Pfeiffer und Goethe

Dummes Zeug kann man viel hören, kann es auch schreiben,
wird weder Leib noch Seele stören, es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber vors Auge gestellt, hat ein magisches Recht,
weil es die Sinne gefesselt hält, bleibt der Geist ein Knecht
.“ (Quelle)

Der Kriminologe Christian Pfeiffer zitiert Goethe gerne um seinen Argumenten Nachdruck zu verleihen. Geschriebes, ein Märchen, sei harmlos. Aber sobald man etwas sieht, wie beim Fernsehen oder bei Videospielen, kann es zu negativen Folgen kommen. Das wusste schon Goethe, so Pfeiffer. Aber stimmt das wirklich? Wer sich mit den Auswirkungen von Medien beschäftigt wird auch zwingend über ein bestimmtes Phänomen  stolpern, den Werther-Effekt. Dieser besagt, dass die Selbstmordrate in der Bevölkerung nach der Thematisierung von Selbstmord ansteigt.

Der Name “Werther-Effekt” ist nicht zufällig gewählt. Als das Buch “Die Leiden des Jungen Werthers” erschien wurde es von Intellektuellen und der Kirche wegen “Verherrlichung des Suizids” kritisiert. Hintergrund waren Suizide, bei denen man anhand der Kleidung eine Verbindung zum Buch herstellen konnte. Wikipedia weiß darüber:

In der Forschung wurde lange Zeit kontrovers diskutiert, ob Werther-Selbstmorde tatsächlich stattgefunden haben. Neuere Studien belegen ein halbes bis ein Dutzend solcher Werther-Selbstmorde.”

In Leipzig, Kopenhagen und Mailand wurde der Werther deswegen sogar verboten.

Autor ist, ich denke ich bräuchte das eigentlich nicht zu schreiben, Goethe. Wie glaubwürdig ist es, wenn dieser angesichts der Selbstmorde vehement darauf besteht, dass Bücher wie sein Werther “weder Leib noch Seele” stören? Genauso wie wenn Thomas Sandefur, CEO von Brown & Williamson (Tochterfirma von British American Tobacco), sagt:

“Ich glaube nicht, dass Nikotin suchterzeugend ist.”

Übrigens war Goethe wohl nicht vollständig von der Ungefährlichkeit seines Werkes überzeugt:

Und nun wollt Ihr einen Schriftsteller zur Rechenschaft ziehen und ein Werk verdammen, das, durch einige beschränkte Geister falsch aufgefasst, die Welt höchstens von einem Dutzend Dummköpfen und Taugenichtsen befreit hat, die gar nichts besseres tun konnten, als den schwachen Rest ihres bisschen Lichtes vollends auszublasen.“ (Quelle)

Aber das verschweigt Pfeiffer.

24 Gedanken zu “Pfeiffer und Goethe

  1. Was haben die Leiden des jungen Werthers und „Killerspiele“ gemeinsam? Beiden wird eine unheimliche Sogwirkung nachgesagt, denen sich der Rezipient nur unter größten seelischen und körperlichen Anstrengungen entziehen kann. Was unterscheidet sie, abgesehen von ihrer unterschiedlichen Medienherkunft? Der bürgerliche Roman vom allseits geschätzten Goethe brachte mehr Todesfälle hervor, als ein vor spritzendem Blut und heraushängenden Eingeweiden vollgepfropfter Flachbildschirm mit einer ungewöhnlich ausladenden Bildschirmdiagonalen. Hätte sich der sensible, und vor Liebesschmerz dümmlich wimmernde Werther vor dem überstürzt gewählten Freitod an seine rationalen Verstandeskräfte gewandt, hätten sich die zahlreich vorhandenen Leser, noch vom ungewöhnlich einwirkenden Lese-Vergnügen emotional gesättigt, nicht aus meterhohen Fenstern geworfen, hätten sich keine bleihaltige Kugel durch ihren leicht beeinflussbaren, noch vom Konsum des literarisierten Stoffes beschwingten Kopf gehämmert und die Anzahl an Todesfällen wäre womöglich marginal, wie eine tief über dem Boden daherschwebende Schwalbe…

