Pfeiffer live

Diesen Montag hatte ich eine einmalige Gelegenheit: Pfeiffer kam nach Bremen um über die Gefahren von Medienverwahrlosung aufzuklären. Zufälligerweise auch noch in meiner ehemaligen Schule, so dass ich mir die Gelegenheit nicht habe nehmen lassen und zusammen mit einem Kommilitonen zum Vortrag gepilgert bin. Vorweg: Pfeiffer hat alle meine Erwartungen erfüllt, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht.

Aber der Reihe nach: Der Vortrag „Mediennutzung, Schulerfolg, Jugendgewalt und die Krise der Jungen“ wurde von Siemens gesponsert. Das Unternehmen möchte mit „corporate responsibility“ eine „positive Duftmarke“ in der Gesellschaft hinterlassen und nebenbei den Missstand beheben, dass das Niveau der Bewerber nicht besser werde. Dies sei ja, wie der Vortrag von Herrn Pfeiffer zeigen werde, eindeutig auf die Ablenkung durch Medien zurückzuführen. Um entgegen dem Kölner Aufruf Medienkompetenz zu vermitteln hält Pfeiffer nun wöchentlich an einer Schule seinen Vortrag um Schüler, Lehrer und Eltern auf die Gefahren der neuen Medien hinzuweisen. EA hat das Projekt Spielraum und Siemens den Pfeiffer.

Und Pfeiffer ist, das muss man ihm lassen, ein hervorragender Redner. Eloquent und sympathisch führt er in die Problematik ein. Er beschreibt die Leistungskriese der Jungen und zeigt am Beispiel Dortmund München auf, dass Kinder im „im Süden“, trotz reicheren Eltern, weniger Medien nutzen und bessere Leistungen erbringen würden. Die Politik würde das Versagen der Jungen auf die Feminisierung der Schulen zurückführen. Tatsächlich würden aber selbst die Schüler sagen: „Es sind die Computerspiele und das Fernsehen“. Ermöglicht werde die exzessive Mediennutzung am Nachmittag durch die Halbtagsschule. Die Eltern würden noch arbeiten und die Kinder müssten sich selbst beschäftigen. Während es in Süddeutschland viel Geld gebe um die Kinder mit Musik und Sport vom Bildschirm fern zu halten würde dies im Norden fehlen. Zusammenfassend warnt Pfeiffer vor dem leichtfertigen Umgang mit persönlichen Daten im Internet, Pädophilen in Chatrooms und den schädlichen Auswirkungen von Spielen bezüglich der Empathie und der schulischen Leistungen. Meiner Meinung nach in diesem Umfang und vor diesem Publikum, Eltern von 12-Jährigen Kindern, ein berechtigtes Anliegen, dass durchaus eine gewisse Übertreibung rechtfertigt um nachhaltig zu sensibilisieren. Aber nicht sowas:

Als Beispiel für gewalthaltige Spiele führt Pfeiffer „Den Paten“ an. Der Schulleiter warnt noch: „Wer meint er müsse die Augen zu machen, der soll das tun.“. In einem Einspieler wird gezeigt, wie brennende Passanten, die sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmen, hinterrücks erschossen werden und wie um Gnade flehende Frauen mit Klavierseiten erdrosselt werden. Zum Abschluss wird beinahe eine ganze Mission, das Töten eines hilflosen Richtern mit einer Giftspritze, gezeigt. Kommentar von Pfeiffer: „50 % der Jungen spielen Spiele dieser Brutalität regelmäßig“. Also Spiele, die nach Bekunden Pfeiffers gewaltverherrlichend sind (Im Saal waren übrigens auch Kinder anwesend, die nach meiner Einschätzung nicht älter als 12 waren). Das Spiel habe eine Altersfreigabe erhalten, weil sich die Industrie „mit knapper Mehrheit in den entsprechenden Gremien durchgesetzt“ hat. Schließlich gehe es nur ums Geld. Solche Spiele könnten das Mitleid verringern und würden das Lernen behindern, was aber von einigen Wissenschaftlern bestritten werde. Selbst positive Auswirkungen würden diese anführen, man könne gar nicht glauben „Was die alles finden.“. Diese Wissenschaftler, wie Fritz und Kaminski, seien von der Industrie bezahlt und würden – wie es auch bei Studien über die Wirkung vom Rauchen der Fall war – die Industrie von jeder Verantwortung frei sprechen. Und das z.T. auch noch mit Steuergeldern (Vorher hatte Pfeiffer berichtet Gelder vom Bundesinnenministerium zu erhalten). Auch die Seite des Bundesfamilienministeriums sei von der Industrie verseucht, was man daran erkennen könne, dass exzessives Videospielen nicht als Sucht bezeichnet werde. Die USK-Kennzeichen seien ebenfalls keine Orientierungshilfe, da die „Tester […] mit der Industrie verheiratet“ sind. Auch würden nicht diese selbst sondern bezahlte Gamer die Spiele sichten.

