Steinmeier bei Beckmann

Beim Gespräch mit dem Kanzlerkandidaten der SPD muss natürlich auch Winnenden angesprochen werden. An meisten Zeit wurde den Videospielen gewidmet, über deren Verbot natürlich wieder eine Debatte geführt werden muss. Steinmeier gibt an, dass er sich über Videospiele wie CounterStrike informiert hätte. Sein Fazit:

Was da so gespielt wird ist einigermaßen verrückt und erschreckend.“

Beckmann selbst forcierte das Thema, wo sich ja schließlich alle Wissenschaftler einig seien, dass es eine kausale Beziehung gebe. Übrigens, selbst Gesine Schwan, möglicherweise die zukünftige Bundespräsidentin, hat Verbindungen zum Kölner Aufruf.

25 Gedanken zu “Steinmeier bei Beckmann

  1. Ach gottchen … der Herr Steinmeier wieder. Was der sich schon überall informiert und einsetzt, das der Mann noch Zeit für Schlafen und Essen findet ist ein Wunder. (Meine These, er hat sich von Experten einige Infos über diese brutalen Killerspiele besorgt)

  2. Es ist traurig zu sehen, wie sich die öffentlich-rechtlichen Sender an der Hetze beteiligen. Höhepunkt an diesen Tag waren für mich aber die Tagesthemen in denen die von Christian Pfeiffer initiierte Studie über teenager angeschnitten wurde (was ja schon traurig genug ist) und später von irgendeiner Expertin im ungefähren Wortlaut gefordet wurde „WOW mit einen Tool zu versehen, das die Spielzeit für Eltern kontrollierbar mach…“.
    Dazu nur soviel http://www.wow-europe.com/de/info/faq/parentalcontrols.html

    Und Forderungen nach einer Freigabe ab 18…-.-
    dazu fehlen mir die Worte!
    Vielleicht sollte man mal die Eltern stärker in die Pflicht nehmen und nicht blind mit Verboten umsichwerfen!

  3. Auch wenn es sich „nur“ um Spiele handelt – man sollte sich schon Gedanken darüber machen was hier passiert… Und was das eigentlich ist das hier läuft, sowie wohin es überall führen kann: da passiert ausgerechnet in dem Land (erneut) ein Verbrechen welches damit in Zusammenhang gebracht wird, das die rigidesten Bestimmungen und Medienverbote bereits hat, und was wird in der Öffentlichkeit verlautbart? Ahnungslosigkeit über diese Bestimmungen, sowie weitergehende Verbote und/oder Empörungen über (vermeintliche) Inhalte.

  4. Haltet mich für Verrückt, aber ich bin was die Alterseinstufung von World of Warcraft und vergleichbaren Spielen angeht einer Meinung mit Herrn Prof. Pfeiffer.

    Ich selbst spiele seit vielen Jahren PC-Spiele, seit 2 Jahren auch Onlinespiele wie WoW und Guild Wars, angespielt habe ich auch WAR und AoC, und ich muss sagen: Da ist schon was dran. Man spürt gerade bei WoW regelrecht wie es einen „reinzieht“. Das mag für einen Erwachsenen oder einen halbwegs gefestigten 18jährigen spannend, interessant, und auch kein Problem sein, wohl aber für Jugendliche.
    Wobei ich persönlich der Meinung bin, dass WoW im Vergleich zu GW deutlich schlimmer ist was die Suchtgefährdung angeht. Durch Dinge wie Tagesquests und Saisonereignisse (man verpasst schlichtweg was wenn man nicht spielt), das Berufssystem (vor allem wenn man bestimmte Dinge nur einmal am Tag kann) sowie die Fixierung auf Ausrüstung, die (was ja die Spieler auch wissen) mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit an einem bestimmten Ort droppen kann, und die Tatsache, dass man ja „umsonst bezahlt“ wenn man mal ein paar Tage nicht spielt verspürt man einen Zwang zu spielen.

