Köhler: Killerspielen Einhalt gebieten

(SPON) Der Bundespräsident Horst Köhler sprach auf der zentralen Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs auch das Thema „Killerspiele“ an. Staat und Gesellschaft sollen gegen problematische Videospiele vorgehen, schließlich sei die schädigende Wirkung doch offensichtlich. Dabei würde jeder Einzelne in der Verantwortung stehen diese Spiele zu ächten, selbst wenn diese nicht verboten sein sollten.

Doch es bleiben Fragen an uns alle: Tun wir genug, um uns und unsere Kinder zu schützen? Tun wir genug, um gefährdete Menschen vor sich selbst zu schützen? Tun wir genug für den inneren Frieden bei uns, den Zusammenhalt? Wir haben uns auch alle selbst zu prüfen, was wir in Zukunft besser machen, welche Lehren wir aus dieser Tat ziehen müssen.
Zum Beispiel wissen wir doch schon lange, dass in ungezählten Filmen und Computerspielen extreme Gewalt, die Zurschaustellung zerstörter Körper und die Erniedrigung von Menschen im Vordergrund stehen. Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet?
Ich finde jedenfalls: Dieser Art von „Marktentwicklung“ sollte Einhalt geboten werden. Eltern und Angehörige von Opfern haben mir gesagt: „Wir wollen, dass sich etwas ändert.“ Meine Damen und Herren, das will ich auch, das sollten wir alle wollen. Und da ist nicht nur der Staat gefordert. Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, welche Filme ich mir anschaue, welche Spiele ich spiele, welches Vorbild ich meinen Freunden, meinen Kindern und Mitmenschen gebe. Zur Selbstachtung gehört es, dass man „Nein“ sagt zu Dingen, die man für schlecht hält – auch wenn sie nicht verboten sind.
Die meisten von uns haben ein Gespür für Gut und Böse. Also handeln wir auch danach! Helfen wir denjenigen, die sich in medialen Scheinwelten verfangen haben und aus eigener Kraft nicht mehr zurückfinden. Helfen wir auch Eltern, denen ihre Kinder zu entgleiten drohen
.“

69 Gedanken zu “Köhler: Killerspielen Einhalt gebieten

  1. Ich versteh diese Menschen nicht.
    Warum kann es nicht meine Sache sein was ich spielen will? Jetzt erzählt uns der nächste Volltrottel, dass Killerspiele böse sind. Der Schluss hört sich so an als wäre man ZWANGSLÄUFIG süchtig sobald man einen Ego-Shooter spielt. Dieses Land wird mir immer unsymmpatischer.

    [edit: Wer solche Vergleiche bringt hat die Diskussion verloren.]

  2. „Zur Selbstachtung gehört es, dass man “Nein” sagt zu Dingen, die man für schlecht hält“

    Ich glaube damit wollte er sagen:

    „Zur Selbstachtung gehört es, dass man “Nein” sagt zu Dingen, die ICH für schlecht halte“

    Es ist wirklich pervers wie man so einen Traurigen anlass für so eine Propaganda nutzen kann

  3. Ich halte es für sehr gefährlich, in Kategorien wie Gut und Böse zu denken. Das eigene Projekt ist immer das gute, das Projekt der anderen das böse. So etwas kann schnell zur Eskalation führen.
    Und das ein Bundespräsident den gesunden Menschenverstand als Begründung für etwas anführt, hätte auch ich nicht für möglich gehalten! Es ist unglaublich!

  4. Das traurige daran ist…all diese Menschen die sich für das Verbot aussprechen haben sich in keinster Weise mit auch nur irgendeinem dieser Spiele beschäftigt. Sie sehen keine Handlung, keine Taktik, verstehen nicht den Spielspaß. Man zeigt ihnen die minimalsten Ausschnitte, die brutalsten, und sie denken sich ihre ganz eigene Sache aus diesen Bildern.
    Würde ich jetzt überhaupt nichts von Fußball wissen, und mir würde einer tausende von Szenen darüber zeigen, wo man nur Fouls sehen kann (die eine Rote Karte zur Folge haben, was man natürlich nich sieht), würde ich auch wollen das Fußball verboten wird.
    Aber wie können diese Menschen so verblendet sein und nicht genau hinterfragen warum es diese Spiele denn überhaupt gibt. Glauben die echt das irgendein Verrückter mit einem Bösem Lächeln in seinem Eck sitzt , so ein Spiel entwickelt, und sich schöne Gedanken darüber macht, wie wir alle zu Amokläufern werden?
    Sind sie so verschränkt gegen Dinge, mit denen sie nicht aufgewachsen sind, womit sie keine Erfahrung haben? Wieso stoßen sie dieses Neuartige einfach von sich, anstatt zu versuchen UNS zu verstehen.
    Ich finde es einfach verdammt schade das Leute meinen, besser über etwas Bescheid zu wissen, als die Leute, die wirklich damit vertraut sind.
    Es ist okay, das kontrolliert wird, wie alt die Käufer solcher Spiele sind. Aber es ist eine Riesen Schande für unser Land, den über 18 Jährigen dieses vermeintlich Böse Neuartige zu verbieten, was in Wirklichkeit viel harmloser ist, als die Gedanken der Unwissenden es für möglich halten.

  5. > Ich finde es einfach verdammt schade das Leute meinen, besser über etwas Bescheid zu wissen, als die Leute, die wirklich damit vertraut sind.
    Dann mache sie damit vertraut!
    Mal ehrlich, wenn wir alle nur auf den Foren und Blogs ‚rumnölen‘ bringt es nichts. Wir sind doch eh‘ hier alle einer Meinung.

  6. @ Admin: Darf ich hier fluchen? Is nähmlich wirklich schwer sich bestimmte Wörter zu ersparen, wenn man sowas liest.