Ein Appell an die Pflichten der Erziehungsberechtigten blieb auch nicht aus: „Auf den Staat zu hoffen ist in unseren Zeiten fahrlässig.“ Deswegen würden die Eltern in der Verantwortung stehen. Bis zum 13. Lebensjahr solle man Kinder ruhig komplett von Computern fernhalten, die Schulen müssten dann in der 8. Klasse das notwendige Wissen für den Umgang mit Medien vermitteln. Zum Abschluss durften die besorgten Eltern noch einige Fragen stellen. Pfeiffer stellte klar, dass es für Eltern wirklich keine verlässliche Orientierungshilfe für die Auswahl geeigneter Spiele gibt und die Ganztagsschule die Lösung für die aktuellen Probleme sei. Eine ältere Dame fragte entrüstet, warum solche Filme wie World of Warcraft, die mit ihren „vergiftenden Auswirkungen“ der Gesellschaft schaden würden, nicht wie schadhafte Lebensmittel einfach aus den Regalen genommen werden würden. Pfeiffer bedauerte, dass dies wegen den Verflechtungen der Industrie und dem Zensurverbot nicht möglich und wegen der Verfügbarkeit übers Internet sinnlos sei. Also müsse man Eltern, Kinder und Lehrer aufklären, wie er dies ja grade tun würde. Dabei ist er zuversichtlich dies demnächst auch mit Unterstützung von der BPB tun zu können.

Zusammenfassend hat Pfeiffer an die Verantwortung der Eltern appelliert und diese auf Gefahren für ihre Kinder hingewiesen. Das jedoch recht einseitig, mit unvollständigen bzw. irreführenden Informationen und ohne eine Gelegenheit auszulassen Wissenschaftler mit anderen Meinungen zu diskreditieren, die es ihm leider manchmal auch zu leicht machen.

38 Gedanken zu “Pfeiffer live

  1. Die möglichkeit Pfeiffer selbst die ein oder andere Frage zu stellen hast du nicht genuzt, oder ? (ja, ich weiß, das hättest du dann sicher erwähnt, aber ich frage lieber trotzdem ;))

    LG

  2. Nein, ich habe mich aufs Zuhören beschränkt, auch wenn es manchmal schwierig war. Herr Pfeiffer hatte auch in seperaten Veranstaltungen schon mit Lehrern und Schülern gesprochen, so dass “der Saal” schon eine gefestigte Meinung hatte. Konnte man auch an dem anhaltenden Applaus ablesen, als die Dame (WoW-Film) ein Verbot gefordert hatte. Auch hätte man mit (kritischen) Fragen wohl ein Fass aufgemacht, was den Rahmen der Veranstaltung gesprengt und der Sache – Eltern auf Gefahren aufmerksam zu machen – nicht geholfen hätte.

  3. “Herr Pfeiffer hatte auch in seperaten Veranstaltungen schon mit Lehrern und Schülern gesprochen, so dass “der Saal” schon eine gefestigte Meinung hatte”

    Mir machen diese Pfeiffers langsam Angst. Wie kann man nur so getrieben sein?

  4. Gibt es eigentlich irgendwo eine Liste mit “Tourneedaten”? Wenn Pfeiffer mal in meiner Nähe ist würde ich mir nämlich auch mal gerne ein Bild von diesen Vorträgen machen.

  5. @reyalp
    Wurden bei dem Vortrag irgendwelche Unterschriften gesammelt? Hat Pfeiffer Material verteilt? Hast du dich nach dem Vortrag noch mit anderen unterhalten?

  6. Von Unterschriften habe ich nichts mitbekommen. Es lagen Flyer von der GEW (http://www.gew.de/)zum Thema aus und es wurde für “Bürgerstiftungen” (http://www.buergerstiftung-hannover.de) geworben, die ehrenamtliche Nachmittagsangebote an Schulen organisieren sollen. Unterhalten habe ich mich nur kurz mit einer Bekannten, viele aus dem Publikum kannte ich eh schon (Bremen ist ein Dorf, und mein Stadtteil ganz speziell) und wusste was sie denken.

