Stellungnahmen zum Verbot

BIU und Deutscher Kulturrat lehnen die bayrische Verbotsinitiative ab:

Die Tatsache, dass der Täter im Besitz von Computerspielen war, ist nicht weiter verwunderlich – Computerspiele sind ein fester Bestandteil der Jugendkultur. […] Der BIU warnt mit Rücksicht auf die Opfer der Winnender Tragödie, den Blick auf die eigentlichen Tatumstände nicht durch eine unsachliche Debatte über ein Verbot von sogenannten „Killerspielen“ zu verstellen.“ (BIU)

Statt einer Verbotsdebatte steht nach den schrecklichen Ereignissen von Winnenden dringend eine Bildungsdebatte an.“ (Deutscher Kulturrat)

Der Deutsche Kulturrat bietet übriges dieses Buch zum kostenlosen Download an: „Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz“.

40 Gedanken zu “Stellungnahmen zum Verbot

  1. Ich gestehe. Ich bin süchtig. Nach dieser Seite hier.
    Ich hab das Ding schon auf der Platte und schau mal rein.

    Gruß
    Aginor

    P.S.: Bitte sperrt mich nicht, ich bin kein Spammer. Ich bin nur grad voll drin in der Debatte (und mache auch mein Umfeld damit irre… Aber das ist einfach wichtig)

  2. Richtig so… fast Jeder, den ich kenne, hat irgendeinen Shooter auf seiner Konsole oder am PC… Teilweise sogar Frauen! Gut, ich bin etwas älter, aber hieran kann man auch erkennen, dass es hier nicht nur um Jugendlich geht, sondern um erwachsene Menschen!

    Ich kaufe kaum noch Spiele in Deutschland, weil ich keine Lust auf zensierte Spiele habe (und um Geld zu sparen).

    Die erneute Debatte um Spiele ist doch eh eine Farce. Noch NIE hat ein Spiel jemanden getötet. Es ist doch genau andersherum! Seitdem Spiele „mainstream“ sind kam es zu immer weniger Opfern wegen Amokläufen Jugendlicher. Und was haben ALLE Amokläufer gemeinsam? Ja, ALLE hatte in irgendeiner Weise Kontakte zu Schützenhäusern. Dort wird jedoch keinesfalls ein Verbot für Jugendliche gefordert… Komisch, nicht wahr?

  3. Dass Spiele in mancher Hinsicht nicht unproblematisch sind, vor allem dann wenn man sie viel spielt (ich rede hier von 2,5h und mehr täglich und unbeaufsichtigt) ist unstrittig.

    Es liegt eben in der Verantwortung von uns Erwachsenen, das alles neutral zu bewerten und uns entsprechend zu verhalten.
    Ich finde es verantwortungslos, wenn ein Vater seinem Sohn vormacht, dass Familienleben daraus besteht, dass man heimkommt und sich vor den Rechner setzt um zu zocken. Bis zum Abendessen, danach gehts weiter, bis in die Nacht. Gewalthaltige Spiele. Der Junge schaut zu. Ein Dialog in der Familie findet nicht statt.
    Es steht jedem frei, diesen Text durch Suchen und Ersetzen von verschiedenen Begriffen auch gleichermaßen auf das Waffenproblem und Schützenvereine zu übertragen. Oder auf Filme. Oder sonstwas.

    Das wichtige ist: Die Familie ist gefordert. Wir Computerspieler müssen einfach in der Gesellschaft mitmachen. Und uns nicht nur zuhause im stillen Kämmerlein aufregen.

    Ich persönlich kaufe übrigens die Spiele hier in Deutschland, die meisten Zenzurmaßnahmen über die sich Leute so aufregen finde ich nicht schlimm.

    Gestört haben mich nur extrem
    – System Shock (grünes oder gelbes Blut)
    – Roboter in Half Life 1, und plötzlich Quietscheentchen auf dem Boden.

    und ähnliches.

    Die meisten Spiele die ich auf englisch gespielt habe, habe ich aber deswegen auf englisch weil die Übersetzung mies ist. Die Zenzur hat ein Spiel in meinen Augen noch nie so beschnitten dass es nicht mehr spielbar gewesen wäre oder ein wesentlicher Teil mir „weggenommen“ wurde.