    Unglaublich! Was der sich so erlaubt. Dieser ********************* der wirbt sogar wenn Leute trauern wollen. Bei sowas fehlen mir echt die Worte…

    Was soll das? Warum geht er nicht gleich auf eine Beerdigung und wirbt da. Oder verteilt auf solchen Verantstaltungen Fähnchen und Luftballons mit Werbung drauf.

    „Die meisten von uns haben ein gespür für Gut und Böse.“ Ja haben auch die Gamer. Solche Leute wie sie sind ein echtes Problem für die Gesellschaft!

  7. Als ob sich alle Amokläufer in mediale Scheinwelten begeben haben. Statt den wahren Ursachen nachzugehen – lieber es sich einfach gemacht.

    Wie will man so denn weiter kommen?

    btw: Wie kann ich übrigens einen Herrn Köhler ernstnehmen, wenn er sogar für ein Recht auf Dummheit einsetzt.

    Irgendwie wäre das ja schon angebracht.

  8. @ Danny:
    Haste recht. Wir sind hier einer Meinung. Aber im gegensatz zu den Politikern haben wir halt (fast) nur diese Plattform. Wenn ein Politiker sagt, er will nen Pressetermin zu dem Thema kriegt er ihn auch. In Zeitungen, im Fernsehen und im Internet auf vielen Seiten. Wir werden ignoriert! Am besten im Forum hier, irgendwas überlegen, wie man die Leute wachrütteln kann.

  9. Ich bin fassungslos.
    .
    Welches Vertrauen soll ein Jugendlicher denn in ein politisches System haben, dessen oberster Machtinhaber ihm sagt, sein Hobby, das es seit Jahrzehnten gibt, sei „böse“ und solle deswegen, wenn schon nicht verboten, so doch zumindest geächtet werden?
    Ein Hobby, von dem der „gesunde Menschenverstand“ sagen solle, es sei böse. Sind damit alle Spieler gewalthaltiger Spiele und Zuschauer gewalthaltiger Fernsehprogramme und Filme nicht im Stande, von ihrem „gesunden Menschenverstand“ Gebrauch zu machen? Ist man psychisch krank, wenn man solche Medien konsumiert?
    .
    Ich bin fassungslos. Absolut fassungslos.

  10. Das ist doch echt schonwieder nicht zu fassen. Es ist fast offensichtlich dass es in dem Fall ganz sicher nichts mit den Spielen zu tun hatte aber die sind erstmal schuldig weil er sie hatte (auch wenn er sie offensichtlich sehr wenig genutzt hat).

    Ich hätte echt nicht gedacht dass selbst unser Präsi in das gleiche Horn wie diese Deppen tuten würde.

    Wie konnte so eine Blindpese an so einen Posten kommen?

    Das einzige was mir hier offensichtlich ist ist das der Kerl nachplappert was andere ihm vorgekaut haben.

    Zum Zigsten Mal: ES SIND KEINE MENSCHEN!!! Das ist doch echt nichtmehr normal.

    „Zur Selbstachtung gehört es, dass man “Nein” sagt zu Dingen, die man für schlecht hält“
    Ich halte Games nicht für schlecht. Zocken ist mein Hobby und daran ist nichts Schlechtes.

    Was hat es mit Selbstachtung zu tun welche Games ich zocke oder welche Filme ich gucke?

    „Eltern und Angehörige von Opfern haben mir gesagt: “Wir wollen, dass sich etwas ändert.”“
    Klar aber eben so dass auch die Gründe bekämpft werden. Idem bestehende Gesetze durchgesetzt werden zum Beispiel.
    Die Gesetze sind doch da um sie einzuhalten und nicht um sie einfach zu brechen weil man sie für nutzlos hält (nebenbei die Sache mit dem „abschaffen weil nutzlos“ hatten wir auch in unserer Richtung und empfanden es als genau so falsch).
    Wie kam Tim an die Waffe? Sie wurde ihm von seinem Vater ja quasi vor die Nase gelegt. Sie hätte in einem Sicherheitsschrank liegen müssen so dass nur sein Vater ran kommt und nicht jeder der von ihr weiß.
    So sind die Gesetze.
    Wenn sie eingehalten worden wären dann wäre es nicht passiert.
    Gewalt-Filme und -Spiele hatten damit nichts zu tun.

    Eine solche Veranstaltung für solche Propaganda zu verwenden ist wirklich geschmacklos.

    @BlaBlaBla:““Die meisten von uns haben ein gespür für Gut und Böse.” Ja haben auch die Gamer. Solche Leute wie sie sind ein echtes Problem für die Gesellschaft!“
    Stimmt. Das ist er (sogar seiner eigenen Aussage nach) wirklich.

    @MSmith: Das schockt mich jetzt echt. Sowas dürfen sich Kinder ansehen? Deine Behauptung ist nicht nur „nicht allzu kühn“ sondern ohne Zweifel 100%ig wahr.

  11. @MSmith: Sowas von DITO. Das Gewalt immer ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Stilmittel in allen Kunstformen gewesen ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch immer sein wird (die Welt wird eben nicht friedlicher), wird bei dieser Debatte völlig ignoriert. In Literatur und Oper mag es noch erlaubt sein, in Filmen in begrenztem Maße auch, aber wehe es kommt wieder ein böses Gewaltspiel raus, wo es wieder „nur ums Abknallen geht“.