  7. Nunja. Ich fand es bezeichnend, dass es als Pfeiffer sagte, dass Verbote keine Lösung und die Eltern in der Verantwortung seien, keine Regung im Publikum gab. Aber als die eine besagte Dame fragte, warum man den ganzen Kram nicht einfach verbieten würde, gab es tosenden Applaus. Als der Vortrag zuende war verließ das Publikum recht zügig den Raum, und unterhielt sich angeregt über allerlei – z.T. auch über den Vortrag^^. Ein Satz ist mir da in Erinnerung geblieben: “Die Eltern, die es angeht, waren sicherlich nicht da.”.

  8. Naja, der Vortrag ist, wie du sagst, wirklich zwiespältig. Auf der einen Seite ist sein Anliegen absolut nobel und notwendig, dass er sich hier engagiert ist wirklich schön. Allerdings in einem Saal mit 12-jährigen die brutalsten Szenen aus Der Pate zu zeigen grenzt schon an Verantwortungslosigkeit, ist aber diskutabel. Dass er aber natürlich nur das brutalste Spiel rausgreift – altbekannte Manipulationsmasche. Außerdem kann ich die Aussage: „50 % der Jungen spielen Spiele dieser Brutalität regelmäßig“ nicht nachvollziehen. Laut den Publikationen des KFN sind es selbst bei 15jährigen nur 33%, die regelmäßig Spiele ab 16/18 spielen, bei jüngeren noch weniger; solche Falschaussagen sollte er sich sparen, wär für seine Reputation nicht schlecht :-) Vor allem, da was KFN ja alles kritisiert, was ihm nicht passt.

  9. @Mars und alle Anderen
    Grundsätzlich Frage: Besteht eigentlich ein Problem und Handlungsbedarf im Bezug auf Games? Oder anderes gefragt. Ist das Problem so groß das man solche Vorträge wie den oben beschrieben braucht?

  10. @amegas: kurze Antwort hier, ich schreib mehr im Forum, damit wir hier nicht off-topic Kommentare vollschreiben.
    Handlungsbedarf ja (keine Verbote!), da ich glaube Alterskennzeichnung sinnvoll ist und viele Eltern Kindern ungeeignete Spiele geben. Deshalb ist Aufklärung auf jeden Fall sinnvoll, sofern sie richtig gemacht wird.

  11. @amegas: Meiner Meinung nach besteht dieser Handlungsbedarf in jedem Fall, von Politischer (und “Pfeifferischer”) Seite aus allerdings eher in gegenteiliger Seite, meiner Meinung nach grenzt das was im Moment (und eigentlich schon seit Einführung der Bpjm/Bpjs) in Deutschland passiert an Staatliche Zensur und das darf einfach nicht sein, natürlich müssen Eltern aufgeklährt werden, Eltern muss klar gemacht werden das es Dinge gibt, die einfach nicht in Kinderhände gehören und es auch nicht reicht das zu wissen, sondern das es wichtig ist das sich auch darum gekümmert wird das diese Dinge dort nicht landen, wenn Gewisse Politiker oder Leute wie Herr Pfeiffer sich mehr für sowas einsetzen würden und nicht für Beschlagnamungen, Indizierungen und was weiß ich hätten sie meine volle Unterstützung und vermutlich auch die von vielen anderen Gamern.

    Werfen wir mal einen Blick nach Österreich, ein Land das unseren sehr ähnlich ist, der vermutlich größte Unterschied könnte der sein das dieses Land wirklich extrem liberal mit Medien aller Art umgeht, ich kenne keine Statistiken, aber ich habe bisher noch von keinem Amoklauf in Österreich gehört, keine randalierenden, gewalttätigen Jugendlichen oder sowas… Warum nicht ? wenn das nach Herr Pfeiffer und den Statistiken die er gerne erwähnt geht müsste das Land doch in Trümmern liegen, oder ?
    Tut es aber nicht, deshalb denke ich das wir uns daran ein Beispiel nehmen sollten und Medienkompetenz und nicht Zensur fördern sollten…

    so, ich war die ganze Nacht auf den Beinen und bin müde, Gute Nacht :)