    http://www.gamer-gegen-gewalt.com/include.php?path=news&contentid=42

  2. “…weil E-Sport der große Verfüh­rer werden wird.”
    Aus welchem literarischen Werk ist der Begriff “Verführer” entlehnt? Richtig, aus der Bibel, in der er den Teufel bezeichnet.
    .
    Dabei werden doch einige Kernprobleme angesprochen. Z.B. die mangelnden Erfolgserlebnisse oder der fehlende Respekt im echten Leben. Wieso die Symptome bekämpfen, wenn man die Ursache kennt?
    Ein solcher Artikel könnte die Grundlage für eine Diskussion zur Überarbeitung des Schulsystems sein. Nein, stattdessen will man WoW ab 18 freigeben. Und wohl noch bei jedem WoW-Spieler die Polizei vorbeischicken, damit die auch das Alter der bereits Spielenden überprüft. Und wohl irgendwie die Gratis-Testversionen verbieten, die man ja an Minderjährige weitergeben könnte (auch wenn diese zur Umwandlung in einen richtigen Account ein Konto erfordern – welcher 12jährige hat das nicht?).
    .
    Ganz im Ernst: WoW kann süchtig machen. Aber glauben die Herrschaften denn wirklich, dass wenn man WoW ab 18 freigibt, dass sich die Jugendlichen dann hinhocken und lernen und gleichzeitig ihre sozialen Kontakte pflegen?!
    .
    Nebenbei: Herr Pfeiffer widerspricht sich hier erneut selbst: er meinte im letzten CBS-Interview, in dem er auf die Verantwortung der Eltern angesprochen würde, dass man diese nicht außer Acht lassen solle (obwohl er den Kölner Aufruf unterschrieben hat, der exakt das fordert).
    Im ganzen Interview hier wird einmal ein Elternteil erwähnt, natürlich im üblichen dramatischen Einzelfallbeispiel, das so herrlich auf die Tränendrüse drückt und impliziert, man müsse umgehend handeln, bevor noch mehr Leute das Schicksal teilen müssen (ja, müssen, ein freier Wille wird hier irgendwie ausgeblendet).
    Wieso zieht der Vater nicht den Stecker? Wer wird denn wohl der Kontoinhaber sein, von dem der 15jährige seinen WoW-Account bezahlt bekommt? Wer wird wohl die Internetrechnung bezahlen? Wenn es bei ihm wirklich so schlimm ist, wie im Artikel dargestellt, wieso handelt der Vater dann nicht?
    Die Verantwortung der Eltern wird hier erneut komplett ausgeblendet, getreu dem Kölner Aufruf und entgegen Herrn Pfeiffers Stellungnahme dazu im letzten Interview.

  3. Sollte zunächst nicht einmal geklärt sein was es bedeutet wenn jemand so eigentlich von “Dummem” oder “dummem Zeug” spricht?
    Was alles damit gemeint sein könnte, und woher diese Denkweise möglichst um sich greift? Vorderhand ist das Eingangszitat ja nur mal eine Feststellung dass Bilder stärker wirken als Musik oder Schriften beziehungsweise eine dahingehende Umschreibung für Bilderfeindlichkeit – je nach Betrachtungsweise.

  4. Also was ursprünglich damit gemeint war kann ich nicht sagen, ich weiß nur in welchen Kontext Pfeiffer es verwendet. Ich habe mich bei meiner Suche mit dem Ergebnis zufrieden gegeben, dass der Werther 1774 veröffentlicht wurde und die Xenien (Zitat) 1797 im Musenalmanchen.