  12. Ich bin fassungslos, warum das Thema Mobbing im Fall von Tim K. so wenig besprochen wurde. Meinen Informationen zufolge wurde Tim K. gemobbt und war psychisch Krank. Dazu kam noch der illegale und einfache Weg zu einer Schusswaffe mit viel Munition. Die einzige weitere Ursache für einen Amoklauf sind soziale Probleme, die bei ihm jedoch nicht nennenswert bestanden haben dürften. Laut einer Studie des Secret Service waren ~80% Der Amokläufer Mobbingopfer, ebenfalls ~80% hatten soziale Probleme, etwa ein Drittel hatte psychische Probleme und ein Viertel übte eine Beruf aus, der mit Schusswaffen zu tun hat (Soldat, Polizist etc.). Die Studie ist inzwischen recht alt aber damals waren nur etwas über 10% Konsumenten von gewalthaltigen Spielen. WARUM werden nicht diese Ursachen bekämpft und entsprechende Kurse usw. staatlich stärker gefördert, in denen Mobbing an Schulen vermindert/verhindert wird oder soziale Probleme behoben werden? Ein Verbot von „Killerspielen“ mag einfach sein aber der Wirkungsgrad wird vermutlich so gering sein, dass es wieder neue Amokläufe geben wird und dann etwas anderes verboten wird (Musik, Filme oder etwas anderes).

  13. @Raknar
    Das mit de Filmen ist mir auch aufgefallen. Ich seh mir in der Schule SAKRILEG an. Wer den Anfang des Filmes kennt wird sich an die Leiche im Museum erinnern die nackt mit einem Pentagramm aus Blut auf der Brust im Louvre liegt. Sowas in ne Cut Scene und BAMM schon haben wir den roten Aufkleber wobei man hier ja auch nur nen kleinen „Film“ hat.

  14. @ the_punish3r:
    Du hast recht. Aber wenn man sagen würde das Mobbing das Problem war, müssten sich die eigentlichen Opfer (z.B. Mitschüler) eingestehen müssten das sie praktisch dran schuld waren. Und welches „Opfer“ will schon sagen das es selber schuld war, weil es entweder aktiv (selber gemobbt) oder passiv (nicht geholfen) dran schuld war.

  15. hat er nicht lediglich die eltern zum aufpassen animiert?
    und den spielern gesagt sie müssen sich mal klar werden was sie da eigenlich spielen?

    oder seh ich das falsch? das der honigkuchen-Köhler redet wundert mich nicht. das ist der einzige zweck den sein job erfüllt.

  16. Das Präsidentenamt gehört sowieso abgeschafft. Erfüllt keinen politischen Zweck, schluckt aber dafür unnötig Steuergelder, die anderswo gebraucht werden.

  17. Ich muss sagen ich finde es beängstigend welches Ausmass es in Deutschland nimmt, man schiesst sich komplett auf die Ego-Shooter ein, ja man versucht sogar ein ganzes Genre zu kriminalisieren. Und das ganze nur um nicht die restlichen Faktoren beachten zu müssen, um politische Aktivität vorzugauckeln. Den Verfall der alten Familienwerte und der Elternverantwortung versucht man komplett zu übergehen. Auch das keiner um diesen Jungen gekümmert haben muss das er soweit ging.
    Ich bin aktuell froh das ich in der Schweiz wohne und wir Grundsätzlich anderes einfluss nehmen können auf solche Vorstösse der Politik. Ich hoffe eure Politiker wachen auf aus ihrem Zauberschlaf und arbeiten an den echten Problemen.

  18. Man kann natürlich nur diesen einen Abschnitt der Rede kritisieren – und das zu recht. Allerdings waren die zitierten Zeilen mMn nicht das Kernstück der Rede, und Computerspiele wurden nicht als alleiniger Sündenbock dargestellt, noch wurde ein Verbot gefordert. Viel wichtiger in der Rede fand ich folgenden Abschnitt:
    „Und schauen wir auch genau hin, welche Bilder wir uns von unseren Mitmenschen machen, welche Menschenbilder wir in unserer Umgebung akzeptieren und von welchen wir uns selbst beeinflussen lassen: Welche Erwartungen haben wir an andere? Wie schön, klug und kraftvoll muss einer sein, um dazuzugehören? Und wie verloren muss sich einer fühlen in einer Gesellschaft, die täglich scheinbare „Stars“ produziert und sie morgen schon wieder vergessen hat? Was wird aus denen, die solchen Bildern nicht entsprechen? Wie schnell fällt einer aus dem Rahmen – nur weil er anders ist, als wir es von ihm erwarten; nur weil wir zu bequem sind, um nachzudenken und unsere Schablonen zu korrigieren? Einen Menschen so wahrzunehmen, wie er ist – das ist die wichtigste Voraussetzung, um einander verstehen und annehmen zu können, um einander zu helfen.“

    Sich über die Webseite bei unserem Präsidenten zu beschweren halt ich für eine gute Idee – vielleicht bringt es ja was.

  19. Solch unfassbaren Müll von einem Bundespräsidenten zu hören ist schon erschreckend. Er stützt sich auf Halbwahrheiten und fasselt etwas von Gut und Böse.
    Obendrein ist es auch noch pietätlos, solch eine Propaganda in einer Gedenkfeier anzusprechen.

  20. Ich finde solche aussagen von herr köhler gehen in eine Falsche richtung wie so vieles
    das zur Zeit über die nachrichten flimmert er ergibt sich selber einer Hetztkampagne
    die seines gleichen in diesem land sucht.Wir >Konsumenten werden bald noch zu Verfassungs
    feinden erklärt wenn das so weiter geht.Wir hätten alle doch die letzten 10 Jahre nur
    Mario und Sonic spielen sollen dann gäbe es heute keine probleme….Laber laber laber.

  21. „Zur Selbstachtung gehört es, dass man “Nein” sagt zu Dingen, die man für schlecht hält – auch wenn sie nicht verboten sind.“

    Tja, dann muss ich wohl „Nein“ zu deutschen Politikern sagen. Sorry Horst.

