“Ich hoffe, dass Sie dafür Verständnis haben.”

(direktzu) Frau von der Leyen hat sich zur Notwendigkeit der Indizierung und der Unmöglichkeit die Kennzeichen von USK/FSK auf der Rückseite anzubringen geäußert.

Zu den Kennzeichen:

Wenn wir anfangen, Warnsignale aus ästhetischen Gründen zu verstecken, können wir auch gleich darauf verzichten.”

Zur Indizierung:

“[…] verboten ist […] was „gewaltverherrlichend“ ist oder Nazi-Gedankengut verbreitet. Sie werden mir sicher zustimmen, dass solche Schranken (die nicht alle Länder kennen) sinnvoll und notwendig sind. Davon abgesehen steht es den Spiele-Anbietern vollkommen frei, mit welchen Versionen sie den deutschen Markt beliefern. Dass sie in der Praxis häufig Spiele „entschärfen“, ist letztlich ihre eigene Entscheidung. […] In Deutschland gibt es keine Zensur. Spieleanbieter ziehen es aber aus wirtschaftlichen Gründen vor, ihre Produkte im normalen Regal zu platzieren und wollen auch auf minderjährige Käufer nicht verzichten. Dann geht Jugendschutz vor dem Profit der Spieleindustrie.”

– Sichtbare Warnsignale beim Kauf mögen nötig sein, aber müssen sie die Cover wirklich dauerhaft entstellen? Zwar sind Wendecover bei DVD-Einlegern eine Lösung, aber bei Steelbooks bietet sich diese Lösung nicht an. Was spricht dagegen die Siegel auf der Rückseite anzubringen und zusätzlich ein Kennzeichen auf die Frontseite zu kleben, das sich nach dem Kauf mit der Folie entfernen lässt?
– Die “eigene Entscheidung” einer Indizierung durch Selbstzensur zu entgehen ist nicht ganz unfreiwillig. Es geht nicht nur um (mehr) “Profit“, die Veröffentlichung eines indizierten Produktes ist in der Regel ein Verlustgeschäft und somit wirtschaftlicher Selbstmord.

In diesem Sinne: Sie hoffen vergebens.

15 Gedanken zu ““Ich hoffe, dass Sie dafür Verständnis haben.”

  1. Weißt du das mit dem Verlustgeschäft sicher? Wenn die Leute mit den deutschen Versionen nix verdienen würden, bin ich mir sehr sicher dass es die dann nicht gäbe. Die Option Deutschland nicht zu beliefern besteht ja auch noch.

  2. Ich meine nicht die Veröffentlichung der geschnittenen deutschen sondern der indizierten ungeschnittenen Versionen. “Verlustgeschäft” wurde mir mal mündlich gesagt. Allgemein spricht man vom “wirtschaftlichen Tod” des indizierten Produktes. Pfeiffer nennt es die “Zerstörung von Marktchancen“. Und dabei meint er nicht nur einen Teil sondern alle:
    “[…] denn die Indizierung macht den Markt kaputt für das Spiel.” (Quelle)

  3. Wenn es keine Zensur ist, dass ein großer Teil der ab 18 freigegebenen und damit nicht für Jugendliche erhältlichen Spiele stark geschnitten wurden, dann weiss ich auch nicht mehr weiter denn das ist definitiv eine Einschränkung, die fast ausschließlich volljährige Bundesbürger betrifft. Dass die Zeichen versteckt werden, sehe ich auch nicht, denn bei der Größe sollte das jeder Erziehungsberechtigte sehen können. Wenn jemand dazu nicht in der Lage ist, dann sollte man eher danach Fragen, ob die Erziehungsberechtigten genug informiert werden oder sich genug mit solchen Problemen beschäftigen/genug Verantwortung übernehmen.

