Computerspielabend bei der CSU

(CSU) Meldung:

„Daher wird Sinner als medienpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion die Mitglieder des Bayerischen Landtages am 17. Juni 2009 zu einem Parlamentarischen Spieleabend im Maximilianeum einladen. […] Der Spieleabend beginnt mit Vorträgen zu verschiedenen Aspekte des Themas „Games“ und bietet anschließend den Mitgliedern aller Fraktionen Gelegenheit, zahlreiche Spiele selbst zu spielen und mit Spieleentwicklern sowie Vertretern von Computerspielverlagen zu diskutieren. […]“

Auch eine Ausweitung des Verbotes scheint an der FDP gescheitert zu sein. Die Pressemeldung beschränkt sich auf diese Forderung:

„Eltern, Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen müssen in die Lage versetzt werden, jungen Menschen den verantwortungsvollen Umgang mit modernen Medien so zu vermitteln, dass diese lernen, sich von gewaltverherrlichenden Angeboten zu distanzieren.“

Herrmann ist sichtlich frustriert:

Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man sich im politischen Berlin weitgehend einig ist, Kinderpornographie im Internet zu verbieten und das mit allen Mitteln auch konsequent durchsetzen will, dies aber bei Gewalt verherrlichenden und extrem grausamen Killerspielen nicht möglich sein soll. […] Entweder der Staat versucht, das durchzusetzen oder er streicht völlig die Segel.“

13 Gedanken zu “Computerspielabend bei der CSU

  1. Ein Spieleabend – wie niedlich. Ob es auch Kaffee und Kuchen gibt und vielleicht eine Elterngruppe? Ich glaub da einfach nicht an den Sinn des Ganzen, auch wenn es heißt, dass die Leute selber spielen können, heißt das ja noch lange nicht, dass diese auch genutzt wird. Stattdessen werden wohl eher Videos gezeigt oder beim spielen zugeguckt ohne das verstanden wird, worum es eigentlich geht.
    .
    Und zu Hermann:
    Der Kerl ist ein Totalausfall auf seinem Posten. Wie kann man Kinderpornos, bei dem nicht „nur“ die Persönlichkeitsrecht von Kindern verletzt, sondern vielfach auch sexuelle Handlungen erzwungen werden mit Computerspielen gleichsetzen, die keine realen Schäden anrichten???? Wer als Innenminister diesen Unterschied nicht kennt, der gehört umgehend abgesetzt!
    Hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber ein Glück, dass die FDP etwas mitzureden hat.

  2. „dies aber bei Gewalt verherrlichenden und extrem grausamen Killerspielen nicht möglich sein soll.“
    Das Argument ist wahrlich nicht neu. Umso fassungsloser bin ich, dass hier ein Politiker erneut seine Unkenntnis gegenüber dem Gesetz zur Schau stellt. Dass der Aktionismus so blind ist, selbst nach der jahrelang anhaltenden „Killerspieldebatte“, bereits bestehende gesetzliche Regelungen zu übersehen um auf-Teufel-komm-raus medienwirksam zu sein, ist ein Armutszeugnis.
    Es wäre lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre, dass solche Menschen, die offenbar keinen zweiten Gedanken an einen Inhalt ihrer Aussagen verschwenden, politische Autorität innehaben.

    Ich hoffe im übrigen, dass er mit seiner Aussage über KiPo nicht die Vorschläge unserer „Big Brother“ Schäuble und von der Leyen meint.

    Dass die FDP anscheinend gehalten hat, was sie im Vorfeld versprach, freut mich dagegen. Ein Zeichen, dass es vielleicht wirklich noch Menschen in der Politik gibt, die an ihren Aussagen festhalten (oder einfach nur Wählerfang unter den Spielern betreiben, wer weiß das schon – ungeachtet dessen die richtige Entscheidung).

    Ein Computerspielabend bei der CSU. Interessant, zumindest. Ermöglicht den Politikern, selbst Erfahrung in den Spielen zu sammeln – hoffentlich über längere Zeit, so dass sie auch die Mechanik hinter den Spielen erkennen. Auch ist es positiv zu sehen, dass Spielebefürworter zur Diskussion anwesend sind.
    Egal auf welchem Niveau das ablaufen wird, in der Theorie klingt es nach einem Schritt in die richtige Richtung.

  3. Ich sehe das genau wie Mortipher: Den „Spieleabend“ finde ich, wenn er denn wirklich so abläuft wie es hier zu entnehmen ist, eine gute Sache. Das sollten nicht nur Politiker machen, sondern sowas sollte an Schulen etc. auch stattfinden. Mit Eltern und Kinder. Damit Eltern und Kinder mal Einblick in verschiedene Genres finden und sich das anschauen können. Natürlich sollten dann Erzieher und Experten (zB Spieler die sich mit allen Spielen auskennen, Werbung für das eine oder andere Spiel sollte natürlich nicht gemacht werden) dabei sind.