    Ich hab mal ein paar Leute aus meinem Umfeld in den Spielen befragt, und eigentlich jeder bestätigt mir genau diese Gefahr. Ob man die Gefahr für sich sieht oder nur für andere, diese Sichtweisen sind natürlich unterschiedlich. Das kommt auf den Charakter an.
    Aber genau der Charakter sollte eben gefestigt sein, wenn man anfängt zu spielen. Und das ist bei Jugendlichen unter 18 eben nur in Ausnahmen schon der Fall. Deswegen bin ich für WoW ab 18.
    Wenn Kinder und Jugendliche das Spiel unbedingt spielen wollen, dann sollen Eltern das prüfen und für ihre Kinder kaufen, das ist ja dann legitim. (Im übrigen muss man laut Blizzard doch sowieso 18 Jahre alt sein, um überhaupt einen Account anlegen zu dürfen. Und der, der den Account anlegt kann doch dann auch die Spielzeit regulieren…)

    Mann ich schreibe hier schon wieder alles voll, wo es doch das Forum gibt….

    Gruß
    Aginor

  5. @Aginor:
    Keine Sorge, machen fast alle (also, das hier schreiben trotz Forum).
    Was mich in deiner Argumentation verwundert, ist, dass du den Eltern zwar die Verantwortung zugestehst, beim Kauf des Spiels zu entscheiden, ob es für ihr Kind geeignet ist oder nicht, jedoch dennoch für eine ab 18 Freigabe für MMO’s plädierst.

    Selbst wenn ein Kind keinen „ausreichend gefestigten Charakter“ hat, um für sich Grenzen zu setzen, so sind die Eltern durch WoW o.Ä. dennoch nicht ihrer Verantwortung gegenüber ihrem Kind enthoben. Wenn es ausufern sollte, dann ist es, so sehe ich es zumindest, die Verantwortung der Eltern, das Kind wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, sei es notfalls indem sie den Stecker ziehen.

    Gefährdeter sähe ich da die alleinlebenden Volljährigen, die für sich selbst die Verantwortung tragen. Wenn man einem Volljährigen zumuten kann, zu wählen oder Auto zu fahren, dann doch wohl auch, dass er erkennt, dass die von dir angeführten Beispiele zwar zum häufigen Spielen animieren, jedoch nicht längere Zeit beschäftigen (zB das Berufssystem ist eine Sache von vielleicht 10 Minuten täglich – was schon sehr hoch gegriffen ist) bzw. dass man keinen nennenswerten spielerischen Nachteil davonträgt, längere Zeit Pause zu machen.

  6. Naja, ich finde schon dass man einen Nachteil hat, denn alle anderen spielen ja weiter, die Gilde, die Freunde, etc. Allein der unterschiedliche Ausrüstungsstand ist problematisch, und wenn dazwischen ein Addon rauskam…. Meine Chars sind bis auf einen noch 70, weil ich nicht mehr so viel spielen kann und will wie früher.

    Was das ab 18 und den scheinbaren Widerspruch angeht:
    Die Altersfreigabe dient ja der Einschränkung des Verkaufs dieser Spiele.
    Und genauso wie ein 6-jähriger mit Begleitung in einen Kinofilm gehen darf, der „ab 12“ freigegeben ist, finde ich es legitim, dass die Eltern entscheiden können BEVOR das Spiel verkauft wird. Wenn WoW „ab 12“ bleibt, dann kann sich das Kind rein theoretisch ganz unbesehen von den Eltern das Spiel kaufen, installieren und spielen.
    Die Eltern sollten als Kontrollinstanz bleiben.

    Im übrigen ist es das selbe wie mit dem Alkohol: Eltern dürfen ihre Kinder am Bier oder am Wein probieren lassen, aber der Schankwirt kriegt auf die Nuss. Und Zu Recht!
    (ok, im nachhinein betrachtet hinkt der Vergleich schon leicht, aber ich lass es trotzdem stehen)

    Gruß
    Aginor

  7. Der unterschiedliche Ausrüstungsstand stellt kaum ein Problem dar, dafür ist es derzeit viel zu einfach (von manchen Sachen wie Boss + 3 zusätzliche Gegner abgesehen, von denen man aber höchstens ein Reittier oder einen Titel vor dem Namen erhält). Auch lässt sich der Ausrüstungsstand durch Rufbelohnungen etc. extrem schnell aufholen (mein zweiter 80er Charakter stand nach einer Woche den meisten anderen Charakteren in meiner Gilde nicht nennenswert nach – will nicht prahlen, nur verdeutlichen, wie schnell sich diese Defizite aufholen lassen).

