Mord durch GTA?

(SPON) Im vergangenen Jahr soll ein 15-Jähriger seine gleichaltrige Freundin mit 5 Messerstichen getötet haben. Sein Verteidiger, der grevenbroicher Rechtsanwalt Lutz Bartsch, hatte schnell die Ursache für die unfassbare Tat ausgemacht:

“Tagtäglich hat er […] stundenlang am Computer gespielt, es waren durchweg Spiele, die mit Gewalt und Blutvergießen verbunden waren.” (NGZ)

Durch diese Spiele sei er in eine Scheinwelt abgegelitten, in der er den Tatentschluss gefasst habe. Deswegen würde nicht nur der Junge auf die Anklagebank gehören:

„Die, die solche Ballerspiele verbreiten, gehören eigentlich daneben.“

Nach Informationen von Spiegel-Online scheint Bartsch bei seiner Strategie zu bleiben. Sein Mandant habe bis zu 13 Stunden täglich am Rechner verbracht und Videospiele wie “Grand Theft Auto” genutzt. Infolgedessen hätte er nicht mehr unterscheiden können was real sei und was nicht. Das Gericht wird nun beurteilen müssen, inwieweit die Videospiele das Handeln des 15-Jährigen beeinflusst haben.

Bereits 2006 führte ein 19-Jähriger das Videospiel “Wrestling – Smack Down vs. Raw 2006” (USK: “ab 12”) als Grund für die Ermordung eines Obdachlosen an. Der geladene Hirnforscher Manfred Spitzer resümierte:

“Angesichts des völligen Fehlens eines Motivs kann man die Tat gar nicht anders verstehen als ein Resultat des Videospiels.” (Tagesspiegel)

Das Gericht hat sich dieser Auffassung jedoch nicht angeschlossen:

“Für die Strafkammer hatte das für viel Aufsehen sorgende Computer-Kampfspiel “Smack Down versus Raw 2006″, das der 19-Jährige mit einem Bekannten kurz vor der Tat spielte, als Motiv keine ausschlaggebende Rolle gespielt.” (Märkische Allgemeine)

3 Gedanken zu “Mord durch GTA?

  1. Das diese Strategie funktioniert, glaube ich zwar nicht aber es besteht durchaus die Möglichkeit. “Killerspiele” sind in diesem Fall natürlich auch nur wieder der “willkommene Sündenbock” und es wäre im Grunde ein Skandal, wenn das Gericht eine verminderte Schuldfähigkeit aufgrund der Videospiele feststellen würde…

  2. Wie der 15 Jähre überhaupt an GTA ran gekommen ist, fragt natürlich keiner.

    Ihh will nicht völlig ausschließen, dass sogenante “killerspiele” einfluss auf Kinder! haben könnten.
    Aber genau aus diesem Grund sind die Meisten ja auch alle 16+

    Jedes Kind und jeder Jugendliche der unter Aufsichtspflicht steht, zb. durch die Eltern,
    und ein Verbrechen begeht, wo alle Welt dann wieder die Killerspiele als Grund nennen. Da sollte man dann auch mal ordentlich auf dne Eltern rum hauen.
    Sollen die ihren Kindern keine solche SPiele kaufen. Oder die Kinder besser erziehen.
    Oder einfach mal gucken was das Kind den ganzen Tag am PC so macht.

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