"Ich verteidige die Jugend."

Bei Zeit Online setzt sich Martenstein in seiner Kolumne mit der doch recht einseitigen Debatte um gewalthaltige Videospiele auseinander. Sein Bekenntnis:

Normalerweise bin ich der Anwalt des Mannes. Ab sofort übernehme ich ein zweites Mandat. Ich verteidige die Jugend. Ich bestreite, dass die deutsche Jugend zu großen Teilen gewaltverliebt ist und rechtsradikal, und zwar immer mehr sowie in größerem Maße als anderswo, wissend, dass beide Thesen nahezu täglich in der Zeitung stehen. Was ich nicht bestreite: Ich bestreite nicht, dass es in Deutschland Gewalt gibt, Mord und Totschlag, sowie gewalttätigen Rechtsradikalismus und dass dagegen etwas getan werden muss. Ich bin aber dagegen, dass man sinnlose Dinge tut.” (Mehr bei Zeit Online)

(Danke für den Hinweis.)

21 Gedanken zu “"Ich verteidige die Jugend."

  1. “Falls ich übrigens morgen ein Institut zur Bekämpfung der öffentlichen Gesundheitsgefährdung durch Igelbisse gründe und dieses Institut mit zehn Planstellen ausrüste, dann werde ich jedes Jahr eine Studie bekommen, die vor der wachsenden Gefahr durch aggressive Igel warnt. Alles andere wäre ja auch ziemlich dumm von den Mitarbeitern des Institutes.”

    so siehts aus

  2. Endlich hat auch ein Journalist mal den Mut auf die zweifelhafte Rolle vom sauberen Herrn Pfeiffer beim Fall Sebnitz hinzuweisen. Wegen seines Gutachtens sind damals unschuldige Jugendliche in Untersuchungshaft gekommen.

  3. “Ich kenne kein einziges gutes Spiel, das nicht süchtig machen kann. Mein Opa war skatsüchtig im Endstadium. Es gibt auch Typen, die den ganzen Tag Schach spielen.”
    Dem wäre hinzuzufügen: Ein gutes Buch, Geld, Lieblingsfilme, Adrenalin und Fingernägel.

    Wenn es auf diesem Planeten genauso viele Autoliebhaber wie Wow-Spieler geben würde gäbe es wahrscheinlich genauso viele exsessive Spieler wie Autoliebhaber die jede freie Minute investieren. Unterschied der Spieler ist ein psyschich labiler Suchti und der Autoliebhaber ein unauffälliger Durschnittsmensch. Und das obwohl der Spieler in seiner Zeit mehr mit Leuten interagiert als der Autofan unter seiner Kühlerhaube finden wird.

  4. Ach, ich liebe Harald Martenstein und seine Kolumne. Er spricht mir fast immer aus der Seele und ist der einzige Grund warum ich das Zeitmagazin überhaupt noch lese ;)

  5. Herr Kaliban aka Gunnar Lott auch hierzu: http://kaliban.de/2009/04/martenstein-gegen-pfeiffer/
    Schön ist dabei der Absatz gegen Pfeiffer, den er betont. Gibt Grund zum Nachdenken, wie ernst man Pfeiffers Zahlen wohl nehmen kann, da er offensichtlich unter anderem eine andere (und sehr viel weiter gefasste) Vorstellung von “rechtsradikal” hat, als der Verfassungsschutz – ob selbiges auch für “aggressionsteigernd” o.Ä. gilt?

    Insgesamt wenig verwunderlich, bedenkt man, dass er ja Vorsitzender eines Vereins ist, der mit derartigen Studien Geld verdient. Da wäre es ja irgendwie kontraproduktiv, wenn die Studien die eigenen Behauptungen in den Medien nicht widerspiegeln würden.

    Der Text selbst gefällt mir recht gut, vielleicht ein bisschen zu sehr gegen Pfeiffer gerichtet, in einer Kolumne aber ist das ja kein wirkliches Problem. Auch wenn er Pfeiffer keinen Strick aus seiner Unterschrift unter dem Kölner Aufruf dreht, obwohl er ja im CBS-Interview plötzlich der entgegengesetzten Meinung war…

  6. wow wow wow wow wow *herumflippt, ein quaddrat schlägt*
    endlich gibt es einen Journalisten der sich nicht auf die einseitige debatte einlässt.
    vielleicht mache ich doch noch ein journalistisches fernstudium, was ich erst, durch diese scheisse was die meisten Journalisten bringen erst nicht machen wollte.