    LG

  12. grrr… der war in bremen und keiner sagt mir das… dank auch…

    @amegas: das problem ist eher, der umgang der eltern mit dem medienkonsum ihrer kinder. daran sind aber nicht die spiele verantwortlich. man gibt nem 12 jährigen auch keinen uzi oder nen porno. das ist einfach nichts für die.

    zu der reaktion der eltern (+ meinen erfahrungen mit den eltern 12 jähriger):
    für gewöhnlich schaffen es dären schützlinge schon sie zu remoraliesieren^^ und die, die es nicht schaffen, sind wohl selber schuld bzw, es ist auch besser so.

    aber mal ernst: ich finde gut, dass eltern die verantwortung bewusst gemacht wird, dass sie es sind die ihre kleinen medial schützen müssen. bei meinen schützlingen muss ich manchmal auch 3mal schlucken wenn mir son 11 jähriger sagt, er hätte neulich saw3 gesehn, aber ungeschnitten, sonst ist ja langweilieg (wobei ich hier wenieger eine perverse vorliebe an brutalität sehe als eher, der wunsch eines regelbruchs und dem erwachsener fühlens. aber ich habe ja auch keine mediengewalt studiert wie der pfeiffer. hat er doch? oder??? scheint jedenfals die warheit gepachtet zu haben…).

    hier darf er gerne auch etwas in die trickkiste greifen.
    (meine) konfi-kinder-eltern, haben wir mal zu nem gespräch über drogen eingeladen. dazu kam dann ein polizeibeamter, der über die beschaffungsmaßnahmen geredet, auch erwähnt hat, dass an der örtlichen realschule auch schon ein dealer verhaftet wurde. Außerdem war ein leitender arzt(?) einer drogen entzugsklinik dabei, der seine täglichen erlebnisse geschildert hat und briefe von insassen vorgelesen hat, die diese extra für die eltern geschrieben haben.
    die eltern waren abgeschreckt (und einige wurden recht nervös^^).
    sowas ist doch doch super!

    warum muss er denn anfangen den staat zu verurteilen, die industrie in den dreck zu ziehen und die spielerschaft diskreditieren.

    ich lad mich demnächst auch mal irgendwo hin ein und kläre über die gefahren einer getrübten wahrnehmung auf.

    –viel geschrieben, vieles das nicht interessirt. aber die rechtschreibung ist 1-A–

  13. Der Typ wird echt der deutsche Jack Thomson…bah.
    Bei den Ganztagsschulen seh ich nur ein Problem: Leute die gemobbt werden, müssen noch mehr Zeit mit ihren Peinigern verbringen. Irgendwie muss es dafür noch en Maßnahme geben, denn so, wie das ganze momentan geregelt wird (wenn überhaupt, meist passiert ja gar nichts, oder das Opfer ist plötzlich alles schuld)würde das nur zur nächsten Katastrophe führen.
    Das Problem ist ja nicht nur, dass die meisten Nachmittags nicht besseres zu tun haben, sondern das gerade die, die zu den potentiellen school shootern gehören, gemobbt wo
    urden oder auf jeden fall sozial sehr gehemmt waren und sowas wie eine ganztagsschule schlimmstenfalls als weitere Tortur sehen.

  14. Vielleicht ist es sogar gut, dass er einseitig und übertrieben an die Sache rangegangen ist. Vielleicht übernehmen die Eltern endlich mal Verantwortung, und achten auf das, was ihre Kinder spielen.

  15. @Naniru

    Viele Vereine machen sich sorgen; wenn sie nicht in die Ganztagsschule eingebunden werden oder das – warum auch immer – nicht eine Einbindung nicht wollen, können sie zu humanen Zeiten keine Aktivitäten für Kinder anbieten. War neulich sogar ein Artikel hier in der Zeitung, den Vereinen wurde dann nahegelegt sich doch auf Senioren umzustellen^^.

    @Kirk

    Ich denke viele Eltern können oder wollen nicht kontrollieren, was ihre Kinder alles auf der Festplatte haben bzw. bei Freunden oder sonstwo tun. Man “parkt” den Nachwuchs ja grade deswegen vor der Mattscheibe, weil man dann keine Zeit in die Erziehung der Kinder investieren muss (Schockierendes Dokument: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/im-prinzip-sitzen-wir-nur-unsere-zeit-ab/ ). Rein technisch ist der Ansatz von Pfeiffer, zentralisierte staatliche Erziehung unter Anleitung von fachkundigen Pädagogen, wohl tatsächlich der erfolgsversprechendste Ansatz. Der funktioniert aber nur auf Kosten der Freiheit von Kindern und Eltern und braucht selbst mit ehrenamtlichen Helfern eine Menge Geld, was viele Schulen nicht haben werden. Wahrscheinlich verdankt man seine Freiheit dem Umstand, dass es dem Staat am Geld fehlt einem diese zu nehmen^^.

