Flucht ins Ausland

(KS) Wie bereits berichtet hatten die deutschen Videospielseiten Shooterplanet und NexGam unangenehme Post erhalten. Jugendschutz.net monierte diverse bedenkliche Inhalte, was vorübergehend zur Abschaltung der Angebote führte. Während NexGam die Inhalte „angepasst“ hat ist Shooterplanet, wie zuvor schon onpsx,  in die Schweiz ausgewandert. Die Flucht von Anbietern ins Ausland macht auch der juristischen Literatur Sorgen. So wird in der Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP 2009, 44 ff) kritisiert, dass jugendbeeinträchtigende Inhalte im Ausland „auch für deutsche Jugendliche de facto frei zugänglich sind„. Als Lösung schlägt der Autor vor der BPjM die Befugnis zu verleihen „per Verwaltungsakt den Internetprovidern aufzugeben, in Deutschland zuvor indizierte Seiten nicht mehr zugänglich zu machen„. Man müsse „allerdings Augenmaß walten lassen“ um Vergleichen mit chinesischer Zensur nicht Argumentationsstoff zu liefern.

5 Gedanken zu “Flucht ins Ausland

  1. Jaja is schon klar. Als nächstes wird Google in Deutschland verboten, danach youtube und dann wir in Zeitungen nur noch gedruckt, was Politiker unterstützt. Alle anderen Zeitungen werden vom Markt entfernt.

  2. „Man müsse “allerdings Augenmaß walten lassen” um Vergleichen mit chinesischer Zensur nicht Argumentationsstoff zu liefern.“

    Ich muss ehrlich gestehen das die Dummheit dieses Satzen mir ein breites Grinsen ins Gesicht Zauberte…

    Es ist zumindest so das Google in Deutschland einige Seiten nicht anzeigt und auch schon des öffteren darüber nachgedacht wurde Seiten zu sperren

    Beispiele:

    „Im August 2005 hat der deutsche Jugendschutz das Telekommunikationsunternehmen „Level3“ aufgefordert, den Zugang zu „Ogrish.com“ über deutsche IP-Adressen zu sperren. Da viele Internetverbindungen über den in Frankfurt am Main stehenden Server laufen, wären auch andere daran angeschlossene Länder wie Holland, Frankreich, Polen und die Schweiz betroffen. Als Begründung für die Sperrung der Seite wurde angeführt, dass ihre Inhalte gegen geltendes deutsches Recht verstoßen würden. Seit dem 20. Februar 2006 filtert aus diesem Grund die Suchmaschine „Google“ und seit längerem auch Yahoo die Suchergebnisse von „Ogrish.com“. Ob die Inhalte tatsächlich gegen deutsches Recht verstoßen, ist jedoch nach wie vor unklar. Die Seitenbetreiber behaupten jedoch in einem selbst verfassten Disclaimer das Gegenteil und damit die Rechtmäßigkeit ihres Angebots.“

    (Die Website „Orgish.com“ gibt es inzwischen nichtmehr)

    „Am 4. Oktober 2001 verfügte die Bezirksregierung Düsseldorf, dass auf Grundlage des Mediendienste-Staatsvertrag von 1997 Access-Provider in Deutschland den Zugang zu der Seite verhindern müssten. Nach Protesten wurde rotten.com (im Unterschied etwa zur Seite von Neonazi Gary Lauck) aber von der Sperrverfügung ausgenommen.[1] Ebenfalls filtern einige Suchmaschinen wie Google Deutschland teilweise Ergebnisse heraus, die auf rotten.com weisen. Kritiker werfen der Düsseldorfer Landesregierung vor, auf diese Weise Zensur zu betreiben“

    (Quelle: wikipedia)

  3. Donnerwetter, also die Arcor-Sperre nach Beschwerde eines deutschen Pornoanbieters als Auftrag? Ich denke, jetzt wird wirklich verstärkt auf Inhalte aus dem Ausland gegangen – möglicherweise eben auch was den internationalen Handel mit indizierten Medien betrifft.

    @pEaNiZ
    Glaube nicht, dass damit obskure Ekel(-Kunst)- oder Nazi-Seiten gemeint wären, sondern populäre Gratis-Porno-Portale oder gleich direkte Bestandteile der riesigen Adult Industry im Internet. Wenn dann am Ende noch Schnittberichte.com daran glauben müsste aus Deutschland nicht mehr erreichbar zu sein…
    Aber ich denke mal noch immer, dass das rechtlich irgendwie gar nicht ginge, da so diese Inhalte grundsätzlich verwehrt werden würden und Pornographie etwa in Deutschland ja so auch nicht verboten ist. Zu den rigorosen Sicherheitsvorkehrungen, Jugendschutzbestimmungen, gezwungen können die Anbieter im Ausland ja nicht werden
    Es würde dann sicher jemand nach Karlsruhe gehen und dort auch gewinnen denke ich

  4. genau, wie ich schonmal sagte:
    da können wir ja gleich nach China!
    Außerdem ist das Vorhaben, ausländische Seiten in Deutschland zu verbieten, wegen der grundsätzlichen Rechtslage verboten, da in Deutschland jede ausländische Informationsquelle, die mit legalen Mitteln erreichbar ist, nicht abgeschnitten werden darf.

    Lediglich wenn Deutschland mal mit der EU zusammenarbeiten würde, könnte legal verhindert werden, dass jugendbeeinträchtigende Inhalte aus Europa nach Deutschland eingespielt werden, wenn alle anderen EU-Staaten das genau so eng sehen würden.

    Allerdings gehört die Schweiz nicht zur EU, insofern hätte man auch davon nichts.

  5. [zitat]
    Als Lösung schlägt der Autor vor der BPjM die Befugnis zu verleihen “per Verwaltungsakt den Internetprovidern aufzugeben, in Deutschland zuvor indizierte Seiten nicht mehr zugänglich zu machen“.
    [/zitat]
    Sorry egal ob man da jetzt Augenmaß nimmt oder nicht ist es Zensur!

    Unwort des jahres 2009/10: SERVERFLUCHT *g*

    Wenn wirklich Deutschland anfangen will ausländische Server zu sperren hat man zumindest den Beweis, dass es in Deutschland Zensur gibt! Problem ist dann auch wie viele andere Länder würden sowas hinnehmen wenn plötzlich Seiten die nach ihren Gesetzen nicht Verboten gehören nicht mehr erreichbar sind nur weil sie über Deutsche Server müssen?…

    Ansonsten ist es ein Sieg für uns, Jugendschutz Wahn wird niemal siegen können.
    Und Jugendschutz.net haben die Betreiber der Seiten mal wieder eins ausgewischt. Leider aufkosten von Deutschen Hostern.
    Hätten die Jugendschutz.net leute freundlich angefragt, ob man nicht bitte im Sinne des Jugendschutz etwas unternehmen könnte hätte ich eine Serverflucht nicht für gut geheißen, aber da sie gleich mit Anzeigen und Verfügungen drohen kann man ja nicht anders Handeln.

    Happy Coding noch.

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