"Münchner Tagung" Reloaded

(spiel*) Die Kritiker von Gewaltdarstellung in den Medien zeigen immer mehr Präsenz im Internet. So z.B. auch mit der Seite www.mediengewalt.eu, auf der sich auch die Materialien des “HM-Medienkongress” finden. Selbstverständlich finden sich ausschließlich Schriften der einschlägig bekannten Spielekritiker: Gentile, Möller, Hopf, Mößle, Weiß, Lukesch und Huber. Die Ergebnisse sind die erwarteten und das große Uhrwerk ist tatsächlich ein Counter der die Hits zählt (F5).

33 Gedanken zu “"Münchner Tagung" Reloaded

  1. Mir gefällt ja die Pressemitteilung:
    .
    “Wissenschaftler nach Massaker von Winnenden:

    Auf den Zusammenhang von Gewalttaten und dem Konsum gewalttätiger elektronischer Spiele (“Killerspiele”) bei Jugendlichen weisen Mitglieder des Vereins in ihren wissenschaftlichen Publikationen und auf Tagungen seit langem hin.”

    Wir bekommen eine Definition von “Killerspiel”, die u.A. auch Drakensang mit einschließt. Schön.
    Danach das zu erwartende BlaBla: wir haben recht, die anderen Unrecht, die anderen sind korrupt, die Politik auch und deshalb macht sie nix.

    Interessant jedoch:
    “Beispielsweise belegt die Längsschnittstudie von Hopf, Huber und Weiß (2008): Je häufiger Kinder schon in jungen Jahren Horror- und Gewaltvideos sehen und je häufiger sie später in Gewaltspielen aktiv sind, desto höher sind ihre Gewalttätigkeit und Delinquenz im Alter von 14 Jahren.”

    Wenn hier die Auswirkungen gemessen werden, die diese Medien auf spätere 14jährige hat, wurden diese Medien unter 14jährigen präsentiert. Dass dies eine Auswirkung hat, sollte auf der Hand liegen, deshalb haben wir ja den europaweit schärfsten Jugendschutz (der den Verfassern der Pressemitteilung aber nicht weit genug geht, da er ja korrupt ist).

    Auch nett in diesem Zusammenhang:
    “Wie können die Wirkungen von Mediengewalt auf Kinder und Jugendliche reduziert oder verhindert werden?

    * Sicher nicht allein durch Vermittlung von Medienkompetenz.”

    Schade nur, dass Medienkompetenz gerade dabei helfen würde, die bestehenden Regelungen besser einzuhalten. Wenn Eltern und Verkäufer wissen, dass gewalthaltige Medien bei Minderjährigen Schäden anrichten können, dann werden sie es sich hoffentlich wie bei Pornographie, Tabak und Alkohol auch zweimal überlegen, diese Güter den Minderjährigen zugänglich zu machen, und für die 3 letztgenannten wird auch kein Generalverbot gefordert.

  2. Sry für etwaigen Doppelpost:
    Unter “Presse” heißt es unter Anderem:
    “Die Zeitschrift “GameStar” kritisiert unter der Überschrift “Medienwirkungsfälscher schlagen wieder zu”, dass beim Medienkongress “Computerspiele und Gewalt” Verbotsbefürworter unter sich gewesen seien.”
    Verlinkt wird dann auf einen Forenbeitrag. Und nichtmal einen von einem der Redakteure. Ähm, ja. Genau. Da kritisiert nicht die Zeitschrift GameStar, sondern ein Nutzer ihres Forums. Ein solcher Fehler kann eigentlich nur schwer unbeabsichtigt unterlaufen…

  3. “in selbstloser Tätigkeit ” … meine güte wie heldenhaft…

    stigma hat ein schöneres layout!

    es war aber doch schonlange überfällig, dass so eine seite auftaucht. leider ein bissel spät denn die gegenstimmen werden langsam öffentlich und unanfechtbar.

