CSU: Verbot dringend notwendig!

(PC Games) Die Aktion “Ich wähle keine Spielekiller” der PC Games hat es nicht nur bis in die Printmedien geschafft, auch der Vorsitzende der CSU-Fraktion im bayrischen Landtag sah sich gezwungen in einer Pressemeldung Farbe zu bekennen. Georg Schmid gibt dem bayrischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Rückendeckung und spricht sich – wie bisher auch – klar für ein Verbot von sogenannten “Killerspielen” aus:

“Solche brutalen, gewaltverherrlichenden Spiele führen zur Verrohung unserer Gesellschaft. Es ist richtig, dass der Freistaat Bayern entschieden dagegen vorgehen will. […] Menschenverachtende Killerspiele, bei denen Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt werden oder aus purer Mordslust gemeuchelt werden sollen, gehören nicht auf Computer und Spielekonsolen. Es ist mir völlig unverständlich, wie man solche Spiele verteidigen kann.“

Anders als Herrmann, der Videospiele ablehnt in denen “der Spieler […] Pluspunkte dafür erhält, dass er seine Gegner auf möglichst grausame Weise zu Tode quält“, umfasst die Definition von Schmid weitaus mehr Spiele als “Der Pate” und das bereits verbotene “Manhunt”. Schließlich finden sich Flammenwerfer und Molotov-Cocktails im Waffenarsenal nicht weniger Videospiele wieder.

10 Gedanken zu “CSU: Verbot dringend notwendig!

  1. Der Presseartikel ist gelungen und es sind ja anscheinend schon viele Briefe bei der CSU eingegangen, die nur leider immer noch keinen Sinneswandel verursacht haben und dass er meint, dass 95% der Spiele ungefährlich seien, kann ich nach seinen anderen Aussagen nicht wirklich nachvollziehen.

  2. “Solche brutalen, gewaltverherrlichenden Spiele führen zur Verrohung unserer Gesellschaft.”

    Ja wie Kino, “Neger Musik”, Fernsehn, The Simpsons, …

    ok Manhunt ist kein Spiel für Kinder, aber warum muss man es gleich auf den Index setzen? Oder die anderen Index Spiele, die mesiten haben nicht mal eine Story oder spielen sich gut, wenn sie nicht verboten wären hätte würden sie sich genauso schlecht verkaufen…

    Wieso werden aber in vielen Fimen von Bud Spencer und Terence Hill Filmen bis zum neuen Batman Gewalt verherlicht? Wieso ist der Soldat James Rayen kein MÖRDER oder KILLER da wird auch getötet. Batman zieht in einen Rachefeldzug gegen das Verbrechen SELBSTJUSTITZ nennt man das aber in Spielen ist das Verboten (Max Payne zB). Charmed zauberhafte Hexen TÖTEN Menschen oder Menschenähnlichewesen (Dämonen) ohne, dass sie über die Toten weiter nachdenken oder Reuhe empfinden… und wid das Verboten oder landet es auf einen Index? NEIN! In deutschland wird mit zweierlei Maß gemessen das Gummi Band für TV und das Geodreieck für Computerspiele. Im TV kann man so viel Überdehnen ohne das was passiert sprich dass ein Film nicht mehr gesand wird und bei spielen sit alles bald verboten?

    Ich habe es schon in einem anderen Posting hier geschrieben:
    “Ich bin mal Böse und sage mal Indizierung ist nur ein besseres Wort für Bücher verbrennen… Als ein Instrument des Jugendschutzes kann man es nicht zählen es ist so wie es gehandhabt wird ein Instrument des Erwachsenenschutzes und sowas nennt sich ZENSUR und verstößt gegen das Grundgesetz!

    Solche Parteien sollte man einfach nicht wählen ok viele die es betrift sind noch nicht wahlberechtigt aber man sollte es sich merken und irgendwann als Erstwähler mal eine andere Partei wählen. Anmerkung: Mein Name ist The_Real_Black aber ich wähle Grün, nicht nur aus der Umweltschutzsicht sondern auch da die Grünen mit mehr Hirn vorgehen…
    Ich sag mal so wenn Entwickler ein Spiel beschneiden damit es ab 16 in den Läden steht ok das ist ihre Sache, aber wenn ihnen “Vorgeschieben” wird “beschneidet es oder Index!” dann sind das keine demokratischen mittel…

    Happy Coding an alle Killerspielprogrammierer!

    Und geht Wählen, Jede Stimme zählt in der Demokratie, ihr seid alle wichtig”

  3. Da sich das Fernsehen auch bei den etwas älteren Menschen etabliert hat, die auch zur Zielgruppe der CDU/CSU gehören, werden Filme in der Regel nicht verboten. Niemand würde Charmed mit Kinderpornographie vergleichen können und damit andere Leute überzeugen aber gegen Ego-Shooter gibt es nunmal sehr viele Vorurteile (Verursachen Gewalt, Amokläufe, Übergewicht, schlechte Schulnoten usw.) Ein Verbot ist weder nötig, noch durchsetzbar.

