KFN: Neuer Forschungsbericht

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde von Innenminister Wolfgang Schäuble und dem Kriminologen Christian Pfeiffer die gemeinsame Studie “Jugendliche in Deutschland als Täter und Opfer von Gewalt” (Link) vorgestellt. Selbstverständlich wurde auch wieder die Rolle von Videospielen allgemein aber auch bei Winnenden angesprochen:

Der Konsum gewalthaltiger Medien ist ein massiver Belastungsfaktor.”

18 Gedanken zu “KFN: Neuer Forschungsbericht

  1. Ich leg nen Thread im Forum an, das Ding ist interessant, vor allem weil es mit dem zusammenhängt was der Herr Herrmann sagt (bei Phoenix gibts den Stream von gestern abend, ich hör zwar nur Audio, Video funzt nicht, aber macht nix.)

    Gruß
    Aginor

  2. Wie schafft der Pfeiffer es eigentlich eine Woche nach einem Schul-Massenmord angebliche Forschungsergebnisse parat zu haben? Ist doch nicht etwa vorproduziertes Material? ;) Aber natürlich gehts bei Hetzkampagnen um Wirkung, nicht um Fakten – wer braucht schon Seriösität?! Und so einer wird einem als “Experte” verkauft…

  3. Schau Dir die Studien an. Die sind nicht neu, und wären sowieso erschienen.
    Damit begibt man sich auf genauso dünnes Eis, wie wenn man dem Rapper Kaas vorwirft, dass er “ausgerechnet jetzt” sein Album releasen wollte. Das war ein Zufall.

    Die Diskussion war auch vor dem Amoklauf aktuell, wenn auch nicht in der breiten Presse, aber durch den Kölner Aufruf z.B.

    Was den Herrn Prof. Pfeiffer angeht: Man kann ihm nicht aberkennen dass er tatsächlich ein Experte auf seinem Gebiet ist. Und ihm wird häufiger bescheinigt dass er wissenschaftlich korrekt arbeitet. Die letzten beiden Studien des KFN (nicht notwendigerweise von ihm, muss man immer dazusagen, das KFN hat noch mehr Mitarbeiter) sind als Pdf erhältlich, im Forum sind beide verlinkt. Schau einfach mal rein, da kann man das alles nachlesen, und nicht in verkürzter Form sondern wissenschaftlich.

    Ich möchte am Rande auch noch gerne dazu aufrufen, Leute nicht zu diskreditieren, nur weil sie unter Umständen anderer Meinung sind als wir. Das ist nicht sonderlich demokratisch. Und der Prof. Pfeiffer ist nicht von irgendwem uns als Experte “verkauft” worden, sondern hat sich seinen Ruf als Experte schon größtenteils erarbeitet.
    Dass auch solche Experten nicht immer einwandfrei argumentieren (was Herr Pfeiffer in der Vergangenheit auch ab und zu getan hat, wie jeder weiss) ist nur menschlich.

    Gruß
    Aginor

  4. Na, du wirst doch zustimmen das der Zeitpunkt bemerkenswert “gut” getroffen ist, oder?!
    Zu Pfeiffers Arbeitsweise (ganz wissenschaftlich) -> http://tinyurl.com/ckasem
    Achja, nur weil ein jemand immer wieder vorgestellt wird als “Experte” ist er noch lange keiner, und das gibt er ja auch zu – Pfeiffer: “Ich spiele nicht, niemals!”. Und natürlich muss er das auch nicht, nur sind dann Zweifel angebracht seine Fähigkeit betreffend ein Game objektiv zu beurteilen. Diskreditiert hab ich ihn damit noch lange nicht, er fordert teilweise sogar das richtige (Ganztagesbetreuung zB) nur mit den falschen Mitteln (und das eben mit missionarischem Eifer) ;)

  5. Hab daa mal gelesen.
    Von der Tatsache abgesehen dass der Verfasser dieses Artikels ähnlich verallgemeinernd schreibt wie er es Pfeiffer vorwirft, muss man natürlich sagen dass der Großteil seiner “Verfehlungen” noch aus dem Jahr 2006 stammt.
    Ich war und bin mit seinen Aussagen aus dieser Zeit nicht einverstanden und gebe Dir vollkommen Recht dass der Mann davon keine Ahnung hat.

    Muss er allerdings nicht. Herr Prof. Pfeiffer war nie ein Computerspiel-Experte, er ist es nicht, und er wird es wohl auch nie werden. Was er allerdings ist, und wenn man in die aktuellen Studien des KFN reinschaut wird einem das auch deutlich, das ist ein Experte für Kriminalpsychologie, spezialisiert auf Jugendliche und Medien. Auf diesem Gebiet hat er langjährige Erfahrung und ist anerkannt.