  5. “Ich glaube nicht, dass Nikotin suchterzeugend ist.”
    Oder es den Klimawandel gibt oder die Erde eine Kugel ist oder die Bibel der einzige Glaube ist…

    Immer wenn Menschen sagen, dass sie glauben, dann meinen sie, dass sie keine Ahnung haben, keine Argumente mehr hervorbringen können und man ihnen einfach jede Geschichte abkaufen soll… auch gerne gegen jegliche Beweise…

    Dass Pfeiffer Goethe zitiert aber anscheinend nicht bis ins letzte überlegt was er da überhaupt sagt is mal wieder ein Beweis, dass dieser Herr nicht geeignet ist als Fachkundiger irgendwo aufzutreten.
    Dieses Zitat am Ende eines Interviews zeigt ebenso, dass Pfeiffer nicht ein mal sich mit dem Zitat auseinandersetzt. Leider ist das nicht nur Pfeiffer der große Männer zitiert ohne zu wissen was diese damit aussagen wollten.

    Bilder, Kunstwerke, Bauten und Statuen sind als Kunst natürlich anders zu sehen wie ein Buch oder eine Erzählung, denn ein Sprichwort sagt schon, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt. Und genau so ist natürlich auch die “fesselung der Sinne” höher als wenn man nur ein Wort hört, dabei bezweifle ich aber ob es nun wirklich der Faktor 1000 ist der ein Bild höherwertiger macht als “ein Wort”.

    @Mortipher:
    Ja immer wieder komisch, wenn Eltern einfach weiter den WOW Account bezahlen ob wohl sie sich sorgen machen, dass das arme Kind Online Süchtig ist… Vermutlich wollen sie es garnicht, dass das Kind nicht mehr vorm PC hockt, denn dann müssten sich ja wieder die Eltern ums Kind kümmern…

    Happy Coding

  6. @admin
    Da liegt eine ganz schöne Zeit dazwischen – ich bin damit auch nicht so vertraut, aber hat fast den Anschein als ob Goethe da sehr lange mit Vorwürfen bezüglich des Werthers konfrontiert worden wäre…

  7. Tja, da kann man nichts mehr sagen.
    erstens, weil schon fast alles gesagt wurde, und zweitens, weil einem die Spucke wegbleibt bei einer solchen Boshaftigkeit, sich selbst zu widersprechen, und trotzdem zu denken, dass man Recht hat.
    Ich mache mir immer mehr Sorgen warum ausgerechnet Leute, die gar keine Ahnung haben, immer was zu sagen haben.
    Christian Pfeiffer ist schon fast die Paris Hilton der Gewaltspieldebatte; jeder kennt ihn, er behauptet großes, tut so als würde er ganz oben zurecht mitmischen, und hat doch nichts in der Birne.

  8. @Pyri – Ich habe auch keine Ahnung, ob Goethe es in diesem Zusammenhang gebrauchen wollte. Pfeiffer stellt die Verbindung her. Wo es wohl offensichtlich einen Bezug zu Werther gibt ist das letzte Zitat.

  9. Eins möchte ich an alle Gamer hier loswerden: Das Interview ist viiiel vernünftiger als frühere Aussagen, und ich denke das sollte man honorieren, auch wenn für viele Pfeiffer immernoch der Gamergegner schlecht hin ist.
    Auch wenn ich mir wünschen würde er würde in seinen Vorträgen etc. genauso vernünftig auftreten wie hier, das könnte noch was werden.

    Mars, der über manchen Satz im Interview trotzdem auch einfach nur den Kopf geschüttelt hat.

  10. geben wir damit pfeiffer nicht recht?
    “die leiden” trieb menschen in den Suizid

    killerspiele treiben in den Amok?

    es muss doch von einer emotionalen abhänigkeit bei beiden geredet werden, wenn man sich schlecht fühlt weil bei gta4 oder fo3 die falschen menschen getötet wurden(aussagen dazu finden man in fast allen Foren zu den spielen) oder durch “die leiden” in depressionen getrieben wird.

