunter 5 nicht gespielt werden.

Obwohl Ubisoft Nutzern zufolge auf Beschwerden über den Online-Zwang für Offline-Spiele anfangs mit Unterbindung der Diskussion reagierte, wurde das Ubisoft-Forum in den letzten Tagen mit hunderten von Beschwerdebeiträgen geradezu überschwemmt. Mittlerweile gab der Ubisoft-Community-Manager zumindest zu, dass die lange Downtime und die Login-Probleme nicht akzeptabel seien. Zudem erfolgte eine knappe Entschuldigung via Twitter. Viele Spieler kündigten im Ubisoft-Forum an, nur noch raubkopierte Ubisoft-Titel zu spielen. Entsprechende Software, die den Kopierschutz entfernt, ist laut diversen Quellen bereits erhältlich, Ubisoft selbst dementiert das natürlich.
Eine zum Start der beiden Spiele vom VDVC auf der CeBIT durchgeführte Umfrage bei über 250 Spielern in der Intel-Gaming-Hall hat ergeben, dass vier von zehn Spielern (39,1%) schon vor der Panne einen Kauf von Einzespieler-Games, die einen ständigen Online-Zugang erfordern, grundsätzlich ausschlossen. Ein gutes Viertel (26,2%) der Befragten würde sich den Kauf eines Spiels genau überlegen und nur zugreifen, wenn es ein herausragend gutes Spiel sei. Nur etwa ein Drittel (34,7%) der Befragten gab an, bei solch einem Spiel bedenkenlos zuzugreifen. Damit standen zwei Drittel der Spieler Ubisofts neuem Kopierschutz schon kritisch gegenüber, als noch alles wie geplant lief. Nach den Server-Problemen bei Ubisoft dürfte sich der Anteil noch weiter zur Ablehnung verschoben haben.
Wir rufen Ubisoft auf, dem Unsinn ein Ende zu bereiten und den Online-Zwang zu beenden.

Weiteres dazu steht in der Pressemitteilung im Forum.