Rückendeckung aus Hessen

(PC Games) Die CSU versucht nach wie vor ein Verbot von „Killerspielen“ durchzusetzen. Neuerdings auch mit Unterstützung des hessischen Innenministers. Volker Bouffier äußerte sich wie folgt:

„Killerspiele sind grausam und menschenverachtend, und niemand braucht solche Erzeugnisse!“

Auch der Landtagsvizepräsident Gantzer (SPD – Wahlkreis München Nord) spricht sich für ein Verbot aus:

„An meinen beiden Söhnen, die jetzt gerade volljährig sind, habe ich die Wirkung nicht nur von Killerspielen kennenlernen müssen. Immer dann, wenn sie Gewaltspiele gespielt hatten, waren sie sehr aggressiv, obwohl sie sonst normalerweise friedliche Bürger waren. […] Ich bin allerdings weiter der Meinung, dass bestimmte Killerspiele auch für Erwachsene nicht freigeschaltet werden sollten. Wenn ich sehe, dass es Killerspiele gibt, wo man in die Rolle eines Rechtsverbrechers schlüpft und besondere Noten dann erhält, wenn man Polizisten umbringt, habe ich dafür kein Verständnis.“

13 Gedanken zu “Rückendeckung aus Hessen

  1. In welchem Spiel bitte sehr erhält man NOTEN, wenn man einen Polizisten tötet?
    Ich kenne jede Menge „Killerspiele“, aber mir ist keines bekannt, in dem man eine Note für das Töten einer staatlich Angestellten Person bekommt. Selbst in den GTA Serien wird das Töten eines Polizisten mit sofortiger Verfolgung und Verurteilung bestraft.

  2. Irgendwie armselig das Beispiel mit seinen Söhnen.
    Die begreifen irgendwie nicht ,dass hier in Deutschland das Jugendschutzgesetz ziemlich scharf ist. Und wo ist bitte ein SPIEL menschenverachtend …?
    Ich als Hesse finde, was hier im bereich politik abgeht ,sowieso armselig !

  3. „Noten“ – wenn es nicht so traurig wäre, fast schon wieder lustig. Ob er wohl auch kein Verständnis für Schauspieler hat welche im „Tatort“ nen „Rechtsverbrecher“ mimen: wohl kaum :seufz:

  4. “Killerspiele sind grausam und menschenverachtend, und niemand braucht solche Erzeugnisse!”
    Das ist die deutsche Politik auch und trotzdem gibt es sie *sarkastisch*
    Aber mal eherlich, der Mensch gibt doch schon zu das er in der Erziehung seiner Söhne offenbar krass versagt hat und gibt dann anderen die Schuld. Wird alählich Zeit, sich bei der nächsten Wahl anzugucken, was gaaaanz unten steht, quasi unter „sonstige“.

  5. Zitat:“Ich bin allerdings weiter der Meinung, dass bestimmte Killerspiele auch für Erwachsene nicht freigeschaltet werden sollten.“