    –Rechtschreibefehler dienen zum freien verzehr–

  11. @hejoba

    Ich halte es für plausibel aber schwer nachweisbar, dass Videospiele – wie alles andere auch – uns beeinflussen können. Durch Fastfood kann man aggressiver werden, durch den Anblick von Geld und den von George W. Bush. Das, worauf es ankommt, ist aber nicht dass es eine Wirkung geben kann, sondern welche Relevanz diese hat.

  12. Zitat:”
    Pfeiffer: Ich finde, wir vertun Zeit, wenn wir über diese Definitionsfragen streiten. Sie stehen nicht im Zentrum unserer Forschung. Wir sind keine Definitionsforscher, sondern forschen über Wirkung. Ich würde lieber mit Ihnen über Wirkung reden.
    _
    CBS: Sie müssen aber doch verstehen, dass unsere Leser mit diesen Begriffen konfrontiert werden?
    _
    Pfeiffer: Aber wir arbeiten nicht mit diesen Begriffen, wir antworten auf solche Fragen, aber es ist unsinnig, sich lange damit aufzuhalten, was ein Killerspiel ist und was nicht, was First-Person-Shooter sind und was nicht. Entscheidend ist, welche Wirkung haben diese Spiele auf das Leben der Kinder, Punkt.


    Zusammengefasst: “Es gibt Wirkungen und es ist doch uns egal woher die kommen!”
    Aber stammen die Wirkungen wirklich von den Spielen? Nein!

    @Mars: vernünftiger?… Wenn man ein Problem nicht mal definieren will und sich nur auf Reaktion stürtzt ohne das man die vorrangegangene Aktion betrachtet zeugt es von kurzsichtigen Verhalten sowie einen Geist der nicht auf langfristige Lösungen bedacht ist.

    Eben so ist die Forderug von “ab 18 Ecken” für Spiele oder “GTA müsste sofort Indiziert werden damit man den Markt kaputt machen kann” nicht von Vernunft geprägt… Der Punkt, dass man Spiele nicht als Kulturgut ansehen soll mehr als ein veralterter Standpunkt der nur wieder zeigt, dass Pfeiffer keine ahnung hat was in der Kultur gewünscht ist.

    Happy Coding.

  13. naja, aber wir werfen ihm (Pfeiffer)doch vor seine aussage sein unreflektiert, weil er einen Goethe zitiert, der sagt es gäbe keine Abhängigkeit von Handlung und geschriebenem Wort. Bei “dargestellten” dingen sei es jedoch anders.

    nun beweisen wir, dass es auch Auswirkungen zwischen Buch und Rezipienten gibt und nutzen diesen Beweis um Pfeiffer unglaubwürdig zu machen.

    ich habe mir einfach nur schon lange gedanken zum “die leiden” gemacht und dessen zusammenhang zu spielen und finde den vergleich etwas unglücklich.

    und es kommt meiner meinung nach eben doch auch darauf an, dass es überhaupt eine wirkung gibt. es wird hier doch von vielen behauptet, das man nur spielt um spass zu haben und sich nicht emotional abhänig macht. somit wird dies doch alles wiederlegt.(?)

    ich will hier nun nicht als spielegegner darstehen, aber ich finde hier besteht nun doch Klärungsbedarf, zumal hier wieder begeistert über pfeiffer gemosert wird (ja, ok… mars nicht unbedingt) aber sich über die quintessenz dessen eigentlich wenig gedanken gemacht wird.

    –ich hab mit links geschrieben… wurde nicht besser–

  14. @the_real_black: Falsch. Pfeiffer hat das Problem genau definiert: Er will wissen wie gewalthaltige Spiele wirken. Dass er sich aus der Begriffsdebatte raushält ist eigentlich auch ok, denn das ist wissenschaftlich egal. Da er (glaub ich) den Begriff auch benutzt hat wäre es mir zwar lieber, er hätte sich um die Frage nicht gedrückt, aber das sehe ich nicht so als Problem.
    Seine Meinung zu GTA steht ihm zu, immerhin herrscht Meinungsfreiheit. Dass eine Indizierung den Markt kaputt macht stimmt auch, oder hast du da Gegenargumente? Bzw. was ist daran nicht vernünftig?
    Das mit Kultur sehe ich auch skeptisch, wie gesagt, ich bin mit Pfeiffer nicht 100% einer Meinung, mit manchem überhaupt gar nicht, dennoch sollte man Fortschritte und sinnvolle Beiträge des Gegenübers einfach anerkennen! Sowas gehört zu einer sinnvollen Diskussion dazu.