    Gruß
    Aginor

  4. zum Download des Kulturrates: ich konnte jetzt zwar aus Gründen des Endes meiner Mittagspause nur die Einleitung lesen, aber diese klingt schon mal vielversprechend:

    „Es wird zwar ein Zusammenhang zwischen bestimmten Spielen und dem Verhalten Jugendlicher nicht ausgeschlossen. Die Wirkung hängt jedoch entschieden von gesellschaftlichen (und familiären) Kontexten ab, in denen sich die Jugendlichen befinden. Und in diesen stellt sich die Frage nach Anerkennung,
    nach Entwicklungsmöglichkeiten und nach Lebensperspektiven. Der norwegische Friedensforscher
    Johan Galtung hat zudem schon vor Jahren den Begriff der strukturellen Gewalt eingebracht. Als gewaltförmig müssen demzufolge auch Verhältnisse gelten, die systematisch Anerkennung und Entwicklungsmöglichkeiten vorenthalten. Wer sich weigert, das Problem der Gewalt Jugendlicher in diesem Kontext zu diskutieren und sich stattdessen auf einfache monokausale Erklärungen stützt, will die gesellschaftlichen Verhältnisse und deren Wirkungen nicht wahrnehmen.“

    Und immer dran denken: das sagt der Kulturrat…

  5. Haltet mich für verrückt, Leute (nicht dass es das erste mal wäre), aber ich sehewirklich in Teilen der Diskussion eine Verbesserung gegenüber den vergangenen Jahren.
    Vielleicht ein Licht am Ende des Tunnels. Für uns Gamer, und für die Gesellschaft in der wir leben. Es gibt Hoffnung.

    Gruß
    Aginor

  6. Welche Spiele hatte denn Tim K. auf seinen Computer nun eigentlich? (Welche wurden bestätigt?)

    Außer Counterstrike, das er wahrscheinlich nur 0,1 Stunden gespielt hatte, gab es doch kein weiteren, oder?

  7. Das bleibt ja auch zu hoffen.
    Den wenn man sich mal mit der wirklichen Problematik aussereinander setzen würde,
    wären die Chance solche Gewalttaten in Zukunft zu verhindern deutlich größer.
    Stattdessen sucht man sich lieber etwas – für das eigentlich Thema zumindest – völlig irrelevantes prescht populistische Phrasen.

    Das wir hier in Deutschland anders als in den USA nur einen Bruchteil der Toten durch Schusswaffen haben liegt daran das es hier Gesetze gibt, dass heisst aber nicht das man sich nicht trozdem mal sinnvoll mit diesem Thema auseinander setzen sollte.
    Ich stelle mir die Frage warum hat der Vater von Tim K. auch wenn er es durfte 18(!) Schusswaffen. Und legt dann noch ne Beretta und 250(!)Schuss ungesichert in seinen Nachtisch. Das Ganze erleichtert die Tat von Winnenden dann ungemein, weil niemand musste da noch den Schwarzmarkt bemühen und zu guter letzt ist das dann zumindest nach unserem tollen Waffenrecht eine Ordnungswidrigkeit(ist nach deutschem Recht eine Gesetzesübertretung (genau: eine rechtswidrige und vorwerfbare Handlung), für die das Gesetz als Ahndung nur eine Geldbuße vorsieht !). Ich denke da würde sich doch schon mal eine Änderung bezüglich der Menge von Waffen die man besitzen darf anbieten.
    Darüber zu reden wäre allemal sinnvoller als sich Wochenlang die Zeit mit blödsinnigen Totzuschlagen und am Ende doch nichts verändern weil Gras drüber gewachsen ist.

  8. Also ich meine ich hab nur Counterstrike und Far Cry 2 gehört.
    Und ja, die Frage nach der Legalität dieser Spiele stellt sich auch immer. Vor allem weil Tim eben erst 17 war. Wenn er die legal hatte, woher denn? (Gut, das ist leicht zu beantworten, vermutlich hat er sie sich einfach selber gekauft.)

    Gruß
    Aginor

  9. Gut, das mit Far Cry 2 wird überall gesagt, aber dies wurde nie von der Polizei bestätigt.

    Außerdem meinen sie: „er habe X um X Uhr gespielt“ so als ob sie nebengesessen haben.

    Von daher möchte ich gerne wissen wie sie alle auf soetwas kommen.

  10. Anhand von Logdateien und Dateizugriffen kann sowas gehen. Filesysteme speichern mehr als Windows einem einfach so mal schnell verrät. Also wenn die Daten aus den Ermittlungen der IT-Spezialisten der Polizei stammen kann es durchaus sein dass diese Präzision drin ist.

    Ich zweifle das allerdings etwas an, denn es ist nicht gerade üblich, dass die Polizei solche Daten aus laufenden Ermittlungen an die Presse gibt….

