Ehmm.. ja…

„[…] Man beachte den exzessiven Einsatz faschistischer Symbolik und der Verherrlichung des Heldentums sowie des Heldentodes. Die Musik hat ein Fan im Nachhinein drübergelegt, die Verfremdung und zugleich Glorifizierung des Imperialen Marsches aus “Star Wars” zeigt auch hier wieder recht deutlich, an welchen Linien die geistige Grundhaltung der betreffenden Spielergemeinde verläuft [….].“

Wo kommt das Zitat her? Na? Fromm? ZDF? – Falsch, es ist offenbar ein Spieler, der sich kritisch mit seinem Hobby und dem Intro des Strategiespiels „Warhammer 40 000 – Dawn of War“ auseinandersetzt. So einseitig, wie dieses Zitat, ist der Blogeintrag nun doch nicht. Dieser Aussage würde ich mich z.B. vorbehaltlos anschließen:

Während sich die ganze Welt permanent über das Geballer aufregt, merkt offensichtlich keiner, dass sich jenseits der sogenannten “Killerspiele”, also gerade in unverdächtigen Genres wie Strategie- und Rollenspielen, äußerst fragwürdige Mentalitäten einschleichen, die für eine unkritische Seele unter 18 Jahren vielleicht sogar schlimmere geistige Auswirkungen haben als das Reflextraining mit dem Fadenkreuz.“

In manchen 2. WK Shootern wird auch in meinen Augen ein etwas platter Hurra-Patriotismus propagiert, der das Weltbild mancher Kinder vielleicht beeinflussen könnte (Die diese Spiele nicht nutzen dürfen). Hier wird Krieg als Unterhaltung, als Abenteuer präsentiert, aber muss man hier wirklich Videospielen den schwarzen Peter zuschieben, wenn die Bundeswehr sowas im TV sendet? Auch dürfte in manchen kindgerechteren Spielen wie „Den Sims“ auch fragwürdige Werte, Konsum als Lebenziel und Shopping als Lifestyle, vermittelt werden, für die Kinder (und speziell auch Mädchen) viel anfälliger sind. Aber braucht es wirklich ein Videospiel um eine Frau auf ein Schuhgeschäft aufmerksam zu machen?

Aber will der Autor wirklich allen „Space Marines“-Spielern eine zumindest faschistoide Geisteshaltung unterstellen? Natürlich bedienen sich die Spiele einer fragwürdigen Symbolik. Aber die Einschätzung, dass die geistige Haltung der Spieler den Inhalten der Spiele entsprechen würde, kann ich nicht teilen. Schließlich handelt es sich bei den Nutzern von Shootern auch nicht um verhinderte Massenmörder, auch wenn manche nicht müde werden das zu behaupten.

40 Gedanken zu “Ehmm.. ja…

  1. Man kann wirklich nicht von einer Übereinstimmung von Gamerhaltung und Game-Inhalt ausgehen. Dann müssten ja zum Beispiel alle SuperMario-Spieler eine Abneigung gegenüber Schildkröten haben o.Ä. :)

  2. Also ein Freund von mir spielt ziemlich oft Mario. Und er hat keine(!!!) Schildkröte. Also wirklich keine einzige. Dagegen hat ein anderer meiner Bekannten keine Mario Spiele, dafür aber eine Schildkröte.
    Mario manipuliert uns! Hilfe!

  3. Also das Warhammer Imperium ist ja irgendwie ein Mix aus Kommunismus/Sowjetunion, Faschismus, absolutie Monarchie und religiöser Fundermentalismus… alles nicht wirklich Dinge, die man Kindern mit auf den (Lebens-)Weg mitgeben will. Nur sehe ich nicht, warum der Hurrapatriotismus in 2.Wk. Shootern angeprangert werden, wenn alle 2 Tage auf N24 reportagen alá „Der Kampf um Berlin“ oder „Die Schlacht von Kursk“, mitsamt Symbolik und orignial US Text (1:1 Übersetzung und nicht „Absatzmarktanpassung), über die Flimmerkiste laufen. Das ist alles eine so scheinheilige Debatte, aber das merkt irgendwie von denen keiner.

  4. @ dooferdaemon
    wenn ich es so betrachte, ich spiele auch mario und hab auch keine Schildkröte! Meine Güte!!…jetzt mal ernsthaft.
    ich hab mir den Blogeintrag nochmal durchgelesen. Auch wenn ich finde, dass es spiele gibt, die solche bilder verwenden, glaube ich doch, dass es einer tiefgehenden Interpretation bedarf, um im Ork den versklavten Afrikaner oder den sozial benachteiligten Afro-Amerikaner der 60er zu sehen. Und nochwas zu Opposing Fronts: wenn man dort überlegene „deutsche Supersoldaten´´ als Spielefigur an die Hand bekommt, frag ich mich, wo der spielerische Reiz bleibt. Wozu soll denn spielen, wenn meine Supersoldaten eh nicht verlieren können.