    mfg punish3r

  4. @Admin:
    Ich meine das auch so zum wirtschaftlichen Nutzen von Zensierungen gehört zu haben.
    Vereinfacht lässt sich das so darstellen: Ein Publisher finanziert die Produktion eines Spiel vor (etwa über Kredit oder frühere Verkäufe anderer Titel). Er hofft, durch die Einnahmen des Spiels (Verkäufe) seine Investion (Produktionskosten, Marketing,…) wieder reinzubekommen und optimaler weise Gewinn zu erzielen, der dann für künftige Produktionen u.a. genutzt werden kann. Wird das Spiel in einem relativ großen Markt wie Deutschland indiziert, brechen die Verkäufe sehr stark ein, weshalb die Ausfälle bei den Verkäufe nicht zur Kostendeckung beitragen können. Erscheint das Spiel zensiert, dann fallen die Verkäufe in Deu. bedingt durch Importversionen zwar nicht sooo hoch aus, wie bei einem frei erhältlichen Uncut Titel, aber dennoch tragen die Verkäufe einen bedeutend größeren Teil zur Kostendeckung bei, als wenn der Titel Indiziert würde. Da bei der großen Mehrheit der Spiele die Margen gering sind und viele Titel überhaupt keine Gewinne abwerfen, ist der möglichst gute Verkauf von Top Titeln besonders wichtig. Würde auch mit denen kein Gewinn erzielt werden, dann fehlt dem Publisher das Geld für künftige Titel, die dann ebenfalls nicht für Einnahmen sorgen können. Ein Teufelskreis.
    .
    Ergo ist der Jugendschutz in Deu. ein Lenkungsinstrument vom Staat, dass den Publisher zwingt für die angestrebte Alterskennzeichnung (niedriger = mehr potentielle Käufer) Zensuren vorzunehmen. Wirklich freiwillig ist das also nicht, sondern ein Gemenge verschiedener Interessen.

  5. “Als langjähriger Spiele-Fan wissen Sie sicherlich sehr gut, dass man sich bis zur Einführung der großen, deutlich sichtbaren Alterskennzeichnungen irgendwo im Kleingedruckten über die Altersfreigabe informieren musste.” -> Also das find ich ja eine ungeheure Behauptung. Wenn ich nämlich ein USK-Logo (das neue) neben ein PEGI-Logo halte dann ist die Zahl vom PEGI-Logo DOPPELT so gross, wie jene vom USK-Logo und auf die kommt es doch an, das muss die Hauptaussage des Logos sein.
    Den Gesetzesartikel interessiert doch eh niemanden und vor allem kann man, geschweige den Leute mit Brille/Sehschwäche, den eh kaum lesen, da die Schrift immer noch so klein ist.
    ——
    “Wenn wir anfangen, Warnsignale aus ästhetischen Gründen zu verstecken, können wir auch gleich darauf verzichten.” -> Das ist ja wohl auch ein Witz. Auf der Rückseite platzieren kann man ja nicht verstecken nennen. Ist ja echt nicht zuviel verlangt, dass sich der Verkäufer beim Verkauf rasch die Rückseite anschaut.

  6. @Crusader:
    Kann mich deiner Meinung nur anschließen. Ein weiterer, wohl ebenfalls ausschlaggebender Punkt ist zudem, dass, sollte ein Spiel in Deutschland indiziert werden, auch keine Werbung dafür gemacht werden darf. Soll heißen: weder Vorschauen oder Tests noch Werbeseiten o.Ä. in Zeitschriften, im Netz ebensowenig. Dann würde man von dem veröffentlichten Spiel höchstwahrscheinlich überhaupt nichts mitkriegen.
    Folge daraus ist dieselbe wie bei dir: Es verkauft sich nicht.

    Und zum Thema ” ‘die USK-Siegel sind immer noch zu klein!’ ‘ich hab eine Idee: lassen wir das Cover weg und klatschen nur noch das Zeichen auf die Spielepackung.’ ‘Top, Problem gelöst! so sparen die Hersteller auch noch Druckkosten. Hach, sind wir genial’ “:

    Wie du schon sagst, Sam_Fisher, das, was eigentlich ausschlaggebend ist, nämlich die ZAHL, ist im Verhältnis zum kompletten Siegel immer noch mickrig. Stattdessen verschwenden die Schafsköpfe den Platz lieber mit ‘nem unnötigen Roman, der an sich genau dasselbe wie die Zahl aussagt, ihrem hässlichen Logo (hat die PEGI ihr Logo in den Alterskennzeichen? Nein! Wozu auch? Das hat da schließlich keine Funktion.) und einem breiten Rand, der allerdings auch nicht erkennen lässt, ab wieviel Jahren das Spiel denn nu freigegeben ist.
    “Dafür sind ja die Farben da”, kann man mir jetzt vorhalten. Tolle Idee, Rot für “ab 18” zu wählen. Ist ja auch nicht gerade die Farbe, die am stärksten auffällt oder so…
    Nöö. Und kein Minderjähriger wird von dem Siegel angelockt, ach wo. Keiner steht am Regal im Laden und denkt sich: “boah, ab 18… höhö, wenn ich das habe, dann bin ich cooool.” Keine jugendliche Person fragt seine Eltern oder älteren Geschwister, ob sie ihm denn das Spiel kaufen könnten. Das würden angeblich ja alle haben… und so.