    Lieber Landtagsvizepräsident Gantzer,
    natürlich benötigt man solche Spiele nicht, ganauso wie man keine Bücher benötigt, oder Meinungsfreiheit oder gar das Recht auf eine freie eigene Meinung. Wenn man einem Erwachsenen mündigen Bürger das Recht verweigert sich für etwas, selbst wenn es nicht uneingeschränkt mit den Idealen der Gesellschaft übereinstimmt, oder dagegen zu entscheiden ist das ZENSUR.
    Das gilt selbst verständlich nur wenn bei der Herstellung oder Verbereitung des Materials niemand in seinen Rechten eingeschränkt wird, also keine Menschen zu schaden kommen oder sonst beeintrechtigt werden. Da bei Video Spielen keine Realen Figuren oder gar Menschen zu schade kommen ist es eine unsinnige Diskusion Pixel und Polygone irgendwelche Rechte zuzusprechen.
    Zu ihren Söhnen kann man nur sagen, dass sie genau so sind wie viele andere auch, seihen sie deshalb froh, dass sie nicht wie viele einfach andere Leute zusammen schlagen, stehlend und pöpelnd in der Innenstadt sich umeinander treiben oder mit weit als was die Polizei erlaubt über die Autobahn rasen um Rennen auszutragen. Dies waren nur einige Beispiele was andere Jugendliche machen um sich abzureagieren.
    Was die die erhöhte Aggressivität angeht sind Computerspiele nicht viel anders als Fußballspiele dort kann es auch nach einem langen und harten Spiel zu viel Aggressivität unter den Spielern kommen da sich viel Adrenalin ansammelt, aber selbst wenn ein Spieler foult oder mal einen Gewaltschuss aufs Tor macht obwohl eigene oder andere Spieler noch in der Flugbahn befinden gehen diese Menschen, wie sie es auch an ihren Söhnen bemerkt haben, abseits des Spielfeldes als ganz normale „friedliche Bürger“ durch die Stadt.
    Also überlegen sie lieber ob Fußball nicht doch aggresiver macht da in den letzen Jahren immer wieder Hooligans und verfeindete Fanclubs in den Innenstädten immensen Schaden verursachen und ein hohes Polizeiaufgebot benötigen. Soll also Fußball auch verboten werden? Oder Boxen bei dem es im Grunde nur darum geht das gegenüber solange ins Gesicht zu schlagen bis er aufgibt oder bewusstlos am Boden liegt? Nein diese Sportarten werden als Medienereigniss gefeiert wie Menschen die mit absicht im laufen gegen eine Wand springen.
    In Japen und dem Rest von Asien sind die Menschen schon viel weiter, dort werden Computerspiele und die Spieler wie bei und Fußballspieler gefeiert es gibt E-Sport TV Sender wie es den DSF gibt und in den dort laufendne Sendungen geht es dann nur um die Digitalensportarten wie Starcraft und Counterstrike und dort freut sich niemand über das Blutsptitzen an sich, sondern über das Taktische vergehen und die schnellere Reaktion der bevorzugten Mannschaft. In diesen Ländern werden Live Übertragungen der Spiele gesendet so normal wie bei uns Fußball über die Mattscheibe flimmert.
    Sollten sie ihre einstellung dennoch nicht ändern kann es jeder vertehen, die neuen Medien haben immer bei den Älteren ablehnung verursacht, dies galt für neue Musikrechtungen die dann als Negermusik beschümpft wurde (nennt man heute Jazz), für bewegte Bilder die an eine Leinwand projeziert wurde (nennt sich jetzt Kino) und für die Flimmerkisten (die man heute Fernsehgerät nennt) immer wieder werden neue Medien als Sündenböcke verwendet obwohl sie nicht dafür können.
    Sollten sie aber diesen Verbotswahnsinn der eindeutig kein Jugendschutz mehr ist weiter verfolgen lege ich ihnen einem politischen Posten in einem Land das nicht auf Demokratische Grindrechte wertlegt ans herz. Zensur und Bevormundung von Bürgern oder die wachsenden Gesetze zur Überwachung passen nicht zu Deutschland und jeder der diese Wege beschreitet und weiter ausbaut sollte sein Amt ambesten aufgeben und lernen was Domokratie bedeutet!

    Eine Peron die unsere Grundrechte achtet und schätzt,
    kurz kein Wähler der CDU/CSU und SPD (natürlich auch nicht eine der Extremen).

    Happy Coding und lasst die Politiker wissen, dass wir auch eine Stimme haben.
    *
    @Rey: Das ist ja ein besonders böser Artikel, auch einer dem man nicht in die Politik lassen sollte, zumindest nicht in eine Demokratische… einserseits hat er Recht, mit mehr Parteien werden Regierungen instabiel, siehe dazu Italien, bei der alle Parteien in der Regierung sitzen und deshald oft neu Wahlen haben da eine Koalition mal wieder zerebricht. Andererseits gibts ja noch das andere System, bei dem nur noch große Parteien die Regierung stellen, aber das ist nicht die Wiederspiegelung der Volksmeinung.
    So wie es ist passt es schon und Konkurenz hat noch niemanden Geschadet!
    Da müssen die Parteien jetzt mal zeigen was sie können und ich meine nicht haltlose Wahlversprechen… ;-)

  6. “Killerspiele sind grausam und menschenverachtend…!”
    Das sind doch wohl eher die Aktionen der Amerikaner in Afganistan und im Irak und trotzdem unterstützen diese unter geistiger Insuffizienz leidenden Subjekte selbige. Ich brauche doch nicht zu erwähnen dass dort lebende fühlende und vorallem unschuldige Menschen verletzt und sogar getötet wurden und werden!
    Was in (wie sie es ja so gerne nennen) „Killerspielen“ nicht der Fall ist. Auch wenn die Chars wie Menschen aussehen sie sind und bleiben nur virtuelle Wesen.
    Das ist Fakt!

  7. Ja, es wurde hier bereit wieder einmal angesprochen.
    Auch ich kann beim besten Willen keine Rechte von einem in 3D Studio Max erstellten animierten Drahtgittermodell das mit Polygonen verkleidet wurde, orten.
    An solchen Argumenten dass wir menschenverachtend seien, sieht man doch immer wieder, wer die Realität vom Spiel nicht unterscheiden kann.
    Es ist kein Mensch, ich kann es nicht in seiner Menschenwürde verletzen.
    Während wir Spieler genau wissen es mit einer computergenerierten Animation zu tun zu haben und das diese in die virtuelle Welt gehören, sehen Politiker Menschen und Rechte dieser künstlichen Konstrukte.
    Jedesmal wenn ich die Verbotsargumente lese, muss ich mich fragen WER hier zuviel in Spiele hinein interpretiert und die Trennung zwischen RL und VL nicht schafft.