    Zur FDP:
    Ich begrüße die Entscheidung der FDP und hoffe dass sie sich, auch über den Wahlkampf hinaus, als liberale Partei auch in Zukunft entschlossen für liberale Ziele einsetzt. Weg vom bloßen Mehrheitsbildner zu einer Partei mit Programm, und wie es sich für Liberale gehört mit Verständmis für alle Bevölkerungsgruppen. Das wäre eine Partei die man wählen könnte.

    Der Herr Herrmann ist einfach weit entfernt von der Realität, er hat ja sein Unwissen (nicht nur über Spiele sondern auch über die USK, die BPJM und die Rechtslage) vorgestern bei Phoenix geradezu hinausgeschrieen.
    Und ich habe auch das Gefühl dass man ihn bis auf in Bayern kaum ernst nimmt.

    Gruß
    Aginor

  4. „[…] Entweder der Staat versucht, das durchzusetzen oder er streicht völlig die Segel.“
    Also entweder wir verbieten alles oder gar nix?
    Das diese beiden Probleme fernab jeglicher Relation in einen Topf geworfen werden ist erschreckend und zu tiefst bedenklich.
    Genauso deplatziert finde ich auch den Vergleich mit Rechtsextremismus und NS der von einigen anderen Popolisten gezogen wird.
    Selbst der Vergleich mit Tabak und Alkohol (wenn immer es zur Suchtfrage kommt), wird dem in keinster weise Gerecht, da es sich schlichtweg um nicht vergleichbare Dinge handelt.
    Sowohl Alkohol als auch Nikotin verursachen körperliche Abhängigkeit, bei Videospielen, sollte es tatsächlich eine wirkliche Sucht danach geben, ist diese eher psychischer Natur.

  5. Das witzige ist, dass gerade die Spielsucht (im allgemeinen, nicht nur die nach PC-Spielen) von den Symptomen und Verhaltensweisen her eher wie eine stoffliche Sucht abläuft.
    Das wird von mehreren Untersuchungen festgestellt, das KFN hat im FB-108 (siehe Forum) auch was dazu, weil die deswegen ihre Skalen und so ändern mussten, weil sonst das Ergebnis verfälscht werden kann.

    Gruß
    Aginor

  6. @Poddel: Nicht alle CDU-ler sind „Spielegegner“
    Ich finde das sinnvoll. Dass sie sich eine richtige Meinung bilden können. DAs hilft der Diskussion. Egal ob sie dafür sind oder dagegen.

    Gruß
    Aginor

  7. es wurde alles gesagt: die Idee ist nett, kein Politiker, der Wert auf seine negative Meinung gegenüber solchen Spielen legt, wird hingehen und Herr Herrman hat keine Ahnung von gar nichts

  8. Hehe…
    Seehofer: „Herrmann du N00b!!11!“
    Herrmann: „Schnauze Lucker!“
    Seehofer: „M0wl, war doch’n nicer Headie!“
    Herrman: „Lamer! Geh ma lieber den Sinner fraggen!“

  9. @Jan: LOL
    Also auch wenn ich gerade herzlich lachen musste, so wird es wohl doch nicht ablaufen.

    (Aber allein die Vorstellung dass Seehofer zu Herrmann „N00b“ sagt, stellt Euch die Leute vor dem Rechner vor. Ach Mann, wäre doch die ganze Diskussion so lustig….)

    Hähem… *WiederErnstWerd*
    Naja, wie gesagt, ich bin gespannt was kommt.

    Gruß
    Aginor

  10. Wow, den vergleich mit der Kinderpornographie kenne ich zwar schon, ist aber nach wie vor schockierend sowas zu hören da es mal wieder zeigt das sehr viele die groß rumpauken keinerlei Ahnung von Computerspielen haben.

  11. Herrmann:
    “Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man sich im politischen Berlin weitgehend einig ist, Kinderpornographie im Internet zu verbieten und das mit allen Mitteln auch konsequent durchsetzen will, dies aber bei Gewalt verherrlichenden und extrem grausamen Killerspielen nicht möglich sein soll. […] Entweder der Staat versucht, das durchzusetzen oder er streicht völlig die Segel.”

    Wenn ich jetzt das schreiben würde was ich denke würde sich der Admin warscheinlich nicht die Mühe machen meinen Post zu zensieren sondern ihn gleich komplett löschen. Deshalb schreib ich es mal so:
    Wenn ein Mensch einen anderen (oder wie in dem Fall eine ganze Gruppe) unbegründet mit Kinderschändern gleich setzt (was er mit diesem Vergleich getan hat) macht er sich der Beleidigung schuldig.
    Darauf würde ich dieses Subjekt gern hinweisen.

    Desweiteren setzt Grausamkeit voraus dass einem Lebewesen etwas angetan wird.
    Das ist in keinem Game der Fall es sind Polygone nichts weiter. Man schädigt niemanden und nichts!

    @Mystical13: Das glaube ich leider auch.
    @Jan: *rofl*
    @Herrmann: Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal FRESSE HALTEN!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.