    Der Hauptfehler den er gemacht hat, ist der, seine “alten” Studien (die im übrigen durchaus veröffentlicht sind, da liegt der Verfasser des von Dir verlinkten Artikels falsch) so darzustellen, als wären sie repräsentativ für ganz Deutschland und er hat was die Kausalität der Feststellungen angeht in der Presse übertrieben.

    Aber wie gesagt: Schau Dir an was er aktuell von sich gibt, und untersuche die Studien.
    Er ist besser geworden. Und seine Bekanntheit wird uns Gamern nützen, wenn er wissenschaftlich korrekt über das Thema redet, denn dann MUSS er ja sagen was die Forschung ergibt, und das ist eben dass Computerspiele einen Einfluss haben, aber nicht der Hauptgrund für egal welches Verhalten sind.

    Gruß
    Aginor

  6. Wieso verallgemeinern? Der Artikel befasst sich eben mit Pfeiffer…?!
    Und selbstverständlich muss man kein wandelndes Lexikon der Videospielgeschichte sein um die (vermeindliche) Wirkungsweise von Spielen (Suchterregend, Agressiv machend, “dick, dumm, faul und gewalttätig”-machend, etc) zu untersuchen. Aber um es ernsthaft beurteilen zu können sollte man sich zumindest mal selber damit auseinander gesetzt haben. Es käme wohl auch keiner auf die Idee religiösen Fundamentalismus auf Basis von Befragungen zu untersuchen, ohne die zugrunde liegende Bibel, Koran, Talmut, was auch immer, zu lesen.
    Es ist übrigens eine schöne Theorie zu glauben das seine Bekanntheit etwas nützt weil er sagen muss was die Forschung ergibt (denn er bezieht sich nur auf SEINE Forschungen). Kleines Beispiel? Die BBFC hat ermittelt das der Einfluss von Spielen geringer ist als der von Filmen -> http://tinyurl.com/ddu2lr – nur nimmt er abweichende Meinungen eben nicht zur Kenntnis sondern fordert munter das Vertriebsverbot (oder, auch nicht, wie am Mittwoch bei “Hart aber fair” – ist anstrengend dem manchmal zu folgen) ;)

  7. Stattdessen wird weiter die Wahrheit, freundlich formuliert, arg strapaziert ala “Die USK ist zu industrienah”, funktioniere nicht weil nicht mehr indiziert werden darf usw.

  8. Ui, vorsicht!
    Nicht die USK mit denen verwechseln die indizieren, das macht die BPJM.

    Und auch wenn ich Pfeiffers Meinung zur USK nicht teile, so ganz weit weg von der Realität ist er evtl. gar nicht, wenn er ein bisschen eine Verschwörung wittert, wenn man berücksichtigt, dass das eine Selbstkontrolle ist, und die Einstufung eines Spiels “ab 16” anstatt “ab 18” dafür sorgen wird, dass das Spiel sich zigtausendmal mehr verkauft.

    Es gab in der Vergangenheit schon durchaus Zweifel an solchen Selbstkontrollen.
    Genau deswegen bin ich auch der Meinung dass gerade in dieser Sache die Fakten auf den Tisch kommen, denn dann können alle aufhören zu mutmaßen.

    Gruß
    Aginor

  9. Und wieder einmal wiederspricht sich Herr Pfeiffer selbst.
    er hatte selbst noch vor einigen Tagen in hartaberfair bestätigt, dass Egoshooter nur ein geringer Faktor wären.

    Lieber Herr Pfeiffer, entscheiden sie sich für eine Seite, aber geben sie sich nicht immer so oportunistisch!

  10. Nein! Auf keinen Fall!
    Ein Wissenschaftler sollte sich niemals für eine Seite entscheiden. Er soll forschen und Ergebnisse bringen, egal wie die aussehen.

    Wenn die herausfinden dass aus irgendwelchen Gründen Egoshooter wirklich übel sind, dann soll das genauso publik werden wie umgekehrt.
    Klar wär’s blöd, aber wenns so wäre dass Egoshooter Kinder zu Mördern machen (überspitzt gesagt), dann wäre ich mit einer Indizierung des kompletten Genres einverstanden.

