Zensur (Position)

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Disclaimer: Diese Formulierung befindet sich im Entwurfsstadium. Sie kann eine Idee der Position des VDVC vermitteln, doch auch Ansichten beinhalten, die nur von einzelnen Mitgliedern getragen werden. Der Inhalt kann jederzeit ohne Ankündigung geändert werden.

Deutsche Versionen und gekürzte Fassungen

Jugendgefährdende Spiele werden in Deutschland indiziert und dürfen dann nicht mehr beworben oder offen verkauft werden. Für „schwer jugendgefährdende Medien“ gilt das sogar schon ohne Indizierung. Für den Laien ist der Unterschied zwischen nicht jugendgefährdenden Titeln und schwer jugendgefährdenden kaum zu erkennen. Das bedeutet in der Praxis, dass nur von der USK getestete und von den Vertretern der Bundesländer freigegebene Titel auch im Handel erscheinen. Das macht es für die Anbieter der Spiele sehr wichtig, eine solche Freigabe zu erhalten, weswegen sie Spiele für den deutschen Markt beschneiden. Dieses Vorgehen, eine möglichst günstige Freigabe zu erhalten, kann als Selbstzensur angesehen, ist aber dem Staat nicht anzulasten, solange es eine Möglichkeit gibt, auch unveränderte Inhalte auf den Markt zu bringen.

Diese ist formaljuristisch vielleicht gegeben, in der Realität jedoch nicht vorhanden. Händler, die nicht freigegebene Titel anbieten, stehen quasi schon mit einem Bein im Gefängnis. Jugendgefährdende Spiele dürfen nach momentaner Rechtslage nicht in Geschäften angeboten werden, die auch Minderjährigen zugänglich sind, auch nicht in abgetrennten Bereichen nur für Erwachsene. Für schwer jugendgefährdende Spiele gilt das sogar ohne vorherige Indizierung.

Indizierung und Verbote

Zusätzlich gibt es mit den Mitteln der Indizierung und der Beschlagnahme zwei Mittel der Nachzensur, die sich seit der Einführung der verbindlichen USK-Kennzeichen ausschließlich gegen erwachsene Spieler richten. Als jedes Spiel noch für alle Altersklassen erhältlich war, mag dieses Vorgehen einen Zweck gehabt haben, mittlerweile erscheint es aber sehr antiquiert. Zudem ist der Umstand, dass jugendgefährdende Inhalte auch erwachsenen Spielern vorenthalten werden sollen, eine Zumutung für alle mündigen Spieler.

Sogar das auf den ersten Blick sinnvoll anmutende Verbot gewaltverherrlichender Inhalte kann als zweifelhaft angesehen werden, wenn man betrachtet, was in der juristischen Praxis als Gewaltverherrlichung angesehen wird. So ist die deutsche Version von Left4Dead 2 von den obersten Landesjugendbehörden als nicht jugendgefährdend eingeschätzt worden, wohingegen die internationale Version als gewaltverherrlichend gilt. Der Unterschied der Spiele liegt vor allem darin, dass sich in der deutschen Version erledigte Zombies (die Gegner in diesem Spiel) in Luft auflösen. Somit liegt der Verdacht nahe, dass schon herumliegende, virtuelle Korpi einen Grund zur Beschlagnahme liefern, während das Spiel ohne diese nicht jugendgefährdend ist. Schaut man sich ältere, ebenfalls indizierte oder beschlagnahmte Titel an, so erkennt man ein absurdes Bild. Was noch vor gar nicht all zu vielen Jahren als illegal eingestuft wurde, reicht in seiner „Brutalität“ teilweise kaum an den Titel „Moorhuhn“ heran. Hieran zeigt sich deutlich, dass das Mittel der Indizierung für digitale Spiele nicht mehr zeitgemäß ist und abgeschafft werden sollte. Forderungen nach einer Ausdehnung der bestehenden Verbote zeugen von mangelnder Auseinandersetzung mit dem Thema und sind als populistische Stammtischpolitik anzusehen.