Herrmann fordert Verzicht auf Killerspiele

(KSS) Pressemeldung:

Ich fordere die Computerspielbranche auf […] auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten […] . Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden. […] Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden. […] Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Leider habe viele Eltern überhaupt keine Vorstellungen davon, welchen dauerhaften Schaden ihre Kinder hier nehmen.”

22 Gedanken zu “Herrmann fordert Verzicht auf Killerspiele

  1. @hopfen

    Pressemeldung stammt von Gestern und der CSU Seite (Link) – wohl anlässlich der 1. Verleihung des deutschen Computerspielpreises.

  2. Aus selbiger Pressemeldung:
    “Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.” (kein Originalzitat von Herrmann sondern vom Verfasser der Pressemeldung)

    Na, dann wollen wir mal:
    Der Begriff “Killerspiel” ist bis dato immer noch nicht definiert. (“Begriff Killerspiel?” check)

    “Tötungstrainingssoftware” scheint seine Vorstellung davon zu sein.
    Zum einen Frage ich mich, welche Spiele im einzelnen er darunter versteht.
    Zum anderen frage ich mich, was man da trainieren kann. Das Zielen? Lächerlich. Die Trefferzonen? Dazu reichen allergrundlegendste anatomische Kenntnisse, die man als Allgemeinbildung ansehen kann (im Kopf ist das Gehirn. Das ist wichtig.). Wie man effektiv foltert? Etwas derartiges wäre längst aufgrund der bestehenden Gesetzeslage verboten. Ein weiterer Propagandabegriff, der nur Schall und Rauch ist.

    Die Behauptung, die US Army nutze Compuerspiele zur Soldatenausbildung, ist bislang nicht bewiesen – wenn es stimmen würde, wozu dann teure Simulatoren oder (Schieß-?)Übungen? Munition kostet auch Geld. ( “US Army?” check)

    Ein Kausalzusammenhang (wenn auch nicht monokausal -> Fortschritt) zwischen “Amoklauf” und Compuerspiel ist bislang nicht erwiesen. Da es sich bei Computerspielen um inzwischen weit verbreitete Unterhaltungssoftware handelt, ist es nicht verwunderlich, dass die “Amokläufer” welche hatten. Ebenso könnte man einen Kausalzusammenhang zwischen Fernsehgewalt, Pornographie oder Brot herstellen. (“Kausalzusammenhang?” check)

    “erschreckende Jugendgewalt” Wir haben derzeit den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Andere Formen, ja, aber weniger. (“Jugendgewalt?” check)

    “Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden”. Erneut, welche Spieletitel im einzelnen? Was ist mit “Amokläufen”, die vor der Zeit der Computerspiele stattfanden? (“Virtualität/Realität vermischt?” check)

    Wenn Kinder und Jugendliche besagte Spiele spielen hat irgendwo etwas versagt. Die Alterskontrolle beim Händler oder dem Postboten, die Volljährigen, die die Spiele den Minderjährigen zugänglich machen oder die Aufsichtspersonen, die es zulassen, dass besagte Spiele “täglich stundenlang” gespielt werden. (“Unkenntnis der bestehenden Gesetze?” check)

    “haben sie keine Zeit mehr” Es geht immer noch um Minderjährige. Wo sind die Verantwortungspersonen? Beurlaubt durch “Killerspiele”?

    “drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen” “so” Wie, “so”? Durch die Spiele? Das wäre den Spielern gegenüber, die durchaus in der Gesellschaft leben, ein wenig unfair. Oder durch die Verwahrlosung, wenn sich die Verantwortlichen nicht mehr um sie kümmern (können?)? Wo sollte dann etwas geändert werden? (“Unterstellung von asozialem Verhalten der Spieler?” check)

    Der letzte Satz von Herrmann ist eine klare Forderung zur Förderung von Medienkompetenz und Beschäftigung der Eltern mit ihren Kindern und Hobbies. Sofern man ihn aus dem Zusammenhang nimmt, klingt das beinahe vernünftig…

    Zum von mir zitierten:
    Erneute Verwechslung von Realität und Virtualität. (“Ächtung gefordert?” check)

    Zum Vergleich mit Drogen und KiPo fällt mir dann auch nichts mehr ein. Billiger Trick, um etwas zu verteufeln und durch die Emotionalisierung eine sachliche Diskussion unmöglich zu machen. Auch wird hier durch den Drogenvergleich suggeriert, jemand, der gewalthaltige Spiele spielt, würde süchtig. Und ist, KiPo-Vergleich sei dank, der Teufel persönlich. Oder schlimmer. (“Vergleich mit Drogen und Kinderpornographie?” check)

    Zusammenfassend: wie ich es nicht erwarten kann bis die Wahlen vorbei sind und die Politiker sich wieder weniger um ihre verf***** Publicity kümmern müssen zu glauben. Wahlkampfpropaganda auf allerniedrigstem Niveau.

    PS: ja, es ist länger geworden. Aber macnhmal muss man sich den Mist einfach von der Seele schreiben.

