Der Wille ist da…

(BZ) Bei der BZ versucht man neutral Bedeutung und Entwicklung von „Killerspielen“ darzustellen. Markige Thesen dürfen dennoch nicht fehlen:

B.Z. erklärt die Entwicklung eines Genres, das viele Experten für gefährlicher halten als reale Waffen.“

Nach einer mehr oder weniger gelungenen Darstellung gelangt man dann aber doch zu einem überraschenden Ergebnis:

„Dr. Oliver Wilke von der Charité ist das Problem bei den Videospielen eher die Reizüberflutung und nicht unbedingt ihr Inhalt. Deshalb rät er dringend: „Genauer hinschauen! Und sich fragen: Wer spielt was, wann, warum?“

Und das können letztlich nur die Eltern.

20 Gedanken zu “Der Wille ist da…

  1. „Das gilt jedoch nur für die harmlosen Spiele wie „Lego Star Wars“, Fantasy-Rollenspiele wie „Fable 2“, „Sims“ oder den „Midnight Run“ durchs nächtliche Los Angeles. Die größte Faszination auf Jugendliche zwischen 10 und 15 haben leider die brutalen Baller-Spiele, in denen man als Ego Shooter Herr über Leben und Tod ist.“
    1. Das gilt nicht nur für „harmlose“ Spiele, im Gegenteil: Das Spiel, das den Wandel in der Wahrnehmung von Spielen gebracht hat, war wohl „Grand Theft Auto IV“, bzw. die intensive Beschäftigung der Feuilletons damit – und „Grand Theft Auto IV“ gehört mitnichten zu den unbedingt „harmlosen“ Spielen.
    2. Beweise für diese Beliebtheit?
    3. Jugendliche „ziwschen 10 und 15 Jahren“ dürften diese Spiele vom Gesetz her gar nicht besitzen.
    4. „Ego Shooter“ ist die Genre-Bezeichnung, nicht die Bezeichnung der Spielfigur.
    5. In Ego-Shootern ist man selten „Herr über Leben und Tod“. Das „Ballern“ ist fast immer ein Kampf, in Multiplayer-Games ein Wettkampf.

    „Aber wie kann man den Einfluss der Brutalo-Spiele auf Jugendliche erkennen, bewerten und steuern? Fakt ist: Die Pixel haben sich mit dem Baller-Spiel „Doom“ Anfang der 90er-Jahre extrem brutalisiert. Das Waffenarsenal hat sich von den Anfängen mit Schlagring und Pistole ins Unermessliche erweitert: Heute wird mit Pumpguns, Kettensägen, Flammenwerfern, Panzerfäusten, Messern und allen schlagkräftigen Mordgeräten agiert. Was die Palette der Tötungsarten natürlich unendlich erweitert. Erdrosseln, Genick brechen, aufschlitzen, zerstückeln, mit Benzin übergießen, zerhacken – der Grausamkeit ist keine Grenze gesetzt. Wie die aktuelleren Spiele „Counter Strike“ „Call of Duty“ oder „Far Cry“ zeigen.“
    1. Doom ist in Deutschland nicht nur erst ab 18 Jahren freigegeben, sondern sogar indiziert.
    2. Ist es besser, mit Schlagring oder Pistole zu morden, als mit einer Pumpgun? Auch in frühen Spielen gab es übrigens schon ein breites Waffenarsenal.
    3. Far Cry habe ich nie gespielt, aber weder in Counter Strike noch in Call of Duty kann man den Gegner „aufschlitzen, zerstückeln, mit Benzin übergießen“ oder „zerhacken“. Ich wage zu behaupten, dass die deutsche Literatur viel mehr Brutalität enthält, als Computerspiele – ich sage nur „Das Parfum“.
    4. In der schnellebigen Computerspiel-Szene ist keines dieser drei Spiele „aktuell“ – es gibt von Far Cry und Call of Duty zwar aktuelle Versionen, aber die Originalversionen, auf die hier Bezug genommen wird, sind schon alle über fünf Jahre alt – was für Computerspiele eine halbe Ewigkeit ist.

    Just another fail.