  16. @Naniru:
    du hast Recht. Eine Ganztagsschule würde nur mehr Opfer mit ihren Peinigern zusammensperren. Eine Ganztagsbetreuung aber in der Kinder bleiben könnten um ihre Hausaufgaben betreut zu erledigen oder in Gruppen (Schulvereine) etwas unternehmen könnten ist ein besserer Ansatz.
    Aber für sowas gibt man ja in Deutschland kein Geld aus…

    @”Handlungsbedarf”:
    Ich sehe keinen in Hinblick darauf Spiele zu verbieten eher einen die Regeln zu lockern. Denn viele Spiele werden nunmal extra im Ausland gekauft (bzw “besorgt”) da man sie in Deutschland entweder nur geschnitten bzw gar nicht bekommt.
    Ein richtiger Handlungsbedarf für die Politiker würde ich in der Wirtschaftskrise, in der wachsenen Überwachung des Staates und der gesteigerten Zensur sehen…

    @”Topic”:
    Dass Pfeifer an einer Schule Teile vom Paten zeigt ist an sich eine Frechheit und am Jugendschutz massiv vorbei gearbeitet.
    “Filme wie World of Warcraft” da muss ich sagan, dass ich da sicher nicht ruig gebliebne wäre und meine Meinung über die Unwissenheit mancher Personen kund getan hätte.
    Der Appell man soll selbst auf seine Kinder aufpassen ist nicht schlecht, aber der Satz:
    “Bis zum 13. Lebensjahr solle man Kinder ruhig komplett von Computern fernhalten, die Schulen müssten dann in der 8. Klasse das notwendige Wissen für den Umgang mit Medien vermitteln”
    Ist so ein ****. Ich konnte schon mit 11 “Hallo Welt” in C Programmieren! In der heutigen Zeit muss man mit dem Computer groß werden, denn wenn jemand mit 10 bis 13 nicht mal einen Ordner auf seinen Rechner erstellen kann zähle ich das als masive Wissenslücke. Und dann soll man wieder seine Kinder dem Staat anvertrauen, dass die Schule das den Kindern bei bringt… Da kann ich mich an meinen “Informatik”-Unterricht erinnern: GW Basic mussten wir da lernen für jemanden der schon C kannte ein Rückschritt! Basic ist für mich nur ein schlechtes Assembler!

    Happy Coding.

  17. Danke für diesen interessanten Einblick in Prof. Dr. Pfeiffers ‘Praxisarbeit’. Schade, daß es keine Ton-/Bild-Aufzeichnung dieses Vortrags gibt.
    Kannst Du, Matthias Dittmayer, uns vielleicht ein paar Details zur Veranstaltung verraten? Mich würde z.B. interessieren, wie viele Teilnehmer es gab. War es eine Pflichtveranstaltung für die Schüler? Während der Unterrichtszeit? Waren Eltern (explizit) geladen? Welche Klassen- bzw. Altersstufen waren anwesend? (Wichtig für die Frage, ob Pfeiffer damit gg das Jugendschutzgesetz verstoßen hat, wenn er Minderjährigen oben genannte Ausschnitte präsentierte.) Wie lang dauerte der Vortrag? Gab es danach eine Diskussion? War Pfeiffer alleine oder gab es noch weitere Vortragende? Inwiefern ist SIEMENS als Sponsor der Veranstaltung in Erscheinung getreten? Ist bekannt, ob Pfeiffer Honorar für den Vortrag bekam?
    Zum Thema Pfeiffer hier ein Link mit einem Text zu Pfeiffer und seinen neuesten Forderungen und Thesen. (Die Diskussion über den Text bzw. seine Inhalte ist auch ganz nett.) http://www.buffed.de/forum/index.php?showtopic=89546

  18. Das mit “filme wie WOW” war das Publikum, nicht Herr Pfeiffer ;-)
    Und PS: Ich hatte meinen ersten Rechner mit 14, bin heute auch bewandert, also von daher wär der Vorschlag ok, ich halte ihn heute aber nicht für praktikabel bzw. gefährlich, weil dann die Kids halt bei Freunden ohne Kontrolle der Eltern zocken würden

