Chatreihe zu "Virtuellen Lebenswelten"

(BMFSFJ) Das Bundesfamilienministerium bietet eine Chatreihe für Eltern und Jugendliche zu “Virtuellen Welten” an. Der nächste Chat wird am 25. stattfinden:

Am Mittwoch […] wird Tom Westerholt (Redakteur von 1LIVE) zum Thema: “Computerspiele – für die einen Ursache von Gewalt, für die anderen Entspannung und Ablenkung” mit Jugendlichen diskutieren.”

14 Gedanken zu “Chatreihe zu "Virtuellen Lebenswelten"

  1. Im Grunde genommen keine schlechte Idee. Ich habe da nur ein paar schlimme Befürchtungen:
    *
    – “Eltern” im Chat werden gößtenteils Extremisten sein “Ihr seid alle krank, diese Spiele wurden vom Militär entwickelt, alles verbieten!!!111einseinself”
    – Spieler werden Extremisten sein, also irgendwelche dummen Kinder, die dann beleidigend werden, keine Fakten bringen, und das allgemeine Bild vom PC-Spieler bestätigen
    – Experten werden entweder nicht zu Wort kommen, oder von der vorgefertigten Meinung der beteiligten einfach überrollt.
    *
    Ich hoffe ich habe Unrecht.
    *
    Gruß
    Aginor

  2. Mal sehen, es ist ein Ansatz.
    Wenn ihr euch darüber beschwert, warum geht ihr dann nicht einfach selber in den Char und schreibt mit und sorgt für eine vernünftige Diskussion. Wenn das 20 Leute machen, die das hier lesen, kann es schon helfen. Schreibt euch vorher die Wissenschaftlichen Argumente auf oder merkt sie euch und dann bringt sie ruhig und geordnet vor. Vielleicht können wir hier wirklich mal was bewirken.
    – Nur eine Idee, vielleicht bin ich zu idealistisch –

  3. Naja, hab damals mal an dem Chat auf mitmischen.de teilgenommen, wo es um das Thema “Killerspiele” ging.
    Erstmal hat es nach dem schreiben eines Kommentars gut 10-15 minuten gedauert bis der auch aufgetaucht ist, was das ganze dann natürlich total aus dem Zusammenhang gerissen hat und zweitens waren die Antworten auf Fragen dann eh nur das allgemeine politikgeschwafel ohne direkten Bezug zur Frage.
    IMO würde es mehr bringen wenn man die Anzahl der Teilnehmer stark begrenzt, d.h. das von jeder Intressengruppe nur 1-2 Leute aktiv dran teilnehmen und der rest nur zuschaut/mitliest.
    Also müßte man sich im Vorfeld auf 1-2 Redner einigen, vorzugsweise Personen denen sowas liegt.
    Für dieses mal ist es zu spät, aber das wäre mal ein Vorschag für die nächste Runde zu dem Thema.
    Mich stört auch das das jedesmal auf ner anderen Seite stattfindet, da muß man sich immer wieder neu anmelden bis man irgendwann auf allen Seiten der Bundesregierung registriert ist.

  4. Hab grad nochmal gelesen: Die Chats sind ja getrennt für Eltern und Jugendliche. D.h. wir müssten uns unter die Eltern mischen, um was zu bewegen. Die Jugendlichen wissen ja schon bescheid…

  5. Wir sind leider nicht die Zielgruppe. Also zumindest ich nicht.
    Es geht um Eltern und Jugendliche. Da ich noch keine Kinder habe, und aufgrund meines zu hohen Alters schon länger nicht mehr als Jugendlicher bezeichnet werden kann, bin ich nicht gefragt.
    Alle Argumente die man bringen würde, könnten daher vom Gegenüber sehr wirksam entkräftet werden, mit sogenannten Totschlagargumenten “Mein Sohn (Bekannter, etc.) war süchtig, erzählen Sie mir nicht dass das Unsinn ist.”
    Sag mal so jemandem dass er im Unrecht ist.

    Gruß
    Aginor

  6. @Aginor: Auf das Totschlagargument würde ich nur antworten. “Mein Bruder war auch süchtig und hat seine Schule vernachlässigt. Ich habe mit meiner Mutter gesprochen und sie darauf aufmerksam gemacht, woraufhin er eines Tages nach Hause kam und seinen Computer nicht mehr vorfand.”

    Einfach mal den Ball zurückwerfen ;)

  7. Geht jedes mal schief.
    Das liegt daran dass Eltern wissen, dass man die Spiele oder die Spielgeräte nicht einfach wegnehmen kann und das Problem ist weg. Im Gegenteil, dann kann man es nicht mehr kontrollieren.

    Außerdem lüge ich aus Prinzip nicht. (Hab genug Probleme deswegen, denn die meisten Leute wollen in vielen Situationen die Wahrheit nicht hören….)

    Gruß
    Aginor

  8. Nunja, ich war ja schon bei der Chatreihe mit Prof. Dr. Lothar Adler und Karoline
    Roshdi zusammen.

    Erlich gesagt war das direkte Thema sogar “Ego-Shooter”, jedoch wurde viel mehr über Mobbing und Gründe für Amokläufe geredet, dass man gar nicht an die Spiele gedacht hat.

    Das die Chats für Eltern/Jugendliche getrennt sind, sehe ich gar nicht. Tom Westerholt ist nur im Jugendchat zu finden.

    Gleichzeitig läuft aber im Elternbereich heute der Chat “Computerspiele und Amok – gibt es direkte Zusammenhänge? Mit dem Kriminologen Prof. Dr. Egg und bke-Alexander Eichbaum”

    wäre es nicht da sinnvoller anzufangen?

  9. Letztlich ließe sich diese ganze Debatte wesenlich entschärfen, wenn die Politik eine klare, sachlich fundiert (auch mit Studien jenseits des KFN!) Position vertreten würde. Leider wird das nicht passieren, weil jeder Politiker irgendeine andere Meinung zum Thema hat und zu die nicht mit Argumenten, sondern Polemik untermauert. Dabei ist eine starker Akteur imho sehr wichtig, weil sonst nur die üblichen Grabenkämpfe zwischen Politik, Medien, Eltern, Gesellschaft, Publishern und Gamern weitergehen und letztlich alle Seiten radikaler werden.
    .
    Wenig sinnvoll wäre es in dem beschriebenen Szenario, wenn absolute Aussagen gemacht würden (“Killerspiele müssen verboten werden, weil…”, “Killerspiele dürfen nicht verboten werden, weil…”), weil die zu viele Seiten vor den Kopf stoßen. Stattdessen müsste es eine möglichst umfassende Position geben, die v.a. die Schärfe rausnimmt, radikale Aussagen / Hetze relativiert und den Staat als Mediator auftritt, der zwischen den einzelnen Postionen neutral vermittelt und so einen gesellschaftlichen Dialog anstößt.
    .
    Doch ich weiß: Ich fantasiere nur wieder im Wahn von einer besseren Welt. ;)

  10. Geht mir auch oft so…
    Was perfekterweise existieren sollte hab ich mir im Geiste schon sehr oft ausgemalt.
    Es scheitert aber immer an den Menschen. Auf einer der genannten Seiten.

    Gruß
    Aginor

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