Studien #4

Wieder haben sich einige Studien angesammelt. So stellte eine Jugendsuchtstiftung fest, dass World of Warcraft dasKokain der Computerspielewelt” sei. Die Landesmedienanstalt NRW wird sich auch mit der Wirkung von Videospielen auseinandersetzen, steht aber noch am Anfang. Sehr überraschend: Trotz der Berichterstattung sehen die meisten Eltern Videospiele positiv. Und es gibt nicht nur Studien über Videospiele, sondern auch Studien über Studien über Videospiele.

Eine solcher Meta-Studien wurde 2004 von Anderson durchgeführt. Er stellte fest, dass bei “methodisch besseren” Studien, der nachgewiesene Zusammenhang zwischen Aggressivität und Videospielen stärker als bei eher schwachen Studien sei. Anderes haben zwei Wissenschaftler der Texas A&M International University herausgefunden:

“15 der Studien betrachteten allein die Auswirkungen von Videogames, während sich sieben speziell die Effekte des TV-Konsums ansahen – der Rest nutzte beide Medien. Allerdings […] nutzten überhaupt nur 41 Prozent der Arbeiten wissenschaftlich validierte Kriterien für tatsächliche Aggression. Dazu gehören physische Aktivitäten der Studienteilnehmer, ob nun verbaler oder körperlicher Art, oder klinische Skalen mit nachgewiesener Relation zu aggressivem Verhalten. Zu den nicht geeigneten Kenngrößen gehören etwa von Schülern oder Lehrern selbst- oder fremdgetroffene Einschätzungen des Aggressionsniveaus […]. Interessant sind auch die Folgerungen, die die Forscher aus ihren Ergebnisse ziehen. Sie befürchten nämlich, dass viele Studien zu Mediengewalt und Aggression vor allem aufgrund ideologischer oder politischer Anschauungen durchgeführt werden.[…].”

9 Gedanken zu “Studien #4

  1. Entweder habe ich hier ein Problem mit dem Textverständnis oder in der Meta-Studie von 2004 steht genau das Gegenteil, von dem was hier geschrieben wurde:

    “Je näher die verwendeten Kennziffern für Aggression nämlich realer Aggression kamen, desto schwächer wurden die messbaren Auswirkungen von Mediengewalt.”

    Klingt für mich eher danach, dass je besser die Studie ist, desto geringer ist der zusammenhang zwischen Gewalt und Videospielen.

  2. Der Fairness halber muss man dazu sagen dass Metastudien (Studien üer Studien) in der Wissenschaft ebenfalls höchst umstritten sind.
    Gruß
    Aginor

  3. Die sollen den ganzen Quatsch lieber komplett sein lassen und mal den gesunden Menschenverstand einschalten.
    Aber das funktioniert ineinigen Kreisen ja nicht mehr.

    Jede Studie in dieser Richtung hat was mit Idiologie zu tun und hängt damit sehr stark von den Auftraggebern und den Leitern der Studie ab.
    Wirkliche unabhängigkeit von Studien gibt es leider nicht da das Geld dafür auch immer irgendwoher kommen muß.
    Deshalb sind alle Leute die sich auf eine bestimmte Studie berufen bei mir schonmal von Vornherein unten durch.
    Gerade bei diesem Thema kann man sich ja einfach die Studien raussuchen die einem ins Konzept passen, alle die zu einem anderen Ergebnis kommen werden entweder komplett unterschlagen oder werden als “komplizen des Militärisch-Industriellen Medienkomplexes” abgestempelt.

  4. Naja, unter anderem sollen Meta-Studien ja genau solche Zusammenhänge auch feststellen. Das dumme ist: Auch Metastudien kommen irgendwo her, und damit haben wir nur eine weitere Ebene. “Who watches the watchers?” fragt man sich.
    Was man tun kann: Die Studien genau untersuchen, vor allem die Methoden. Denn wenn man durch korrekte wissenschaftliche Arbeit zu einer Erkenntnis kommt, dann spielt es keine Rolle wer sie bezahlt hat. Und manchmal kommt dann eben auch raus, dass man sich geirrt hat.

    Was den sogenannten “gesunden Menschenverstand” angeht: Auf den bitte nicht verlassen, denn mit “gesundem Menschenverstand” wurde schon so manche völlig schwachsinnige Entscheidung oder Haltung begründet.

    Gruß
    Aginor

  5. @kraid: das stimmt so alles nicht.
    Pfeiffer kommt zu seinen Ergebnissen nicht deshalb weil es seine Auftraggeber so wollen. Das ist eine böse (und falsche) Unterstellung.
    Es gibt zu dem Thema nun mal ne Menge unterschiedlicher Ergebnisse, und da ist dann eine Einschätzung des jeweiligen Wissenschaftlers, was er daraus sieht.
    Wissenschaft ist einfach nun mal nicht immer einfach und easy lesbar oder so.
    Dennoch brauchen wir sie.
    Und ja: es gibt wirklich unabhängige Studien, aber eben genau diese produzieren unterschiedliche Ergebnisse. Und es ist nicht einfach zu sagen warum die Ergebnisse differieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.