    Das ist eben der Knackpunkt. Unser Jugendschutz (damit meine ich den von Deutschland)
    ist eh schon der strengste auf der Welt, mit weitem Abstand und Tendenz (nehme ich leider an) weiter steigend. Wo es hapert, ist die Gesellschaft, speziell die Erziehung und das persönliche Umfeld (Eltern, Freunde, etc.). Der beste Jugendschutz nützt nichts, wenn ein Jugendlicher über einen Erwachsenen an für ihn nicht geeignete Medien kommt.
    Das will von den Politikern allerdings keiner hören, da müsste man ja an der Gesellschaft arbeiten, und das würden ja einen RIIIEESIGEN Aufwand bedeuten.

    Aber:
    Ich bin auch der Meinung, dass ein psychisch stabiler junger Mensch mit sozialen Kontakten und einer gewissen Reife ab einem bestimmten Punkt schon selbst weiß, was er spielen WILL und was nicht. Und dass er in diesem Fall die Alterseinstufung nachvollziehen kann.

    Nu is’ aber auch Schluss. Ich hab eh’ schon viel zu viel geschrieben. (Gibt’s hier eigentlich ein Wörtermaximum? Hab keins entdeckt, bin aber auch zum ersten Mal auf dieser Seite :)

    MfG
    der Kördy

    P.S.: hab nichts gegen Kritik, ob positive oder negative.

  7. Tya irgendwann werden wir alle nur noch aus dem Ausland besellen müssen…

    “Selbstzensur ist das erste Anzeichen eines Überwachungsstaates.”
    Wie steht hier zu dieser Aussage…

    “solche Schranken (die nicht alle Länder kennen) sinnvoll und notwendig”
    wieso sollen wir andere Schranken haben wie andere europäische Länder…
    Gutes Beispiel war ja das Problem, dass ein mehr Linksgerichteter ein durchgestrichenes Nazi Symbol auf seine Pullovers gedruckt hat wurde Angezeigt, wegen Verbreitung von Nazi-Gedankengut, aber in Fußballstadien (auch international) wird das gleiche Smybol als Zeichen gegen Rechtsextremismus eingesetzt.
    Zu viele Schranken im Leben sind einfach nicht gut, besonders wenn es zu solchen Stilblüten kommt…
    > Dazu eine Frage: Wollen wir auf dieser Welt alle zusammen kommen oder lieber alle in unseren eigenen Ländern hausen?
    “Schranken haben noch nie was aufgehalten.”

    Viele Ab 18 Spiele oder “ohne Einstufung” sind in Deutschland geschnitten…
    Wie wollen diese Publisher auf “minderjährige Käufer nicht verzichten” wenns sowieso ab 18 sein soll…

    “Warnsignale … zu verstecken”
    Darum geht es nicht! Wie hier auf der Seite bereits genannt ist eine “abnehmbare” Warnung sobald man das Spiel gekauft hat doch ebenso denkbar. Denn wenn jemand ein Spiel Privat weiter verkaufen will kümmert sich keiner um die USK… (egal ob mit oder ohne USK Logos)
    Mir würde es um ein sinnvolleres Logo gehen. Ein rautenförmiges Logo wie bei der USK verschwendet nur Platz, egal wie groß es gedruckt wird. Ein einfacherer Text wie nun mal “ab 18 Jahre” ist besser als “Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG”.
    Rechteckig ist am besten und dann noch gleich groß wie das PEGI damit keine Europäischen Normen etwas dagenen unternehmen können.
    Denn wenn ein Publischer mal Klagen anfangen solle (ich hoffe es zumindest) wird aufgrund vom freien Handeln in Europa sicher Europarecht vor Deutsches Recht gestellt.
    Man sollte sowie Jugendschutz europaweit gleich regeln damit man wirklich frei handeln kann.

    @Admin: Tya sowas ist ein toller Text, aber mehr aber nicht, typisch Bild. Eine ordentliche, gerne auch mehrstündige, Diskussion zwischen Spielern, Entwicklern, Publishern, Politikern und den Spielegegnern bräuchten wir mal.
    Offen als Live Stream im Netz, Live im TV und dazu noch Fragen aus einen Forum in die Runde einbringen. Nur so könnten wir mal Endlich klarmachen, dass wir uns nicht bevormunden lassen wollen. Kinder gerne vor nicht geeigneten Inhalten geschützt werden sollen, aber nicht auf Kosten der mündigen Bürger. Desweitern wollen wir auch Computer Spiele nicht als Kinderkram mehr angesehen haben. In der Parte sieht man einen abgetrennten Pferde Kopf, Mord und Totschlag auf allen Sendern aber in Computerspielen ist sowas ein Verbotsgrund?