  15. @hejoba
    ich denke doch, dass niemand die Existenz von Medienwirkungen generell bestreiten würde, und auch nicht dass konkrete Bilder dabei stärker sind als schriftliche Erzeugnisse oder womöglich auch Musik.
    Ich lehne eine Nutzungs- und Wirkungsforschung allerdings ab, die von einem Menschenbild ausgeht das dem einzelnen seine individuellen und mitunter auch ganz persönlichen Sichtweisen nimmt, sowie Videospiele dahingehend noch als Gift oder Verbrechen interpretiert. Ebenso empfinde ich Vergleiche mit krebserregenden Substanzen aus Tabakwaren etc. Nicht richtig bis schlichtweg verantwortungslos.
    . Dass die Spiele nicht gefährlich sein können will ich keineswegs behaupten, aber sie pauschal als Gefahr zu begreifen kommt für mich nicht in Frage.
    Eine, auch explizite, Beschäftigung oder Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt muss auch in Computer- und Videospielen für mich weiterhin möglich bleiben, über einzelne Titel und Ästhetiken kann man aber diskutieren.
    Darüber hinaus kann von einer bloßen Gewaltdarstellung für mich keineswegs unbedingt auf deren Bedeutung geschlossen werden – so wie es BPJM Und Gerichte in Deutschland leider tun.

    @Mars und @The_Real_Black
    Ich sehe da schon einen gewissen Dogmatismus, auch in Zusammenhang mit der Übermacht einer Nutzungs- und Wirkungsforschung in Deutschland, wobei ich diesen ebenfalls unerträglich und schon sehr beängstigend finde.
    Wenn Pfeiffer sich so wissenschaftlich nur über Wirkungen unterhalten will, dann heißt das nur dass die Bedeutungsfrage von Gewalt in Videospielen fundamental ausgeklammert werden soll – worum es in den Spielen eigentlich geht, und so weiter.
    Und diese Wirkungsfrage immer wieder mit Jugendschutz zu verbinden, und solange bis gar kein Kind mehr Gelegenheit dazu hat für sie ja auch wirklich ungeeignete Spiele zu spielen – das leugnet doch hoffentlich ebenfalls niemand – das führt nur direkt in eine Verbotsdebatte für Erwachsene. Was sonst?

  16. @Mars & Real_Black
    Definitionsfragen sind immer schwer zu klären, weil sie einerseits darlegen, was derjenige -in diesem Fall Pfeiffer- unter bestimmten Begriffen versteht, andererseits lassen sich Definitionen ähnlich wie Gesetze leicht ausnutzen, denn wenn sie absolut klar und verständlich wären, dann bedürfte es keine Gerichte. Würden Defs ausgenutzt, könnten andere wiederum durch bestimmte Interpretationen rangehen und sagen “der Pfeiffer meint das so und so”. Das wäre dann zwar formal von der genannten Definition gedeckt, würde aber u.U. trotzdem nicht dem entsprechen, was “der Pfeiffer” meinte.
    .
    To Topic:
    Ich persönlich halte nichts vom zitieren längst vergangener Personen um etwas in der Gegenwart zu belegen, weil dies lediglich dazu dient, sich als besonders intellektuell hinzustellen. Denn a) lässt sich meist der genaue Kontext nicht mehr feststellen, b) verfälschen Kürzungen und ähnliches den Inhalt und c) waren die Zeiten in denen die Aussagen fielen gänzlich anders als die Gegenwart, so dass die Zitate zwar so klingen, als wären sie gegenwartsrelevant, obwohl sie in Wahrheit nicht sind, weil sie auf bestimmte Dinge in ihrer jeweiligen Zeit bezogen sind.
    Wer dies an anschaulichen Beispielen erfahren möchte, dem empfehle ich Flugblätter und Plakate diverser linker Gruppierungen auf meinem Campus. ;)

  17. @hejoba

    “somit wird dies doch alles wiederlegt.(?)”

