Das Krux mit der Koalition

(KS) Der CDU/CSU scheint die FDP als Koalitionspartner nicht gut zu bekommen. So haben es die Spieler wohl der Bayern-FDP zu verdanken, dass ein erneuter Anlauf für eine Verbotsausweitung bereits in Bayern und nicht erst im Bundesrat gescheitert ist. Auch in Hessen, das Bayern eigentlich beim Verbot unterstützt, ergeben sich nun Probleme in der Koalition. So fordert der konservative Innenminister ein Killerpsielverbot:

„Sie kriegen mehr Punkte, wenn sie möglichst viele umbringen und möglichst grausig. Ich bin der Auffassung, das braucht niemand. Deshalb bin ich für das Herstellungsverbot und das Verbreitungsverbot für bestimmte Spiele.“

Der FDP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Greilich wies diesen Vorstoß zurück:

„Das kriegt man nicht mit Verboten von den Rechnern.“

Der bayrische Innenminister Medienminister Siegfried Schneiderlobt unterdessen die Entscheidung von Kaufhof:

Kaufhof setzt ein mutiges Signal gegen Gewalt in Computerspielen. Das Unternehmen übernimmt durch diese Selbstbeschränkung Verantwortung und leistet damit einen eigenverantwortlichen Beitrag zu einem wirksamen Kinder- und Jugendschutz.“

23 Gedanken zu “Das Krux mit der Koalition

  1. ….womit Kaufhof sein Ziel erreicht hat. Mich würde interessieren wie viel Geld die dafür bekommen haben oder sich versprechen dadurch zu bekommen.
    Gruß
    Aginor

  2. @Aginor: Ich würde nicht unbedingt sagen, dass Kaufhof dafür Geld bekommt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass USK18 Titel einen besonders großen Anteil am Umsatz haben, daher glaube ich, dass die Aktion eher ein (gelungener?) PR-Versuch mit möglichst niedrigen Kosten ist.

  3. Ich muss natürlich dazusagen dass ich KEINE Hinweise darauf habe dass irgendwer dem Kaufhof Geld gegeben hat dass er das tut. :)
    Und natürlich hast Du Recht, das ist ne PR-Aktion. Purer Aktionismus, mehr nicht.
    Gruß
    Aginor

  4. @SkycladGuardian
    Sehe ich auch so, vermutlich wird’s bald wenn der Medienrummel um Winnenden nachgelassen hat auch wieder USK18 Titel geben. Die werden ja unbestritten auch gekauft und leisten damit einen Teil zum Umsatz.
    .
    Topic:
    Frage mich immer, was die größeren Volksparteien, allen voran die mit dem „C“ vorne, für ein Verständnis von Koalition haben. Heißt das bloß blinde Ergebenheit und abnicken aller Vorschläge des „großen“ Partners? Falls ja, was ich immer wieder glaube, zeigt das einmal mehr, welche Arroganz, ja schon antidemokratische Tendenzen, die Mächtigen in unserem Land an den Tag legen.

  5. Ich persönlich denke (und hoffe) dass die entsprechenden Politiker (ich will nicht Parteien sagen, denn gute und schlechte Politiker gibt es in allen Parteien) bei den kommenden Wahlen zumindest teilweise ein wenig abgewatscht werden.
    Da darf man also durchaus gespannt sein.
    Allerdings halte ich das was sich da tut im Gegensatz zu Dir, Crusader, eigentlich nicht für antidemokratisch. Im Gegenteil. Die haben ne Mehrheit und ein Interesse, ihre Meinung (die ja im Programm steht vor den Wahlen) aufgrund sie ja gewählt wurden (bzw eigentlich gewählt worden sein sollten) durchzusetzen. Sie repräsentieren ja ihre Wähler damit (und wenn nicht merken sie das bei der nächsten Wahl.)
    So ist das nunmal. Ich hoffe nur dass sich die Wähler alle noch daran erinnern werden bei der Wahl….
    Gruß
    Aginor

  6. Meine Güte Kaufhof.
    Das sind Spiele für Erwachsene. Warum fragen werden die Verkäufer nicht besser geschult und/oder fragen nach dem Alter bzw lassen sich den Ausweis zeigen? Aber Schulungen kosten ja was. Aber Ware aus dem Sortiment nehmen nichts. Tsssssss……

  7. „“Sie kriegen mehr Punkte, wenn sie möglichst viele umbringen und möglichst grausig.“

    Welches Spiel ist das? Titel des Spiels. Ich find das in den politischen Sendungen immer komisch. Beschreiben angebliche Spielszenen und Handlungsweisen und wenn der Moderator nachhakt, wollen sie den Namen des/der Spiels/Spiele nicht nennen. Tsssssss….

