"Going Postal"

(spiel*) Im “Büchermarkt” des Deutschlandfunks wurde ein interessantes Buch vorgestellt, dass sich mit den Hintergründen von Amokläufen beschäftigt. Unabhängig davon, ob man dem Autor zustimmt, ist der Artikel wirklich lesenswert. So werden nicht die “üblichen Verdächtigen” angeprangert sondern man riskiert einen Blick aufs Ganze. Einziger Wermutstropfen: Das Werk scheint noch nicht auf Deutsch erhältlich zu sein.

Zum Artikel

8 Gedanken zu “"Going Postal"

  1. Ein bissl Englisch werdet Ihr ja wohl können, hoffe ich mal :-)
    Amazon versendet das Buch innerhalb von 2 Wochen. Vielleicht auch mal bei amazon.co.uk schauen, da das Pfund nachwievor sehr schwach ist.

  2. Gelesen, durchweg logisch, ich überlege das zu bestellen oder auf eine übersetzung zu warten…
    .
    es bestätigt das, was ich seit langem denke.

  3. Wirklich sehr interessant. Vielleicht bestell ich es mir demnächst, wenn ich wieder mal mehr Zeit habe…
    Etwas Neuses steht für mich zwar nicht drin, aber es ist gut, wenn solche Bücher erscheinen. Vielleicht entsteht dann ein öffentliches Bewusstsein, wie gefährlich die momentan herrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsideologie ist.

    kleine Anekdote: als ich den Titel der News gelesen hab und den ersten Halbsatz, dachte ich total perplex zunächst an Terry Pratchett’s Going Postal. Immerhin bin ich jetzt um ein Wortspiel aus der Scheibenwelt reicher ;-)

  4. Ausgesprochen interessante These. Deckt sich durchaus mit meinen Gedanken, die ich zum Abschiedsbrief von Sebastian B. habe: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24032/1.html
    Ich lese da eine ausgesprochen nihilistische Weltanschauung heraus, entwickelt über Monate, vielleicht Jahre, in denen er gemobbt wurde, wobei der Begriff schon beinahe verharmlosend klingt (so denn seine geschilderten Erlebnisse stimmen – ich sehe keinen Grund, weswegen er in seinem Abschiedsbrief lügen sollte).

    Erniedrigung, Verzweiflung und (augenscheinlich) keinen Ausweg gegenüber einem unbezwingbaren System. Dass ein Mensch sich in einer solchen Situation getreu dem Motto “verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen” die “falschen” Maßnahmen aussucht, erscheint mir zumindest einleuchtender, als zB “Killerspielen” die Schuld zuzuschieben – jedoch auch bei weitem schwieriger zu “beheben”.

    Auch die Argumentation, die Täter seien nicht verrückt, gefällt mir sehr gut. Ein Element, das mir noch aus Harald Welzers “Die Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden” in Erinnerung ist.

    Das Buch könnte durchaus einen zweiten Blick wert sein.

  5. Hoch interessant muss ich auch sagen.

    Die Amokläufe mit der Sklaverei zu vergleichen ist wirklich treffend.
    Damals erachteten viele Menschen es als normal andere Menschen für sich arbeiten zu lassen und sie zu unterdrücken.
    Heute erachten viele Menschen es als normal andere Menschen körperlich und seelisch zu misshandeln (anders kann ich mir nicht erklären wie es immer schlimmer werden kann ohne dass jemand etwas unternimmt).

  6. sklaverei ist nicht zwingend und in jedem fall schlecht, wie onst lässt sich erklären das sich menschen freiwillig in die sklaverei verkauft haben alleine schon um dem hungertot zu entgehen (ich geh hier zurück bis weit in die antike)

    probleme mit der sklaverei hat man erst wenn die sklavenhalter ihre sklaven ungerecht behandeln, die römer hatten z.B. einen feiertag an dem die sklaven/diener wie herren behandelt wurden, wer seine sklaven wie menschen behandelt hat musste auch nicht damit rechnen das die sklaven rebellieren.
    die ägypter haben die konsequenzen von ungerechtem 2 klassen denken damals schmerzhaft bei der auswanderung des jüdischen volkes erlebt und die amerikanischen plantagenbesitzer die die schwarze bevölkerung nur als nutzvieh betrachtet haben selbstverständlich auch.

    als die mangaer nach der wende angefangen haben die gewinne zu optimieren indem sie mitarbeiter zu tausnden entlassen haben, taten sie den ersten schritt in die jetzige kriesen- und arbeitsmarkt-situation auch die erhöhung der steuern kann man darauf zurückführen, da viele menschen ihre existens gefährdet sahen/sehen sparen sie, und nun haben wir z.b. die abgeltungssteuer, erhöung der mwst und ökosteuer(das waren die grünen) um an unser erspartes zu kommen, und dadurch sparren die leute noch mehr da sie noch weniger geld auf der kralle haben. ich schweife ab :)

    der artikel und wahrscheinlich auch das buch stimmen zu großen teilen mit meinen überzeugungen überein.

  7. Ein Sklave in der Antike und ein Sklave in der Zeit des Kolonialismus sind nicht wirklich zu vergleichen, zudem finde ich die nennung der “Auswanderung des jüdischen Volke(s)” als geschichtlichen Fakt etwas problematisch dabei (auch wenn ich niemanden in seinem Glauben angreifen will). Meines Wissens nach ist eben dies nicht so gewesen, und die Bibel spricht hier eher wieder von einem “Gleichnis”. Soweit mir bekannt, war es eher so, dass im heutigen Gebiet Israel eine art Vasallenstaat von Ägypten existierte, der sich dann irgendwann unabhängig machte, was man dann als “auszug der Juden aus Ägypten” auslegen kann.

    Wenn man nun also bedenkt, dass ein antiker Sklave, mehr ein Diener war, war er es in der neuzeit geradezu wörtlich. Somit passt auch die Aussage des Buches, was ich mir denk ich auch holen werde (nach möglichkeit auf deutsch).

  8. ok der bibelpart war etwas aus der reihe da hätte ich einen anderen vergleich oder garkeinen nehmen sollen :)

    und das ams sich auf die behandlung der sklaven in “jüngster” zeit bezieht ist auch klar, ich finde nur das man nicht immer alles in einen topf werfen sollte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.