  22. Damit müssen wir wohl leben, dass man virtuelles Geballer wichtiger nimmt als reale Gewalt. Diese Welt ist scheinbar schon so verrückt, dass man daran glaubt Millionen von Jugendlichen würden (ähnlich wie in einem schlechten Roman) durch CS zu Killermaschinen umprogrammiert werden, die nur darauf warten „endlich“ real zu töten.

    Das erinnert mich an Menschen, die sich in der Schwarzwaldklinik von Dr. Brinkmann operieren lassen wollen, weil sie den im Fernsehen immer so nette fanden.

    Eine ganze Generation die einfach nicht mehr im Stande ist das Medium Computerspiel zu begreifen schwingt sich auf die Spieler von Ego-Shootern (für die man das Wort Killerspieler erfinden musste) als sadistische Perverslinge darzustellen. Spielhersteller werden mit mehr Verachtung abgestraft als Waffenproduzenten, mit deren Produkten täglich Menschen ermordet werden.

    Dass man ein solch ernstes und erschütterndes Geschehen wie in Winnenden auf derart simple Formeln reduziert wird, ist einfach beschämend; Nicht zu letzz weil man eine Diskussion über eine Verschärfung des Waffenrechts lieber gleich unterdrückt, da Teile der eigene Wählerschaft ihre Freizeit in Schützenvereinen verbringt.
    Bezeichnend auch ein Interview auf n-tv mit Herrn Christian Pfeifer, als dieser von der „fast erotischen“ Beziehung von Männern zu Ihren Waffen sprach, denen man es wohl nicht zumuten könne Ihre Pistolen zu Hause ohne Bolzen aufzubewahren. Ein Trennen von Waffe (zu Hause) und Munition (im Schützenhaus) – wie von einem Zuschauer vorgeschlagen – sei evtl. eine Kompromiss.

    Einen positiven Effekt hat diese Diskussion allerdings: Sie öffnet mir die Augen bei der Bewertung von Medien und Politik und lässt mich hinterfragen, welchen Blödsinn man mir auch in anderen Fällen als simple Lösung verkaufen möchte.

  23. So, also ich werde am Montag vor der Arbeit zum T-Shirt-Printshop gehen und 15€ in eine Killerspiel-Spieler Basecap investieren (Für ein T-Shirt ist es noch ein bisschen kalt).
    Ist zumindest ein Anfang.

  24. @Ben
    Ist ja schön, dass der Herr Köhler das von den Medien produzierte Menschenbild (sehr indirekt) kritisiert, aber mit Verlaub, die Politik, die er unterstützt führt genau dazu: die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche. Alles wird nur noch auf den Markt ausgerichtet. Alles nach einem potentiellen Marktwert bewertet: Es fängt schon im Kindergarten an, man will kleine „Unternehmer“ heranziehn. Die Unis sollen nur noch für den Markt verwertbare Studiengänge anbieten, da ist für Geisteswissenschaften wenig Platz, und gleichzeitig werdne die Unis selbst unternehmerisch umgebaut. Das humanistische, humboldtsche Ideal ist nichts mehr Wert.
    Arbeitslose werden als Sozialschmarotzer gebrandmarkt und ausgegrenzt. Wer keine Arbeit hat, also marktwirtschaftlich tätig ist, ist nichts wert.
    Und wenn dann ein Mensch eben nicht in diese marktwirtschaftliche Schablone passt, bläst ihm ein ordentlicher Gegenwind entgegen.
    Menschen mit Talenten, die nicht oder nur schwer marktwirtschaftlich nutzbar gemacht werden können, fallen durch das Raster…

    Ich könnte noch ewig so weiter machen. Diese Gesellschaft ist für mich kurz vor dem Ende.
    Je länger ich darüber nachdenke, desto wütender werden ich.

  25. Ach es ist mir mittlerweile egal wenn solche Alten Leute hier Deutschland hier seine Rückständige Traumwelt mit Dingen als Sündenbock haben will.
    Die werden irgend wann „aussterben“ genau wie die Alten Menschen die Rock Roll dann die Heavy Metal usw immer als Ursache sehen wollten.

  26. @ Panzerbr:
    Allerdings können sie so lange sie noch im Amt sind, ne menge sch***e machen. Und dir so das Leben erschweren, indem du z.B. importe ZWINGEND kaufen musst.

  27. Nein, es wird wohl nicht genug getan!
    Es wird einfach irgendetwas verboten, um zu suggerieren, man würde etwas tun.
    In Wahrheit muss es bei den Kontrollen losgehen.
    Was nützt es, alle möglichen Spiele zu indizieren/verbieten, wenn sie jeder Grundschüler unter der Ladentheke kaufen kann?
    Und wenn das passiert, sollten doch wenigstens die Eltern mal so nachschaun, was der Nachwuchs am PC so treibt.

  28. Frage mich schon, wann wir eine solche Trauerfeier mit folgender Einblendung oder Plakat im Hintergrund sehen: „Diese Trauerfeier wird ihnen präsentiert von: Ihren Politikern. Wir hetzen in ihrem Namen!“
    .
    Hotte hatte in soweit Recht, als das man helfen sollte, wenn man „aus Scheinwelten nicht mehr zurückfindet“. Sowas nennt sich Abhängigkeit und dem sollte tatsächlich entgegen getreten werden, doch das „wie“ ist das Problem. Verbote haben keinen Effekt, denn mir entzieht sich einfach, warum gerade ein Verbot von Spielen etwas bringen sollte, wo doch Waffen, Alkohol und Drogen (inkl. Zigaretten) auch für Jugendliche zugänglich sind, obwohl sie es rechtlich nicht sein dürften.
    .
    Dass man „nein zu Dingen sagt, die man schlecht findet“, ist hingegen wie der Teil der Rede, eine ziemlich schwachsinnige Aussage, weil das ohnehin jeder tut, der nicht gerade krankhaft masochistisch veranlagt ist. Natürlich muss sich etwas Ändern nach so einer Tat, doch von der Politik Hilfe einfordern heißt nur wieder einmal dem eigenen Versagen auszuweichen. Ich renn‘ doch auch nicht zum Dozenten wenn meine Noten schlecht sind, sondern schaue erstmal selbst, wo ich Fehler gemacht hab.
    .
    Die Angehörigen und die Winnender tun mir schon sehr leid, dass sie nicht nur diese Selbstdarstellungen von Politik und Medien ertragen müssen, sondern auch ihre Trauer unter dem Deckmantel der Pressefreiheit in die Öffentlichkeit gezerrt wird.

