Gegenwind für Herrmann

(heise)

Ein solcher Vergleich ist vollkommen unangemessen und zeugt davon, dass Medienkompetenzdefizite auch in Regierungen zu finden sind. Wer solche Vergleiche zieht, disqualifiziert sich für die weitere Diskussion über Jugendmedienschutz in Deutschland“ – Thomas Jarzombek (CDU)

Ich glaube, das eine hat mit dem anderen recht wenig zu tun.” Dorothee Bär (CSU)

23 Gedanken zu “Gegenwind für Herrmann

  1. Also ich sehe das ganze zwar kritisch (Die Frage nach der Absicht stellt sich), aber ich beglückwünsche, dass so etwas von Politikern überhaupt gesagt wird.

    Denn die Frage, warum jemand die Wahrheit sagt, ist in diesem Falle für mich weniger wichtig, als dass sie überhaupt gesagt wird. Da sehe ich einen Fortschritt.

    Gruß
    Aginor

  2. Hehe schon lustig, dass es gerade zwei Parteikollegen sind, die Herrmann da widersprechen. *g* Ob sich eine differenzierte Meinung in den C-Parteien jedoch insgesamt durchsetzen wird, glaube ich momentan noch nicht. Vielleicht kriegen beide ja auch intern einen Rüffel wegen fehlender Linientr… pardon, meine natürlich “Geschlossenheit im Superwahljahr”. ;)

  3. Hoffen wir mal, dass “die besseren Jugendschutzmethoden” nicht so aussehen, dass sie zwar die Spiele nicht verbieten, dafür aber fleißig das Internet zensieren – denn darüber könnte man ja auch als Minderjähriger an die Spiele kommen.
    Aber es ist schön zu sehen, dass sich offenbar der Wind langsam dreht.

  4. Internetzensur funktioniert ohnehin nicht. Jeder medienkompetentere Mensch kann auch diese Umgehen, mit Hilfe kleiner Programme, die IP Adressen ändern und verschleiern, lässt sich dann auch netterweise eine Sperre für dein eigenes Land umgehen und somit kannst du dich auch bei Youtube als vermeintlicher Ami ausgeben, etc. Oder was meinst du, wie viele von uns live BSG via livestream sehen konnten, obwohl SciFi.com da nur Amis zulässt? ;) So etwas sind dumpfe Schnellschüsse der Politik, die eben deren Medienunkompetenz beweisen. So lange international nichts gemacht wird, und das wird wohl kaum gehen, ist alles nur heiße Luft. Außerdem kommt man an indizierte Sachen und selbst verbotene Dinge auch gut ran. Was soll also das Gerede? Es ist nur heiße Wahlkampfluft. Schade dabei ist eben nur, dass man durch diese Entgleisungen der Stammtischpolitiker aus C Parteien auch Leute erreicht und damit durchaus das Volk gegen einige Mitbürger aufhetzen kann. Wenn einen dann nämlich auch medienunkompetente Mitbürger schief angucken, sobald man mal PC Spiele kauft oder in der Öffentlichkeit mit Bekannten drüber diskutiert, fühlt man sich doch irgendwie verars…

  5. Mark, das muss nicht sein. Wenn ich mich nicht täusche funktioniert das in China eigentlich ganz gut. Du müsstest halt dafür sorgen dass alles über einen Server läuft, dann kannst du den zensieren und gut ist. Aber: GPS usw. würde nicht funktionieren ^^

  6. Was mich immer wundert. Alle reden über Jugendschutz, Aber der neue James Bond ist FSK 12, obwohl die Macher selber behaupten es ist der Actionreichste und mit mehr Explosionen und Gewalt als jeh zuvor.
    Warum beschwert sich da keiner?

  7. Leichen sind Leichen. Blut ist Blut. Wobei Filme härter bewertet werden müssten. Da diese viel Realistischer aussehen als jedes noch so gute Spiel.

  8. war dieser wandel nicht abzusehn?
    es war doch bis jetzt immer so, erst wird so laut geschrien. dann hört das ganze auf medienwirksam zu sein und mit einem mal sagen alle: “moment mal.”