    Gruß
    Aginor

  11. …oder besser der eigentliche Skandal: Basierend worauf ist eigentlich diese Debatte entstanden ???
    Mir ist nur eine Kurze aussage der Polizei,mit der Anmerkung das nix unübliches gefunden wurde bekannt!
    Wenn man das dann betrachtet ist doch das mediale Resultat mehr als Grotesk
    Irgendwo hatte ich was dazu gepostet…

  12. Bei der Anzahl von Dingen die Du schon gepostet hast wird das ne Suche nach der Nadel im Heuhaufen :D

    Ne, aber im Ernst, mir kommt es so vor:
    ——-
    Polizei: Wir haben nichts ungewöhnliches gefunden.
    Reporter: Waren da Spiele auf dem Rechner?
    Polizei: Ja, das übliche halt, das alle Jugendlichen haben.
    Reporter: Auch CS oder so?
    Polizei: Ja, das und noch eins. Far Cry 2. Also nichts ungewöhnliches und er hat auch nicht viel gespielt.
    Reporter: SCHLAGZEILE!!! DER TIM HAT K-I-L-L-E-R-S-P-I-E-L-E GESPIELT!!!
    ——-
    Tolle Berichterstattung. Ich suche nach etwas dann finde ich auch was.

    Gruß
    Aginor

  13. @Aginor
    und wiedereinmal wird gezeigt:
    Man kann überall alles finden!

    Das dann doch mal jemand bemerkt, dass die aktuelle Debatte sinnlos ist, der dann auch zu Wort kommt, freut mich dann doch sehr.
    Ich dachte schon das würde überhaupt nichtmehr passieren.

  14. Halt, halt!!

    Das war satirisch, ich hab mir das grade ausgedacht!
    Ich weiss halt wie Reporter arbeiten, ich würde fast wetten dass es so war!

    Sorry für den Aufreger!

    Gruß
    Aginor

  15. @amegas zu deiner frage ob die spiele legal erworben wurden oder nicht.

    ist das denn wichtig? tatsache ist das er sie hatte aber haben sie dafür geführt das er losrennt und einen rundumschlag gegen sein umfeld führt?

    ich denke nicht genausowenig wie ich denke das die verwahrung der waffe wirklich das problem ist.

  16. Far Cry 2?

    Nur Spiegel Online hat gemeint, er hätte es gespielt. Sogar im Fernsehn…

    danach haben manche „abgeschrieben“.

    Wo wird von der Polizei bekannt gegeben, dass er Far Cry 2 gespielt hat, und auch noch eine bestimmte Zeit?
    Außerdem kann man sicherlich auch nicht an die „Logdateien“ erkennen, ob Tim das Spiel überhaupt 2 Stunden gespielt hat.

    Es kann auch sein:
    Spiel an – Tim muss Essen gehen, etc. – Spiel wieder aus.

    Und überhaupt: Diese in Verbindung zu bringen ist genau so, als ob man alle Autounfälle mit den durch LKWs entstandenen Schlaglöcher begründen will.

  17. @seth: ja, es ist wichtig ob er mit 17 Jahren ein USK 18 Spiel im Laden gekauft oder im Im Internet heruntergeladen hat, das könnte die Diskussion enorm beeinflussen !

  18. Klar, anhand der Daten des Filesystems kann man lediglich erkennen, wann Dateien verändert wurden, bzw. wann zuletzt zugegriffen wurde. Solche Sachen. Man könnte also zB sehen dass er zwei mal gespeichert hat, einmal um 19.30h und einmal um 20.10h. Ob er dazwischen rumstand oder gespielt hat kann man natürlich nicht sehen.

    Und ich gehe wie schon gesagt davon aus, dass die Polizei natürlich NICHTS über laufende Ermittlungen sagt. Zumindest nicht offiziell. Entweder hat die Presse das schlicht erfunden oder es wurde inoffiziell gesagt.

    Und dann fehlt noch der Zusammenhang: Der hat gezockt am Abend. Na und? Das hat er vielleicht jeden Abend gemacht! Die Idee zum Amoklauf kam morgens. So. Was tuts jetzt zur Sache dass er Far Cry oder Hello Kitty Online (lacht nichts, das gibts) gespielt hat?

    Gruß
    Aginor

  19. Genau so ist es. Warum sehen das die Politiker nicht ein?
    Oh halt ich glaub ich weiß die Antwort die jetzt von einem von denen kommen würde: „Weil ich das nicht mag!“

    @hejoba: Die haben 3 Buchstabe und vertreten die Meinung einer größeren Gruppe des Volkes. Da sist schonmal ein Grund mehr als die meisten Parteien dafür haben. Warum sollte man die BUI nicht wählen können?