  29. „dass in ungezählten Filmen und Computerspielen“

    soll das heißen, niemand weiß genaue Zahlen? am allerwenigsten der Redner?
    Oder will er tatsächlich behaupten, das Gros aller sich auf dem Markt befindenden Spiele sei so?

  30. Hab auch mal ne e-mail geschrieben :)

    Bitteschön:

    Betreff: Super, weiter so !

    Nachricht:
    Lieber Herr Köhler, ich bin wirklich beeindruckt von ihnen und ihren Leistungen, ich meine nicht jeder wäre in der Lage auf einer Trauerfeier Dinge zu sagen wie:

    „Zum Beispiel wissen wir doch schon lange, dass in ungezählten Filmen und Computerspielen extreme Gewalt, die Zurschaustellung zerstörter Körper und die Erniedrigung von Menschen im Vordergrund stehen. Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet?“

    Ich weiß ja nicht was sie unter gesundem Menschenverstand verstehen, aber mein Menschenverstand (ob gesund oder nicht) sagt mir dass das kein Thema ist das auf eine Trauerfeier gehört, zudem hat mir eben dieser Menschenverstand geflüstert das ich das Gefühl haben sollte das sie reichlich wenig Ahnung von dem zu haben scheinen von dem sie da reden und mit der Nutzung einer Trauerfeier als Wahlkampf Medium an einem absoluten Moralischen Tiefpunkt angekommen sind.

    Ich wünsche ihnen einen schönen Tag.

    LG

  31. @pEaNiz

    Ich denke dem Staatsoberhaupt Deutschlands könnte man auch in einem angemesseren Tonfall und in einer passenderen Formulierung sein Anliegen mitteilen. Unbedachte Kommentare könnten auf einen zurückfallen.

  32. Hmmm, naja die Politiker gehen untereinander ja auch nicht zimperlich miteinander um…
    _
    Was mir allerdings gerade in den Sinn gekommen ist: die Herren von der Regierung haben keine Ahnung von den neuen Medien, so viel ist bekannt. Vielleicht sollten wir daher auf „klassische“ Medien zurückgreifen: Post, so mit echtem Papier und so ;). Vielleicht lenkt ein ‚echter‘ voller Briefkasten mehr Aufmerksamkeit auf sich, als ein volles Email-Postfach.
    Könnte man ja mal drüber nachdenken…

  33. @Admin: Ich finde nicht das ich unhöflich war, vieleicht etwas direkt, aber daran ist ja auch nichts verkehrt, besser wie zehnmal soviel schreiben und trotzdem nicht mehr aussagen :)

  34. @pEaNiZ
    Ich fürchte, Ironie ist dem „Staatsoberhaupt Deutschlands“ (O-Ton admin, wenn die leise Kritik erlaubt ist) auch nicht so geläufig – ganz wie die Inhalte von Computer- und Videospielen.

  35. @pEaNiZ:
    Du magst das so sehen, die Damen und Herren Politiker aber nicht. Ein Schreiben an eine fremde Person, das mit „Liebe(r) Frau/Herr“ anfängt, wird die angesprochene Person gar nicht erst zu Gesicht kriegen, zumindest, wenn genügend Angestellte da sind, die sich um solche Schreiben kümmern (müssen, mag gar nicht wissen, wie viel Post die Leute sonst bekämen, von den Inhalten ganz zu Schweigen).
    .
    Was mich wiederum stutzig gemacht hat: laut SPON sind das ja nur Auszüge aus der Rede. Ob er wohl auch auf die mediale Verantwortung (reißerische Berichterstattung) hingewiesen hat, was dann wieder der Pressefreiheit zum Opfer fiel (lies: verschwiegen wurde, wie beim „offenen Brief“ der Angehörigen im Fernsehen)? Wobei, abgesichts der oben zitierten Zeilen, vermutlich mute ich ihm da zu viel zu…
    .
    Die Berichterstattung in den Massenmedien, die Galeria Kaufhof- sowie eingeschränkt wohl auch Media Markt- und Saturn-Geschichte, der offene Brief und jetzt das. Ich bin überrascht, dass es bislang von politischer Seite dabei blieb, die bayerische Verbotsinitiative zu reaktivieren und ordentlich Phrasen zu dreschen. Wenig handfestes also. Grund zur Hoffnung oder Ruhe vor dem Sturm?

  36. @admin: Ich finde er hat es mehr durch die Blume gesagt als es der Empfänger nach dieser Aktion verdient hätte.

    btw: Warum darfst du eigendlich Freizeilen machen?^^

    @Danny: die gehen nicht nur untereinander so miteinander um sondern auch teilweise mit uns (man deneke nur an diese mehr als beleidigenden Vergleiche).