  9. @Internetzensur:
    http://www.ccc.de/press/releases/2009/20090212/bundestag_filter-gutachten.pdf
    Ein PDF vom Chaos Computer Club, das an den von Frau von der Leyen vorgeschlagenen Zensurmaßnahmen ebenfalls kein gutes Haar lässt, da sie elends leicht zu umgehen wären (mal ganz davon abgesehen, dass, wenn man von einer illegalen Seite weiß, man auch einfach beantragen lassen kann, dass die Seite abgeschaltet wird, anstatt dass man sie auf einer Sperrliste quasi staatlich geprüft mit einem *muss nicht abgeschaltet werden, steht ja auf der Sperrliste*-Siegel verewigt und damit den Inhalt der Seite bewahrt – (mehr oder minder) frei zugänglich für alle, die die Sperrung umgehen können).

    Das einzig funktionierende, wäre wirklich eine “Great (Fire-)Wall of China” oder eine komplette Umstrukturierung des Internets. In beiden Fällen wären die Ressourcen meines Erachtens nach bei der Polizei besser aufgehoben, da diese ja wohl wissen, wie sie effektiv gegen solche Inhalte vorgehen können und woran es ihnen derzeit mangelt (Personal, Ausbildung, Equipment…).

  10. Schön zu hören, aber ich schätze, dass sie das nur sagen weil sie merken, dass damit zimlich viele Leute (z.B. wir) sauer geworden sind.

    Letztendlich interessiert das ganze die Politiker doch fast garnicht, die sind nur darauf aus von den echten Problemen abzulenken und Wähler-Stimmen zu bekommen.
    Möglichst wenig Leute sauer machen und möglichst viele zufrieden machen, durch die richtige mischung gibt es die meisten Stimmen und darauf sind sie aus, das ist jedenfalls meine Meinung

  11. Ich denke bei Filmen spricht auch viel die Filmlobby mit.
    Nehmen wir mal das Thema “Gewaltverherlichend”.
    Bei einem Computerspiel ist das böse böse, sehr böse böse.
    Und bei “Der Baader Meinhof Komplex” springt einer auf die Haube eines Autos von Leibwächtern und ballert mit auf die bereits erschossenen Leibwächter weiter ein.
    Der Film ist auch ab 12 Jahren.
    Bei einem Spiel würde sofort ZENSUR gebrüllt und es gibt dann auch keine Jugendfreigabe.
    Im Prinzip müsste sich bei uns nur eine starke Gameslobby aufbauen und dann würde sich das wie bei den Filmen auch drehen.

  12. Das hat dieses Subjekt nicht anders verdient als sogar aus den eigenen Reihen verbal eins auf die Fresse zu kriegen!

    Ein Hoch auf die Intelligenz die sich langsam bei den Politikern breit macht (naja vielleicht wollen die auch nur ihre Stimmen retten^^).

  13. @Mortipher
    “Gerade am Beispiel China zeigt sich, dass Sperrungen durchaus wirksam durchgesetzt
    werden können, allerdings mit einem erheblichen Aufwand an Kosten, Zeit und Human
    Resources. Um Sperrungen effektiv handhaben zu können, müsste das Internet ganzheitlich
    umstrukturiert werden und insbesondere seine ursprüngliche Intention, nämliche
    die dezentrale Vernetzung von Computern, aufgegeben werden.”
    Soll das tatsächlich eine Empfehlung sein?
    Ich hoffe doch schwerstens nicht – ganz verstehe ich es so aber auch nich, dieses Dokument dermaßen zu beenden.

  14. Wir sind immernoch eine Demokratie und ich habe Informationsfreiheit. Internetsperren schränken meine Grundrechte ein… Wenn sowas kommt, wirds wahrscheinlich ne Sammelklage geben xD

    @gunnar
    thx für den Link. Sehr toll, dass da auch mal Zahlen, wie 60.000 Mitglieder angesprochen werden. Und witzig ist vor allem der letzte Satz. Ist ja schon fast eine Drohung :D

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