  3. Sorry für Doppelpost, aber ich hab da ja massig Rechtschreibfehler verbrochen und beim durchlesen vor’m Abschicken übersehen. Asche auf mein Haupt.

  4. Habs auch auf Killerspieldebatte.de schon geschrieben und wiederhole es hier gerne nochmal.

    Ich fordere Joachim Herrmann auf:
    a) Endlich eine präzise Definition für den polemischen Begriff “Killerspiel” zu liefern.
    b) Die genauen Spiele zu benennen, die vom US-Militär genutzt werden sollen um das Töten zu trainieren.

    Ich bin zwar nicht die Computerspielbranche, aber bevor nicht beide Punkte erfüllt sind sehe ich hier keine Diskussionsgrundlage.

  5. Das mit dem gesellschaftlichen Verlust find ich schon krass, Verlust als Leistungsträger?
    Auch hier wird offenbar wieder Sucht mit dem Gewaltaspekt verknüpft um etwas wenn schon nicht gegen die gesamte Form Videospiel, so aber doch gegen sehr viele Spiele zum Ausdruck zu bringen. Eine Verbotsrhetorik hat man anscheinend aber auch für mich ersichtlich jetzt vorerst in Bayern fallen gelassen. Das klingt schon eher nach dem Bundespräsidenten Köhler – da kann der Autor dieser Pressemeldung noch so oft einen beliebten Vergleich mit Kinderpornographie hinten dran setzen, hier sogar mit “Drogen”.

    Aber ernsthaft frag ich mich bei den Vorstellungen über das amerikanische Militär schon, weshalb sowas eigentlich zu so gar keinen diplomatischen Verstimmungen führen wird. Da werden doch Behauptungen in den Raum gestellt, die sollten doch auch in der amerikanischen Botschaft gehört werden? Es geht hier doch mit um deren Exportartikel, wenn schon nicht um Kulturgüter…

  6. Ein Elchfurz verströmt genauso viel CO² wie ein Kleinwagen.
    Computerspiele zu verbieten wäre so als würde man die Elche ausrotten aber weiterhin mit Atomkraftwerken Strom erzeugen.
    Das ist meine Meinung. Mein Computer hat nie gegen die zehn Gebote verstossen aber ich wette jeder Politiker hat es schon getan.

  7. Zitat Pressemledung:
    “In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.”

    Ohne Worte

  8. Tja, was will man auch sonst von Waffen -und Schützenlobbygetreuen Mitarbeitern erwarten?
    Mir ist schon so oft aufgefallen, dass alle die für Killerspielverbot sind gegen eine Verschärfungsdes Waffengesetzes sind.
    Und Bayrischekloblätter sind natürlich CSU-Treu und werden jeden Mist den ein CSU-Depp von sich gibt noch mal auf Schriftgröße 50 rausbringen.
    Am besten wir treffen Bayern von Deutschland ab, dann haben die ihr “friendliches Miteinander mit privaten Waffenarsenalen” und wir müssen dann nur noch einige CDU-Ler entfernen.

  9. Ich bin bereit, Bayerische Flüchtlinge aufzunehmen, die in BaWü Asyl beantragen.

    Zum Artikel: Jetzt reichts, ich hau heut einige Emails raus. Das ist das mindeste was man machen kann.

    Gruß
    Aginor

  10. @Aginor,

    ich wollte auch erst eine Mail an diesen Herrmann schreiben, aber hab es dann doch gelassen, da ich befürchte, dass dieser Mistkerl diese und anderes Mails gegen uns verwendet.
    Wenn wir Mails schreiben, dann vielleicht an einem Bundesverfassungsrichter, nur leider kenne ich keinen.
    Denn solche Aussagen sind 100%ig Verfassungswiedrig.

  11. @Aginor
    *asyl.beantrag* :-/

    @Booomboy
    Wir sollten im Notfall höchstens alles um Franken herum wegschneiden…wobei natürlich dann die bayrischen Spieler gerne zu uns Franken kommen können.
    *franken-bayern-fehde.erneuer* :D

  12. “Mein Computer hat nie gegen die zehn Gebote verstossen aber ich wette jeder Politiker hat es schon getan.”
    Du sollst kein falsches Zeugnis geben. (also nicht lügen)
    Das scheint zumindest in der Politik jedwede Bedeutung verloren zu haben.
    Solange es den eigenen Zwecken diehnt, scheint alles erlaubt.
    Das gerade diejenigen die alle 10 Gebote am besten kennen müssten, sprich die Christdemokraten, liebend gern dagegen verstoßen nur um die Allgemeinheit von ihren Zielen zu überzeugen ist schon bedenklich.
    Was geschieht gleich nochmal mit denen die diese Gebote missachten? Hölle, ewige Verdammnis?
    Scheinen ja nicht gerade sehr gefestigt zu sein in ihrem Glauben, die Herrn Politiker.