    @Mortipher: Ich hoffe das Hoffnung besteht (OMG! Was für eine Aussage^^)

  37. dieser mann argumentiert im grunde gegen ein verbot von gewaltspielen:

    „Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, welche Filme ich mir anschaue, welche Spiele ich spiele (…) Zur Selbstachtung gehört es, dass man “Nein” sagt zu Dingen, die man für schlecht hält – auch wenn sie nicht verboten sind.“
    was für mich bedeutet das man selbst entscheiden sollte welchen medien man sich ausetzt.

    auserdem hat er wirklich eine unglaubliche begabungen das offensichtliche zu erkennen:

    „Zum Beispiel wissen wir doch schon lange, dass in ungezählten Filmen und Computerspielen extreme Gewalt, die Zurschaustellung zerstörter Körper und die Erniedrigung von Menschen im Vordergrund stehen.“

    mitlerweile ist es nicht mehr so unwahrscheinlich das diese spiele verboten werden, mich interessiert trotzdem nur wer beim nächsten mal sündenbock sein wird (unsere geschichte zeigt ja das wir keine spiele zum morden brauchen). vielleicht ja unser deutsches BILDungsblatt, wer weis.

  38. „Die meisten von uns haben ein Gespür für Gut und Böse.“

    Da hat er Recht, denn die meisten von uns können reale und virtuelle Welt unterscheiden und trennen und genau deshalb sollten Spiele nicht verboten werden!

    „Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet?“

    Der gesunde Menschenverstand kann fiktive und reale Gewalt unterscheiden und würde nie an Amoklauf denken. Bei Menschen mit keinem gesunden Menschenverstand ändern Computerspiele auch nix, denn da ist es schon zu spät!

  39. Ich habe dem Herrn Köhler eine laaange Mail geschickt.

    U.a. spreche ich in der Mail an, das man gesellschaftliche Missstände nicht ignorieren sollte, indem man eine Debatte um das strengste Jugendschutzgesetz für Videospiele führt. Durch Videospiele wird niemand zum Selbstmord getrieben. Ein Amoklauf ist nichts anderes als ein erweiterter Selbstmord, also sind schon die Fragen, die die meisten Politker stellen falsch.

    Ich äußere in der Mail auch meine Enttäuschung darüber, das sogar der Bundespräsident sich verleiten lässt, die gesellschaftlichen Missstände zu ignorieren und auf die unsinnige Debatte einzusteigen, da der Bundespräsident wohl die wichtigste Person ist: egal was verwirrte, aktionistisch veranlage Politiker für Gesetze entwickeln, der Bundespräsident kann diese stoppen und so unser Grundgesetz und die Freiheit die uns dieses GG zusichert schützen.

  40. Frei nach…
    Zur Selbsbestimimmung gehört es, dass man “Nein” sagt zu Dingen, die man für sich schlecht hält – auch wenn sie nicht verboten sind.
    Die meisten von uns haben ein Gespür was ihnen Gut tut oder ihnen nicht bekommt. Also handelt auch danach!

    Niemand zwingt die Leute solche Spiele zu kaufen!
    Niemand zwingt die Leute solche Spiele zu spielen!
    Wenn aber einer solche Spiele möchte ist es falch ihnen es zu verbieten,
    denn selbst der Bundespräsident Horst Köhler sagt es, dass diese Spiele nicht verboten sind!

    Zitat: Offener Brief
    „folgt der gleichen Pseudo-Kausalität, wie die Aussage “Alle Attentäter sahen gerne fern” oder “Alle Attentäter aßen gerne Kartoffeln”. Macht das Sinn, verehrte Journalisten?“
    Verbietet Kartoffeln ab sofort gibt es nur noch Fritten! ???

    @Crusher: Stimmt ein normaler Mensch kann gut zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.

    @All Frage: Wo? Wann? Und wie viele? würden an einer Demo gegen diesen blinden Aktionismus mit machen?

    „Warum wird zugelassen, dass unser Schulsystem aussortiert und frustriert und so eine hohe Zahl von Schulversagern produziert? “
    Immer härtere Anforderungen immer weniger Chancen mehr Stoff weniger Zeit…
    nein nein…ist doch „kein“ Grund für Frust…
    Kennt einer die Fächer PCB und GSE???
    Gleicher Stoff aber nur ein drittel der Stunden? Wo ist der Sinn?
    Selbst bei Studenten ist do ein Trend ersichtlich, dank Bachelor und Master… Mehr Begrenzungen, nur um irgendwas in Deutschland durchzusetzen, aber im Ausland gelten immer noch andere, leichtere, Richtlinien! Warum muss man überhaupt Studenten, Studierende und Schülern so einen Leistungsdruck abverlangen?
    Nur damit man weniger Fachkräfte bekommt,
    nur damit Leute mehr gefrustet sind oder
    nur damit man wenig Leute nach oben kommen lässt?

    (un)Happy Coding

  41. Leute, gehts noch?
    Mit keinem Satz erwähnt Köhler ein Verbot.
    Zentral ist folgender Satz: „Zur Selbstachtung gehört es, dass man “Nein” sagt zu Dingen, die man für schlecht hält – auch wenn sie nicht verboten sind.“
    Auch wenn sie nicht verboten sind.
    Lasst das mal langsam und gründlich einsickern.

    Es handelt sich hier um eine Aufforderung an die Moral jedes Einzelnen. Und nicht um eine Verbotsforderung.

    Und die Reaktion? Peinlich, peinlich!
    „Unfassbare Äußerung“, „pervers“, „Zensur“ usw. usf. Und das sind noch die erträglicheren Beispiele.
    Leute! Habt ihr den Text wirklich gelesen und verstanden?

    Bitte, BITTE schreibt keine mails solchen Kommentaren – ihr schadet euch damit höchstens selbst, und das Fremdschämen wird neue Ausmaße erreichen.