  7. http://kaliban.de/2009/04/martenstein-gegen-pfeiffer/ habe ich mir ebenfalls mal angeschaut, den blog insgesammt ;)

    ich wusste garnicht das es ein GERÜCHT gibt das pfeiffer evtl die aufgabe der usk übernehmen will um kohle vom steuerzahler zu scheffeln…

    das er mit seinen studien vom KfN sein lebensunterhalt verdient war mir auch schon immer klar, aber so weit habe ich da bis jetzt noch garnicht gedacht, dass er negativ studien evtl “absichtlich” rausbringt bzw ergebinisse die nicht gefallen unter den teppich kehrt, damit die arbeit erhalten bleibt…

    allerdings war pfeiffer nach seiner ” es gibt mehr rechte im osten weil die im kindergarten zusammen auf dem topf sitzen”-aussage eh unten durch.

  8. bei Pfeiffer darf man sich deswegen nicht wundern, ich habe das schon immer vermutet, dass er absichtlich falsche studien kreiert und andere studien verschwinden lässt.
    denn er muss ja die gunst mancher parteifreunde befriedigen um weiter finanzielle mittel erhalten zu können.
    naja und das seine firma die usk ablösen sollte war damals nach emsdetten bekannt geworden, allerdings hat ihm das Hans Bethrow Institut die Verantwortung aberkannt, da seine Studien zum einen sehr fragwürdig sind und zum anderen er nichts richtiges vorlegen konnte, wie er ein spiel mit einer altersfreigabe versehen wolle.
    ich wunder mich eigentlich, wieso es diesen drecksladen von kfn überhaupt noch gibt.

  9. “Der Geschäftsführer der Initiative “Schule ohne Rassismus” hat in der taz darauf aufmerksam gemacht, dass es nach Angaben des Verfassungsschutzes in Deutschland überhaupt nur 31.000 Mitglieder von rechtsradikalen Organisationen gibt.

    Möglicherweise sagt der Verfassungsschutz die Unwahrheit. Ich glaube eher dem Verfassungsschutz als Christian Pfeiffer. Er hat auch bei dem vermeintlichen Kriminalfall von Sebnitz danebengelegen. Damals ging es um ein Kind, das, wie die Mutter behauptete, vor aller Augen im Schwimmbad von Rechtsradikalen ertränkt wurde. Pfeiffer schrieb, die Mutter sei glaubwürdig. Es war aber ein Unfall.”

    Richtig so… Journalisten nehmt allen mum zusammen und macht es eben so,
    oder seid ihr nur Reporter?
    Happy Coding!

  10. Naja, Martenstein verteidigt ja erstmal auch nur WoW. Die Gretchenfrage muss hier wohl eher lauten: wie hält er es denn mit Counterstrike&Co?

  11. Naja wenn er jetzt die Wahrheit über WoW anspricht, dann wird er hoffentlich auch die Wahrheit über “Killerspiele” ansprechen.
    Mit Wahrheit meine ich, dass es keine Spiele gibt in denen gefoltert und gedemütigt oder gar vergewaltigt wird bzw. dass solche Spiele automatisch “beschlagnahmt” werden.

  12. würde ich so nicht sagen, ehr= spiele wo der spieler nicht andere foltert etc., menschen zu helfen und zu befreien und den schwachen zu helfen gegen die “bösen” npc’s zu verteitigen ist durch aus kein schlechtes spielprinzip.
    Auch der Antiheld hat einen bestimmten reiz, selbstverständlich muss man dazu sagen das man derartige spiele/filme/whatever wo das böse “gewinnt” erst ab einem bestimmten alter spielen sollte wo man moralisch und ethisch gefestigt ist und auch ironie und zynismus versteht (was imo ja von der usk/pegi auch so geregelt wird) wo bei man sieht das selbst(ernannte) “erwachse” da probleme haben wie man an der interpretation von fr. stürmes, lied in einem namenhaften magazin, sieht.

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