  8. So ein Zufall. Bestimmt können sie sich nur gerade nicht dran erinnern.^^
    Oder sie sagen den Namen aus Jugendschutzgründen nicht, wollen ja nicht Werbung machen. :D

    Gruß
    Aginor

  9. Ach bei Kaufhof ist das doch albern… Man könnte jetzt glauben „Hey, die Metro hat doch vor nicht allzu ferner Zeit beschlossen Kaufhof-Läden zu schliessen wegen mangelndem Profit, ob die nur für positive PR sorgen wollen?!“. Oder aber man fragt sich woher auf einmal die geheuchelte Verantwortung kommt, haben die etwa vorher an jeden die Games verkauft? ;) Aber am Ende wird die Heuchelei bei Metro so richtig deutlich wenn man sieht das die Games bei Media Markt/Saturn (also da wo man gut Geld verdient) im Regal bleiben.

  10. Ja super das Kaufhof sich für diesen zug entschieden hat. Im Prinzip ändert sich eigentlich rein garnichts, da kein ernstzunehmender Gamer ein Spiel -vor allem ab 18 – in einer solchen Filiale kaufen würde. Dann könnet ja MediaMarkt sagen Wir verkaufen keine Bananen mehr weil die schlecht schmecken.

  11. „Ich bin der Auffassung, das braucht niemand.“
    Was ist denn das für eine Begründung, besonders für ein gefordertes gesetzliches Verbot?!
    Damit lässt sich doch nahezu alles verbieten, wenn man nur der entsprechenden „Auffassung“ ist! Dass ein Politiker in einer freiheitlichen Demokratie nach so einer Äußerung nicht sofort abtreten muss…
    Auch beweist er, wie die meisten Politiker in der Debatte, die typische Unkenntnis gegenüber den bestehenden Gesetzen. Ist man ja leider inzwischen gewohnt.

    Zum Zitat von Schneider dagegen fällt mir nichts mehr ein.
    Hier wird BEVORMUNDUNG ERWACHSENER als Jugendschutz verkauft, offiziell!
    Das Signal, das damit in der Öffentlichkeit gegeben wird, mag ich mir erst gar nicht ausmalen. Oder doch, sofern man konsequent wäre (was man aber in der Politik nicht ist) und die selbe Form von „Jugendschutz“ auf Alkohol und Tabakwaren ausweiten würde. Die Reaktion in der Bevölkerung wäre sehenswert. *zynisch*

  12. Man bekommt immernoch keine Punkte fürs brutale Morden in Spielen (wenn man mal außer Acht lässt dass man in keinem Game Morden kann denn das würde voraussetzen dass ein Lebewesen sein Leben durch die Hand des Gamers verliert was ja bei Polygonen nicht zutrifft). Das einzige Spiel indem es zugegebener Maßen solch ein System gibt ist Manhunt allerdings ist dieses bereits in Deutschland iniziert und darf somit nicht beworben werden und erstrecht nicht irgendwo ausliegen!

    Die Aussage über Kaufhof ist ebenfalls totalen Quatsch. Die haben nur Angst vor schlechter Werbung durch Testkäufer. Wenn rauskommt dass ihre Verkäufer mal nicht auf die Altersfreigabe achten wäre das definitiv nicht förderlich.

    An erwachsene Bürger die von ihnen gewollte Ware nicht zu verkaufen hat nichts mit Kinder- und Jugendschutz zu tun sondern ist in meinen Augen nur kompletter Blödsinn und senkt den Umsatz.

  13. @ Murray
    Rainbow Six Vegas 2 hat auch ein Punktesystem. Man bekommt Punkte für die Art und Weise wie man einen Gegner getötet hat und z.T. auch abhängig von der Gegnerart. Die Punkte werden dann in 3 Bereichen verteilt: Sniper, Assault, das dritte ist mir grade entfallen. Also bei nem Headshot gibts nen Sniper-Punkt, bei einem Frag auf weite Entfernung ebenso, tötet man jemanden aus nächster Nähe gibts nen Assault-Punkt usw.
    Mit der Summe aller Punkte steigt die Spielfigur in militärischen Rängen auf, mit der Punktsumme in den einzelnen Bereichen schaltet man Waffen und Ausrüstunggegenstände frei.