  42. Ich habe all meine Kritik in der Mail, die ich an Herrn Köhler geschrieben habe auf diesen Satz bezogen:
    -Zitat:
    „Zum Beispiel wissen wir doch schon lange, dass in ungezählten Filmen und Computerspielen extreme Gewalt, die Zurschaustellung zerstörter Körper und die Erniedrigung von Menschen im Vordergrund stehen.“

    Das ist in Deutschland einfach falsch. Damit zeigt Köhler selbst ein gewisses Maß an Unkenntnis, bzw ist in kleinem Maße auf den Unsinn der ganzen Debatte angesprungen. Solche produkte, wie er sie beschreibt würden in Deutschland mindestens indiziert, eher nach §131 verboten:
    -§131STGB:
    „[..]die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,[…]“

    Also wenn es wirklich in Spielen und in Filmen vordergründig darum ginge Menschen zu töten, die zerstörten (=zerstückelt?) Körper zur Schau gestellt werden und es um Erniedrigung von Menschen ginge, dann würde §131 greifen. Oder mindestens die Indizierung drohen.


    Ich persönlich finde: jeder der Spieleinhalte so, oder so ähnlich darstellt, der begeht einen folgenschweren Fehler, indem er Spielekritikern wieder eine große Angriffsfläche bietet: „Aber Herr Köhler hat doch gesagt es ginge in solchen Spielen um….“!
    Natürlich ist Herr Köhler einer der vernünftigeren Politiker. Natürlich sollte man ihn nicht per Mail zur Sau machen. Man sollte mit ihm aber in einem respektvollen Ton darüber reden, das seine Äußerungen bei vielen Menschen anders ankommen könnten als er es evt gemeint haben könnte.

    Er appeliert an die Selbstachtung und verurteilt damit auch indirekt solche Spiele, was den kritikern der SPiele natürlich ebenfalls ein gefundenes Fresschen sein könnte.

    Außerdem stört es mich, das er sagt: „es ist nicht nur der Staat“ gefordert und das auf Aktuelle Änderungen bezieht. Der Staat ist überhaupt nicht mehr gefordert bei Videospielen. Es sind nur noch die Menschen. Und ich spiele was ich will und will mir von niemanden, auch nicht vom Bundespräsidenten deswegen Gewissensbisse einreden lassen.

  43. Ich finde wir müssen trotz alledem, bezüglich der gesamten Killerspieldebatte nicht speziell wegen Bundespräsident Köhler, einen kühlen Kopf bewahren und uns vor zu schnellen und unüberlegten Handlungen hüten. Ansonsten gießen wir ungewollt mehr Öl ins Feuer.

    Was eine Demonstration angeht, da bin ich auf jeden Fall dabei. Selbst vor dem Amoklauf habe ich die ganze Zeit schon mit dem Gedanken gespielt weil ich bereits seit längerer Zeit die Schnauze voll hatte. Es ist nur die Frage wie man das organisiert, ob evtl. Gamer Magazine sich beteiligen usw., usf. und ob man überhaupt genügend Leute zusammenbekommt. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher das es vielen wie mir geht.

  44. Naja, ich sehe das mal so: wer einem Politiker/Experten eine Mail schreibt sollte in dieser Mail ein mindestmaß an Sachlichkeit bewahren. Beleidigungen sollten nicht zu finden sein. Es sollte im schlimmsten fall ein „freudiges auf die Realität hinweisen“ sein. Nicht mehr und nicht weniger.

    Wer nun böse Mails an Herrn Köhler schreibt, der ist nun wirklich nicht ganz bei trost.

    Aber: Herr Köhler sollte, nein er muss darauf hingewiesen werden, das solche Filme und Spiele, wie er sie beschreibt in Deutschland in der Form nicht verfügbar sind, teilweise nichteinmal für erwachsene Bürger.

    Böse Emails an Köhler sind genauso kontraproduktiv, wie seine doch recht schillernde Beschreibung von Spielen und Filmen, die so eben in der BRD gar nicht existieren.

  45. Eure Kommentare hier haben mich zutiefst entsetzt.
    1. Er ist Bundespräsident, und auch wenn wir mit den Politikern nicht einer Meinung sind, sollten wir ihnen wenigstens Respektvoll begegnen, ein Land wie Deutschland zu regieren ist schon schwer genug. Auch abgesehen vom Amt sollte ein bisschen Respekt vorhanden sein.
    Die Mail von Peaniz finde ich hier absolut fehl am Platze.
    2. Köhler fordert eben keine Zensur – er fordert das genaue Gegenteil. Alle, die Pfeiffer unsachgemäßes Arbeiten vorschreiben sollten das bitte schön erkennen können.
    3. Wo ist das Problem? Er appeliert an die Eltern, nicht sorgenlos alles zu erlauben sondern den Verstand einzuschalten.
    Das liebe Freunde, ist genau das, was Deutschland braucht – mehr Eigenverantwortung, und genau das fordert Köhler.
    Herr Köhler erwähnt Spiele und Filme, der pauschaliert auch nicht, was wollt ihr eigentlich noch?????

    Erschrockene Grüße
    Mars

  46. Also Leute, macht mal langsam.
    Er mag einen miesen Zeitpunkt gewählt haben, Politik zu machen (Trauerfeier).
    Aber er hat weder ein Verbot von Spielen gefordert, noch sie als einzigen Grund dargestellt, und der Rest der Rede ist IMHO völlig in Ordnung. Er ruft zu mehr Dialog und zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme und Verständnis auf.
    Die Reaktion von manchen von Euch ist daher völlig überzogen und unpassend.

    Gruß
    Aginor

  47. Leute, ruhig Blut. Köhler appeliert an die Verantwortung jedes einzelnen, was absolut notwendig ist. Er pauschaliert nicht auf alles, er sagt nur: es gibt solche …
    Und da hat er recht, auch wenn sie nicht legal sind!
    Wer sich hier wegen Zensur beschwert hat seine Aussagen nicht verstanden, er fordert genau das Gegenteil!