    @Aginor (erster Post): Versteh ich. Wenn ein Browser sowas auswerten würde dann würde mein Opera schon längst fragen ob ich diese Seite als Startseite haben will^^.

  20. Ich mag den deutschen Kulturrat…und die biu! echt mal, ein lichtblick bei der ganzen debatte…ich zieh mir gleich mal das buch.

    P.S: bin ich die einzigem die bei den schlagzeilen an die „german angst“ denken muss? irgendwie erinnerts mich dran…

  21. @ Murray XVII
    vorsicht, es gibt auch welche, die richtig denken, wir sollten das auseinanderhalten!
    trotzdem hast du irgendwie recht, die Medienwirksamen Politiker labern (fast) alle das selbe.

    Wenn die alle so gut bescheid wüssten, wie sie sagen, wär hier ne ganz andere Diskussion am Laufen.

  22. @Mystical13: Die die ich nicht gemeint habe die wissen das schon und die anderen sagen jetz: „…und den mag ich auch nicht!“^^

  23. ach ja, heute hab ich mal nen echten Experten gesehen, geradeeben, logo! Kindernachrichtensendung, ich kuck das immer mit meinen kleineren Brüdern.
    Da ging es auch wieder um den Amoklauf, und zum ersten mal ging es dabei auch um Gewaltspiele.
    Von der etwas ungeschickten Anmoderation ([…]Spiele, in denen man anderen Figuren Gewalt antut.) mal abgesehen, fand ich den Beitrag eigneltich sehr gut.

    Erstmal, warum spielen die Leute solche Spiele? Das wissen wir natürlich.
    und zweitens, was haben die Spiele mit dem Amoklauf zu tun? Und auch da wurde konsequent darauf eingegangen, dass auch viele andere Misserfolge und private/familiäre Probleme die wichtigsten Faktoren sind.

    Eine gewisse wirkung wurde dann mit „[…] spielen, wenn sie wütend sind […] dass solche Spieler, dann wenn sie den PC ausschalten und unter Leute gehen, ein bissche agressiver sind […]“ glücklicherweise nicht verschwiegen.
    +
    +
    In der ARD wurde außerdem die Vorstellung des neuen Berichts der KFN gezeigt, wobei nicht auf Spiele, sondern auf Rechtsextremismus eingegangen wurde, was ich sowieso wichtiger finde.
    Und Herr Pfeiffer meinte, es sei erstaunlich, dass „die rechten Organisationen beim „Einsammeln“ von Jugnedlichen (besonders 15-Jährige) erfolgreicher sind als die konservativen Parteien“.

    mich wundert das kaum, da sich die „Organisationen“ ja um die Jugendlichen bemühen, wobei die eigentliche NPD dabei gar nichts tut.
    Wie übrigens alle anderen Parteien auch. Wenn man da etwas erreichen will, sollten die Parteien eher versuchen, die Jugendlichen zu überzeugen.

    Ich glaube, am Rechtsextremismus ist für Jugendliche die Kameradschaft (siehe Buch „Radikal von Jana Frey, erschienen bei Hase und Igel) und die Einfachheit so attraktiv:
    „die und die sind schuld, und wir sin gut und prügeln die aus Deutschland raus!“

    Aber Politik ist kompliziert.

  24. http://xbox.ingame.de/kommentare.php?s=372&newsid=88972

    Als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden wird Galeria Kaufhof alle USK 18 Spiele aus dem Sortiment nehmen, verkauft werden nur noch die Restbestände aus den Werbe Prospekten.

    Wiedereinmal kann man an diesem Beispiel sehen wie Videospiele in der Öffentlichkeit gesehen werden. Es ist zu hoffen das sich nicht andere Ketten dieses Paradebeispiel mangelnder Kompetenz zum Vorbild nehmen und genauso handeln.

  25. darf man das jetzt eigendlich als „endsieg“ (darf man das im netz sagen?) und ende aller diskussionen über gesetzesbestimmungen sehen?

  26. @hejoba
    wahrscheinlich leider nein. uns glaubt ja kaum einer, und die wenigsten lesen es überhaupt.

    @amegas
    ja, und es wird wieder mal mit einem brutalen Computerspiel das zielen gelernt^^

  27. Dass Kaufhof Spiele aus dem Regal nimmt finde ich ok. Die waren eh immer mies sortiert.
    Ok, das war jetzt überspitzt.
    Es ist deren Entscheidung, wenn sie die nicht verkaufen wollen. Ich denke nicht dass viele diesem Beispiel folgen, denn es ist wirklich Unsinn.
    Aktionismus gibt es auf allen Seiten.
    Gruß
    Aginor

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.