  2. „Heute wird mit Pumpguns, Kettensägen, Flammenwerfern, Panzerfäusten, Messern und allen schlagkräftigen Mordgeräten agiert. Was die Palette der Tötungsarten natürlich unendlich erweitert. Erdrosseln, Genick brechen, aufschlitzen, zerstückeln, mit Benzin übergießen, zerhacken – der Grausamkeit ist keine Grenze gesetzt. Wie die aktuelleren Spiele „Counter Strike“ „Call of Duty“ oder „Far Cry“ zeigen.“

    Anscheinend reicht die journalistische Sorgfaltspflicht nicht so weit, sich auch nur ein Video über die Spiele, die man da verunglimpft, anzuschauen, geschweige denn selbst zu spielen. Kennt keine Grenzen? Da hat jemand noch nie etwas von Spielmechanik gehört oder darüber nachgedacht.

    Dazu die altbekannten Fehler, keine genaue Definition, was ein Killerspiel ist, einzig Pfeiffers Studien zitiert (wurden die Zahlen seit dem letzten Mal, da er zitiert wurde, größer? Wieso Sucht, es geht doch um Gewaltdarstellung?! Und wo kommt der Selbstmordunfug her?), keine Unterscheidung zwischen Realität und Virtualität etc. Grausame Tötungsarten? Mir fällt spontan „Der Zweikampf“ von Heinrich v. Kleist ein… oder wieder die Bibel.

    Das Ende ist in der Tat überraschend und klingt irgendwie nur wenig überzeugend. Vielleicht bin ich aber auch nur zu sehr daran gewöhnt, nach einer reißerischen und teilweise grob falschen Berichterstattung die obligatorische Verbotsforderung zu sehen.

  3. hmm yo so wie die angefangen haben (wiedermal viel verdreht) und Pfeiffer heranzuziehen wollt ich schon aufhörn zu lesen..das fazit war wirklich überraschend..um nicht zu sagen steht irgendwie..neben dem ersten teil des artikels?! :/ wie als ob der schreiberling am ende kurz zur mittagspause ging und wer anders weitergeschrieben und in den druck gegeben hat >.<

  4. Naja, ist vielleicht mal ein anderer Ansatz etwas auf die Geschichte einzugehen, leider halt scheinbar ohne sich richtig auszukennen. Das Doom wegen der Pixelgrafik als weniger Schlimm angesehen wird/wurde als die neueren Spiele liegt doch wohl eher daran, dass man sich wenig mit dem Inhalt beschäftigt und die Spiele als Außenstehende unterschätzt hat.

    Zu den Typischen Waffenarsenal, wo man dann in CS Kettensäge, Feuerwerfer und was weiß ich haben soll, kann ich nur sagen, dass die Presse das einfach schon so oft gegenseitig abgeschreiebn hat, dass es nichtmehr hinterfragt wird. Das ist einerseits schade, kommt aber auch bei anderen Dingen vor, wenn man selber keine Ahnung hat sieht man einfach bei der Konkurrenz nach anstatt selbst zu Recherchieren.

    mfg, hopfen

  5. Der Artikel war nun wirklich alles andere als Neutral, zudem hat der Autor Dominik Wüchner schön bewiesen, dass er vom Thema mal überhaupt keine Ahnung hat.

  6. Ich glaub auf CS wird man immer wieder rumhacken, egal ob es stimmt oder nicht. Call of Duty gehört neuerdings auch zu den Kandidaten auf die zuerst gedeutet wird…

  7. Der Dr.Wilke hat schon recht, aber der Autor hat auch meines Wissens wieder nur den standardmäßigen Propagandadreck wiedergegeben.
    In den USA hat es selbst Doom3 (glaub ich) in die Hall of Fame geschafft.
    Also sind nicht nur Kinderspiele Kulturgut, sondern auch die Erwachsenen Titel wie Doom3 usw.

  8. Der Artikel liest sich wie ein Vordruck, den die Journalisten für jeden neuen Vorfall mit aktuellen Daten beschriften, vollgepackt mit einer Mischung aus allen immer wieder vehement behaupteten Klischees und einer extra Portion Polemik und einem Schuss Hysterie oben drauf. Damit es nicht so einheitlich aussieht, hat der Autor den Aspekt der elterlichen Eigenverantwortung noch mit drunter geschrieben.