    vor kurzen hag ich gelesen, das wieder jemand umsich geschossen hat (ich weiß leider nicht mehr wer, wo und wann genau (ja, ist bitter ich weiß)). keine spiele besessen, dafür aber ne waffe und ne mitgliedschaft im schützenverein

  4. @Mortipher

    Findest du die Definition tauglich? Ich habe noch keine gewalttätigen Spiele gesehen, obwohl das, was einem manche Spiele an Bugs zumuten, z.T. doch an Körperverletzungen grenzt. Ich kenne eher Videospiele mit virtuellen Gewaltdarstellungen.

  5. die site gibt es schon seid emsdetten wenn ich mich nicht irre^^

    omg in der studie verteufelt der autor leute die was damals in zdf forum geschrieben haben:

    (5) Erfahrungen und Weltsichten, die in jahrelanger Praxis
    mit Gewaltspielen erworben wurden, sind internalisiert und
    werden auf die reale Welt angewendet. Möglicherweise
    bemerken die Spieler diese Übertragung nicht.
     Der Autor des störenden Berichts wird als mehr oder
    weniger gefährlicher Gegener angesehen. Nun, wie geht
    man mit Gegnern in Gewaltspielen um? Man “kümmert” sich
    um sie, d.h. man eliminiert sie –
     Und das ist genau, was viele Teilnehmer des Forums explizit
    oder implizit ausdrücken, wenn sie wünschen/fordern, der
    Autor des Berichts möge entlassen oder zumindest juristisch
    verfolgt werden.

    gott das ist doch krank

  6. was soll man auch anderes erwarten wenn in dem Verein:
    1. Vorsitzender

    Prof. i.R. Dr. Günter L. Huber

    2. Vorsitzender

    Prof. Dr. Helmut Lukesch

  7. @admin:
    Tatsache, da hab ich zu schnell drübergelesen. “Gewalttätige Spiele”. Hätte mir eigentlich gleich auffallen müssen.

  8. ka was die erwarten…vllt das sich die betroffenen freuen das man ihnen ihr hobby weg nimmt?
    die sollen mal reinhold messner verbieten bergzusteigen kann mir keiner sagen das er da nicht gereizt reagiert.
    Auch die Frage ob den gewalthaltige spiele seien müssen.
    Bleiben wir beim bergsteigen…das is tatsächlich lebensgefährlich für die Bergsteiger, welche ja offensichtlich nicht in der lage sind die gefahr wahrzunehmen und trotzdem da hochklettern wo ist da der sinn! (kleine ironie am rande, sry ihr bergsteiger ;))

  9. One thing struck me about Rudolf Weiss’s press release in pdf (see here : http://www.mediengewalt.eu/downloads/Winnenden-Infos%20zur%20Pressemitteilung-Weiss.pdf ). Page 2, when he describes “Grand Theft Auto 4” and its gameplay, he makes a huge confusion with another Rockstar game, “Manhunt” (which, as far as I know, is totally banned in Germany).

    Plus, his analysis of 30 shootings and the correlation he makes with media consumption seems quite weak to me.

  10. Habe mir mal die deutschen “Studien” durchgelesen. Viele neue Erkenntnisse gewonnen. Korrelationskoeffizient p Videospiele – Gewalt = 0.3 ( manche würden sagen kein Zusammenhang aber ok. )
    p Geschlecht – Gewalt : 0.4
    p Alkohol – Gewalt : 0.65

    Schlussfolgerung : Nehmt den Jungen den Alkohol weg und Problem ist gelöst.

    Zusätzlich hab ich gelernt, dass Grundschüler die exzessiv Splatterhorrorfilme schauen zu Gewalt neigen ! Gut das für diese Erkenntnis Geld ausgegeben wurde.