  8. Polygone und Rechte…
    Ab wann haben Polygone Rechte? Und wenn sie Rechte haben müssten sie nicht auch Pflichten haben? Welche Rechte hat ein Geschöpf das wir in seiner Gesamtheit geschaffen haben?
    Wenn wir „Gen-Erschaffung“ betreiben würden also Atom um Atom zu einem DNA Strang zusammenweben, dies in Nährflüssigkeit zum Stoffwechsel anregen und so das Leben einhauchen, welces Recht hätte dann dieses Wesen?
    Vermutlich die Rechte die „wir“ dieser Kreatur zusprechen zB Rechte von Tieren oder falls es über menschliche Verhaltensweisen verfügt auch Menschliche Rechte oder eben keine…
    Wenn es aber nur ein nicht über sich selbstbestimmendes Tier wird zB die „Eierlegende Wollmilchsau“ hat es nur die Rechte von Nutztieren, die werden auch geschlachtet und gegessen…
    Computer Programme erfüllen die Bedingung von Leben meistens nicht, das was Computerprogramme Simulieren kann als Leben bezeichnet werden zB die Norns aus Creatures, aber die durchschnittlichen KI Gegner aus normalen Spielen erfüllen keine der Definitionen für Leben.
    – kein Selbsterhaltungstrieb: Gegner laufen in Schussbahnen oder gar dem Strahl eines Flammenwerfers
    – kein Bewusstsein über sich selbst: Die wissen nicht, was mit ihnen Passiert.
    – keine Möglichkeit über sich selbst zu entscheiden: Das was die Skripte verlangen wird gemacht.
    – und keine Fortpflanzung: Wenn man einen Spielstand läd sind die Gegner zwar wieder da, aber mit Fortpflanzung hat das nichts zu tun.
    Also sind Polygon Figuren kein Leben, weder Menschlich noch Tierisch…
    Aber selbst wenn man ihnen das Zusprechen könnte welche Pflichten hätten dann die 3DLebewesen?
    Sie haben die Pflicht das zu tun was die Programmierer von ihnen verlangen!

    Betrachten wir es mal anders. Statisten in Filmen, also echte Menschen mit dem Beruf Stundman oä, werden zumindest im Film zerrissen, getötet oder vertümmelt, da es ihre Aufgabe ist es so im Film erscheinen zulassen. Also könnte man sagen NPCs sind Statisten in unseren Filmen, deren Aufgabe es ist uns eine gute Spielumgebung vor zu Spielen… und wenn wir das Spiel beenden Stehen sie auf und gehen nach Hause… ;-P
    wie alle anderen Statisten auch…
    Das könnte man mal im Nachspann von einem Spiel bringen, die NPCs Stehen auf Wischen sich das Kunstblut ab und Fahren nach hause, wärend der Hauptdarsteller zusammengepfiffen wird weil er der Bühnendeko in brand gesetzt hat…
    *G*

    Andere Frage ab wann hätte ein Polygon denn Rechte?
    Ab einen dreieck? Ab 1024? Wenn sie eine Figurformen? Oder nur Menschlich aussehen? Aber was ist dann mit Gebäuden, in denen sicher Menschen arbeiten und Leben, wenn sie in einem Strategiespiel eingeebnet werden? Oder Panzern in denen die Crew kämpft?
    Was ist wenn sie aussehen wie KatzenmenschenCatgirls? Sind es dann Tiere oder Menschen?

    Und wenn die 3D Daten gelöscht werden ist es dann MORD? Dann macht sich jeder Designer Starfbar wegen beendigung eines 3D Lebens…

    Ich Finde toll was die Idee für Folgefragen aufwirft… Darüber müsste man einen Politiker mal ausfragen.
    Happy Modelling an alle Figuren designer…

    PS: Was ist mit 3D Erotik? Machen sich die Modeller dann als Zuhälter strafbar?