    Gruß
    Aginor

  11. Sry für doppelpost.

    @Mystical:

    ————-
    Und wieder einmal wiederspricht sich Herr Pfeiffer selbst.
    er hatte selbst noch vor einigen Tagen in hartaberfair bestätigt, dass Egoshooter nur ein geringer Faktor wären.
    —————
    Wenn Du auf den geposteten Artikel anspielst, der ist zwei Jahre alt. Pfeiffer hat in der Zwischenzeit mehrfach betont, dass Killerspiele nur einer von vielen Faktoren sind. Das war nicht erst bei “Hart aber Fair” so.

    Gruß
    Aginor

  12. Ja danke, ich weiss wer indiziert ^^ Trotzdem ist es dummes Zeug da das, was indiziert werden könnte, gar nicht erst vorgelegt wird in der Praxis und bei jeder USK-Entscheidung ein Jugendschutzbeauftragter der Länder mit am Tisch sitzt ;) Ergo wärs kein Problem für die Behörden Widerspruch einzulegen innerhalb von 10 Tagen. Es sei denn die USK ist gar nicht so schlecht wie Pfeiffer es gern hätte…

  13. Jop, da gebe ich Dir Recht.
    Vor allem da die BPJM, wenn ich mich recht erinnere, seit der Reform entgegen dem was der Herr Herrmann auf Phoenix behauptet hat, selbstständig tätig werden kann. Das heisst die 10 Tage sind wurst, auch ein bereits eingestuftes Spiel kann nachträglich indiziert werden. Genau wie die BPHM ja auch ohne Anzeige anfangen darf zu arbeiten. Früher haben die nur auf Antrag einer Staatsanwaltschaft, eines Jugendamtes etc (keine Provatpersonen) überhaupt erst angefangen ein Spiel anzuschauen. Das erklärt nämlich warum manche Sachen indiziert wurden und manch schlimmere nicht. Da wurde schlicht kein Antrag gestellt.

    Gruß
    Aginor

  14. @aginor
    ich hab das datum des berichts nicht gewusst, sorry.
    aber ich habe irgendwie nicht das Gefühl, dass man ihn Wissenschaftler nennen kann.
    ich finde nähmlich, dass er, wenn er schon so schlagende Ergebnisse findet, sie wenigstens veröffentlichen könnte.

    Und warum ist der obige Artikel alt, wenn er vom Admin mit neuer Forschungsbericht betitelt wird?

  15. Mag sein das sich unser Pfeifferlein jetzt etwas diplomatischer gibt als früher, das ändert aber nichts an seinen Absichten.
    Über die korrektheit seiner Forschung kann ich keine Aussage tätigen, da ich nicht mit den Details dieser vertraut bin.
    Das Ergebnis einer Studie hängt aber sehr oft vom Versuchsaufbau/ablauf ab und so können auch zwei Forschungsinstitute die den gleichen Sachverhalt untersuchen zu abweichenden Ergebnissen kommen.
    Man nehme nur mal die Rekrutierung der Testpersonen, da ist es praktisch schon auschlaggebend ob man hauptsächlich Großstadtmenschen oder Leute vom Land hat.
    Bei psychologischen studien wo Mentalität, Erziehung und andere Faktoren eine Rolle spielen, ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor.

  16. @ Mystical:

    Ich dachte Du beziehst Dich auf den Artikel, den Jan um 14.00h gepostet hat. Und der ist wirklich älter. Der vom Admin gepostete ist brandneu und so wies aussieht wissenschaftlich einwandfrei. Im Gespräch mit Jan hatte ich auf den von ihm geposteten Artikel Bezug genommen, auf dessen Basis Prof. Pfeiffer kritisiert wurde (und teilweise ja auch zu Recht).

    @Kraid:
    Genau die von Dir angesprochenen Faktoren, die ein solches Ergebnis beeinflussen können, sind in den beiden neusten Studien, die ja als pdf zum Downloaden bereit stehen, aufgeschlüsselt. Es sieht so aus als seien diese Studien repräsentativ. Wohlgemerkt ist das aber meine Erkenntnis, und mein Statistikwissen ist auf das was ich im Studium gelernt habe beschränkt. Schau mal rein, evtl fällt Dir was auf. Im Forum gibts nen Diskussionsthread dazu.
    Ich wiederhole auch nochmal: Man braucht sich nicht zu registrieren im Forum, Gäste können schreiben. Kommt ruhig alle, wir warten gespannt!

    Gruß
    Aginor

  17. Und wo befindet sich das Forum?
    Oh hab’s gefunden. Ist etwas versteckt.
    Sollte man vielleicht besser in der Navi-Leiste unterbringen statt es unter feedback zu verstecken, dann gäbe es sicher auch mehr Leute die mal reinschaun.

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