Focus: "Killt die Killerspiele!"

(Focus) Offensichtlich wurde die Aussage von Dagobert bei Maybrit Illner aufgegriffen:

Menschen hätten einfach ein Bedürfnis nach Gewalt – so hatte Computerspiel-Fan Ricken seine Leidenschaft zuvor gerechtfertigt. Nun sagt Lindlau: „Was ist das für ein Argument? Vielleicht gibt es auch das Bedürfnis von Männern, Frauen zu vergewaltigen.“ Schünemann ergänzt: „Solche Killerspiele wirken sich auf jeden Fall nicht positiv auf Kinder und Jugendliche aus.“ Weshalb also gibt es sie überhaupt noch? Weshalb hat Deutschland schon so oft folgenlos über Computer-Ballerspiele diskutiert? Nach Winnenden kann es nur heißen: Verbietet sie endlich! Das sind wir Hardy Schober schuldig.“

(Danke an amegas.)

46 Gedanken zu “Focus: "Killt die Killerspiele!"

  1. Was mir persönlich auffiel, war diese Aussage des Focus:
    „Überzeugen kann nur eine These, die Dagobert Lindlau vorträgt. Studien zeigten, so sagt der Publizist, dass 80 Prozent der amerikanischen Soldaten zunächst Hemmungen hätten, auf Menschen zu schießen. Nach Schulungen mit Programmen, die sogenannten Killerspielen ähnlich sind, wie sie auch Tim K. auf seinem Computer hatte, sinke der Anteil auf 20 Prozent.“

    Ich frage mich weiterhin welche Studio diese Aussage rechtfertigt.

  2. Die guten sachen, die Ricken gesagt hat, werden also unter den Tisch gekehrt. Schön, so solls sein. Aber zumindest ist der Artikel ansonsten eher Anti-Sendung als Anti-Killerspiele, auch wenn mal wieder die ominöse Studie erwähnt wird, die die Tötungshemmung bei Jugendlichen senken soll (Also nicht die Studie sondern die „Killahspieläh“).

  3. So langsam sinkt meine Tötungshemmung auch. Aber nicht durch Spiele, sondern durch Leute wie Herrn Lindlau und Herrn Schünemann.

    Ich bin in einem Maße frustriert und wütend, das ich kaum durch Worte ausdrpcken kann. Diese Hilflosogkeit. Herr Ricken hätte die Chance gehabt da endlich mal deutliche Worte zu finden, die Wahrheit einem breiten Publikum zu zeigen, und was tut er? Er bringt Argumente, die ein erfahrener Politiker in Sekunden zerpflücken kann, und macht sich lächerlich.

    Was den Artikel angeht: Ich hoffe Focus meint die letzten Absätze tatsächlich ironisch. Wenn nicht…
    …und selbst wenn, die Mehrheit der dummen Leser wird die Ironie nicht verstehen…

    Frustrierte Grüße
    Aginor

  4. Was ein Komiker (der Focus-Schreiberling). „Das sind wir Hardy Schober schuldig“… Herr Schober forderte in dem Interview vor der Runde doch weniger ein Verbot als viel mehr das die Eltern sich endlich mal mit ihren Kindern und deren PCs beschäfrigen (womit er Recht hätte). Aber die Eltern haben sehr wohl gefordert das die Medien mal ihre Berichterstattung überdenken sollten. Aber dazu irgendwo ein Wort? ZDF? Focus? Natürlich nicht… ;)

  5. Gott ich könnte kotzen, die Aussagen von Lindlau sind lächerlich und vollkommen haltlos. Dass der Focus ausgerechnet diesen Schwachsinn aufgreift…

  6. @Aginor
    Ich hab den Sendetermin als Steam-Event angekündigt und Leute in unseren Gruppen-Chat eingeladen. Mit einigen Gleichgesinnten zusammensitzen und im Vorfeld wissen, das es EH´ eine einseitige Berichterstattung sein wird – ich fand heraus das dies unterhaltsam ist. Zudem fällt einem auf: Kilian hat sich trotz eine komplett feindlichen Umgebung wacker geschlagen. Wäre dir sofort etwas eingefallen als die Aussage „vielleicht haben welche auch ein Verlangen Frauen zu vergewaltigen, muss man dann dem nachkommen?“ fiel? Wir dachten uns: ohje, in die Ecke gespielt. Aber unser „Gaming-Vertreter“ hat es geschafft sich aus seiner eigens gestellten Wortwahl-Falle herauszuschlängeln.

