Julis auch:

(JL)

Wenn unser Innenminister die Auswirkungen von Killerspielen mit den Auswirkungen von Kinderpornographie vergleicht, dann vergleicht er die Psyche von Millionen Spielern mit der von Kinderschändern. […] Der Landesvorsitzende fordert deshalb eine sofortige öffentliche Rücknahme dieser Äußerung und Entschuldigung von Joachim Herrmann. „

(Danke an amegas.)

8 Gedanken zu “Julis auch:

  1. So sehr ich es auch begrüße, dass Herrmann diese Äußerungen nicht einfach nachgesehen werden, so sehr stimmt mich auch der Text der Julis nachdenklich:
    Der Begriff „Killerspiel“ wird dort so verwendet, als sei er eine allgemein akzeptierte Bezeichnung für ein bestimmtes Genre, vermutlich Ego-Shooter. Sollte der Trend anhalten, so halte ich es für möglich, dass der Begriff irgendwann seine politische Wirkung verliert und tatsächlich als Alltagswort in den allgemeinen Sprachgebrauch übergeht.
    Einerseits schade, da der Begriff nun einmal (derzeit?) ausgesprochen diffamierend ist.
    Andererseits jedoch freut es mich, da die negative Konnotation im Laufe der Zeit abklingen wird (so wie es bei Bezeichnungen wie „Schwuler“ oder „Schwarzer“ der Fall war, beide Worte waren ursprünglich beleidigend, werden heute aber zumeist ohne böse Absicht und zum Teil auch von den angesprochenen Personen selbst verwendet), was ich zum einen vom sprachwissenschaftlichen Aspekt sehr interessant finde, zum anderen aber, weil damit den Politikern ihr Schlagwort genommen wird (Bezeichnungen wie „Spielekiller“ helfen dem ganzen Prozess zusätzlich).

  2. So muss das gehen !
    Aber eine Entschuldigung alleine reicht meiner Meinung nach nicht aus.
    Der Mann muss aus seinem Amt entfernt werden auch wenn es noch so hart klingt, aber solch eine diskriminierung und kriminalisierung darf auch nicht durch einen Politiker geführt werden, sonst könnte ja jeder von uns „Bulle“ zu einem Polizisten sagen ohne Strafe befürchten zu müssen.
    Und es gab da mein ich in der Vergangenheit Politiker die schon wegen harmlosere Wortwahlen ihren Hut nehmen mussten.
    Aber der Herrmann muss auf jeden Fall seinen Hut nehmen, sonst ist das ein Zeichen für andere Politiker oder anderen Personengruppen sowas ähnliches zu wiederholen ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen, beispiel NPD mit Ausländer raus Parolen.

  3. Ich habe z.T. ähnliche Gedanken. So sehr ich mich über Widerstand gegen diffamierende Äußerungen freue, hier habe ich das Gefühl, dass man sich hauptsächlich profilieren will und die Empörung nur zweitrangig ist. Es wäre natürlich „schön“, wenn auch Videospiele als Wählergruppe wahrgenommen und beworben werden, aber wenn eben im „Superwahljahr“ der Sachverstand fehlt trifft man auch auf Politiker, die „Killerspiele“ etwas unbeholfen verteidigen wollen.

  4. @Mortipher
    Ich habe für meine Dissertation schon feststellen müssen, dass „Killerspiel“ in der doch immerhin noch irgendwie freien Enzyklopädie „Wikipedia“ vom „politischen Schlagwort“ zu einer allgemeineren „Bezeichnung“ avancierte.
    Die „Wikipedia“ ist für mich kein Hort der Wahrheit, sondern eher einer von politischen Stimmungen. Und auch der österreichische Rundfunk hat hier bei mir nach Winnenden schon einfach von „Killerspielen“ gesprochen. Das gab es vorher meiner Wahrnehmung nach auch nicht.

  5. Zur Wiki-Kritik:
    Die Wikipedia ist besser als ihr Ruf, gerade die deutsche. Politische Stimmungen wird man nie ganz heraushalten können, aber die finden sich in anderen Lexika auch. Ich finde es richtig, „Killerspiel“ als „Bezeichnung“ zu titulieren, denn „politisches Schlagwort“ ist in der Hinsicht falsch, weil es ursprünglich nicht politisch war. Die Wikipedia wahrt in meinen Augen ihre Neutralität, indem sie das ganze mit einem neutralen Begriff beschreibt.

    Gruß
    Aginor

  6. Ich muss Aginor Recht geben. Aber auch Pyri hat nicht ganz unrecht. Ich schreib ja seit geraumer Zeit auch immer mal Artikel für Wikipedia (oder verbessere welche). Wiki darf sich nicht direkt auf eine Seite stellen, es sei denn die eine Seite erzählt wirklich nur Stuss. Die Diskussion über gewalthaltige Spiele ist nunmal eine Diskussion und dazu gehören beide Seiten. AlsoMüssen/sollten die da Neutral bleiben.
    Aber trotzdem stimmt auf Wiki nich alles. Deshalb bin ich da ja auch „Schreiber“ geworden um manches zu korrigieren oder zu verbessern. Fakt is eben das vom Prinzip her jeder in die Wiki schreiben kann was er will. Bloß eben auch das Schundartikel für gewöhnlich recht schnell gefunden und korrigiert oder entfernt werden. Schaut euch bei Artikeln, die ihr lest, am besten immer die Karteikarte Versionen/Autoren mit an. Wenn zwischen zwei oder mehr Autoren ein regelrechter Kleinkrieg über den Artikel geführt wird dann sollte man auf keinen Fall alles glauben was da steht.

  7. Genau. Das selbe gilt für recht neue Artikel, über die noch gar nicht geredet wurde.
    Aber wenn ein Artikel mal längere Zeit existiert, und da eine vernünftige Diskussion (die ist einsehbar!) und eine Dokumentation der Änderungen (auch einsehbar!) vorliegt, dann haben die schon eine ganz gute Qualität.

    Gruß
    Aginor

  8. Also meine Meinung zu der Verwendung des Wortes ist, dass aleine die Etablierung dieses einseitigen Wortes schon ein „Erfolg“ der „Spielegegner“ ist. Dadurch ist es schon in eine ständige Diskussion um ein Verbot eingefasst, denn ein „Killer“ Spiel kann doch keiner wollen, das Wort Killer ist einfach negativ belegt (zu recht). Das ist ja so als würde mann über Action-Filme als Schieß- oder gar Mord-Filme reden, denn das sind sie ganz objektiv betrachtet eigentlich (die Meisten). Zudem gibt es in der Branche eigentlich ausreichend Begrifft, mit denen sich Spiele bezeichnen lassen, diese sind allerdins auserhalb wenig bekannt, so ist z.B. für einen wenig belesenen Mitmenschen jedes Buch ein Roman. Ich hoffe, dass es durch den inflationärn Gebrauch etwas an „Wirkung“ verliert, aber ich bevorzuge immernoch „Ego-Shooter“, wenn nicht gar „Taktik-Shooter“.

    mfg, hopfen

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