Studien #5

Die Technische Universität Darmstadt hat anhand der Daten von sieben Amokläufen in Deutschland versucht ein Profil zu erstellen. Zwar zeigten alle Täter Interesse an gewalthaltigen Mediendarstellungen, aber nur vier haben sich in großen Teilen ihrer Freizeit mit gewalthaltigen Videospielen beschäftigt. In einer ähnlichen Studie des amerikanischen Geheimdienstes waren es nur 12 %. Wissenschaftler der Universität Rochester haben übrigens festgestellt, dass durch Videospiele die Kontrastempfindlichkeit des Auges verbessert wird.

24 Gedanken zu “Studien #5

  1. Wissen wir schon. Schade dass wir da die einzigen sind….
    (Natürlich ist das nicht gerade repräsentativ, bei n=7, aber naja, besser als nichts, die Gegenseite argumentierte ja auf genauso magerer Grundlage…)

    Gruß
    Aginor

  2. „Natürlich ist das nicht gerade repräsentativ, bei n=7,“
    Immer noch besser als in den Medien wo n=2 (Erfurt, Winnenden) oder 3 (Emstetten) verglichen wird und das eher von Dichtern als von Redakteuren.

  3. Diese Studio wird definitiv Quell vieler neuer Experten sein, welche kommentieren, es wurde nachgewiesen das die „meisten“ Amokläufer exzessiv gezockt haben.
    Wenn etwas verunglimpft werden soll und die Prozentzahl trägt mehr als 50%, dann sind es meist die „meisten“.
    Auf folgendes Zitat freue ich mich schon besonders in den Medien:
    „Bei vier der Täter konnte ein übermäßig starkes Interesse an Videospielen festgestellt werden, beispielsweise indem große Teile der Freizeit mit solchen Spielen verbracht wurden“

  4. Genau, und wenn es weniger als 50% sind, dann heißt es immer noch trotzdem „ein großer Teil“.

    Ich hasse solche Schlüsse aus Statistiken, leider ist es üblich….

    Gruß
    Aginor

  5. Ja, immer wieder nett, das Zitat.
    ABER
    Die Statistiken als „gefälscht“ zu bezeichnen ist falsch. Denn die Statistiken drücken ja die Wahrheit aus.
    Das Problem ist, dass die Schlüsse aus Statistiken von Leuten gezogen werden, die keine Ahnung haben, und rein wissenschaftlich nicht einmal zulässig sind.
    Diese Statistik zB bescheinigt ja einen Zusammenhang. Nur eben keinen kausalen. Genauso gibt es den statistischen Zusammenhang zwischen Zähneputzen und Amokläufen oder Sprachvermögen und Amoklauf. Klingt für uns lächerlich, aber das ist eine einwandfreie wissenschaftliche Erkenntnis. Aber eben eine völlig offensichtliche und gewöhnliche, sodass sie nicht auffällt. (Und genauso gewöhnlich ist es natürlich, Computerspiele zu spielen, das ist das Fazit daraus)

    Gruß
    Aginor

  6. @Easi:
    Herr Dr. Pfeiffer ist meines Wissens nach auch Professor, obwohl er diesen nur aufgrund seiner Aktivitäten als Demagoge (ich nenne ihn bewusst nicht Politiker, Politologe oder Kriminologe – das sind ehrbare Berufe) bekommen hat – hier lasse ich mich aber gerne berichtigen.

    Frohes Zocken.

  7. Obacht: Prof. Pfeiffer Statistiken gefälscht!
    Und er dreht und wendet auch keine Statistiken, auch das ist falsch!
    Es gibt widersprüchliche Studien, von daher ist es auch gut möglich dass bei derselben Faktenlage verschiedene Wissenschaftler zu verschiedenen Ergebnissen kommen.
    Einige der sehr harten Aussagen von Prof. Pfeiffer kommen daher dass das Thema Computerspiele ein Thema ist das viele statistische Probleme aufwirft, die zum Teil noch gar nicht bzw. erst in ganz neuen Studien gelöst worden sind. Prof. Pfeiffer ist kein Statistik-Experte, deshalb hat er diese Probleme nicht erkannt und darum aus guten Statistiken Schlüsse gezogen, die so von den Statistiken nicht unbedingt gestützt werden. Aber das passiert in der Wissenschaft häufiger.

  8. Ui, erster Satz muss natürlich heißen: Prof. Pfeiffer hat keine Statistiken gefälscht! (Ergänzung: zumindest soweit ich das beurteilen kann, das könnte aber bei jedem Wissenschaftler sein, da hab ich bei Prof. Pfeiffer aber keine Bedenken)

  9. es idt aber so, dass pfeiffers untersuchungen fast immer umstritten sind, nur nicht für unsere politexperten, aber die haben ja a priori wenig ahnung und springen auf diese aussagen mit freuden auf…
    gruß

  10. Vielleicht sollten sich einige Wissenschaftler zusammensetzen und eine Studie über Pfeiffers Studien machen und dann würde es mich nicht wundern, wenn sie feststellen, dass seine ganzen Studien in wirklichkeit immer ein und die selbe ist.
    Es wurden dann lediglich Zahlen ausgetauscht, Satzbau und Tonart verändert.
    Also ich könnte mir das so bei dem gut vorstellen, denn von wem bekommt er schließlich sein Geld, damit er weiter arbeiten kann?
    Richtig, von unseren Profizockern Schünemann,Bosbach & Co ^^

  11. @Mars: Es ist aber wissenschaftlich auch sehr bedenklich, wenn man bei seinen Ergebnissen von Fakten spricht. Er hat doch in dem Gespräch mit dem Vertreter von Game und dem Minister aus NRW klar gesagt, dass die USK falsch geprüft habe. Im Gespräch stellt er seine Ergebinsse immer als Fakten dar und die der Anderen als Behauptungen. Und wenn er Sozialwissenschafftler ist tut er mir leid, wenn er in seinem Studium keinen Kontakt mit Statistik hatte, das ist ein Pflichtfach.