    Ich sehe es nicht als erwiesen aber als sehr wahrscheinlich an, dass Videospiele eine Wirkung haben können. Diese dürfte jedoch in der Regal so schwach sein, dass man sie getrost ignorieren kann. Und in den Risikofällen, wo sie relevant sein können, ist eh Hopfen und Malz verloren.

    Kennst du diesen Text von mir:
    -> http://stigma-videospiele.de/wordpress/?page_id=23
    ?
    PS: Anscheinend funktioniert hier HTML, also für eine Leerzeile < br > ohne Leerzeichen tippen.

  18. nö, den kannte ich noch nicht nicht (:]

    ich sag ja auch nicht, das spiele böse machen und brutal und gemein, ich fand es nur interessant, dass es mit einem mal hieß: “ja, sie haben Auswirkungen!”
    was ja in letzter zeit gerne dementiert wurde.

    darüber wollt ich dann mal gerne ein Feedback haben^^ hab ich nun ja auch^^

    –Rechtschreibung ist im Vergleich zu Ewigkeit nichts!–

  19. Ich dachte ich hätte dir schon etwas Feedback gegeben. Das ist so knapp ausgefallen, weil du in den anderen Punkten Recht hast. Wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass Videospiele keine Auswirkungen haben, tut man sich natürlich keinen Gefallen in dem man bei Büchern eine feststellt.
    Ich stelle mich aber gar nicht auf diesen Standpunkt sondern sage das alles, also Bücher und Videospiele, Auswirkungen haben kann. Auch wenn ich nur zum Spaß spiele kann mein Adrenalinpegel steigen. Ich nehme ja auch zu wenn ich mehr esse, auch wenn ich nicht esse um zuzunehmen sondern weil es mir einfach schmeckt. Bzw. eigentlich erhöht es nur das Risiko fett anzusetzen. Wenn ich ansonsten genügend Sport treibe kann ich mein Gewicht halten.
    Und zur “Sucht”, soweit ich weiß ist Videospielsucht nicht als “Sucht” anerkannt. Trotzdem gibt es, auch wenn ich mir das schwer vorstellen kann, exzessives Spielen jenseits von Gut und Böse.

  20. Ob eine Studie einen Zusammenhang zwischen Werther und Selbstmorden findet, ist vielleicht auch abhängig von der Intention des Produzenten. So wurde mal behauptet, daß nach der Ausstrahlung einer bestimmten Serie, in der es um den Selbstmord eines Jugendlichen ging, die Zahl der Selbstmorde ungewöhnlich angestiegen sei. Allerdings wurden Selbstmordzahlen in der Statistik nur monatsweise und nicht tageweise erfaßt, bzw. stimmten die Daten der Selbstmorde, auf die sich die Studie bezog, nicht mit den tatsächlichen Daten überein. Was den Werther selbst betrifft, soll es laut dem Germanisten Benedikt Jessing genau einen Selbstmord gegeben haben, der mit dem Werther zusammenhängen könnte, und der fand statt, als das Buch schon lange nicht mehr die Beliebtheit hatte. Demnach habe ein Verbot, das mit den Selbstmorden begründet wurde, schon existiert, bevor es überhaupt einen solchen Selbstmord gab. Und schließlich gibt es auch den Erklärungsansatz, daß sich die Leute so oder so umbringen wollten, dann aber eine bestimmte Selbstmordmethode gewählt hätten, von der sie aktuell gehört hatten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.