    Laut Wikipedia ist das aber nur in der englischen Version so, die deutsche besitzt dieses System nicht und alle Waffen sind von vorneherein verfügbar. Die englische Version ist idniziert, aber witzigerweise konnte ich die englische ohne Probleme über Steam ohne Altersverifikation kaufen…

  14. Zitat:
    „Die Durchsetzung des Jugendschutzes liegt in der Hand der Internet-Service-Provider. Diese müssen endlich vom Gesetzgeber gezwungen werden, die massive Nutzung des Internets zur Übermittlung von illegalen Inhalten einzuschränken“

    „Heil dir du Überwachungsstaat“… so werden wir bald alle grüßen müssen. Aber dann müssen wir auch über Tor Netze surfen damit wir unsere Spiele bekommen können.
    Nicht, dass man Verbotene Inhalte nicht gerne aus dem Netz entfernnen kann, aber die Überwachung des Netzes ist ein Schritt in die Richtung von China, 3ten Reich oder DDR!

    Vor den Kaufhof Läden sollte man mal einen Haufen Papier bedruckt mit Abstrakter Kunst auftürmen und dann anzünden… mal sehen ob sie nicht bei genügend Medieninteresse mit welchen Ideen wir das Verhalten Kaufhofs verbinden nicht noch mal darüber nachdenken was sie getan haben…
    -zitat aus die-moralischen-drogendealer…
    In diesem Fall freuen wir uns auf die nächsten beiden Pressemeldungen der Kaufhof AG:
    “Kaufhof konsequent: Zigarettenverkauf eingestellt!”
    “Kaufhof betreibt ethical Selling: Kein Alkohol mehr in den Regalen!”

    Genau wenn die Wirklich interesse hätten was zu verbessern hätten sie Zigaretten und Alkohol auch aus den Regalen genommen! Bis dahin wird aber von Kaufhof nur wieder ZENSUR groß geschrieben!
    Hätten wir einen Kaufhof in der nähe hätte ich ihn ab sofort boykottiert…

    @Mortipher: „Signal…in der Öffentlichkeit“
    Genau! Nun denken alle verkalkten CDU/CSUler „richtig so“ wieder ein Teil dieser teuflischen Medien abgeschafft… und werden gleich wieder für ihre Partei stimmen die die Welt so viel „besser“ gemacht hat…
    Dank Kaufhof sind wir Spieler jetzt die bösen denen man mit „Recht“ ihre „Waffen/“Spiele“ wegnehmen kann!

    http://kaliban.de/2009/03/amoklauf-in-winnenden-sz-zieht-verbindung-zu-killerspielen/
    „Update: Das SZ-Zitat oben steht ein bisschen im Gegensatz zu dem, was die FAZ recherchiert hat. Aussagen aus dem Umfeld sind eben ein schwieriges Geschäft:…Sein wichtigstes Hobby jedoch habe er nie aufgegeben: „Tischtennis war seine Leidenschaft“, sagt Tomas. Mit Computern hatte er dagegen nicht viel am Hut. Für das Internet habe er sich auch nicht begeistert.“
    .
    OH also doch keine Killerspiele …
    Dies geht aber nicht durch die Presse wie alles andere!
    Das ist wieder mal eine dieser Frechheiten, dass man dies nicht von die TV Nachrichten zu hören bekommt!!!

    UNhappy coding..

  15. @Aginor
    Das was du schreibst mit den gemeinsamen Interessen stimmt zwar, allerdings lehne ich den ganzen Koalitionszwang ab, weil der dazu führt, dass letztlich alle für etwas stimmen bzw. sich enthalten müssen. Dagegen stimmen führt insbesondere bei knappen Entscheidungen schnell dazu, dass diejenigen als „Abweichler“ oder gar „Verräter“ gebrandmarkt werden, nur weil sie ihrem Gewissen gefolgt sind und die Entscheidung nicht mittragen wollten. Das diese Leute dann deswegen oftmals von ihren Ämtern in der Partei zurücktreten müssen bzw. dies in vorauseilendem Gehorsam von sich aus tun, läuft meinem Demokratieverständnis krass zu wider. Ein schönes Beispiel dafür ist die Wahl von Ypsilanti in Hessen, als sie entgegen aller ankündigungen mit den Linken ins Bett wollte.
    .
    Topic:
    Habe heute mal in einem Media Markt bei mir in der Nähe gefragt, nachdem ich dort das Regal für „ab 18“ Filme leer vorfand. Eine der Verkäuferinnen versicherte mir jedoch, dass weiterhin wie gehabt entsprechende Filme verkauft würden, die Zentrale jedoch kein extra Regal dafür bereithalten wolle. So stehen die Film nun wieder bei den „normalen“.