    Zum Focus-Artikel: der ist definitiv NICHT ironisch gemeint ;)

  7. Also ich muss sagen ich saß nur da und hab mich geärgert. Die ersten Male fand ich das auch noch ein wenig unterhaltsam, weil ich oft auch bei meinen Eltern bin, und die spielen selber und schauen sich sowas auch an, die Diskussion läuft also in meinem Umfeld sehr viel.
    Aber gestern nach der sendung war ich echt auf hundertachtzig. Bin gleich zum PC, und in den Chat.
    Ich war auf den Herrn Ricken wie gesagt etwas sauer, er hätte meiner Meinung nach bevor er mitten drin war mit den Leuten in der Diskussion )wo es dann hitzig zugeht und der gewinnt, der mehr Diskussionserfahrung hat) schon die Hauptargumente von Herrn Lindlau und Herrn Schünemann entkräften müssen. Er hat sich nicht dagegen gewehrt.

    Natürlich hat er nicht ganz Mist gebaut. Er war eigentlich recht gut dabei. Aber die Kernpunkte kamen wieder nicht zur Sprache, oder nur einseitig. Wieder eine Chance vertan, den Zuschauern die Wahrheit zu sagen, und einmal mehr die Lügen verbreitet, die sich so schnell in den Köpfen der Ahnungslosen einbrennen.

    Gruß
    Aginor

  8. An Herrn Schünemann,

    sind Sie ein Tierhasser?
    Durch das von Ihnen gebaute „Schießkino“ für Jäger lassen Sie es zu, dass Jäger ihre Gewalthemmung von 80 auf 0% gegenüber Tiere verlieren.

    So das zu diesem hässlichen A—Gesicht :D

  9. Mal ein paar Fragen, die irgendwie nichts mehr mit der Sache zu tun haben (was allein schon wieder die Absurdität der Debatte beweist) :
    Welche Spiele hatte Tim K. denn? Wie lang hat er sie gespielt? Wie ist er an sie herangekommen?
    Soweit ich mich erinnere, hat er in der Woche vor der Tat 0.1h CS gespielt. FarCry2 solle er am Abend davor gespielt haben. Mehr ist mir nicht bekannt und auch nichts handfestes wie zB ein Polizeibericht.
    Da die Debatte mal wieder eine Eigendynamik hat, ist das leider ebenso irrelevant wie der fehlende Internetzugang bei Robert Steinhäuser oder die schwache Grafikkarte bei Sebastian B.
    Aber ich fände es irgendwie interessant, gerade angesichts einer solchen Aussage wie „Nach Winnenden kann es nur heißen: Verbietet sie endlich! Das sind wir Hardy Schober schuldig.“, ob an der Behauptung, Tim K. hätte gewalthaltige Spiele gespielt, überhaupt etwas dran ist.

    Zum Artikel selbst: es ist erstaunlich wie schnell alle versuchen, die BILD zu imitieren und wie gut es ihnen gelingt, wenn ein Thema mal emotional sein soll. Schließlich ist das der beste Weg, eine sachliche Diskussion zu unterbinden. Und durch die klare Schwarz-Weiß-Trennung weiß man als Politiker, auf welcher Seite man stehen darf, und auf welcher nicht (wie ich es nicht erwarten kann, bis das Wahljahr vorbei ist, damit die Politik nicht mehr zu solchen Mitteln greifen muss, um von ihrer Inkompetenz abzulenken).

