Immer wieder Pfeiffer

(KFN) Das Kriminalistische Forschungsinstitut Niedersachsen (e. V.) hat eine Studie zur Jugendgewalt in Hannover zum Anlass genommen Pfeiffers Thesen über Videospielkonsum erneut zu publizieren. Diese sind nach wie vor:

1. Brutale Videospiele führen zu schlechten Schulnoten.
2. Gewalthaltige Videospiele können zur Erhöhung der Gewaltbereitschaft beitragen.
3. Viele männliche Jugendliche sind computerspielsüchtig.

Angesichts des Umstandes, “dass von den männlichen Hannoveraner Jugendlichen 25,7 % pro Tag im Durchschnitt mindestens vier Stunden mit Computerspielen verbringen“, würden “andere sinnvolle Inhalte zwangsläufig zu kurz kommen. Das gilt nicht nur für das schulische Lernen, sondern ebenso […] für den Sport, das Lesen, das Musizieren sowie alle anderen Aktivitäten, die das Leben lebenswert machen können.” Der Ausbau von Ganztagsschulen sei unumgänglich um sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche ihre Nachmittage konstruktiv gestalten. Freizeit- und Jugendheime seien keine Alternative, man müsse “die Schulen zu Stadtteilzentren für Kinder und Jugendliche auszubauen, die auch nach dem Ende eines Schultages für den späteren Nachmittag und Abend attraktive Angebote für Schüler bereit halten.” Somit hätten “Sozialpädagogen […] die Möglichkeit, ihre Angebote an alle Schüler zu richten“. Das Motto dieser zentralisierten staatlichen Erziehung soll sein:

“Lust auf Leben wecken durch Sport, Musik, Theater und soziales Lernen.”

Darüberhinaus müsse man “den Einsatz von jugendlichen Testkäufern” ermöglichen, ein Vorschlag, der in der Vergangenheit bezüglich unter 14-Jähriger auf Kritik gestoßen war:

“Das grenzt an Kindesmissbrauch.” (Karl Lauterbach, SPD)

9 Gedanken zu “Immer wieder Pfeiffer

  1. Diese “Erkenntnisse/Ergebnisse” sind zwar alle nicht richtig belegt und eher spekulationen aber grundsätzlich ist nichts gegen Alternativen zur Gestaltung der Freizeit zu sagen aber Kinder als Spitzel einzusetzen kann und werde ich nicht befürworten.

  2. Gegen Alternativangebote habe ich nichts einzuwenden, solange sie nicht zur Pflicht werden. Ich bin bei Ganztagsschulen deswegen tendenziell skeptisch, weil ich die Erziehung eigentlich als Aufgabe der Eltern ansehe. Wenn der Nachwuchs nun aber seine Zeit von 8-17 Uhr in der Schule verbringt bleibt neben Abendessen, Hausaufgaben und Schlafen nicht mehr viel übrig. Sicherlich, solch eine Erziehung wird besser als gar keine sein, aber “schön” finde ich den Gedanken nicht.

  3. Find ich auch Rey. Kinder werden gewzungen NICHT kreativ zu sein, es werden einem die Freizeitaktivitäten aufgezwungen, es wird bestimmt niemandem gefallen nach der Schule trotzdem noch dableiben zu müssen und Bilder zu malen (Ich weiß, das ist übertrieben). Und was ist eigentlich, wenn die Kinder nichts an den Aktivitäten finden, wie z.B. Sport…

    Ich mache Kung Fu und so etwas wird wohl kaum in ein Angebot an Schulen aufgenommen.

    Ich denke ich sage zurecht: PFUI zu Ganztagsschulen.

  4. oh mein gott diese idiotenXD
    ich sitz zwar am tag bestimmt so 4 stunden am pc, jedoch spiele ich aktiv fussball, gehe 2-3 mal in der woche ins fitnesstudio, spiele schlagzeug, habe einen recht großen freundeskreis, und hatte jetzt in meinem 10er gymnasialzeugnis nen schnitt von 2,4.
    somit wären jawohl alle anschuldigungen, dass pc-spiele einen vom lernen, musizieren und sport betreiben abhalten wiederlegt^^
    ich bin übrigens erst 17 und spiel spiele ab 18. oho ich harter kerl ;)

  5. @Felix

    Och, der Pfeiffer ist für Überraschungen gut. Er hat was gegen virtuelle Gewaltdarstellungen. Aber “spielerische” reale Gewalt scheint er für pädagogisch sinnvoll zu halten:

    “Die Schule muss Nachmittags auch ein Ort sein wo Rugby, als ein richtiger Männerkampf angeboten wird. Und nicht nur Rumsäuseln auf Mädchentour.”

    Ich habe nichts gegen Rugby, aber ich habe doch mehr Hemmungen jemanden real einen Bodycheck zu verpassen (auch wenn es unter dem Label “Sport” geschieht) als mal eine zünftige Runde Deathmatch zu spielen.

  6. Das Kriminalistische Forschungsinstitut Niedersachsen. Wir sollten in Zukunft richtig schreiben: Kriminalistische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. Und es muss klar sein dass es sich dabei nicht um eine Staatliche Einrichtung handelt was der Name ohne das e.V. aber suggeriert.

  7. Stimmt, aber e.V. würde auch den Anschein erwecken, dass das KFN von der Politik unabhängig sei, dabei bekommt es Jährlich mehr als 1 Millionen € vom “Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur”. Darüber hinaus wird es auch von folgenden Einrichtungen finanziell unterstützt:

    – Das Bundesjustizministerium
    – Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    – Das Bundesinnenministerium
    – Das Niedersächsische Justizministerium
    – Das Niedersächsische Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales (MFAS)
    – Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur
    – Das Niedersächsische Innenministerium
    – Das Niedersächsische Landesjugendamt
    – Das Innenministerium von Schleswig-Holstein
    – Der Kriminalpräventionsrat Stade
    – Die Senatoren für Justiz bzw. für Jugend der Stadt Hamburg
    – Die Stadt Hannover sowie zehn weitere Städte und Landkreise

    Und Pfeiffer greift die FH Köln an, weil diese bei dem Projekt Spielraum von EA unterstützt wird.

  8. Solange diese Ganztagsangebote an Schulen freiwillig ist spricht nichts dagegen, finde ich.

    Aber wenn man die Jugendlichen “zwingt” den ganzen Tag in der Schule zu hockne und irgend welchen Kram machen lässt, was denen total am A**** vorbei geht.
    Dann kommt es höchstens zu noch mehr Ammokläufen und noch mehr Schulgewalt.

  9. “Gegen Alternativangebote habe ich nichts einzuwenden, solange sie nicht zur Pflicht werden. Ich bin bei Ganztagsschulen deswegen tendenziell skeptisch, weil ich die Erziehung eigentlich als Aufgabe der Eltern ansehe. Wenn der Nachwuchs nun aber seine Zeit von 8-17 Uhr in der Schule verbringt bleibt neben Abendessen, Hausaufgaben und Schlafen nicht mehr viel übrig. Sicherlich, solch eine Erziehung wird besser als gar keine sein, aber “schön” finde ich den Gedanken nicht.”

    Dem kann ich auch nur zustimmen; alleine deswegen habe ich Ganztagesschulen, seit sie wieder in der Diskussion sind, abgelehnt. Damit raubt man den Schülern ihre Kindheit und Jugend, wenn man sie fulltime in der Schule beschäftigt.

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