  9. bin mal bespannt wann der nächste amokläufer mit „killerspielen“ umsich ballert …ähm.. wirft. hab gehört soll böse verletzungen hervorrufen die zum tode führen können ^^

  10. Fazit hin oder her, wieder mal schreibt jemand einen Artikel über Spiele, der von der Materie keine Ahnung hat. „Ego-Shooter“ als PC zu bezeichnen wurde schon genannt und ist fast noch lustig, die Aussagen zu den Waffenarsenalen sind imo schon dümmlich. Nicht nur das ein ums andere mal willkürlich verschiedene Waffen und Tötungsarten mit Spieletiteln gemixt werden, auch Aussagen wie „von den Anfängen mit Schlagring und Pistole“ sind einfach falsch. Ich kennen keinen alten Titel, in dem man mit Schlagringen durch die Level lief. Stattdessen gab es allen in älteren Shootern die ich kenne ausschließlich Fernkampfwaffen (Pistolen, Gewehre, Laser,…), Granaten oder z.T. noch Fäußte, wenn grad mal keine Munition mehr da war. Die Entwicklung des Genres FPS an der Bewaffnung festzumachen ist also unsinnig, weil falsch.
    .
    Stattdessen war die technische Entwicklung von Grafik u.ä. ausschlaggebend, weil erst eine dadurch größere Differenzierung im Spielgeschehen möglich wurde, auch wenn die Handlungen zugegebenermaßen vielfach simpel geblieben ist. Auch die Behauptung vom „fast lebensechtem töten“ treffen eigentlich nur die, die nicht zwischen Realität und Virtualität unterscheiden können, denn auch die beste Spielegrafik heute sieht noch nicht mal annährend wie das wahre Leben aus. Klar sieht die Grafik heute besser aus, als in den 80er oder 90er Jahren, aber hat sich die Wahrnehmung von der Gewalt tatsächlich so gewandelt? Damals kannte man nichts besseres und hat dann auch den Splatter in Doom, Duke Nukem 3d oder Wolfenstein als brutal wahrgenommen.
    .
    Wenn ich mir das das aktuelle Techdemo Cinema 2.0 (http://www.amd.com/us-en/Corporate/AboutAMD/0,,51_52_15438_15106,00.html) zu den HD4800er Radeon Graka’s ansehe, dann sieht die Umgebung tatächlich sehr realistisch aus, so dass da erstmals die Bezeichnung „realistisch“ angebracht wäre, aber grad die PCs und NPCs stören den Eindruck wieder, weil da noch einiges fehlt. Zudem wird es noch Jahre brauchen, bis eine interaktive Spielwelt mit der Grafik von der Mehrzahl der Heimrechner berechnet werden kann. Sicherlicht wird’s in absehbarer Zeit geschehen, aber dennoch sollte jedem Gamer klar sein, dass es eine nachgebaute, gescriptete Welt ist, die sich deutlich anders verhält, als die in der wir leben.

  11. Ich habe auf dieser Seite ja bereits geschrieben, dass bei vielen Kunstformen Gewalt als vollkommen legitim angesehen wird. Als Beispiel habe ich eine Inszenierung der Oper Salome in London angeführt, deren Mitschnitt auf DVD ohne Altersfreigabe verkauft wird.
    Auf youtube ist eine Szene aus dieser Inszenierung zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=nBAbXZptfIk

  12. es geht diesen leuten nicht um jugendschutz das sollte doch langsam klar sein, hier geht es um ablenkung und geld, wenn ihr könnt wählt eine Partei wie z.B. die Piratenpartei oder fdp oder leute die sich noch um unser GG kümmern (mir gefällt zwar auch nicht alles was die wollen aber man kann leider nicht alles haben)

  13. ein schrecklicjer artikel…
    was haben wir schon anderes erwartet?????
    aber die sache mit dem selbstmord regt mich besonders auf, da kamen die anderen experte noch garnicht drauf. die sollen mir mal n pubertierenden zeigen, der noch nicht an selbstmorf gedacht hat.

  14. Tssss.
    Gibt es eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz in Deutschen Redaktionen das nur solche Leute über Killerspiele schreiben dürfen, die noch nie eines gespielt haben ?
    Doom ist schon über 10 Jahre alt. Es dürfte doch kein Problem sein, jemand zu finden der es schon gespielt hat.
    Oder trauen sich deutsch Journalisten nicht zuzugeben:
    Ich spiel Killerspiele und das ist gut so ?

  15. Menschen sind die einzigsten tiere die über dne freitot nachdenken können…das nennt man auch abstraktes denken….aber auch hier ist es ein gewaltiger schritt vom gedanken zur tat.

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