Origin
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Origin ist Internet-Vertriebsplattform für Computerspiele sowie DRM-Plattform. Auch außerhalb der Spielerschaft ist die Software Ende Oktober 2011 durch einen großen Datenskandal bekannt geworden: Der Betreiber und Entwickler Electronic Arts hatte sich im zur Software gehörigen Lizenzvertrag das Recht eingeräumt, den Computer eines jeden Nutzers bis ins Intimste zu durchsuchen. Ob diese Spyware-Funktion tatsächlich im Programm enthalten ist, wird vonseiten des Publishers bestritten. In jedem Fall bietet die Software einen eingebauten Download-Shop, Communityfunktionen sowie einen automatischen Wartungsdienst. Letzterer installiert automatisch Updates für alle von Origin unterstützten Spiele.
Inhaltsverzeichnis |
Origin-Debatte
Kritik am Lizenzvertrag
(zu ergänzen)
Chronologie
- 27. September: Mit FIFA 12 erscheint das erste Spiel mit Bindung an Origin.
- 25. Oktober: Es wird eine Petition gestartet, die mit Blick auf die EULA von Origin ein Verkaufsverbot von Battlefield 3 in Deutschland fordert bis die im Text genannten Rechtsbrüche beseitigt wurden.
- 26. Oktober: Der Blogger Sebastian Radtke stellt seine Webseite theorigin.de für den Protest zur Verfügung. Und berichtet fortan über fast jedes Detail der Debatte.
- 27. Oktober: Der Rechtsanwalt Thomas Schwenke analysiert für die Zeitschrift Gamestar den Lizenzvertrag von Origin. Der Protest erreicht die breite Masse.
- 27. November: Landesbeauftragter für Datenschutz NRW nimmt Ermittlungen auf [1]
- 28. Oktober: Battlefield 3 erscheint in Deutschland.
- 29. Oktober: EA aktualisiert die EULA von Origin. Sie ist jetzt noch undurchsichtiger und versucht dem Nutzer den Rechtsweg zu verbieten.
- 02. November: Dr. Olaf Coenen, Geschäftsführer von EA Deutschland, verteidigt in einer Rundmail an alle Benutzer Origin als Serviceleistung. Was nach einem Scan aussehe, sei durch Aufrufe der Windows-API zu erklären. Zudem wird die EULA ein weiteres Mal geändert – mit deutlichen Verbesserungen.
- 04. November: Ein Hobby-Programmierer weist nach, dass ein falsches Setzen des Flags „SUB_CONTAINERS_AND_OBJECTS_INHERIT“ beim Setzen von Rechten über die Windows-API nach einem Scan aussieht. Über die Funktionsweise von Origin lässt sich hierdurch noch keine Aussage fällen, allerdings kann Coenens Aussage vom 02. November hierdurch plausibel. [2]
- 10. November: Ein Update für den Origin-Client erscheint. Es enthält eine neue EULA.
- 10. November: EA antwortet auf Auskunftersuchen gemäß BDSG mit der Frage nach dem Geburtsdatum. [3]
- 10. November: Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner und EU-Justizkommissarin Vivane Reding betonen in einer Erklärung, «dass Unternehmen, die ihre Dienste an europäische Verbraucher richten, direkt dem europäischen Datenschutzrecht unterliegen sollen»[4].
- 14. November: Es stellt sich heraus, dass ein Rauswurf aus den EA-Foren auch zur Folge hat, dass Spiele unbenutzbar werden. Zudem werden Nutzer fälschlicherweise als Cheater identifiziert, weswegen die Software ebenfalls unbenutzbar gemacht wird.
- 15. November: Rechtsanwalt Thomas Schwenke hält in einem Gamestar-Bericht die aktualisierte Origin-EULA für «branchenüblich».
- 15. November: Die Fachhochschule Köln und die Kölner Piratenpartei organisieren eine Podiumsdiskussion zu Daten- und Verbraucherschutz in der Spieleindustrie. Leider nimmt kein Industrievertreter Teil.
- 17. November: EA äußert sich zu Accountbanns und verteidigt diese als notwendig für die «satisfaction of our customers» [5].
- 19. November: In einer Untersuchung stellen wir fest, dass das Setup von Origin die Festplatte nicht scannt. Das gilt für die Version von der Battlefield3-DVD sowie den aktuellen Download. Alle suspekten Zugriffe des Setups sind in der Tat auf die Windows-API (im Zusammenhang mit SUB_CONTAINERS_AND_OBJECTS_INHERIT) zurückzuführen.
- 22. November: Die Computerzeitschrift c't stellt in einer Analyse fest, dass die aktuelle Version von Origin die Festplatte des Nutzers nicht scannt. Auf DVDs ausgelieferte Versionen wurden nicht untersucht.
- 23. November: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärt gegenüber theorigin.de, «Netzpolitiker der FDP-Bundestagsfraktion [stünden] in dieser Frage mit dem Unternehmen in Kontakt.»
- 28. November: Erste Antworten auf Auskunftersuchen gemäß BDSG kommen an. Dabei stellt sich heraus, dass EA Deutschland und EA USA getrennte Datensätze besitzen.
- 01. Dezember: EA Deutschland lädt Communityvertreter (u.a. theorigin.de und VDVC) zu einem „runden Tisch“ nach Köln.
- 05. Dezember: EA behält sich weiterhin vor, Unterstützung auslaufen zu lassen, wodurch Spiele unbrauchbar werden [6].
- 11. Januar: Pünktlich zum Ende der Unterzeichnungsfrist der Abmahnung der Verbraucherzentralen aktualisiert EA die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Origin. Ein wichtiger Punkt ist die Streichung der Formulierung, das englisches Recht gelte.
Quellen
- ↑ http://www.theorigin.de/wordpress/?paged=14
- ↑ http://www.theorigin.de/wordpress/?p=1019
- ↑ http://www.theorigin.de/wordpress/?p=1274
- ↑ http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aigner-und-Reding-Geschaefte-in-der-EU-nur-mit-EU-Datenschutz-1376657.html
- ↑ http://www.rockpapershotgun.com/2011/11/17/eas-unwieldy-banhammer-ea-responds/
- ↑ http://www.shacknews.com/article/71404/ea-online-passes-do-not-expire-as-long-as-game