    Ich sehe immer noch das Problem nicht.
    Inwiefern bleiben die Eltern denn nicht Kontrollinstanz? Es ist nicht so, dass sie einem Kind, das gerade WoW spielt, keine Vorschriften mehr machen könnten.

  8. Zum Ausrüstungsding:
    Ich als Gelegenheitsspieler finde schon dass es eine ganze Weile dauern kann, bis man mit Randoms in ordentliche Raids kommt und dann auch noch was abbekommt. Aber das kann natürlich auch an meinem persönlichen Würfelpech liegen.

    Zur Sache mit der Kontrolle:
    Der erste Punkt ist: Es ist immer schwerer, einem Kind ein Spielzeug wieder weg zu nehmen, als es ihm gar nicht erst zu kaufen. Bzw. mit mehr Problemen behaftet.

    Der Zweite Punkt ist dass die Altersfreigaben auch ein Hinweis sind, also eine Information. Ein Warnsignal vielleicht sogar. Z.B. Wenn das 13-jährige Kind sagt es will WoW, es erklärt die Kosten, die Eltern finden die Kosten ok, schauen auf die Packung: Comicgraphik, kein Blut, das Ding ist ab 12 –> Es ist harmlos. Sie kaufen es. –> Es ist nicht wirklich geeignet aus o.g. Gründen. Und nachher hat keiner was gewusst.
    Wenn das Kind aber mit einem „ab 18“ Titel auftaucht werden die Eltern evtl. etwas vorsichtiger und schauen nach was das ist, informieren sich. Und im Zweifel kaufen sie es eben nicht.

    Der Witz ist: Gerade bei WoW existiert ja die Möglichkeit der elterlichen Kontrolle. Genutzt wird sie kaum, fast alle Kinder haben das Passwort ihres Accounts. Die Eltern kennen sich nicht aus und das ist schlecht.

    Und natürlich müssen wir nicht einer Meinung sein hier auf dem Board, ich versuche nur, Dir meinen Standpunkt zu erklären, denn für mich klingt das logisch.

    Gruß
    Aginor

  9. @Mystical
    Ich fürchte du hast Recht, wobei zur Liste auch noch die größten Geschenke für die Armen, die strengsten Auflagen für die Banken und die größten, höchsten, besten [beliebiges einsetzen] dazu kommen werden. So wie es aussieht, werde ich mich diesem „Stimmenkauferei“ nicht beteiligen oder bestenfalls eine der „Sonstigen“ wählen.

    @Melonemelo
    Dieses Tool halte ich nicht für so verkehrt, weil daraus folgen kann, dass sich die Eltern mehr damit auseinander setzen, was Jr. spielt und v.a. wie lange. Immerhin zahlen die Eltern bei Minderjährigen ja die Rechnungen und damit wollen sie sicherlich nichts finanzieren, was potentiell abhängig machen kann.

  10. @Crusader

    Melonemelo wollte glaube ich darauf hinweisen, das es diese Tool bereits seit langen bei WoW gibt, es allerdings jetzt ers von einer „sogenannten“ Expertin gefordert wurde, obwohl es ja schon lange Bestandteil ist.

    Ich bin auch der Meinung, das dieses Tool, für Eltern eine super Hilfe sein könnte ihre Spröslinge bei Ihrer Freizeitbeschäftigung zu kontrollieren und vorzugeben, wie lange sie zB WoW spielen können, leider wird dies allerdings von den meisten Eltern entweder nicht genutzt, weil es ihnen egal ist, oder sie wissen einfach nicht, das es existiert, oder wie man es benutzt.

    MfG Drago

  11. @Aginor:
    Jetzt versteh ich’s.
    Wäre es da aber nicht sinnvoller, wenn auf den Spielepackungen (am besten hinten, die Vorderseite ist genug verschandelt) wie beim PEGI-System Zusatzinformationen stünden, welche möglicherweise bedenklichen Inhalte es in dem Spiel gibt?