  13. Und ich fordere Sie Herrn Herrmann auf, nicht gegen mein Hobby zu hetzen, sich mal vernünftig zu informieren und nicht immer wieder solchen Mist zu verzapfen!
    .
    Da er sich ja so gut mit Spielen “auskennt”, wäre ich für folgende Lösung, das einem Strategiespiel entstammen könnte:
    Bayern aus Deutschland heraustrennen, einen neuen Staat ausrufen lassen, dann im der Bundeswehr einmarschieren und das Land komplett besetzen. Wenn möglich zuvor pro-deutsche bayerische Partisanen materiell unterstützen, um etwaigen Widerstand rechtzeitig zu unterminieren. Anschließend eine Ent-CSU-fisierung starten, die mit allen Traditionen, Bräuchen und Meinungen bricht, den neuen Staat auf das freiheitliche Niveau Westeuropas bringt und einen Rückfall in alte Verhaltensmuster verhindert. Abschließend -je nach Lage- eine vorsichtige, mehrere Jahrzehnte dauernde Annäherung an Deutschland starten oder eine Mauer um Bayern bauen und den Schlüssel wegwerfen.
    *zynisch grind*

  14. “Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen.”
    Es gibt auch Kinder und Jugendliche die Stundenlang auf der Straße rumlungern und sich die Birne mit (nachmal legalen manchmal illegalen) Drogen zu hämmern. Alles eine Frage der Erziehung. Ein Kind sollte von den Eltern dazu erzogen werden sich um Schule und Ausbildung zu kümmern. Des weiteren sind die angesprochenen Spiele für KINDER garnicht geeignet.

    “Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden.”
    Die Jugendgewalt ist Ursache für Amokläufe und die Jugendgewald hat ihren Ursprung in der Gesellschaft.
    Was die übertragung in die Realität angeht haben einige Politiker (auch Herrmann) und “Experten” eher Probleme. Indem sie solche Sachen sagen wie “man tötet Menschen per Mausklick” oder “man übt das Zielen mit Counter Strike”. Solche Leute sind ziehmlich weit weg von der Realität. Ich habe oft CS gezockt habe aber aus Überzeugung noch keine Schusswaffe in der Hand gehabt. Ich würde warscheinlich nichtmal die Breitseite von einer Scheune treffen.

    “Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden.”
    Die US-Armee trainiert nicht das Töten sondern das taktische Verhalten und Marine Doom (ist das so richtig geschrieben?) liegt nirgendwo in einem Geschäft in Deutschland.

    “Ich fordere die Computerspielbranche auf […] auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten”
    Und ich fordere Herrmann dazu auf mit seiner Hetze aufzuhören und endlich Ruhe zu geben!

  15. Pingback: Reality Counterstrike - Die Gesellschaft erntet das, was sie selbst aussät « DirkGrund - über Suboptimales

  16. solange in deutschland schusswaffen hergestellt und Atombomben gelagert werden sollten die mal die mal ihre lose zunge im zaum halten. das viele politiker im übertragenen sinne mit jedem ins bett springen solange es ihrem eigenen vorteil dient ist ja bekannt.

  17. Brief an die Bayerische Staatsregierung:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    für Herrn Innenminister Herrmann ist es laut Pressemitteilung “wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger [Computer-]Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt.”

    ( Quelle: http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php )

    Da mir keine einzige Quelle bekannt ist, wonach dies „wissenschaftlich klar erwiesen“ ist, hätte ich hierfür gerne eine beispielhafte Quellenangabe von nur einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, welche zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt und weshalb beispielsweise die von mir genossene staatliche Zwangsausbildung zum mitleidlosen Töten (Bundeswehr) diese oben beschriebene Wirkung nicht haben soll.

    Zudem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass im Zuge von „LAN-Partys“ es keinen einzigen Fall gibt, bei dem die Polizei wegen gewaltsamer Ausschreitungen eingreifen musste – übrigens im Gegensatz zu Fußballspielen, in deren Umfeld es in der Bundesrepublik erwiesenermaßen bereits etliche Tote gab – komischerweise fordert kein Politiker, Fußball zu verbieten.

    Zudem würde mich interessieren, weshalb von den Millionen Wehrmachtveteranen, welche nun wirklich ohne Zweifel zum „mitleidlosem Töten“ erzogen wurden und dies auch Jahrelang praktizieren mussten, es nach dem Kriege nur einen einzigen Fall eines amoklaufenden Veteranen gab (am 11. Juni 1964 in Köln ). Ist Herr Herrmann der Meinung, dass Computerspiele stärker traumatisieren als der Zweite Weltkrieg?

    Ich selber habe noch im Studium diese Spiele gespielt und habe als junger mehrfacher Familienvater und Diplomingenieur heute andere Präferenzen – nach der Mitteilung von Herrn Herrmann und die angeblichen „wissenschaftlichen Nachweise“ mache ich mir jedoch Sorgen über verborgene potentielle Traumatisierungen, welche möglicherweise in mir schlummern.

    Daher nochmals die Bitte meinerseits nach wenigstens einer ernsthaften Veröffentlichung mit besagtem „eindeutigen Nachweis“

    Mit freundlichen Grüßen
    ————-

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