Bloggen für die Gegenseite

Über die Berichterstattung nach Erfurt im Zusammenhang mit Videospielen hatte ich mich nicht aufgeregt. Ich hatte den Glauben, dass die Journalisten es nun einmal nicht besser wissen und selbst manche Forscher haben recht einseitige Stellungnahmen abgegeben. Ich hatte aber die Hoffnung, dass sich die Berichterstattung mit dem zeitbedingt wachsenden Anteil der Gamer verbessern würde. Nunja. Offensichtlich ist das nicht der Fall, die aktuell vorhandene Hysterie ist ja unbeschreiblich. Da freut es umso mehr, wenn man auch einige wenige kritische Stimmen findet, auch wenn es “nur” Blogger sind. So wird im FAZ-Blog festgestellt:

Es ist einfach hip, gegen Computerspiele zu argumentieren.”

Und Pess.. Realisten schreiben mittlerweile:

Zusammenfassend ist wohl ein Verbot nicht zu verhindern, jedoch wird dies irgendwas lösen?”

(Danke für den Hinweis.)

9 Gedanken zu “Bloggen für die Gegenseite

  1. > Und Pess.. Realisten
    Äh, denke ich nicht (DU Pessimist :-)).
    Es wird kein Verbot geben, sie werden höchstens eine höhere Beschlagnahmungsrate erreichen und evtl. gleiche Behandlung von indizierten und USK18 Titeln (bezgl. Werbung & “zur Schau stellen”).
    Außerdem hat sich zumindest die Medien Berichterstattung etwas verringert, die FDP blockiert die CSU in Bayern und der Bundesverband G.A.M.E. sieht auch bisher keine Gründe weiter aktiv zu werden als bisher.
    Was ich Euch allen raten kann: zeigt eure Ansichten nach Außen (Arbeit, Schule, Großeltern, Kollegen, etc.) und versucht Aufklärungsarbeit zu leisten. Und für alle die Wählen können: nicht die CSU/CDU wählen.

  2. ja ich werd aufkaerungsarbeit in meier Umgebung leisten wenn noetig(so wie ich es grade bei wkw zb mache).In meiner naeheren Umgebung als verwandte usw,hat sih aber niemand so geauessert das diese “boesen”Spiele darans Schuld sind.Eher das gegenteil.

  3. Bemerkenswerte Hinweise. Vielen Dank!
    Der Text von Christian Scholz ist überhaupt der erste, welcher eine Diskriminierung von ComputerspielerInnen in der Arbeitswelt zumindest einmal andenkt so

    Dass offenbar die Printausgabe des SPIEGELS Ernsthaft “Christl” Stürmers Lied gegen Computerspiele als positives Dafürhalten interpretiert hat, hätte ich nach Lektüre des Eintrags im zweiten Blog aber gleich wenig erwartet, wie dort oder überhaupt je davon zu lesen, dass Robert Heinlein gegen den Krieg geschrieben hätte – jedenfalls sicher nicht in seinem sozialdarwinistischen “Starship Troopers”
    Beides ist nämlich Unsinn für mich
    Da gestehe ich noch jedem “Call of Duty” wesentlich mehr Antikriegspotenzial zu. Aber vielleicht wurde das Buch vom Autor auch erst gelesen nachdem er die Filme gesehen hat und hat so einen völlig falschen Eindruck von der Zeit gewonnen, in welcher der Text entstanden ist, und der fragwürdigen Weltanschauung Heinleins vor allem im fortgeschrittenen Alter.

  4. Wegen Christl Stürmer zitier ich mal die Passage: Unterlegt ist das Forum mit Musik von Christina Stürmer, “Mehr Waffen, mehr Feinde” heißt das Lied. Im Refrain: “In deiner Cyberwelt bist du der Superheld.” Eingeschlossen in einem Kapitel über seine Internetgewohnheiten. Wie ist dieser Abschnitt aufzugreifen, für jemand der sich nicht mit dem Hintergrund auskennt. Vielleicht weiss der Autor von der Wahrheit über das Lied, jedoch müssen Sie zugeben, dass dies in keinster Weise gesagt wird und somit das Lied mit dem negativen Aspekt im Raum stehen lässt.
    Zu Heinlein, natürlich kann ich nicht beurteilen, wie die Zeit zur Erscheinung gewesen war, trotzdem finde ich, dass sehr viele Hinweise auf ein schlechtes System vorhanden sind oder später von Heinlein erwähnt wurden. Wie zum Beispiel die Tatsache dass Militär-Teilnehmen nicht wählen dürfen. Auch hier haette ich wohl anders formulieren muessen, trotzdem ist es immer noch sehr interessant wie die Sichtweisen für ein Buch so unterschiedlich sein kann (im Gegensatz zu Haldeman’s ewiger Krieg). Das Buch habe ich jedoch vor dem Film gelesen und auch da eher als Anti-Kriegs-Buch gesehen (bzw. Satire auf ein Kriegs-Buch)

  5. Eigentlich ein sehr guter Beitrag und sagt vieles aus was mir auf der Zunge liegt.
    Allerdings bezweifle ich noch, dass es zu einem harten Verbot von Killerspielen kommt.
    Ich schätze eher, dass man den Zugang zu solchen Games noch verschärfen wird, heisst : nicht mehr Öffentlich ausstellen.

  6. @Tobias S.
    Ich verstand “Starship Troopers” immer als politische Ausformulierung seines Jugendromans “Space Cadet”.
    Der Hinweis auf Haldeman ist aber sicher angebracht und vielleicht seh ich das auch völlig falsch, immerhin gibt es auch ganz anderes von Heinlein zu lesen. Und dass er gar nie gegen Krieg geschrieben hat wollte ich eigentlich auch gar nicht behaupten, siehe zum Beispiel “Glory Road”. Selbst wenn ich persönlich eine Antikriegseinstellung dort und anderswo in seinem großen Werk auch nicht erkennen würde.

  7. Das Thema wird müßig und führt langsam zur Verbitterung. Die klassischen Medien haben ein monetäres Ineresse an einem Verbot der massentauglichen Spiele, ihrem größten Mitbewerber in der Hauptzielgruppe.
    Warum gerade die Öffentlichen hier die Speerspitze bilden kann nur mit einer politischen Verfelchtung (CDU/CSU) oder schlechten Bild-Journalismus zu tun haben.

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