    Wir sollten nicht vergessen, dass die USK-Einstufungen eine gewisse gesetzliche Wirkung haben, so zum Beispiel, dass Händler Spiele nur an Personen entsprechenden Alters verkaufen dürfen. Eine „ab 18“ Freigabe oder eine „ab 12“ Freigabe mit Hinweis auf Suchtpotenzial sind hier 2 ganz andere Paar Schuhe, zB um Eltern über das Spiel zu informieren, aber auch, wenn man den Absatz des Spiels betrachtet.

    Um letzteren muss sich WoW keine Sorgen machen, würde man MMO’s aber grundsätzlich in Deutschland erst ab 18 freigeben, würde das den deutschen Markt für MMO’s zum Teil sehr unattraktiv machen.

  12. @Aginor:
    Ich finde, dass GW einen genauso hohen Suchtfaktor hat wie WoW (und ich weiß es aus Erfahrung!). Was in WoW die Ausrüstungsgegenstände und Special Items sind, sind in GW die Titel, die man zB durch das vollständige Aufdecken der Karte bekommt oder durch das beenden der Hauptquest in allen Teilen.
    Das schlimmste ist, das ich selber wirklich süchtig nach den Spielen war, und ich es nicht gemerkt habe, bzw. nicht eingestehen wollte und ich denke an dieser Stelle versagen (meistens) die Eltern als Schutzinstanz. Meine Eltern haben mir zG einen Riegel vorgeschoben (Timer im Rechner), aber ich will nicht wissen, wie solche Fälle bei Kindern eskalieren, deren Eltern es egal ist, wieviel ihre Kinder spielen.

    Frohes Zocken

    – Ps: Seltsame Forumulierungen bitte versuchen zu verstehen, ich bin zur Zeit etwas gerädert aufgrund der Klausuren :D.

  13. @ Poddel:
    Ja, dass Guild Wars wie alle MMOs Suchtpotential aufweist, das streite ich keinesfalls ab. Ich habe auch eine ganze Weile Guild Wars gespielt, bevor ich mit WoW angefangen habe, und bin jetzt wieder auf Guild Wars umgestiegen, weil mir die Lust an WoW vergangen ist.
    Nur war es zumindest bei mir persönlich so, dass Guild Wars aufgrund seines Fokus auf den Kampf (keine Berufe und sonstige Fertigkeiten) und der fehlenden monatlichen Kosten (man „vergeudet“ nicht Geld wenn man mal nicht spielt) einen weniger stark vor den PC „zwingt“, damit man Schritt halten kann. Ich habe anderthalb Jahre nicht gespielt (mein Charakter war als ich auf WoW umstieg gerade 20 und hatte die beste Rüstung zusammen, nicht mal eine Kampagne durch, nur den Großteil von Prophecies und den Anfang von EN) und konnte als ich vor 2 Wochen wieder angefangen habe sofort „vorne“ mitspielen. Ich habe quasi nichts groß verpasst in den 19 Monaten die ich nicht gespielt habe. So ewtwas macht das zeitweilige Aufhören einfacher, also wenn man nicht viel verpasst (oder zumindest nicht das Gefühl hat, was zu verpassen.)
    Aber wie gesagt, Guild Wars hat selbstverständlich ebenfalls ein hohes Suchtpotential. Ich habe nur gemutmaßt, dass es geringer sei als das von WoW.

    @ Mortipher:
    Ich halte das PEGI-System was die Kennzeichnung angeht für dem Kennzeichnungssystem der USK in allen Punkten überlegen. Diese Sache mit der Aufschlüsselung ist eine gute Sache und differenziert einfach viel besser, man kann einfach die Gründe sehen.
    Leider löst es das Problem nicht, dass die Eltern die Packung des Spiels unter Umständen nie zu Gesicht bekommen, sondern das Kind das eigenmächtig kauft und in Betrieb nimmt, bevor die Eltern sich informieren können, um rechtzeitig reagieren zu können. Das schlimme am Suchtpotential dieser Spiele ist ja, dass man eben in den ersten paar Tagen davon meistens noch nicht so viel merkt. Da sieht man nur die schöne Welt und die ganzen tollen Figuren und so.
    Das ganze ist durchaus diskussionswürdig, aber ich gebe Dir in sofern Recht dass Spiele mit derartigem Suchtpotential zumindest gekennzeichnet werden sollten.

    Gruß
    Aginor

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