  19. @Frostbeißer

    Zusammen mit Siemens gibt es eben deutschlandweit eine Vortragserie mit Pfeiffer, in deren Rahmen er wöchentlich eine Schule besucht und folgendes Programm abspult: Eine Veranstaltung allein mit den Schülern (hier wohl 5./6. Klässler – ob Anwesenheitspflicht war weiß ich nicht, war möglicherweise aber Vormittags “statt” des normalen Unterrichts), eine Veranstaltung allein mit den Lehrern und abends dann eine Veranstaltung für die Eltern und die Öffentlichkeit. Ich war bei letzterer und Schüler habe ich vielleicht ein Dutzend gesehen. Insgesamt dürften es ein paar hundert Leute gewesen sein, also die Aula war voll.
    Dauer.. von 19:30 bis.. ich habe wirklich nicht auf die Uhr gesehen, es war wohl schon nach 21 Uhr. Eine Diskussion gab es nicht wirklich, es waren eher Fragen besorgter Eltern, wie sie ihre Kinder besser schützen können. Pfeiffer hatte alleine vorgetragen, nach einleitenden Worten des Schulleiters und eines “G-Man” von Siemens (“Busch” oder so ähnlich). Von einem Honorar weiß ich nichts. Vielleicht gibt es aber Drittmittel: http://www.kfn.de/Das_KFN/Wer_finanziert_das_KFN.htm

  20. @Mars:
    Ich habe mit einem C64 angefangen bin also schon sehr lange dabei. ;-)
    Ich meinte auch das Publikum, wenn jemand sowas von sich gibt dann hätte ich diese Frau darüber aufgeklärt, dass WOW ein MMORPG ist und man im Ausland viel schlimmeres Zeugs finden kann…
    “Kids halt bei Freunden ohne Kontrolle der Eltern zocken ” da stimm ich dir zu.
    Happy Coding.

  21. Wieso faengt sowas eigentlich erts jetzt an?3d-Shooter (Doom)gibts doch schon seit Snes-zeiten.Muss mal auf meien zeitung achten,wenn der hierhin kommt kriegt der auch mal ein ppar Fragen von mir reingeballert wie zb warum es verboten werden solte da es eh ab 18 ist,und wegen zensur etc

  22. ….Und das z.T. auch noch mit Steuergeldern (Vorher hatte Pfeiffer berichtet Gelder vom Bundesinnenministerium zu erhalten). Auch die Seite des Bundesfamilienministeriums sei von der Industrie verseucht, was man daran erkennen könne….
    Bekommt Herr Pfeifer oder Spielraum Geld vom Innenministerium ?
    Danke für den spannenden Artikel.

  23. Hast du wenigstens mal dazwischen gerufen das es Ihm auch nur ums Geld geht?
    Das er für seine Studien und auch diesen Auftritt Geld bekommt. Er also genauso käuflich ist wie alle Anderen auch?

  24. Vielen Dank für diese Berichterstattung!
    Vor allem für den Hinweis bezüglich Siemens.
    Ich finde es schon einigermaßen erschreckend wie hier Jugendschutz ad absurdum geführt wird, wenn noch vor Minderjährigen bei solchen Veranstaltungen entsprechende nicht-jugendfreie Szenen gezeigt werden. Das zeugt, mehr noch als die Assoziationen mit giftigen Substanzen, von einer enormen Respektlosigkeit gegenüber Computer- und Videospielen: offenbar käme ein Herr Pfeiffer gar nicht auf die Idee, diese anders zu betrachten als gefährliches Spielzeug etwa, und dementsprechend auch Inhalte als Waren zu präsentieren. Würde es sich um explizite Sex-Inhalte handeln, würde er die etwa auch so in Schulen herzeigen? Eine berechtigte Frage finde ich.
    Hier mangelt es eben eindeutig und in eklatanterweise an “Medienkompetenz” dann
    Und ja, in der Sache stimme ich auch zu – es ist durchaus angebracht da zu sensibilieren, ebenfalls mittels Übetreibungen, aber keineswegs in dieser Form, Art und Weise Andersdenkende zu diskreditieren. Andersdenkende, die sicher auch Fehler begangen haben…
    Mit der Unterschied zwischen “Medienkritik” und “Medienfeindlichkeit” für mich

