Neues Verbot

(Schnittberichte) Offensichtlich wird die Justiz nicht müde uns (und hoffentlich auch die Politik) an die Existenz des § 131 StGB zu erinnern. So ist ein weiteres Spiel – „Soldier of Fortune (3): Payback“ – beschlagnahmt worden. Es gibt auch einige Meldungen, wonach „Condemned 2“ beschlagnahmt worden sei, aber derartige Gerüchte scheinen sich lediglich auf die Eintragung in den Listenteil B durch die BPjM zu beziehen. Ein Besuch in der Universitätsbibliothek konnte auch keine Klarheit schaffen, das Amtliche Mitteilungsblatt der BPjM ist noch nicht erschienen.

2 Gedanken zu “Neues Verbot

  1. Hallo,

    „Condemned 2“ wurde in Deutschland (Dtl.) bisher tatsäch nur indiziert und befindet sich auf Liste B, somit ist eine Beschlagnahmung gem. § 131 StGB nicht ausgeschlossen. Meiner Meinung nach wird das auch passieren. Alle in Dtl. geltenden Beschlagnahme-Beschlüsse findet man hier: http://www.technolex-anwaelte.de/index.php?id=5

    Zudem befindet sich Dtl. zur Zeit politisch gesehen in einer „Killerspiel-Histerie“. Vor einigen Jahren war die Messlatte für eine Verbot von Videospielen nach § 131 StGB noch sehr hoch. Der Beschlagnahme-Beschluss von „Mortal Combat 1-3“ war nun zum Zeitpunkt des Verbots von „Manhunt“ bereits verjährt. Jedoch würde man heute „Mortal Combat“ nicht mehr verbieten, weil diese Spiele eine ironische Brechung besitzen, d. h. die dort enthaltenen „finisching moves“ wären für heute Verhältnisse zu stark überzeichnet. Aus dem selbigen Grund (ironische Brechung) ist auch „Postal 2“ nicht verboten, sondern nur indiziert. „Manhunt“ hat aber durchaus seine Berechtigung für ein Verbot. Anschließend wurde bekannterweise lange kein Spiel beschlagnahmt und mit einem Schlag entfachte eine Welle von Beschlagnahmungen und es ist kein Ende in Sicht.

    Die USK hat das Spiel „Condemned: Criminal Origins“ bei der Indizierung nur auf Liste A gestzt. somit ist die Messlatte für ein Verbot eigentlich immernoch entsprechend hoch. Seitens der Politik wurde anschließend ein Verbot erwirkt. Selbst harte Spiele wie „Kane & Lynch: Dead Man“, „S.T.A.L.K.E.R.“ oder „GTA IV“ konnten mittlerweile ohne Zensur die USK durchlaufen, was meiner Meinung nach vor etwa 3 bis 4 Jahren noch nicht der Fall gewesen wäre.

    Folglich wird sich die USK und die Politik irgendwo von ihren Ansichten und Definitionen her (grausam, Gewalt beherrscht etc.) in der Mitte treffen und es werden weiterhin Videospiele beschlagnahmt, die es ohne die politische „Killerspiel-Histrie“ nicht beschlagnahmt würden. Ich bin mal gespannt wie es weitergeht, denn momentan sehe ich die sog. Beschlahme-Messlatte am sinken!

  2. Vielen Dank für den Link, vorallem weil sich dort auch die Entscheidung zur Beschlagnahme findet. Aber verglichen mit den Tatbestandsmerkmalen im Tröndle/Fischer scheint das Gericht nicht viel Zeit in die Prüfung investiert zu haben.

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