  4. Also mal zum Thema Fernsehen: mit ca. 12 Jahren habe ich das erste mal Indiana Jones gesehen (genauer: der Tempel des Todes). Damals konnte man sehr genau sehen, wie die Hand des Priesters in den Brustkorb des Opfers eindrang, sein herz ergriff und dieses herausriss. Als das Opfer dann in eine Lavagrube heruntergelassen wurde und verbrannt wurde, da brannte das Herz in der Hand des Priesters.

    Dann habe ich den Film ebenfalls um 20.15 gesehen: diesmal war ich aber 23, ja sogar fast 24 Jahre alt. Was geschah in der Szene heute? der Priester fasst dem Opfer an die Brust, dann ist der mann schon auf halben Wege in die Grube, plötzlich brennt irgendwas in der Hand des Priesters.

    Es fehlt jeglicher Zusammenhang und die übernatürlichen kräfte des Priesters werden nicht dargestellt, wodurch er im Film wie ein armer Irrer wirkt und nicht, wie ein gefährlicher Mensch, der übernatürliche Kräfte hat…

    Für mich steht fest: Im Fernsehen geschieht die Medienzensur unauffälliger. Bei Videospielen ist das transparenter, man sieht ab wieviel jahren die Version ist, kann vergleichen ab wieviel Jahren die internationale Version ist etc… Bei Filmen fehlt einfach was, ohne das man gesagt bekommt was – wenn es auffällt, dann im Regelfall dadurch, dass die Story oder eione Handlung verunstaltet wird, was man eher auf den ohnehin schlechten Film schiebt, als auf deutsche “Zensurbehörden”.

    Im übrigen Stimme ich meinen Vorrednern zu: ein Herstellungsverbot würde nicht nur Zensur bedeuten, sondern auch die freie Berufswahl empfindlich einschränken. Ein Einfuhrverbot wäre ebensowenig durchsetzbar, wenn ein Produkt in anderen EU-Längern hergestellt wird, da dies dann gegen geltendes EU-Recht verstoßen würde.

    Als kleine Zusammenfassung kann man sagen: CSU-“Spitzenleute” haben weder Ahnung von der Materie, von der sie reden, noch kennen sie geltende Gesetze oder gar das Grundgesetz in ausreichender Weise um sich überhaupt sinnvoll im Bereich der Politik hervorzutun!

  5. Ich denke, dass beide Definitionen austauschbar sind. Gemeinsam ist allen mir bekannten, dass sie von einer bejahenden Bedeutung – einer verherrlichenden Freude an Gewalt ausgehen, anstatt eine neutrale oder gar kritische Auseinandersetzung darin sehen, beziehungsweise auch gar nur für denkmöglich halten – bei expliziten Darstellungen von Gewalt in Videospielen. Hinzu kommt eine klare Wahrnehmung von Tätern und Opfern, welche so aus meiner Sicht garantiert nicht immer haltbar ist (E-Sport), sowie eine regelrechte Verharmlosung (sic) von realer Gewalt für mich bedeutet. Angefangen von einer pauschalisierenden Interpretation nach der alles was gezeigt wird gewollt sei werden die Regeln in Videospielen dabei vielfach ebenso ignoriert wie eine Kontextualisierung solcher Szenen beziehungsweise gewaltärmere oder gar gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten ausgeklammert. Das bloße Vorhandensein von Flammenwerfern etc. Bedingt nämlich noch lange nicht deren Einsatz just for fun – wie immer unterstellt wird. Die BPJM Und Gerichte haben letztere Umstände in ihren Gutachten bislang stets berücksichtigt, auch wenn mindestens einer der beschlagnahmten Titel tatsächlich völlig gewaltfrei auch lösbar ist – noch im Unterschied zu jedem “Super Mario”-Spiel. Zugegebenermaßen geht das bei “Tote stehen auf” (das ist doch eine deutsche Domain hier und ich darf den Titel nicht nennen, oder?) aber nur aufgrund eines besonderen dramaturgischen Kniffs in der Handlung…

  6. Stimmt auch wieder, bei Multiplayergames von Täter und Opfern zu sprechen, das wäre so, als würde man beim Boxen auch von Täter und Opfer sprechen. Wobei man natürlich nicht vergessen sollte, das es wirklich irgendwo ein paar ganz arme Irre gibt, die auch nach 50 Stunden immer noch nicht merken, das auch Spiele wie GTA mehr Spaß machen, wenn man nicht die ganze Zeit sinnlos tötet und sich mit der Polizei vergnügt – solche armen irren werden dann uU von Frontal21-Demagogen entdeckt, welche daraus dann ihre Bercihte zusammensetzen.

    Fehlen diese armen Irren, dann befragt man normale Leute mehrere Stunden und schneidet sich dann aus dem Material die gewünschten Fragmente heraus, die man dann in beliebigen Zusammenhang setzen kann.