  25. @Mars
    Was findest Du daran doch “diskutabel” Szenen aus KJ-Titeln gar tatsächlich noch 12-jährigen in Schulen vorzuspielen. Um diese als abschreckende Beispiele zu diffamieren?
    Das sagt doch aus, dass es keine Spiele für Erwachsene geben könne und alle möglichen Inhalte die respektierlich wären immer und überall präsentiert werden könnten.
    Auf solchen Veranstaltungen wird doch auch mehr oder weniger unterschlagen, dass solche Inhalte nur für Erwachsene freigegeben sind, weil dieser Umstand für irrelevant gehalten wird, die Kinder und Jugendlichen trotzdem dran kämen und etwa nur “Indizierung” wirklich schütze, etc. Dabei attestiert auch nach dem fragwürdigen Menschenbild, das aus meiner Sicht dem Jugendmedienschutz in Deutschland gesetzlich schon zu Grunde liegt, jedem KJ-Titel “Jugendbeeinträchtigung”. Das wird da immer implizit gesehen.
    Das ist schon eine Einstellung die ich zwar feststelle, aber ihrerseits keineswegs für respektierlich halte…

  26. @Pyri: Das find ich nicht diskutabel! Solche Bilder gehören absolut nicht in eine Veranstaltung mit solch jungen Menschen. Aber vielleicht hat Pfeiffer einfach nicht mehr mit 12-jährigen gerechnet, die hatten ja ne eigene Veranstaltung.
    Ob man jetzt in so einem Vortrag NUR die schlimmsten Bilder zeigt finde ich prinzipiell nicht gut, aber das finde ich diskutabel!

  27. Hallo,
    Mal ein anderer Gedanke bezüglich Videos. Oder besser ein Gedankenexperiment. Frage ist: “Was würde ein Mensch der nie Fußball gesehen hat sagen, wenn man ihm ein best of Fußball Gewalt zeigen würde?” Ein Mensch der schon von vornherein negativ durch die Medien geprägt wurde „Killersport“ und zu einem Vortrag schon mit negativer Meinung kommt. http://www.youtube.com/watch?v=LF6Skj7WGoM

  28. Schade, das es von der Veranstaltung keine Filmaufnahmen gibt.
    Ich hätte vorallem gerne die reaktion des Publikums gesehen… Wenn im Fernsehen “Panorama” läuft kann man schlecht in die Gesichter anderer Fernsehzuschauer sehen. ;-)

    Als du erzählt hast, das die ältere Dame zu WoW Film gesagt hat, hat mich das sofort an eine Situation erinnert, als wir in der Schule (in unserer Klasse) dieses Thema “”Killerspiele” nach dem Emsdetten Amoklauf angefangen haben.
    (Ist in unserer Nähe)

    Die Lehrerin hat gefragt, wer denn schon alles einmal sowas geguckt hat. Die Klasse war ganz leise und jeder sah zu seinem Nachbarn. “Geguckt?”
    Dann gingen langsam, so ziemlich alle Finger nach oben.

  29. @amegas:
    [satire]
    iiih. So viel Gewalt das ist ja Krank… Fußball muss verboten werden!
    Fußball macht Dick, Dumm und Aggressiv.

    – Seht doch mal einen Fan an der in der Kneipe hockt schon drei Bier und zwei Schnitzel im Bauch hat. Fußball führt eindeutig zu Fettleibigkeit anbei ein link zu einen Besonders schweren Fall:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reiner_Calmund
    – Nach betrachten eines Fußballspiels verlieren viele Menschen die Fähigkeit zwischen sich selbst und anderen zu unterscheiden, meist gefolgt von lauten Wahn-Geschreie wie:
    “Wir haben gewonnen. Wir haben gewonnen…”
    Somit haben die Fans einen eindeutigen Realitätsverlust der sie nicht mehr unterscheiden lässt ob nun überbezahlte Profis oder sie selbst in der Kneipe das Fußballspiel gewonnen haben.
    – Nicht nur am Fußballplatz ist Aggressivität zu beobachten auch fern ab von Stadien wird eine immer größere Gewaltbereitschaft deutlich. Viele Fußballanhänger nehmen diesen Gewaltsport zum Vorbild um selbst ihre gewalttätigen Triebe zu befriedigen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hooligans