  16. @Crusader
    tut mir leid wegen des Off-Topics, aber ich kann den Ypsilantihinweis nich so stehen lassen. Y. hat ein negatives Wahlversprechen gebrochen (eine Koalitionsoption), um ihre inhaltlichen Versprechen durchzusetzen (mMn besser, als anders herum: Inhalte aufgeben um an die Macht zu kommen). Der erste gescheiterte Versuch war dumm, zugegeben. Aber danach ist sie ewig durch die Provinz getingelt und hat bei jedem versch**** Ortsverein eine große Mehrheit für ihren Kurs bekommen. Somit haben die Abweichler schonmal gegen eine Mehrheitsentscheidung gehandelt,(was sie ja auch dürfen), aber einen Tag vor der Abstimmung? Ganz plötzlich hat sich da das Gewissen gemeldet? So ein Schwachfug. Das war ein politischer Mord, um den Linkskurs der Hessen-SPD zu torpedieren.

    Sorry nochmal, ich will auch keine Diskussion anfangen, aber ich kann das Ypsilanti Bashing nich mehr hören. Sie hat nichts schlimmeres (im Gegenteil) als andere Politiker vor ihr gemacht, und trozdem wurde sie öffentlich regelrecht geschlachtet.

  17. Das Problem war, dass das Verpechen, nicht mir der Linken zu koalieren, kein wenn man so will „normales“ Wahlverprechen war, da Frau Ypsilanti dieses Verprechen bei jeder Gelegenheit mit einem schon an Aggressivität grenzenden Nachdruck gab. Wenn es Journalisten wagten Frau Ypsilanti zu fragen, ob sie im Zweifelsfall nicht vielleicht doch mit den Linken koalieren wolle, so wurde diese regelrecht angegriffen. Es sei eine Frechheit immer diese Frage, man habe sie ja oft genug beantwortet, wenn hier jemand unglaubwürdig sei, dann Herr Koch et cetera.
    Außer Frage steht natürlich auch, dass es ganz schlechter Stil der drei Abweichler war, bis zur letzten Sekunde zu warten. Ich glaube in diesem Fall haben einfach sehr viele Menschen suboptimal gehandelt.
    Auch außer Frage stehen dürfte, dass die hessische CDU auch einigen Dreck am Stecken hat. Und nicht nur in Bezug auf die Computerspieldebatte.

    Ich hoffe das in diesem Fall die FDP standhaft bleibt. Die Freiheit ist ja eine der Kernkompetenzen dieser Partei. Wenn es um Dinge wie 1% mehr oder weniger Steuern, so muss man dem Koalitionsfrieden zuliebe bisweilen die ein oder andere Kröte schlucken. Aber bei der Computerspieldebatte geht es um etwas elementares und ich denke, die FDP würde sich umglaubwürdig machen, wenn sie in dieser Debatte umfiele.

  18. @SkycladGuardian: Wusste ich nicht aber da gibt es auch weiterhin keine Punkte für Brutalität (das war eigendlich dass was ich meinte mit dem Manhunt-Beispiel) und dass das mit den Punkten nur in der englischen Version so ist (welche indiziert ist) bestätigt nur dass es soetwas in Deutschland nicht gibt. Dass man die englische Version über Steam kaufen kann (oder vielleicht sogar nur konnte da es behoben wurde) ist (oder war) warscheinlich nur ein Fehler.

    @Falke: Stimmt. Die werden mir immer sympathischer.

  19. nun die FDP hatte und bleibt dabei mal gesagt, dass sie gegen solche Verbote sind und lieber auf sinnvollere Lösungen stehen.
    SPD kann man allerdings auch vergessen, da diese Partei sich leider zu einer Mitläuferpartei entwickelt hat.
    Damit meine ich, wie wir es z.B. damals bei der MwSt hatten, um mit an der Macht zu sein gehen sie darauf ein.
    Beck war damals gegen die MwSt-Erhöhung,als dann der Koalitionsvertrag fertig war, sagte er nur : ja es ist nötig die MwSt zu erhöhen.
    Also ich wähle FDP, da ich der SPD gar nichts mehr zu traue und CDU-CSU halte ich für total unfähig, da sie nur hinter Geld her sind.

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