  11. @Mortiphers Beitrag:

    Ist ja schon komisch, dass diese Wissenschaftler in ihrer Studie gewalthaltige Videspiele an unter 14 Jährige verteilt haben. Das nennt sich dann Forschung. Dass Spiele, oder auch Filme/Bücher, ab 18/16/14 nicht für Kinder tauglich sind sollte doch klar sein. Darauf baunend dann ein Verbot zu fordern ist einfach unseriös.

    Genauso verdäcgtig ist es, dass in den Studien in Deutschland verbotete Spiele auftauchen. Da ist eigentlich ma lein Besuch bei den Herren Professoren zu Hause und im Büro fällig.

  12. @hopfen,

    wollte dem huber eine email diesbezüglich schreiben, leider gibt es die email adresse von dem nicht wie sie auf der homepage steht.
    ja ich habe @notspam an den empfänger eingegeben^^

  13. @hopfen

    Ich denke die werden keine Spiele sondern Zettel in Schulen ausgeteilt haben, in denen die 14-Jährigen dann ankreuzen durften was für Spiele sie nutzen. Ich habe solche Umfragen noch in guter Erinnerung. Ich war meistens der einzige, der den Fragebogen zumindest halbwegs wahrheitsgemäß beantwortet hat. In Zeiten von Stasi 2.0 würde ich das heutzutage aber nicht mehr tun.

  14. such nach seinem Namen und Tübingen, dann landest du auf der Uni-Seite, da geht die Mail-Addresse. Und ja: seine Studie ist cool, echt zum lachen. Als Wissenschaftler bin ich über solche Studien echt entsetzt (wobei, kleine Einschränkung: hab bisher nur seine Präsentation gesehen. Zitat aus seinen Folien: “Ansätze zur Validierung der Interpretation von Spieler-Reaktionen auf Kritik durch Dialog-Konsens erscheinen
    problematisch, da sie unerwünschte Wirkungen (Bestätigung) auslösen könnten.”
    Wenn ich das richtig verstehe ist der Satz Verfassungsfeindlich)

  15. @Hejoba
    Das war im Landgericht Landshut.

    “Die Schießerei am Landgericht in Landshut war geplant. Die Polizei bestätigte jetzt die Echtheit des Abschiedsbriefes, den der Schwiegersohn des Täters gefunden hatte. Der 60-Jährige hatte gestern erst seine Schwägerin und dann sich selbst erschossen.”

    http://tinyurl.com/cdnos5

  16. also ich habs so verstanden:
    egal wie wir uns über solche berichte beschweren, automatisch sind wir gefährlich und wollen unser hobby um jeden preis bewahren?!

  17. wie ich bereits sagte die erwaten das wir uns freuen denunzirt zu werden und als gerade noch gesellschaftstauglich eingestuft :)

    wenn es eine sachliche diskusion geben würde wäre man auch nicht so aggresiv ;)

    aber wenn dir der andere sagt das du ein potenzieller gewalttäter bist dann hat man von vornherein keine lust sich mit dem A**** zu unterhalten verständliche reaktion, auch wenn sie nicht hilft

  18. Bingo Booomboy,

    wir müssen uns halt ein anderes Hobby suchen.
    Z.B. Sportschütze werden, oder Hobbyboxer. Boxen soll ja pädagogisch wertvoll sein ;-)

  19. im forum war ein link sehr interessant, und zwar der, wo der gründer dieser website von winnenden ein interview mit stern machte und gerade die waffenlobby kritisierte, da diese es nicht für notwendig erhalte, dass kinder und jugendliche ab mit 14 jahren frei schießen lernen können.
    außerdem sagte auch “ein verbot von killerspielen für unter 18 jährige”.
    ob das noch aktuell ist weiss ich nicht, aber hier ist klar zu sehen, dass er sich nicht nur einseitig damit beschäftigt.
    über ein verbot kann man ja reden wie man will, aber es darf nie vergessen werden wo 1.die täter die waffen her hatten und 2.wo sie den umgang damit erlernten.

