Amoklauf: Rolle von Medikamenten

In den Kommentaren hat Murray XVII auf diesen Text hingewiesen, der Psychopharmaka als Ursache für den Amoklauf von Winnenden nennt. Die Seite sieht nicht unbedingt sehr vertrauenserweckend aus, aber die Problematik ist zumindest in früheren Fällen bereits diskutiert worden. So findet sich in der englischen Wikipedia folgender Absatz über Columbine (weiterer Artikel):

Harris was prescribed the anti-depressant Zoloft by his family doctor. Shortly afterwards, Harris reported having suicidal and homicidal thoughts. Harris was then switched to a similar drug Luvox. At the time of his death, Harris had therapeutic Luvox levels in his system. Some analysts, such as psychiatrist Peter Breggin, have argued that one or both of these medications may have contributed to Harris’s actions. It has been claimed that side-effects of these drugs include increased aggression, loss of remorse, depersonalization and mania.”

6 Gedanken zu “Amoklauf: Rolle von Medikamenten

  1. “Die Seite sieht nicht unbedingt sehr vertrauenserweckend aus […]”
    Ja, genau das dachte ich auch, als ich den Eintrag gelesen habe.
    Dass Psychopharmaka mit hineinspielen ist sicherlich ein wichtiger Aspekt, der tatsächlich bisher kaum beleuchtet wurde, doch der Text selber ist in meinen Augen viel zu reißerisch formuliert, als dass er ernst zu nehmen ist.

    Das ganze auf eine boshafte, unmenschliche Lobby zu schieben ist genauso übertrieben einfältig wie die ganzen einseitigen Berichte über unsere “Killerspiele”.
    Man kann nicht alles mit einer bösen Verschwörung erklären, so läuft das nun mal nicht.

  2. Also ich möchte auch mal schnell warnen:
    Wir machen den gleichen Fehler wie die Presse und die Politiker, wenn wir alles was “von uns ablenkt” akzeptieren, egal aus welchen Quellen es stammt. Der Verfasser des oben genannten Textes verharmlost die Gefahr, die von Waffen ausgeht, die jugendlichen zugänglich gemacht werden, und versucht auf genauso schwache Weise einen (beinahe) monokausalen Zusammenhang zu irgendwelchen Psychopharmaka herzustellen.

    Gruß
    Aginor

  3. Das ein Großteil der Amokläufer, wenn nicht sogar alle, psychische Probleme haben ist ja nichts neues.
    Das man dann bei psychisch labilen Personen auch entsprechende Medikamente findet ist auch nicht verwunderlicher als bei einem Jugendlichen CounterStrike auf dem Rechner zu finden.
    Ich halte es aber für möglich das einige Täter die Wirkung diese Substanzen bewußt nutzen um auch wirklich im Stande zu sein die Tat durchzuführen.

  4. @kraid: dafür müssten sie aber selbst diese Wirkung kennen und ich schätze dass sie die an sich selbst meistens nicht mitbekommen würden.

    Ich hab ja selbst geschrieben dass ich dieser Theorie nicht ganz glaube aber es könnte wirklich zumindest einer der Gründe sein die zu solchen Taten führen. Natürlich wird auch das nur ein kleiner sein das Gros macht meiner Meinung nach immernoch körperliche und/oder seelische Qual aus. Ich bin kein Psychologe aber soweit ich weiß waren zum Beispiel die Opfer von Tim K. haupsächlich weiblich. Vielleicht hat seine Psyche häufige Zurückweisung vom anderen Geschlecht nicht ertagen. Das würde auch die Depressionen erklären.

    @admin: Da fehlt ein I bei meinen Nick^^

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