  10. @Mortipher
    An die Geschichte mit FarCry2 kann ich mich noch gut erinnern. Der Spiegel hatte es in einem seiner Magazine behauptet, Tim K. hätte exzessiv FC2 gespielt.
    Die Polizei hat im Nachhinein verkündet das dies NICHT der Fall war (ich bin mir nicht sicher ob er es nun einfach kaum gespielt hat oder überhaupt besaß).

  11. @Athoron: Wäre interessant mal zu erfahren was tatsächlich gesagt wurde von der Polizei. Mir ist nur die Pressekonferenz bekannt? Sollte man direkt mal nachfragen bei der Polizei?

  12. Man klicke auf meinen Nick um zur Seite zu gelangen. ;-)
    Ich weiß nicht welchen Aussagewert reuters hat, aber als Quelle wurde eben diese jene Seite angegeben.
    Mich wundert es das Tactical Ops bisher nie in Diskussionen gefallen ist:

    „Die Polizei Waiblingen widersprach einem Bericht des „Spiegel“, der Amokläufer habe wenige Stunden vor seiner Tat das Killerspiel „Far Cry 2“ gespielt. Es gebe keine gesicherten Hinweise, dass er exakt an diesem Abend das Computerspiel gespielt habe, erklärte ein Polizeisprecher. „Die Zeit, zu der er den PC ausschaltete, angeblich 21.40 Uhr, kann ebenfalls nicht bestätigt werden.“ Er bestätigte aber, dass auf dem Rechner die Killerspiele „Counter-Strike“ und „Tactical Ops“ sowie eine größere Zahl Pornobilder gefunden wurden.“

  13. Wenn man den Bericht liest fällt mal wieder schmerzlich auf, wie etabliert der Begriff „Killerspiel“ schon ist und wie unreflektiert und selbstverständlich er gebraucht wird.

  14. Jop. Leider.
    Auch der Herr Schünemann hat ja gestern das Wort zig mal gesagt. Für ihn gibt es nichts anderes glaube ich…

    Gruß
    Aginor

  15. Warum sollte er auch? Für ihn ist es ein Wort, welches jedes Argument untermauert – wer kann schon ein „Killer“spiel befürworten? Computerspiel klingt nicht hetzerisch genug.

  16. Schünemann will die Schützenvereine decken wegen der Wähler.
    Daher ist ihm jeder Sündenbock recht.
    .
    Leider sind die Gamer da nicht viel anders: auch die schieben die Schuld zu den Schützenvereinen rüber.

  17. Gibt es denn mehr „Schützen“ in Deutschland, oder mehr Gamer? Würde ja eher sagen Gamer – auch wenn nicht alle schon wahlberechtigt sind.

  18. @Danny genau das ist das Problem.

    Ich finde, dass sich Kilian aber ziemlich gut geschlagen hat. Er hat es aus dem Vergleich von Gewalt und Vergewaltigung rausgeschafft, und sie haben ihn ja gar nicht frei zu Wort kommen lassen. Wann hätte er denn die falschen Tatsachen entkräften sollen? Er wurde gefragt, hat geantwortet, dann wurde ihm das Wort abgeschnitten und weiterdiskutiert. Sehr demokratisch by the way.

  19. Ich persönlich hätte auch vieles anders gemacht als Kilian, gerade, dass er nichts zu den vielen Unwahrheiten gesagt hat, hat mich sehr geärgert. Klar ist aber auch, dass der junge Mann verflucht nervös war, und dass wir ihm das nicht verübeln können.

    Was mich ärgert ist vielmehr, dass ein gewählter Minister nur mit den Schultern zuckt, wenn direkt neben ihm ganz offensichtlich jemand davon spricht, das Grundgesetz zu untergraben. Da sitzen Leute im Fernsehen und fordern mit rein propagandistischen Argumenten eine Beschneidung so einiger Grundrechte… 70 Jahre nach Kriegsbeginn, 20 nach dem Mauerfall. Lernt denn KEINER was dazu in diesem Land? D

