Kulturgut Videospiel

(heise) Der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (GAME) ist Mitglied des Deutschen Kulturrates geworden.  Malte Behrmann (GAME) sagte, dies sei ein:

„Meilenstein für die deutsche Medienpolitik – geradezu historisch. […] Damit ist die Spieleindustrie endgültig im kulturellen Bereich angekommen. Das ist ein großer Tag für die deutsche Spieleindustrie!“

Olaf Zimmermann (Kulturrat) begrüßte die Aufnahme:

„Im letzten Jahr galt es so manchen Strauß auszufechten, wenn es darum ging, deutlich zu machen, dass Computerspiele zum Kulturbereich gehören.“

Er hatte zuvor bereits mehrfach auf den kulturellen Wert von Videospielen hingewiesen und meint auch künstlerische Aspekte festzustellen.

7 Gedanken zu “Kulturgut Videospiel

  1. Natürlich haben Videospiele künstlerische Aspekte. Videospiele sind genau wie Gemälde, Bücher und Filme Kunst und sollten als solche nicht zensiert werden (oder zumindest in der originalen Fassung für solche die es wollen erhältlich sein).
    Endlich mal was positives und nicht immer nur von allen Seiten diese Verteufelung von Games.

    Um Doppelkommentare zu vermeiden: Danke an Rey für die Info über die Sendungen auf Phoenix.

  2. Keine Ursache : )
    Aber ich habe ein Problem damit Videospiele als „Kunst“ anzusehen. Ich nutze sie zur Freizeitgestaltung und sehe in ihnen nicht mehr als „Unterhaltung“. Zur Kultur mag man manche Spiele auch zählen können, aber Kunst? Künstlerische Aspekte mögen vorkommen, aber als Kunstwerk würde ich ich nur wenig Spiele ansehen, beispielsweise Max Payne. Dazu muss man aber auch sagen, dass ich viele Hollywoodfilme auch nur als Unterhaltung und nicht als Kunst ansehe.

  3. Ich erinnere mich an einen „Künstler“ der einen Hut mit Butter in eine Ecke gestellt hat und ziemlich viel Geld damit gemacht hat.

    Lieder, Gemälde, so gut wie alles was wir heute Kunst nennen dient auch der Unterhaltung.

  4. Richtig… außerdem ist das nachbauen von Häusern oder deren freie Gestaltung in Maps nichts großartig anderes als Malen… Musik ist ebenfalls dabei und ich denke, dass sehr viele Spiele auch in die Kategorie Kunst gehören, auch wenn man sich derzeit noch kein Computerspiel auf einer Kunstausstellung vorstellen kann.

  5. Selbstverständlich eine sehr wichtige Meldung, und äußerst positiv auch für mich, trotzdem frage ich mich was wohl der BIU Als Repräsentant/Vertretung sämtlicher wichtiger internationaler Hersteller (und Publisher) in Deutschland wohl dazu zu sagen hätte…
    Diese Einigung mit G.A.M.E. Wird doch am Ende hoffentlich nichts damit zu tun haben, dass deren Mitglieder – fast ausschließlich deutsche Traditionshäuser – weniger für Spiele bekannt sind die sich an ein ausschließlich erwachsenes Publikum richten und sich in der Regel eben für keine Shooter etc. verantwortlich zeichnen.

    @Matthew
    Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.

  6. Es gibt „Künstler“, die schütten echtes Blut auf eine Leinwand, das ist dann Kunst. Oh ja. Aber bei, z.B., Max Payne, da regt man sich auf, weil das ist ja PÖSE.

    Kunst in Spielen, nun ja, wenn man sich vor allem die Musik oder die Grafik in so manchem Spiel ansieht, da sind schon starke künstlerische Aspekte drinnen. Generell jedoch… Okay… sogar Doom hat mehr Kunst in sich als die Schüttbilder des Herren Nitsch (wobei diese „Bilder“ aus Tierblut noch harmlos sind, im Verlgeich zu so manch anderen „Kunstwerken“ die er produziert hat)

  7. @Badger
    Und wo besteht dabei der Unterschied: zwischen der Hetze gegen „Killerspiele“ und jener hier noch als Gegenargument (!) transportierten gegen die Arbeiten eines Landsmanns von mir, Hermann Nitsch?

    In meinem Land wurde letztere vor allem von rechtsradikalen Populisten vorgetragen, und einem widerwärtig politisierten Boulevard – wobei diese damit zum Glück auch weitgehend diskreditiert war. Außer vereinzelten Versuchen funktioniert das auch bei Videospielen nicht. Ganz anders hingegen in Deutschland, : Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat, der sich neuerdings auch gerne als Gönner von Videospielern präsentiert und in einem Podcast-Interview die Industrie aufgefordert hat ihre „Vorgärten sauber“ zu halten hat mir gegenüber dann von einer Kollegin ausgerichtet noch abstreiten lassen damit „saubere Kunst“ gemeint zu haben.
    Ich halte Nitsch darüber hinaus mit einiger Begründung sogar für einen ziemlich konservativen Künstler…
    Oder worin besteht bitte die „Gefährlichkeit“ bei den Bildern eines Nitschs? Zumal eine fleischverarbeitende Idustrie Tierblut tagtäglich produziert…
    Ich denke vorderhand nirgendwo bei diesen Themen, dass Kinder und Jugendliche vor gewissen Darstellungen geschützt werden müssen ist ganz klar und streitet auch niemand vernünftig ab, auch nicht dass manche Menschen anfällig für psychische Abhängigkeiten von Computerspielen sein können, vor allem vom Flow und einem aus der sehr realen Welt transportiertem Leistungsdenken in MMOs, aber allgemein? Höchstens die Rede von der Gefährlichkeit solch fiktionaler Bilder ist doch im wahrsten Sinne des Wortes „gemeingefährlich“, nämlich für die Kreativen, als auch deren RezipientInnen…

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