Bayern fährt zweigleisig

(PC Games) Die bayrische Politik zeigt sich nach wie vor janusköpfig. Auf der einen Seite fordert man das bestehende Verbot von „Killerspielen“ auszuweiten, auf der anderen Seite umwirbt man die Computerspieleindustrie. So versuchte man nicht nur die GamesConvention nach München zu holen, auch der „Deutsche Computerspielepreis“ sollte in München stattfinden. Darüberhinaus wurde der „Cluster audiovisuelle Medien“ ins Leben gerufen und der „Lara start up award“ gestiftet.

Selbst angesichts der aktuellen Verbotspläne umwirbt Bayern die Computerspieleindustrie:

„Die Computerspiele-Industrie ist und bleibt herzlich willkommen in Bayern. […] Die digitale Spiele-Industrie gehört zu den dynamischsten Teilmärkten der Medienbranche mit Wachstumsraten zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr und ist daher für den Medienstandort Bayern von fundamentaler Bedeutung. […] Die Branche und ihre Technologien wirken als Schrittmacher in viele Bereiche der Medienwirtschaft wie Hard- oder Softwareindustrie oder Film- und Animationsindustrie hinein.“

Natürlich gibt es Grenzen, Dr. Hans Gerhard Stockinger (Medienpolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag) stellt klar:

„Wir unterstützen gerne auch weiterhin Strategie-, Sport-, Lern- oder Unterhaltungsspiele, aber keine Spiele, in denen es um grausame Gewalttätigkeiten geht, die die Würde des Menschen verletzen.“

Wo die Linie zwischen förderungswürdigen Spielen und „Gewaltspielen“ verläuft ist nach wie vor unklar.

5 Gedanken zu “Bayern fährt zweigleisig

  1. „…keine Spiele, in denen es um grausame Gewalttätigkeiten geht, die die Würde des Menschen verletzen.“
    Womit wohl ALLE Games aus dem Schneider sein müssten denn wie neulich schon erwähnt wurde sind virtuelle Figuren (auch wenn sie so aussehen) keine Menschen.
    Nur glaube ich dass diese unter Realitätsverlust leidenden Politiker weiterhin für die Rechte der NPCs kämpfen. Warum geben die ihnen nicht gleich Wählerstimmen?^^

  2. Ich muss dich etwas korrigieren. Bei Geländespiele haben Gerichte argumentiert, dass selbst wenn die Spieler bei Paintball/Laserdrom sich in ihrer Menschenwürde nicht gegenseitig herabsetzen würden (da es gleichwertige Kontrahenten sind, bei denen niemand die Rolle eines Opfers einnimmt) trotzdem die Menschenwürde generell verletzt sei. Ich kriege es nicht mehr ganz zusammen aber es lief wohl darauf hinaus, dass allein das „Schießen auf Menschen (mit Farbe) aus Spaß“ die Menschenwürde abstrakt verletzten würde. Demnach könnte auch bei Videospielen, da es auf die Würde der Teilnehmer ja gar nicht ankommt, die „Menschenwürde“ abstrakt verletzt sein.

  3. @Murray

    wenn dies machbar wäre npc`s wahlrechte zu geben. politiker wären die ersten die dies tuen würden. welcher politiker hätte nicht gern wähler die programmierbar und ohne eigenen willen sind ;)

  4. Da auch Sport- und Strategiespiele, sowie RPGs und andere Spielgeneres unter die Kategorie „Killerspiel“ fallen können, ist die Aussage nicht klar und da es viele sehr erfolgreiche Ego-Shooter gibt (CS, Cod, BF, GTA usw.) ist es nicht für die Wirtschaft förderlich, wenn diese ausgeschlossen werden. Ein Standpunkt im Ausland ist da die logische Konsequenz für Crytec und ähnliche Entwickler, ins Ausland zu gehen aber Deutschland scheint ja auf ein paar hundert Millionen € verzichten zu können?! Ein guter Beweis dafür ist auch die Einstellung des Serverbetriebs für Killerspiele eines der größten Serveranbieter Deutschlands.

  5. @Matricks :
    *grins* echt böse… gefällt mir…

    @the_punish3r:
    ja für deutsche Entwickler ist es besser nach Frankreich, USA oder Japan auszuwandern, allein was man in anderen Ländern entwicklen DARF ist die sache wert ;-) Die sollten nur bevor sie verschwinden ankündigen was sie im Ausland entwicklen und das dann ab 18 Jahren auf den dortigen Markt werfen damit könnte man viele Politiker erschrecken. Die meisten Politiker wissen vermutlich nicht mal was in den anderen Länderen alles an Spielen entwickelt wird, aber nie versucht wird nach deutschland zu bringen…

    @Rey:
    Ich frage mich immer was denn Ritterspiele sind? Da „töten“ sich die Ritten auch, aber warum ist das wieder Legal?
    Ich sag mal so, bei SM wird die Menschenwürde vermutlich auch herabgesetzt, da es aber einvernehmlich ist gilt das Motto „Wo kein Kläger da keine Tat.“ Frage ist aber dann welche Polygonfigur hat denn eine Strafanzeige gestellt?… *g*

    P. Gon (Name geändert):“ Hilfe, Hilfe, mein User hat mich mittlerweile 100 mal umgebracht…“
    Polizei:“ Allmecht! Wir schicken sofort ein Sonderkommando. Wir haben noch einen Massenmörder gefunden. P. Gon hat ihr User ein großes Waffenarsenal?“
    P. Gon:“ Ja er sammelt immer die Waffen derer die er getötet hat, und verkauft sie dann.“
    Polizei:“ An Wagen 42. Der User ist bewaffnet und handelt auch mit Waffen.“
    P. Gon“ Die Leichen finden sie in allen dunklen ecken ins sämtlichen Leveln…“
    Polizei:“ Oh Gott der User ist ein Leichenschänder…. An alle Wagen sofort zugreifen dieser User ist ein Waffenhandelnder Massenmordender Leichenschänder der von nichts zurück gehalten wird!!!“
    P. Gon:“ Danke, dass sie mir helfen… oh nein er startet das Spiel von vorne….“

    So muss es doch gewesen sein, ansonsten verstehe ich nicht warum die Politiker beim Thema Computer so übertreiben müssen.
    An alle Happy Coding habt Spaß beim Zocken und nehmt eure Stimme war.

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