    Happy Coding noch.

  8. versteh ich nicht jahrelang war es genug zb bei VHS auf der Rueckseite die FSK-Angabe zu haben und jetzt nicht mehr.Also entschuldigung an ale Eltern(bin selebr vater eines 2 jahre alten Sohnes)aber sind die zu bloed mal eben auf die Rueckseite zu gucken ab wieviel das frei ist.Seit ich ca 14 bin(jetzt 33)also Anfabg der 90er zocke ich Games,mein erstes brutales war Mk1,und seitdem etliche Egos,Mks oder was weiss ich.Aber weder bin ich Amoklauefer geworden,noch emotional abgestumpft.Wenn man stabil genug ist,solte sowas kein problem sein.Auf der anderen seite,ja ok solen sie Gesetzte fuer die Kids machen aber das unsereiner darunter leiden muss,naja aber darueber reg ich mich shcon so lange auf seid ich Games zocke.Ich weiss zb noch als Streets of Rage 3 gekuerzt wurde,es wurden der “schwule Typ” rausgenommen und die Maedels waren nicht mehr so leicht bekleidet.Sowas fand ich schon damals ein Witz.Na gut hatte ich mir halt die jap version besorgt.

  9. Ich stelle mir da folgende Frage:

    Wenn man der Logik von Frau von der Leyen folgt, dann sind die alten Logos unwirksam, erst mit der doppelten Größe sind die Logos wirksam.

    Daraus folgt doch: größer=Wirksamer. Trotzdem sind die PEGI-Logos für viele Leute eindeutiger, wie kann das sein, wenn die dt. Logos doch größer sind?!

    Noch lustiger: Sie vergleicht Spiele mit Zigaretten. Das Beste: Sie redet von Warnungen.

    Wer muss vor dem gefährlichen Inhalt gewarnt werden? Niemand.

    Die Erziehungsberechtigen und Verkäufer sollten in der Lage sein auch ein kleinres Logo entdecken zu können und deuten zu können. Schließlich ist es der Job der Verkäufer und schließlich sollten sich die Eltern dafür interessieren was die Kinder machen.

    Findet beides nicht statt, dann bringen auch Logos nichts, die größer als eine DVD-Hülle sind ;)

  10. Ich finde es super, dass der Autor nicht schon im vorhinein solch absehbare Antworten mit der oben geannten Gründen entgegenzuwirken.

    Im Grunde genommen wusste ich voher schon, das von der Leyen antworten will, daher fand ich diese Fragen recht sinnlos.

  11. @maSu
    Dazu fällt mir ein schönes Zitat aus dem Simpsons Film ein
    “Ich wurde gewählt um zu lenken, nicht um zu denken” sagte Präsident Schwarzenegger und tippte Blindlinks auf einen Umschlag ohne seinen Inhalt zu kennen. Schätze so wird es in deutschen Ministerien auch ablaufen, wenn ich bedenke, wie oft wir uns hier regelmäßig über sinnfreie, nicht durchdachte Entwicklungen aufregen.

  12. Auch ich finde es vollkommen unproblematisch, ein Wendecover einzubauen.
    Da häütte ich noch einen Tipp an die Spielehersteller:
    Man könnte ein zweites einlege-Cover einfach in die DVD-Box zur anleitung legen, welches dann einfach über das normale Cover gelegt werden könnte.
    Der zusätzliche Produktionsaufwand wäre meiner Meinung nach äußerst gering.


    zusätzlich möchte ich die Bestimmtheit der Aussagen von Frau van der Leyen kritisieren;
    sie sagt nicht; “ich finde…” oder “Meiner Meinung nach…” sondern: “Das ist so, und wer etwas anderes behauptet unterstützt die böseste Industrie der Welt” – so kommt das zumindest bei mir rüber.

  13. @Mystical13: das große problem mit wendecovern oder auch extra covern sind die bei sammlern sehr begehrten steelbooks und pappschuber, da ist diese option leider nicht vorhanden :(

  14. ich finde aber auch, dass juschutz vorrang vor ästetik haben sollte.
    ok, meine cds liegen meist auch auf nem stab aufgespießt neben meinem rechner, wesswegen mir die verpackung eig eher egal ist.

    bei wendecovern, aufklebern usw. sehe ich übrigens noch ein anderes problem. das wird teuer!^^

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.