  12. @boombay
    ich glaube wenn welche solche studien machen würden, dann würden die im fernsehen ihnen vorwerfen, dass sie von ea gekauft wurden, wie sie es schonmal bei irgendeiner anderen studie gemacht haben (war soweit ich weiß bei frontal). alles was denen nicht in den kram passt wird runtergebuttert.

  13. Nein. Pfeiffers Studien sind, soweit ich das beurteilen kann, sozialwissenschaftlicher Durchschnitt. Es gibt auch viele andere Wissenschaftler die solche Studien machen und dann so reden wie Herr Pfeiffer. Nur fallen euch die nicht auf, da euch das Thema nicht so nahegeht. Dass er von Fakten spricht ist prinzipiell falsch, aber leider ist man nicht überall in der Wissenschaft so genau und die Journalisten, die dann drüber berichten, erst recht nicht. Aber: empirische Befunde sind erstmal Fakten, nur die Schlüsse, die man daraus zieht, nicht.
    @hopfen: ich hab nicht gesagt er hat gar keine Ahnung, ich hab nur gesagt: nicht ausreichend Ahnung für so ein schwieriges Thema, kleiner aber feiner Unterschied ;-)

  14. Richtig, Die Ergebnisse der Studien des KFN (und das sind eben teilweise die von Pfeiffer) werden eigentlich hinsichtlich ihrer Wissenschaftlichkeit nicht kritisiert.

    Was kritisiert wird (und auch werden sollte), sind die Schlüsse, die man daraus ziehen kann, und die eben auch daraus gezogen werden.
    Wenn man nämlich in die Studien reinschaut, dann sieht man dort weder Verbotsforderungen, noch monokausale Zusammenhänge, und auch keine halbgar dahergeredeten Behauptungen.
    Die stehen immer erst in der Presse, bzw. tauchen in den Diskussionen dann auf.

    Gruß
    Aginor

  15. Mag sein, nur sind eben die Thesen, die in den Arbeiten gemacht werden (z.B. schlechte Schulnoten, mehr Mädchen als Jungs mach ne ihren Abschluss), teilweise ziemlich obskur und werden dann in den Medien (3sat nano) als FAKT angesehn. Ich mein es war doch schon irgendwo ziemlich „Zeitnah“ wie in nano und im Lokalmagazin Niedersachsen, gleich 2 Tage nach Winnenden, die KFN-Studie über Computerspielsucht erschien. Von nano ist das schon der zweite Bericht, wo ich sagen würde, dass die Interviewten am Drehbuch mitgeschrieben haben.

  16. Die Veröffentlichung der Studie des KFN 2 Tage nach dem Amoklauf in Winnenden kann man dem KFN nicht vorwerfen, sie wäre sowieso an dem Tag veröffentlicht worden. Das wurde Wochen vorher angekündigt.
    Die ganze Diskussion war ja auch in Fachkreisen wieder in aller Munde, BEVOR der Amoklauf stattfand.

    Dass in den Medien nicht über Fakten berichtet wird, sondern über selbstgebraute Schlüsse aus Fakten, darüber brauchen wir hier gar nicht diskutieren. Fakten sind nämlich langweilig. Die will keiner hören. „Man“ will journalistisch aufbereitetes Zeug hören. Anders ist der Erfolg von pseudowissenschaftlichen Schundsendungen wie „Galileo“, „Welt der Wunder“ und Konsorten nicht erklärbar. Und selbst Wissenschaftsmagazine wie die PM und GEO haben in den letzten Jahren (Jahrzehnten inzwischen) sehr abgenommen, beinahe auf das gleiche niedrige Niveau ab. Themen wie „stammen wir doch vom Neanderthaler ab?“ und „sitzt Gott im schwarzen Loch“ überwiegen.

    Gruß
    Aginor

  17. Ich werf dem KFN auch nicht die „zeitige“ veröffentlichung, sondern die zeitliche Berichterstattung im Fernsehen vor, wo ich gerade von nano enttäuscht bin, da Wissenschaftsmagazine im Ö-R. Fernsehn doch noch einen tick besser sind (sein sollen) als bei den Privaten.

  18. Ja, das ist das Problem was schon angesprochen wurde:
    Nicht Wissenschaftler machen die Sendungen sondern Reporter.
    Dass man als Wissenschaftler natürlich gerne in eine Sendung geht, und da seine neuesten Entdeckungen zeigt, ist verständlich, denn wann hat schon die Presse ein Interesse an Wissenschaft… Die nutzen eben ihre Chance. Und manche lassen sich dann auc vor einen Karren spannen. Wissenschaftler sollten die Fakten liefern, das ist ihr Job. Der Rest ist Politik.

    Das dumme ist: Was die Medien aus Fakten machen ist oft unter aller Sau. Die öffentlich-rechtlichen und die Privatsender unterscheiden sich darin kaum noch.

    Gruß
    Aginor

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