"Nur Kommerz-Kuschel-Pädagogik"

(spiel*) Es gibt sie tatsächlich, Reaktionen der Medien auf den Deutschen Computerspielpreis. Bei der Süddeutschen schreibt Mirjam Hauck schonungslos über die Scheinheiligkeit dieser Veranstaltung. Unter den nominierten befand sich kein Spiel mit einer Altersfreigabe ab 16 oder 18 Jahren und der Diskussion um Gewaltspiele wurde aus dem Weg gegangen. Hat eine solche Veranstaltung, die ganze Genres außen vor lässt, tatsächlich den Titel „Deutscher Computerspielpreis“ verdient? Abschließend wird noch vorsichtig auf eine Besserung gehofft:

Im nächsten Jahr wird der Deutsche Computerspielpreis in Berlin verliehen. Vielleicht hilft die räumliche Nähe zum großen Bruder Filmpreis dabei, alle Facetten der Branche zu würdigen – und nicht nur Kommerz-Kuschel-Pädagogik.“

Update: Kommentar von Petra Fröhlich (PC-Games).

16 Gedanken zu “"Nur Kommerz-Kuschel-Pädagogik"

  1. naja Crysis einen Preis zu verleihen, das hätte mehr Selbstbewusstsein gefordert, als man atm den Politikern, die sich für die Spiele einsetzen abverlangen kann.
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    Man muss bedenken: die Gefahr ist groß von BILD o.ä. Medien als Killerspiele-Unterstützer gebrandmarkt zu werden und dann wäre das Wahljahr gelaufen.
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    Der Preis zeigt einen richtigen Weg auf. Dieser Weg muss aber weiter gegangen werden. Ohne Pause, ohne umkehr.
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    In 30Jahren sind dann alle erzkonserativen Ahnungslosen in den Altenheimen und dann kann man sich einmal vernünftig mit dem Thema befassen.

  2. Harte Worte von der Frau Hauck.

    Ich verstehe genau wie maSu die Beweggründe warum alles so ist, wie es ist, aber ich finde die Veranstalter hätten schon etwas mehr Mut aufbringen sollen.

    So hätte man für die Weiterentwicklung von Physik und Graphik „Crysis“ durchaus erwähnen dürfen. Nominieren für den Technikpreis zB. (für was anderes ginge eh nicht, denn der Hammer ist Crysis nicht gerade)

    Ich blicke in der Hinsicht auch durchaus positiv in die Zukunft. Die Verleihung wird ja nicht immer während einer Killerspielediskussion stattfinden.

    Gruß
    Aginor

  3. Wenn aber im Vorfeld Kattegorien gestrichen werden, weil „unerwünschte“ Spiele nominiert werden könnten. Dann ist dies auf keinen Fall der richtige Weg.
    Wenn es Deutscher Computerspielpreis heißt. Dann muss auch Jeder deutsche Entwickler die gleiche Chance erhalten.
    Wenn man das am Anfang nicht richtig macht. Wird sich das in 30 Jahren auch nicht ändern. Weil man dne Traditionen des Preises ja treu bleiben will.
    Bei Filmpreisen haben doch auch Filme ab 16 und 18 die gleiche Chance wie Filme ab 12.
    Der fieseste und gemeinste Horrorfilm kann genauso gewinnen wie der süße und freundliche Kinderfilm.
    Entweder kommen ALLE Spiele in einer Presiverleihung vor oder die müssen 2 Preise einrichten. Der Deutsche Kinder-Computerspielpreis und der Deutsche Jugend- und Erwachsenenspielpreis. Oder so. Dann können die Leute selber entscheiden ob sie sich für die bösen bösne Spiele interesieren pder lieber die Kinderspiele angucken.

  4. @MaSu

    Welchen Weg zeigt der Preis den auf? Anerkennung von Videospielen als Kulturgut? Vielleicht auch, aber in erster Linie ist es eine Einteilung in gesellschaftlich erwünschte und unerwüschte Spiele. Was über bleibt sind Spiele für Kinder, bei denen Pfeiffer zum Teil zu Recht Bedenken hat, ob Videospiele für Kinder wirklich die richtige Beschäftigung bzw. das richtige Mittel zum Lernen sein sollen.

  5. Also ich kann nur bedingt einen richtige Weg erkennen. Es kann nicht immer heißen wir als „die Politik“ versuchen zu lenken, was als gut und schön angesehen wird. Man stelle sich nur mal vor es würde verlangt werden, beim Filmpreis auf Filme mit Gewalt und/oder Sex zu verzichten, dann würden teilweise die besten Filme fehlen…

    Wenn so ein Preis gerade die in den Medien verunglimpften Filme ausschließt ist das genau der falsche Weg. Manchmal muss man in der Politik auch mutig sein und das Richtige tun, nur tun das im Wahljahr halt nur wenige und einige der „Medienexperten“ der Parteien, die sich um diesen Preis kümmern wollen ja auch durch „weiche“ Maßnahmen die Gewalt aus den Spielen bekommen. Nur kann ich das nicht nachvollziehen, das ist schließlich ein Preis, der vom Staat vergeben wird, Herrsteller, die Spiele ab 16 oder 18 herrstellen gehören genauso staatlich gefördert, vor allem wenn sie gue Arbeit machen, wie andere Herrsteller.

    mfg, hopfen

  6. Hab grad mal gelesen, was Staatskanzleichef Siegfried Schneider gesagt hat: 14% Gewinn trotz Finanzkrise. Und mahnt zu Besonnenheit. Also wenn die Spiele Gewinn bringen ist alles in Ordnung? Oportunistisch bis zum Ende…