  48. Wenn unwissende von Köhler gesagt bekommen:
    -Zitat-
    Zum Beispiel wissen wir doch schon lange, dass in ungezählten Filmen und Computerspielen extreme Gewalt, die Zurschaustellung zerstörter Körper und die Erniedrigung von Menschen im Vordergrund stehen. Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet?
    -Zitatende-
    Dann hat das 2 Dinge zur Folge:
    1. Unwissende festigen ihre „Meinung“ darüber, das Killerspiele etwas grundweg schlechtes sind ohne sie zu kennen.
    2. Verbotsforderungen werden wieder lauter, denn das was Herr Köhler beschreibt ist schlichtweg wiederlich.

    Wenn es ein Spiel gäbe, das extreme Gewalt und Erniedrigung (und die anderen von Köhler erwähnten Dinge) von Menschen als Hauptinhalt vermittelt, so wäre ich einer, der zur Not selbst dem Staatsanwalt die Anzeige zuschickt, damit das Ding nach §131 verboten wird.

    Klar, gewisse Reaktionen hier halte ich auch für übertrieben. Aber man muss Köhler darauf hinweisen, das seine Beschreibung falsch ist, das seine Beschreibung übertrieben ist, das seine Beschreibung bei Verbotsbefürwortern freudig aufgenommen wird.
    Auch ein Herr Köhler sollte nicht dermaßen übertreiben.

    Das er keine Verbote will, das finde ich darüber hinaus gut, aber es rechtfertigt nicht eine völlig übertriebene, unsachliche Schilderung über Spielinhalte, welche die Fronten nur weiter verhärten würde!

  49. maSu hat absolut Recht. Er fordert kein Verbot das stimmt aber er fördert die Forderung. Das ist in meinen Augen fast das Selbe.

    Er stellt uns (da die Leute ja glauben dass wir die von ihm beschriebenen Games zocken bzw. Filme sehen) als selbstachtungslos hin.

  50. Meiner Meinung seid ihr zu empfindlich. Spiele sind nicht 100% harmlos. Und was wir brauchen ist ein Bewußtsein dafür, damit die Leute schlicht überlegen was sie tun, genau so wie es beim Autofahren nötig ist dass man überlegt wie schnell man hier verantwortungsvoll fahren kann.
    Mag sein dass jetzt irgendein Verbotsbefürworter nochmal Auftrieb bekommt, aber das passiert mit JEDER Äußerung.

  51. „ch finde jedenfalls: Dieser Art von “Marktentwicklung” sollte Einhalt geboten werden.“ Das kann man aber daraus deuten, das Herr Köhler für Einschränkungen, wenn nicht gar ein Verbot ist.

  52. Nein, das heisst nur dass er nicht alles toll findet. Ihr müsst lernen zu unterscheiden zwischen einer Meinung in Bezug auf Spiele und einer politischen Forderung.

  53. Herr Köhler sagt viele richtige Dinge in seiner Rede – der komplette Text kann übrigens auf seiner Webpage nachgelesen werden (einfach kurz suchen, keine Spekulation notwendig). Allerdings denke ich, dass der Abschnitt der hier zitiert wurde kritisch zu sehen ist.
    Es ist richtig, dass er keine direkten politischen Forderungen stellt, aber das erhebt doch seine Aussagen nicht über jede Kritik.
    Er stellt zum Bspl. die Frage: „Tun wir genug, um gefährdete Menschen vor sich selbst zu schützen?“, und sagt dazu dass man in Zukunft etwas besser machen muss und Lehren aus der Tat ziehen muss. Tiemlich allgemein gehalten, aber doch sehr aufschlussreich. Wenn in der Diskussion über Amokläufe von „gefährdeten Menschen“ geredet wird dann fast nur in dem Zusammenhang dass bei diesen gewalthaltige Computerspiele negative Auswirkungen haben können. Auch muss man diese gefährdeten Menschen nicht vor externen Einflüssen schützen, sondern vor sich selbst. Mobbing, hohe Leistungsanforderungen, kaum Zukunftspersepktiven, etc. sind alles externe Faktoren – dieses „vor sich selbst“ kann sich also im Kontext der aktuellen Diskussion nur auf Computerspiele oder Waffen beziehen. Da Herr Köhler in direktem Anschluss über Computerspiele unf Filme redet wird wohl jeder zum gleichen Schluss kommen was gemeint ist.
    Dass die dann folgende Beschreibung von Filemn und computerspielen an der Wirklichkeit vorbeigeht und ein falsches Bild dieser Medien zeichnet ist meiner Meinung nach sehr bedenklich. Er schließt diesen Abschnitt mit einer rhethorischen Frage: „Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet“. Diese ist keine Frage sondern eine Aussage: „Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet.“ Zu beachten ist hier der direkte, kausale Zusammenhang. Selbst bekannt Kritiker wie Herr Pfeiffer formulieren diese jetzt immer als Möglichkeit: „… schaden kann.“. Dieser Unterschied ist klein, aber er ist wesentlich.
    Der letzt hier zitierte Abschnitt mit „schlecht“, „Böse“, „mediale Scheinwelten – direkter Bezug auf MMOs?“ , etc. liest sich ähnlich, aber ich will das jetzt nicht im Detail besprechen.
    Die Rede ist handwerlich gut gemacht – kaum etwas direkt beim Namen genannt, keine direkten Forderungen gestellt, nichts womit man sich in letzter Konsequenz auf etwas festlegt. Und es ist jedem klar, was under Bundespräsident über gewalthaltigen Computerspielen denkt, und dass er im Bezug auf diese Handlungsbedarf sieht.

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