    Damach fordern wir ein sofortiges Fußball Verbot! Sämtliche Zusatzartikel zu diesem Sport müssen sofort beschlagnahmt werden wie zB Fußbälle an sich, Fußballschuhe und Fußball Tore. Desweiteren ist diese Aufspielung der Männlichkeit der Fußballfans, die sie auch noch offen an den Tag legen, einhalt zugebieten, da sie dieses Verhalten bereits in der Schule eingeprügelt bekommen, ist eine feminisierung des Schulsystems unabdingbar. Aufdringliche Schüler müsten sofort mit dem Tragen von Kleidern bestraft werden. Ebenso ist die lange Schulzeit ein Problem da sich so die Schüler in ihren Klasseräumen gegenseitig immer mehr anstacheln und so ungewollte Gruppendynamiken entstehen.

    Viele Studien die keinen oder nur einen geringen Zusammenhang sehen stehen unter massiven druch der Politik und der Lobbyisten, dass sie sich nicht trauen ihre wahren ergebnisse zu veröffenlichen. Deshalb fordern wir alle wissenschaftlichen Kollegen auf sofort ihre wahren Forschungsdaten offen zu legen.
    [/satire]
    Ich hoffe ich habe alles was der/die Pfreifer so von sich gibt durch den Kakao gezogen…
    >
    ich denke darüber nach ob ich die Tags nicht weg machen sollte… ;-)
    -Happy Coding noch.

  30. “Siemens [hat] den Pfeiffer”
    Wenn man Meldungen wie http://www.heise.de/newsticker/Siemens-Norwegen-Zwischen-Bestechung-und-ueberteuerten-Rechnungen–/meldung/110305 oder geschichtliches (dessen Richtigkeit ich nicht beurteilen kann) wie http://www.vsp-vernetzt.de/soz/991003.htm liest, erweckt dies doch den Eindruck einer recht großen Militärnähe…


    “Das Spiel habe eine Altersfreigabe erhalten, weil sich die Industrie „mit knapper Mehrheit in den entsprechenden Gremien durchgesetzt“ hat.”
    Amüsant der Industrie solch eine Macht zu unterstellen in Anbetracht der massiven Zensur in Deutschland.


    “Ich fand es bezeichnend, dass es als Pfeiffer sagte, dass Verbote keine Lösung und die Eltern in der Verantwortung seien, keine Regung im Publikum gab.”
    Hmm, er kann sich wohl nicht entscheiden ob er nun für ein Verbot ist:
    http://www.heise.de/newsticker/Kriminologe-Amoklaeufer-schiessen-sich-am-Computer-in-Stimmung–/meldung/88426 : “Ich plädiere deshalb bei gewaltverherrlichenden Killerspielen für ein Werbe- und Verkaufsverbot. Für Spiele mit extremen Gewaltexzessen wie Der Pate, bei denen aggressives Töten mit Punkten belohnt wird, brauchen wir sogar ein strafrechtliches Verbot.”
    http://www.stern.de/panorama/:Christian-Pfeiffer-Killerspielen-Die-Spiele-Psyche/587888.html : “Warum sollte ein Verbot ineffektiv sein?”
    oder dagegen:
    http://www.giga.de/features/storyarchiv/00131386_kriminologe_wer_fuenf_stunden/ :
    “Zum Verbot von Killerspielen äußerte Pfeiffer auch seine Meinung. Ein Verbot sei keine Lösung, “das ist Quatsch”, sagte er während einer Diskussion auf der CeBIT in Hannover, stattdessen sei das beste Rezept gegen gewaltverherrlichende Spiele, den Jugendlichen die Gelegenheit zum Spielen zu nehmen.”


    “Der Typ wird echt der deutsche Jack Thomson…bah.”
    Dies ist er schon mindestens seit seiner Kirchenpredigt ( http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/weststadtbs.pdf ).

  31. Filme wie “World Of Warcraft” sind wirklich das größte Übel der Menschheit ;D. Zu dem Beitrag will ich ansonsten gar nicht viel sagen, sicherlich hat der Mann in einigen Sachen recht, geht vieles aber viel zu polemisch und einseitig an. Aber andererseits passiert hier in den Kommentaren genau dasselbe von der anderen Seite. Bleibt mal sachlich, Leute.

  32. @rupickman
    Vielleicht wäre es doch interessant die Unsachlichkeit der Spielerseite auch zu begründen. Immerhin spielt Herr Pfeiffer die Spiele gar nicht, über die Urteile gefällt werden (sollen). Ob Wert-Urteile oder sonstige…

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