  9. @The_Real_Black
    Mich erinnern diese Fragen an Diskussionen den „unmoralischen Roman“ betreffend :-) Oder an die Oper, welche in ihrer Anfangszeit mal ebenfalls so häufig gesehen wurde…
    Ich denke man sollte sich gar nicht erst auf deren Argumentationsmuster so einlassen: der beste Vergleich mit Vorgängen in Videospielen ist aus meiner Sicht immer noch der mit dem auf einer Bühne oder einem Filmset. Die Polygone von denen Du sprichst sind demnach ähnlich wie Statisten oder halt andere Darsteller zu sehen, man selber ist so gesehen übrigens auch ein solcher Schauspieler dann: vgl. schon Janet Murray, „Hamlet on the Holodeck“ (1997); das sollte so gesehen niemals in Frage gestellt sein, aber leider – zumindest in der deutschen Öffentlichkeit…
    Die zuletzt meinem Vernehmen nach verstärkt in die Kritik geratenen Möglichkeiten in Videospielen stehen dabei im Zentrum dieser problematischen Wahrnehmung, und dagegen gelte es verstärkt aufzutreten finde ich. Videospiele bestehen schließlich vielfach unbestreitbar aus Entscheidungen das richtige zu tun. Und wer diese virtuelle Moralität in Frage stellt, stellt – unbeabsichtigt oder nicht – (andere) Freiheiten auch mit in Frage. Auch das Videospiel als solches eben vielfach bereits mit in Frage, und das sollte so auch überhaupt nicht diskutiert werden meiner Auffassung nach, wäre man sich all dieser Implikationen bewusst. Würde man wissen was das Videospiel eigentlich ist… gleich wenig WIE Darüber im Einzelfall gedacht, und das ist meiner Meinung nach wirklich so: undemokratisch und verantwortungslos. Aber ich bin überzeugt, irgendwann wird das auch die Konservative erkannt haben… Um technische Fragen, Barrieren, ginge es dabei auch überhaupt nicht so: einfach den Fernseher einschalten und die geliebte Krimiunterhaltung in Beziehung setzen :-) Und sich anschließend für neue Sehgewohnheiten öffnen!
    Vielfach ist es meiner Ansicht nach eindeutig dass die Form Videospiel mit all ihren Regeln dabei überhaupt nicht verstanden wird oder das leider gar ncht erst versucht wird

  10. @The_Real_Black, Nachtrag: so über NPCs oder getötete Opfer, verletzte Polygone zu denken hieße ja eine neue Lebensform und/oder künstliche Intelligenz als solche mitzumeinen. Aber dem ist doch nicht so, das ist einfach eine moralische Empörung wie Sie auch schon den Zombiefilm etc. in der jüngeren Vergangenheit betroffen hat. Und eine eklatante Bezugnahme von virtueller mit realer Gewalt, zuungusten der Opfer realer Gewalt welche dadurch indirekt trivialisiert werden und mit so Bildschirmpunkten noch verglichen. Alles Vorgänge und ethische Fragen die so erstmal begründet werden müssten… Bevor an Genre-Verbote überhaupt zu denken wäre

  11. Kein Wunder:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/artikel/25/120870/
    „schrieb er in einem Brief an Innenminister Günther Beckstein (CSU).“
    http://www.bayernspd-landtag.de/aktuell/details.cfm?ID=4391&nav=aktuell
    „an Innenminister Beckstein mit der Bitte gewandt, dieses Problem rasch zu beheben.“
    http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2007/05/08/a0004
    „Günther Beckstein bitten, der demnächst trotz hohen Alters und Hörgerät Ministerpräsident wird.“
    http://www.spd-weiden-neustadt-tirschenreuth.de/index.php?nr=10016&menu=1
    „Mit einigem Stolz erzählt der Experte beim Pressegespräch, dass ihn Günther Beckstein zum „Ehrenkommissar“ der bayerischen Polizei ernannt hat – „als einzigen ,Roten‘!“

  12. „…und niemand braucht solche Erzeugnisse!”

    Da weiß ein Politiker, der wahrscheinlich WoW von CoD4 nicht auseinanderhalten kann, was gut für uns alle ist.

    Welcome to the Nanny State.

    The Real Black, das Beispiel mit Japan weiter oben war eigentlich sehr gut. Das kann man nämlich noch weiter führen. Battle Royale, extrem kontroversieller Film, lief in Japan ab 15 in den Kinos (die Schauspieler waren mindestens 15). Saving Private Ryan lief ungeschnitten in unseren Kinos ab 16, Pro 7 zeigt den Film auch ab 16, allerdings mit MASSIVER Zensur.

    Übrigens… die Kriminalität in Japan ist rückläufig, so geht aus der letzten Statistik hervor. Kapitalverbrechen, Diebstahl, Einbruch sind alle rückläufig, obwohl im japanischen Kino und in Spielen Gewalt sicher freier zugänglich ist als hier.

    Und das erklär‘ mir jetzt einer unserer Politiker (Rot, Schwarz, Grün, wasauchimmer).

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