  20. So ein Unsinn! Zunächst einmal ist der Terminus „Killerspiel“ eine mediale Inszenierung und wurde medial aufgeladen. Weder gibt es dieses Genre noch stimmt die immanente Kritik, dass das Ziel der Spiele das Töten ist. Es dient einfach den Medien dazu, die Inhalte der Computerspielindustrie zu bündeln um es für den Massenkonsum kompatibel zu machen. Hier zeigt sich wieder die Verflachung der Medien. Ricken gefiel mir in der Sendung nicht, denn seine Argumentation war löchrig und war in Bandbreite nicht stichhaltig. Warum führt er nicht Studien an, die beweisen, dass Pc- Games die Phantasie erweitern, das strategische Denken fördern und vor allem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Teil einer Community sind. Wieder einmal offenbart sich anhand der PC-Spiel der offene Bruch der Generationen, denn während konservative und ideologisch verblendete Politiker zur medialen Inszenierung tendieren und PC-Games die Sündenbockfunktion zu schreiben. Meinetwegen soll der arrogante Schünemann ruhig die die „Killerspiele“ verbieten, danach wird der Schwarzmarkt florieren und der immer größer werdenden Markt von PC-Games wird unter Hand ablaufen. Zudem wird Herr Schünemann in Zukunft auf Steuermindereinnahmen stoßen. Ich denke, dass in der nächsten Generation die Ansicht über PC-Games geändert haben, denn dann werden Politker ehemaliger Zocker sein und Empathie für diese sozialen Netzwerke empfinden. Schünemann greift mit seiner Initiative in meine persönlichen Freiheitsrechte ein und sorgt für die Aushöhlung der Pressfreiheit.

  21. „Solche Killerspiele wirken sich auf jeden Fall nicht positiv auf Kinder und Jugendliche aus. Weshalb also gibt es sie überhaupt noch? Weshalb hat Deutschland schon so oft folgenlos über Computer-Ballerspiele diskutiert? Nach Winnenden kann es nur heißen: Verbietet sie endlich! Das sind wir Hardy Schober schuldig.”

    Erstmal sollten KINDER diese Games garnicht spielen und positive Wirkung haben sie. Ich habe bereits gesagt dass durch solche Spiele der Orientierungssinn und das räumliche Vorstellungsvermögen trainiert werden kann.

    Nun mal zu den Fragen: Es gibt sie weil Leute einfach Spaß daran haben mal ein Bisschen zu zocken. Folgenlos kann man nicht sagen. Einige Politiker und „Experten“ mit meines Erachtens erkauften Titeln sind uns Gamern noch ein paar öffentliche Entschuldigungen für ihre unpassenden und beleidigenden Vergleiche schuldig.

    Frage zu dem „Verbietet sie endlich! Das sind wir Hardy Schober schuldig.”:
    WARUM! Sie haben nichts damit zu tun dass ein junger Mann sein Leben für so wertlos hielt dass er es beenden muss und auch nicht damit dass sein Vater entgenen der Gesetze sein Schusswaffe nicht unter Verschluss gehalten hat.
    Tim K. hat in den letzten 2 Wochen vor seiner Tat kaum gezockt (unter 6min CSS. HALLO!?).

    Die Tötungshemmung wird IMMENROCH nicht bei den Amerikanern mit „Killerspielen“ herrabgesetzt. Bis ich keine Beweise sehe ist und bleibt das meine Überzeugung!

    Der soll sich erstmal ordentlich informieren ehe er die Klappe aufreißt!

  22. @Patrick: Natürlich hat Ricken löchrig argumentiert, aber ich finde es schon eine große Leistung sich solchen Leuten zu stellen, die dich öffentlich als „Killer“ beschimpfen und dabei noch nicht einmal von der Moderatorin aufgehalten werden, die leider nicht neutral war, genauso wie die Talk-Runde, in der alle, selbst Kühnast, Kontakt zu Schießvereinen (sog. Schützenvereinen) hatten oder haben. Selbst wenn Ricken da gut und ricjtig argumentiert hätte, wie es hier vorgeschlagen wurde ist es erstens Live schwieriger als im Forum und zweitens hätte der liebe Herr von der CDU das auch einfach abgetan. Das sieht man schon daran dass die Jugendarbeit der Schützenvereine gut ist aber die des Clans nicht. Die Frage warum man bei der Jugendarbeit „Killer“-Spiele nutzt hätte er direkt zurückwerfen können: Warum nutzt man bei der Jugendarbeit im Schützenverein Waffen? Zumal „Killer“-Spiele, als Speiele mit besonders detailierten Todesanimationen usw., eh durch aktuelles deutsches Recht verboten oder indiziert.