  7. @Admin: ein berechtigter Einwand.
    Aber der Preis zeigt, das Videospiele langsam mehr Anerkennung finden können, da dieser preis eine nicht nur negative Medienpräsenz aufzeigt. Der preis zeigt, das es mehr als böse Killerspiele gibt.
    Der Preis schafft nicht negatives Medieninteresse an Videospielen und kann so langsam die Debatte versachlichen.
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    Solange die Freaks im TV, die von Vergewaltigung und Folter in Videospielen erzählen, die einzigen sind, die in TV und Zeitung erwähnt werden, solange werden die Ängste und Blockaden der nicht-internetgeneration nur verstärkt.
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    Videospiele brauchen ersteinmal positive Presse. Es ist der erste Schritt, kein großer, kein mutiger Schritt, aber es ist einer.
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    ich selbst finde es schade, das Spiele von einem Computerspielepreis ausgeschlossen werden… aber derzeit(kurz nach dem Amoklauf in Winnenden) sind die Wellen in den Medien zu groß. Würde ein „Killerspiel“ einen preis abräumen, würde sich die BILD usw wie die Aasgeier darauf stürzen und es würde evt nie wieder irgendeinen preis für Videospiele geben.
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    Idealismus in allen ehren, aber Videospiele sollten nicht als Märtyrer untergehen, nur weil irgendwer ein Ideal durchsetzen will.
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    Evt muss man heute einen Rückschritt hinnehmen, um morgen 2 Schritte vor machen zu können.

  8. Und Videospiele für Kinder sind nicht pauschal schlecht. Solange die Kinder diese zeitlich begrenzt mit unterstützung der Eltern erleben.

  9. Da hast du wohl recht. Zum Glück ist mein Umfeld, soweit ich mit einigen Leuten über dieses Thema rede, relativ gut aufgeklärt. Trotzdem sind solche Artikel, wie der oben verlinkte auch richtig, da sie die Unterschiede aufzeigen, die gemacht werden.

  10. „Beste Innovation: kein Preisträger“

    Keine innovativen Spiele in 2008? Wirklich? Klingt unwahrscheinlich.

    Die Befürchtungen um den „Preis“ haben sich leider bestätigt. Es sollte wohl wirklich ein Zeichen für die Entwickler setzen, welche Spiele in Deutschland von den Politikern gewünscht werden, und welche nicht (mit welcher Autorität auch immer sie sich im Stande fühlen mögen, über so etwas zu richten).

    Dass die Veranstalter sehr vorsichtig waren, kann ich auch nachvollziehen. Ihnen wird die derzeitige Debatte nicht unbekannt sein, inklusive Herrn Herrmanns hetzerische Aussage anlässlich des „Computerspielpreises“. Allzu leicht hätten sie sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, gleich die ganze Hand zu wollen, nachdem ihnen der kleine Finger gereicht wurde – unabhängig davon, wie berechtigt das wäre.

    Insgesamt bin ich enttäuscht. Wie so oft hätte auch hier der Anfang für eine wirkliche Diskussion sein können. Eine weitere vertane Chance. *seufz*

  11. Eine Diskussion beinhaltet halt, dass man auch durchaus von seiner vorgefertigten Meinung abrücken kann. Dies ist von einigen halt offensichtlich nicht gewollt.

  12. Über den Artikel bin ich positiv überrascht. Seit 2007 Scheint sich die Berichterstattung dort deutlich positiver dem Medium gegenüber entwickelt zu haben, auch wenn nach der Konferenz in München Ende letzten Jahres aus naheliegenden Gründen schon einmalig gebasht wurde.
    Für die Zukunft des Preises würde ich mir zumindest eine Erwachsenenkategorie und einen Technik-Preis wünschen. Mann muss ja nicht die Titel der Spiele von Crytek würdigen, das würde ich auch gar nicht gerne sehen, aber deren Engine hätte doch eine Ehrung verdient. Die ist international nämlich absolut konkurrenzfähig, wenn nicht spitze.

  13. Naja mal abwarten…
    Ich sehe es jetzt schon kommen das dieser event dann nur zum anti-killerspiele argument aufgebläht wird nach dem motto:

    „sehen sie was für spiele den deutschen computerspielepreis gewonnen haben? da ist kein Crysis dabei weil das nur ein abstossendes killerspiel ist! geht nur um töten, keine inovation und kein spaß!“

    Wenns passiert habt ihrs hier zuerst gelesen ;P

  14. ich muss aber mal am Rande erwähnen:
    .
    Die SZ hat schon viel Unsinn über Videospiele geschrieben. Was soll dieser Artikel nun? Ist es evt der Versuch den Computerspielepreis in der öffentlichkeit schlecht zu reden, weil keine bösen Spiele vorkamen?
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    Und: Wären böse Spiele vorgekommen, hätte dann evt die gleiche Person geschrieben, wie schlimm es doch wäre „solche“ Spiele auszuzeichnen?

  15. Letzteres kann man nicht mit Bestimmtheit sagen.
    Jedoch sind die unterschiedlichen Meinungen in den Artikeln ein und derselben Zeitung nicht ungewöhnlich, das ist die Freiheit der einzelnen Redakteure.

    Gruß
    Aginor

  16. @masu

    ich glaube darauf wollten die wohl hinaus.
    soll ich dir sagen wieso sie sich SZ nennt ? Weil beim „K“ vor dem „S“ jeder sofort weiss was das für eine Zeitung ist^^

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