    …was ich mich aber immer noch frage: Wie kann ein halbwegs intelligenter Mensch ein Verbot fordern, ohne zu wissen, dass das, was er beschreibt schon verboten ist und darüber hinaus, ohne sich selbst einen eigenen Eindruck von den Produkt verschafft zu haben?!

    Mancher Politiker scheint eine noch eine leichter zu manipulierende Marionette zu sein, als der durchschnittlie Bild-Leser… zumindest leicht zu manipulieren, von einem Pfeiffer…

  7. @msSu: ja das bei Indy habe ich auch bemerkt… bei Prinzesson Mononoke war es noch besser da waren abgetrennte Köpfe und Arme zusehen und das am 24. Dezember ein Jahr später war der Film schon geschnitten… ist leider genau so “komisch” wie bei Indy und noch komischer ist, dass es in Japan ungeschnitten für Kinder geeignet ist…

    Ja der Herr Pfeifer… komisch ist, dass es genügend Gegenbeweise gibt, dass Spiele und Gewalt nur bedingt zusammenhängen, sowie die Haarsträubenden Zusammenhänge zwischen Gewalt, Übergewicht und Computerspiele. Komisch ist nur, das bei Fußball immer wieder Ausschreitungen von Hooligans kommt… warum macht keiner darüber eine Studie über “Gewalt, Hass und Fußball”? Möglivherweise würden die Studie dann sagen Fußbälle müssen verboten werden, da sie das Sozialgefüge zerstören und Menschen in Gruppen einteilen zB BVB und Bayern und nicht für ein Soziales miteinander sorgen.

    @Pyri: Ist die Redefreiheit denn schon abgeschaft? NEIN, noch nicht. Man darf sich frei äußern und auch Spieletitel frei nennen. Das ist aber ein gutes beispiel, dass Index eine Zensur möglichkeit ist… (nicht unbedingt hier in einem Foruum aber) bei Zeitschriften zB GameStar ist es schon ein Problem da eine Objektive Repotage nicht mehr möglich ist wenn ein Titel auf dem Index landen könnte und deshalb ist Index gleich einer Zensur… Aber ja ein sich auf dem Index befindendes Spiel ist es Ziel und Zweck sich nicht Ärgen zu lassen (ich sag mal das ist en Mensch Ärger dich nicht Shooter) und niemanden zu töten da es niemals ein Auftrag ist! Und das ist wirklich so bei Postal, bei anderen Spielen ist es ein MUSS andere zu töten zB FarCry, GTA, Spinter Cell, Deus EX (gewaltlos ist hier aber hier aber oft möglich) oder eins der Star WarsTeck Spiele… Frage ist aber ist die Möglichkeit etwas zu tun schlimmer als, dass man dazu gezwungen wird?
    Ich sage mal nein, da man bei vielen Spielen das Ende nicht erreichen kann wenn man nicht mindestens eine Person/Wesen tötet! Und das ist die größte Lüge der Medien zb Frontal.. wieso sieht man, dass man mit einer Kettensäge auf Passanten los geht? Wieso hat niemand gasagt, dass wenn man einen Polizisten anfährt diese komischen Sterne in der Bildschirmecke erscheinen? Und, dass wenn es zu viele werden sehr wohl Auswirkungen (und zwar negative) Passieren… also bai GTA an jeder Ecke Polizei wartet um einen Festzunehmen oder zu Töten…
    Happy Coding noch.

  8. @The_Real_Black
    Nun ja, die Anwälte oder Rechtsabteilungen der Verlage von Spielezeitschriften in Deutschland haben das halt schon ganz anders gesehen, weshalb frei erhältliche Titel welche unzensiert auch indiziert worden sind ein “(dt.)” angehängt bekommen haben, schon über “Beben”, “Tote stehen auf” oder “Menschenjagd” gesprochen wurde – Spiele die es so ja gar nicht gibt. Rechtsunsicherheit, dass ein Sprechen im öffentlichen Raum als Werbung ausgelegt werden könnte – dabei drückt selbst eine Besprechung doch in jedem Fall auch eine Meinung aus, selbst wenn diese sich problematischerweise als “objektiven Warentest” verstehen sollte… Aber wenn das hier wirklich überhaupt kein Problem ist freut mich das natürlich :-)
    Die Möglichkeiten in Videospielen werden von der USK Meinem Vernehmen nach unterschiedlich gesehen (positiver in Rollenspielen), im Zweifelsfall bei brutalen Gewalthandlungen aber auch sehr negativ und so, dass sie zu keinem Kennzeichen führen

  9. @SkycladGuardian
    Oh vielen vielen Dank für diesen Hinweis! Ja, ein wirklich außergewöhnliches Interview – inklusive einer Erwähnung von “Grand Theft Childhood”, und wenn wie mir scheint auch schlampig editiert und etwas kurz, eine kleine Sternstunde :-) Auch wenn es von Pfeiffer und Konsorten wieder nur “verharmlosend” bezeichnet werden würde, leider, aber das wurde ja sogar schon dieses eine Buch des wirklich moderaten Herrn Fritz…

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