    mfg, hopfen

  23. @hopfen: Du hast ja recht, dass die Live-Show ein schwierig zu meistern ist. Aber er hat uns leider nicht aus dieser Ecke herausgebracht, in der die Gamer-Szene steckt. Schünemann greift einfach diese Stereotype auf, differenziert nicht und vereinfacht das und Illner unterstützt ihn auch noch durch Schweigen. Der alte Opi ist mal wieder realitätsfern und wir begegnen einer kleinen neuen „68-Werte-Wande-Revolution“. Wie die Konservativen und Verstaubten den Eltern der Gamer suggeriert, diese Art der Medienkompetenz gefährde das Kindeswohl. Ich fühle mich durch diese Pauschalisierung persönlich betroffen, denn erschreckend muss ich feststellen, dass Medien als vierte Gewalt ein so hohes Maß an Anerkennung gewinnt und diese die missbraucht. Das einzig positive an der Sendung: Der Vorschlag Eltern auf LAN-Partys zu schicken, war der einzig sinnvolle, denn erst dann ist man qualifiziert dafür, über Ego-Shooter usw. zu urteilen.

  24. Beispiel der Zensur –> Focus Online teilt mir mit:

    Hallo patricke,

    Ihr Beitrag: Sie haben keine Ahnung!
    So ein Unsinn! Zunächst einmal ist der Terminus „Killerspiel“ eine mediale Inszenierung und wurde medial aufgeladen. Weder gibt es dieses Genre noch stimmt die immanente Kritik, dass das Ziel der Spiele das Töten ist. Es dient einfach den Medien dazu, die Inhalte der Computerspielindustrie zu bündeln um es für den Massenkonsum kompatibel zu machen. Hier zeigt sich wieder die Verflachung der Medien

    wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.

  25. Es gibt da so einen „Medien-Rat“ denke ich. Vielleicht sollte man sich in solchen Angelegenheiten mal an den wenden, gerade wenn eine fundierte Kritik, wie die von Patrick, abgelehnt wird.

    Ich hab gerade wieder einen Ausschnitt von der Diskussion gesehen. Dort erwähnt unser lieber GSG-Berater und (Ton-)Tauben-Schießer dass Waffen eine art Faszination auswirken können und sowohl starke posetive als auch starke negative (Abneigung) Gefühle auslösen. Was spricht dagegen, dass es diese auch für Spiele gibt. Es ist doch immer noch besser diese Faszination virtuell auszuleben als in echt das Schießen zu erlernen.

  26. O.o? Wenn der immernoch in der Datenbank schlummerte, ist die Seite aber arg schlecht Programmiert. Sonst wäre er beim ablehnen sofort raus gewesen (Also würde ich so machen). Aber egal, BTT ;-)

  27. Nochmal zu der Frage: Gibt es mehr Schützen oder mehr Gamer.

    Also laut http://www.martin-ebers.de sind ca. 1 Million Gamer im Dt. eSport Bund organisiert. Nach einer Umfrage aus dem Jahr 2006 hatten allerdings 38% der Deutschen Erfahrung mit Computerspielen (vgl. Quandt 2007, S.5). Dies sind etwa 31 Millionen Menschen.

    (Quandt, Thorsten, „Der Gamer – das unbekannte Wesen? Ergebnisse empirischer Nutzungsstudien“, Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft, FU Berlin 2007)

    Aus einigen Umfragen die ich mal irgendwo aufgeschnappt habe (Gamestar, TV-Doku auf nTV aus den 90ern) sind Spieler im durchschnitt 25 bzw. 24,5 Jahre alt. Also knapp ein drittel der in deutschland Wahlberechtigten werden hier geprellt.