  20. @Mike L.
    Aus gesellschaftspolitischen Gründen. Für eine (weitere) Normierung dieser. Damit “der Krieg” nicht (noch weiter) in die Köpfe und/oder Herzen wandert.

    Ein Königreich für die Relation zwischen Counter im Internetz und öffentlicher Wahrnehmung (im Fernsehen und anderswo)

  21. “Die Schießerei am Landgericht in Landshut war geplant. Die Polizei bestätigte jetzt die Echtheit des Abschiedsbriefes, den der Schwiegersohn des Täters gefunden hatte. Der 60-Jährige hatte gestern erst seine Schwägerin und dann sich selbst erschossen.”

    Jetzt durchsucht mal seine Wohnung und befragt Freunde und Verwandte, dabei wird dann wohl festgestellt das er exzessiver Volksmusikfan war.
    Ich sage: verbietet diesen Schund da der Konsum derartiger abartiger Dinge zwangsläufig zu erhöhter Agressivität und demnach zum Amok führt.
    Man sollte den Konsum derart schändlicher und verwerflicher Sendungen mit Kinderpornografie gleichsetzen.[/ironie]

  22. Mit meiner geringen Auflösung und den ganzen Frame-Konstrukten muss ich ständig scrollen. Es kann sein, dass ich deswegen die Definition von “Killerspielen” nicht finde.
    Wäre jmd. so freundlich deren Definition von “Killerspiel” zu zitieren oder hier mal einen Direktlink zu der Seite zu posten?

  23. @Xugro:
    Aus der Seite “Pressemitteilung” der Vereinshomepage:
    “gewalttätiger elektronischer Spiele (“Killerspiele”)”

    Der Admin hat mich dann darauf hingewiesen, dass es
    gar keine “gewalttätigen” Spiele gibt, immerhin müssten
    dann die Spiele selbst die Gewalt ausüben.

  24. CP von der site mediengewallt.eu
    Was tun?

    Wie können die Wirkungen von Mediengewalt auf Kinder und Jugendliche reduziert oder verhindert werden?

    * Sicher nicht allein durch Vermittlung von Medienkompetenz. Dies wird seit mehr als 20 Jahren versucht. Empfehlungen mancher Pseudowissenschaftler, auf solchen Bilderfluten halt durch Mithilfe von Eltern und Medienpädagogen „schwimmen zu lernen“ oder sich zu „rahmen“ sind zum Misserfolg verurteilt.
    * Wichtig ist besonders, die gesetzlichen Vorgaben durch effektivere – weil allein staatlich verantwortete – Ausführungsbestimmungen zu verändern. Dazu gehört, dass die quasi Vorprüfung durch die USK mit der Altersfreigaberegelung abgeschafft und der BPjM übertragen wird.

    _
    So wie ich das sehe will man hier sagen das eine durch regeln gesetzte ordnung der bessere erzieher ist.
    Bedeutet man will den Eltern die Mündigkeit zur Kindererziehung aberkennen.

    zum zweiten Punkt die USK abzuschaffen und alles die BPjM machen zu lassen.
    Die BPjM unterliegt die Aufgabe “jugend”Medien zu Prüfen und diese gegebenenfalls zu indizieren oder zu Beschlagnahmen. Sie ist eine Behörde. Alleine schon aus diesem Grund ist es absolut abwegig die USK abzuschaffen welche wesentlich qualifizierter ist als die BPjM alleine schon aus gründen ihrer zusammensetzung und entscheidungsträgern. Eine staatliche institution würde wesentöich stärker vom pressedruck beeinflusst werden und zu voreiligen und zweifelhaften entscheidungen führen. oder die regierung setzt die BPjM unter druck, was dann katastrophale auswirkungen auf den Spielemarkt haben würde und nochdazu dann vorm Bundesverfassungsgericht landen würde, was wiederum unnötigerweise Steuergelder kosten wird da das Verbot eh als rechtswiedrig erkannt würde.

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