Urheberrecht (Position)

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Fair Use gewähren

Videospiele sind kein singuläres Phänomen, sondern Teil einer vielschichtigen Kultur. Sowohl online als auch offline haben Videospiele, beispielsweise in Musikstücken, Fernsehserien und auf Kleidung wie Accessoires, ihre Spuren hinterlassen. Dabei beschränken sich viele Nutzer nicht darauf, die Inhalte lediglich zu rezipieren, sondern werden selbst kreativ: In „Let's Plays“, „Mash ups“ und Grafiken werden Inhalte zitiert und umgearbeitet. Daneben gibt es Fan-Communities, die neben Screenshots und Listen auch mit Medien versehene Kritiken, Previews, Kommentare und Interviews anbieten. Die Anbieter derartiger Inhalte bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone, da zur Verwendung von Screenshots und anderweitiger Aufnahmen üblicherweise die Zustimmung des Rechteinhabers erforderlich ist.

Der VDVC setzt sich für die Schaffung der zur Legalisierung solcher Angebote erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen ein, in dem das deutsche Urhebergesetz um eine der angelsächsischen „Fair Use“-Klausel vergleichbare Regelung ergänzt wird.

Interessenausgleich wiederherstellen

Das deutsche Urhebergesetz versucht zwischen Urheber und Nutzer einen fairen Interessenausgleich herzustellen, in dem nicht nur die Rechte der Kunstschaffenden, sondern auch die Rechte der Nutzer geschützt werden. Hierzu gehört unter anderem, dass der Eigentümer eines Videospiels über dieses weitgehend frei verfügen und auf Grund des Erschöpfungsgrundsatzes auch weiterverkaufen kann. Wegen der einschneidenen DRM-Maßnahmen und der bei vielen Spielen obligatorischen Kontenbindung werden die Rechte der Nutzer durch die Anbieter jedoch zunehmend ausgehebelt oder umgangen, so dass beispielsweise erworbene Nutzungsberechtigungen von Videospielen mit Kontenbindung ohne Zustimmung der Rechteinhaber nicht veräußert werden dürfen.

Der VDVC setzt sich für die Sicherung der den Nutzern bei neueren Vertriebsmodellen vorenthaltene Rechte ein. Es darf keinen Unterschied machen, ob er ein Videospiel mit oder ohne das Erfordernis einer Onlineauthentifizierung erwirbt, so dass Erschöpfungsgrundsatz und Nutzungsumfang in jeden Fall erhalten bleiben müssen.

Kulturgüter bewahren

Videospiele sind nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein kultureller Faktor. Diese Kulturgüter dauerhaft in einer die Nutzung erlaubenden Form zu erhalten, ist nicht nur angesichts der technischen Problemstellungen auf Grund von nicht mehr verfügbarer Hard- und Software eine Herausforderung. Auch rechtlich ergeben sich Schwierigkeiten. Eine Sicherung für Gesellschaft und Nachwelt erfordert oftmals Modifikation auf technischer Ebene, insbesondere wenn die Dauer der Schutzfristen die Lebensdauer der Medien oder Abspielgeräte übersteigt. Juristisch gesehen sind die zum Erhalt notwendigen Anpassungen leider nur mit vorherige Genehmigung des Rechteinhabers gestattet, die aber in vielen Fällen – insbesondere bei Abandonware – nicht zu bekommen ist.

Der VDVC setzt sich dafür ein, den oft angestrebten Interessensausgleich zwischen Nutzer und Urherber um die Dimension der Gesellschaft zu erweitern. Ist die Verfügbarkeit eines Inhalts ansonsten nicht gewährleitet, sollten nicht gewinnorientierte Vervielfältungung sowie Veränderungen auf technischer Ebene gestattet werden.