  28. Dabei ist gerade die These von Dagobert Lindlau Unsinn, er hat dabei mehrere Aussagen vermischt, die nichts miteinander zu tun haben.

    Erstens hatte die US-Armee tatsächlich untersucht, wie es sich mit den Tötungsraten ihrer Soldaten verhielt. Im 2.Weltkrieg hatten nur 15-20% der Soldaten auf den Gegner geschossen, und man nahm das zum Anlaß, neue Ausbildungsmethoden einzuführen, um diesen Anteil zu steigern. Während des Vietnamkriegs betrug er dann ca.95%, ganz ohne Videospiele.

    Zweitens wäre es eben auch nicht ausreichend, jetzt nach vermeintlichen „Parallelen“ zu suchen, die US-Armee verwende ja auch Spezialversionen von Videospielen. Damit wird nicht ausgesagt, wofür genau (die Waffenausbildung findet weiterhin mit der realen Waffe statt, vielmehr kann man damit relativ leicht Terrains nachbilden und Übungsszenarien einführen). Die US-Armee hatte tatsächlich auch einmal untersucht, ob man Rekruten durch Videospiele die Tötungshemmung abtrainieren könne. Das hat aber nicht funktioniert.

  29. Herr Lindlau hat geantwortet:

    „Viele exakte Quellen. Die wichtigste: Lt.Col.Dave Grossman: ON KILLING – The Psychological Cost of Learning to Kill in War and Society“

    Mal gucken ob es das Buch bei uns in der SUB gibt.

  30. Ich habe die Bücher von Grossman auch nicht gelesen, sondern nur ein paar Papers. Allerdings erwecken die schon den Eindruck, daß Grossman halt eine bestimmte Aussage produzieren will, selbst wenn dafür krude Argumentationen verwendet werden. So meinte er etwa, einer der beiden Schüler, die 1999 gemeinsam den Amoklauf in Jonesboro begangen hätten, hätte ja nur am Computerspiel Zielen und Schießen geübt. Es ist allerdings unwahrscheinlich, daß zwei Personen, die gemeinsam so etwas planen, sich getrennt darauf vorbereiten.
    In einem anderen Beispiel verglich er Computerspielen mit Drillmethoden der japanischen Armee in China, als Soldaten zuerst befohlen wurde, Gefangene zu mißhandeln oder zu töten, und sie dann zur Belohnung eine „Trostfrau“ und Schnaps bekamen, soviel sie trinken konnten. Die Soldaten hätten damit gelernt, Gewalt mit Spaß zu assoziieren, und so gehe das auch den Spielern. Meiner Einschätzung nach unterstellte er an dieser Stelle, jeder Computerspieler empfinde beim Spielen den Ekel, den er dabei möglicherweise verspürte. Sollte man mal empirisch untersuchen, persönlich dachte ich auch am Anfang nicht, ich hätte da jetzt einen Menschen getötet, fühlte mich schuldig, ekelte mich vor mir selbst oder so etwas. (Vielleicht empfanden die Japaner das auch gar nicht, schließlich wurde man ja auch mit nationalistischer Propaganda großgezogen, aber das ist in dem Zusammenhang möglicherweise egal.)

  31. Grossmans Thesen sind nicht wissenschaftlich belegt. Wenn das Lindlaus wichtigste Quelle ist bewegt er sich auf reichlich dünnem Eis.

  32. „Weshalb hat Deutschland schon so oft folgenlos über Computer-Ballerspiele diskutiert? “
    Weil es es noch eine Demokratie ist? Die nicht jede populistische Jagd nach Sündenbocken mitmacht?
    „“ Schünemann ergänzt: „Solche Killerspiele wirken sich auf jeden Fall nicht positiv auf Kinder und Jugendliche aus.““
    weshalb sie auch für Erwachsene sind das gleiche kann man Pornos sagen allerdings konsumieren die auch der 40 jährige durchschnitt. ;)

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