Abgeordnetenwatch

Auf Abgeordnetenwatch.de haben sich mehrere Bundestagsabgeordnete zu einer Ausweitung des bestehenden Verbotes auf “virtuelle Killerspiele” geäußert. Leider haben nicht alle so präzise wie Frau Zypries oder sogar widersprüchlich geantwortet. So fordert beispielsweise Frau Brüning ein Verbot von gewaltverherrlichenden Videospielen, obwohl ein solches bereits existiert – nimmt aber auf die von Schünemann angestrebte Verbotsausweitung bezug. Ich habe versucht anhand der Fragen die Antworten im richtigen Kontext zu deuten. Wenn jemand ein Verbot fordert verstehe ich das grundsätzlich als Ausweitung. Sollte sich jemand missverstanden fühlen würde ich um eine Benachrichtigung bitten.

Pro Verbotsausweitung

  • “Ein Verbot von eindeutig gewaltverherrlich- enden Spielen ist daher zu überlegen.”
    Norbert Geis, CSU
  • “Ich befürworte diese Initiative, weil Killerspiele kein Spielzeug wie ein Puzzle oder ein Kartenspiel sind.”
    Dorothee Bär, CSU
  • “Ich bin der Ansicht, dass gute Gründe für ein Verbot von Killerspielen
    sprechen.”
    Hermann Gröhe, CDU
  • “Schließlich sind sich auch die EU-Innen- und Justizminister einig, so genannte Killerspiele […] zu verbieten.”
    Clemens B., CDU
  • “Ich unterstütze ein […] (von) Schünemann angeregtes Verbot von Gewalt verherrlichenden Computerspielen.”
    Monika Brüning, CDU
  • “Ein Verbot der Killerspiele alleine wird nicht zielführend sein.”
    Michaela Noll, CDU*
  • “Computerspiele, deren wesentlicher Gegenstand das Töten ist, sind gesellschaftlich zu ächten.”
    Peter Hintze, CDU
  • “Der Staat sollte ein klares Zeichen setzen, dass Spiele, in denen auf eine realitätsnahe und häufig brutale Art und Weise das massenhafte Töten von Menschen simuliert wird, mit unserer Werteordnung nicht vereinbar sind.”
    Arnold Vaatz, CDU
  • “Da dieses Gesetz daher nicht als ausreichend empfunden werden kann […] ist es meiner Ansicht nach wünschenswert, über ein generelles Herstellungs- und Verkaufsverbot von virtuellen Killerspielen nachzudenken.”
    Ingo W., CDU
  • “Erfolgreich kann aus meiner Sicht nur ein Bündel von Maßnahmen sein, aber dazu gehört auch ein Verbot von Killerspielen.”
    Hermann-J. S., CDU

Contra Verbotsausweitung

  • “Die bayrische Initiative unterstütze ich nicht, weil sie populistisch ist und kein Problem löst.”
    Silke Stokar, Grüne
  • “Aus Sicht der Freien Demokraten ist ein Verbot sogenannter “Killerspiele” überflüssig und nicht zielführend.”
    Guido W., FDP
  • (Verweis auf Haltung der SPD)
    Katja Mast, SPD
  • “Ein generelles Verbot hilft da aber nicht weiter, ein wohl eher weltfremder Vorschlag.”
    Alexander U., Linke
  • “Insoweit könnte sich ein Verbot also sogar kontraproduktiv auswirken.”
    Bärbel Kofler, SPD
  • “Ein Verbot solcher Spiele ist keine Lösung und würde ihren Reiz möglicherweise nur erhöhen.”
    Monika Grütters, CDU*
  • “[…] Zypries hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es ein europaweites Verbot von Killerspielen so einfach nicht geben kann.”
    Jörg van E., FDP*
  • “Hier muss meines Erachtens vor allem die Medienkompetenz der Jugendlichen und von Eltern gefördert und gestärkt werden.”
    Ernst Bahr, SPD
  • “Ein vollständiges Verbot dieser Spiele, wie Bayern dies vorschlägt, greift in die Freiheitsrechte ein.”
    Christel H., FDP
  • “Wir haben damit ein Zusammenwirken verschiedener sinnvoller Vorschriften, die aus meiner Sicht zunächst einmal nicht ergänzt werden müssen.”
    Otto Fricke, FDP
  • “Ich halte ein strafrechtliches Verbot hier für zu kurzsichtig und für zwecklos.”
    Volker Beck, Grüne
  • “Auch wenn ich die Nutzung gewaltverherr- lichender Spiele nicht gut heiße, bin ich doch gegen ein allgemeines, strafbewehrtes Verbot.”
    Jan Mücke, FDP
  • “Eine Ausweitung des Verbots plane ich nicht.”
    Brigitte Zypries, SPD
  • “Von einem Verbot aller so genannten Killerspiele, seien es Ego-Shooter oder andere, halte ich wenig.”
    Joachim Albrecht, CDU
  • “Als Liberale sehe ich ein staatliches, komplettes Verbot als einen zu radikalen Eingriff in die Grundfreiheiten.”
    Cornelia Pieper, FDP
  • “Daher scheint es mir sinnvoll, so sehr ich einige von den Spielen und Filmen auch verachte, den Ansatz woanders als in einem totalen Verbot zu suchen.”
    Martina G., Grüne
  • “Die bestehenden Gesetze reichen aus, Computerspiele heute schon dem Markt zu entziehen oder ganz zu verbieten.”
    Markus Kurth, Grüne
  • “Verbote sind aus meiner Sicht nicht nötig, wenn man die Möglichkeiten des Jugendmedienschutzes ausschöpft.”
    Jochen Borchert, CDU

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