  5. Man kann es auch echt übertreiben!
    Jeder Film, jedes Buch oder Spiel kann die Menschen beinflussen. Sollte man das nun alles in Frage stellen? Was soll man denn dagegen machen? Alles mögliche auf Verdacht verbieten?
    Ich denke erwachsene Menschen sollten selber entscheiden können, was gut oder schlecht für sie ist, was sie interessiert oder nicht.
    Jeder hat eine eigene Meinung von etwas, und so soll es auch bleiben…

  6. Man muss dazu sagen dass das Imperium im Warhammer 40k-Universum ganz bewusst als hochgradig Faschistoid erdacht wurde. Das hat aber nichts mit Glorifizierung zu tun, vielmehr trägt das ganze Universum satirische Züge und eine „gute“ Partei gibt es dort nicht.

  7. Also ich habe früher auf jeden Fall keine Kisten in einer Drehbewegung zerschlagen, weil ich dachte da sind Äpfel drin.(Crash Bandicoot) Ich habe später auch nicht damit angefangen.
    Heute und in Zukunft werde ich auch nicht mit einem Scharfschützengewehr rumlaufen, weil ich in CS:S so gut damit bin, und werde auch keine Grünen Hemden, eine Sonnenbrille und eine AK mit mir rumtragen.(CS:S) Höhstens laufe ich mit elektronischer Musik durch dunkle Räume und schlucke bunte Pillen. (LOL, PacMan)

    B2T:
    Virdem hat recht. „Jeder Film, jedes Buch oder Spiel kann die Menschen beinflussen.“ Wobei das „KANN“ wichtig ist.

  8. Ich habe ja gehofft es kommt am Ende irgend ein Satz der es als Ionie entlarvt, aber ich befürchte es ist ernst gemeint.

    Man kann es wirklich übertreiben. In Orks Rasissmus erkennen ist mal wieder typisch deutsch. Heute Orks, morgen Klingonen und übermorgen Wookies. Alles keine Quantenphysiker und zeichnen sich eher durch körperliche Kraft aus. Überall Rasissmus ?

    Opposing Fronts spiele ich auch ab und an seit ein paar Tagen im LAN und wenn dort eine Seite zu stark ist, sind es die Amis. Die mobilen Panzerabwehrkanonen zerlegen dir den besten Königstiger in Sekunden. Die Attellerie besonders im Panzerbaum ist überragend und MG-Schützen machen mit allen deutschen Fusstruppen kurzen Prozess. Trotzdem wird da keine Absicht hinter stecken. In ein paar Patches sieht die Sache sicher schon ganz anders aus.

    Aber das mit dem Sims sehe ich genauso. Da werden die kleinen Mädels gleich auf SAM / TAFF / EXPLOSIV Konsumenten eingeeicht. Aber verbieten würde ich es deshalb auch nicht. Da kommen wieder die Eltern ins Spiel, die richtigen Werte zu vermitteln.

  9. um es mal auf den punkt zu bringen was der artikel sagt:

    satiere ist gut aber sie muss als solche für jeden erkennbar sein, desweiteren sollte man in kriegsspielen auch eine gewisse balnce haben zwischen realität und surealität oder vereinfacht, solange du das grund prinzip von moral und ethik nicht verstanden hast und noch nicht gelernt hast selbst zu denken spiel diese spiele nicht. auge um auge zahn um zahn ist keine lösung wird aber oft angewandt in spielen=selbstjustitz.

    dagegen muss ich aber sagen das man nur dann selbstjustitz walten lässt wenn man kein vertrauen in andere hat wie staatliche institutionen oder halt private wie familie.

    wobei es immer leute gibt die sich nicht um gegenseitigen respekt bemühen, und der ist vorraussetzung einer demokratie, und zu sagen die eine wange hinhalten und dann noch die andere is einfach nur selbstmord, man muss für sich selbst entscheiden wo man selbst zuschlagen muss und wo man die polizei braucht (und die ist in den normnalen streiten auf den z.b. schulhof machtlos) wobei man in der schule noch die lehrer hat..allerding wie heisst es „selbst ist der mann“ respekt bekommt man auch wenn die anderen „evil ones“ eine gebrochene nase haben..hier rät sich allerdings gutes durchhalte vermögen an egal für was man sich entscheidet btw. niemals das geld wegnehmen lassen ohne sich zu wehren das mündet in eine wesentlich erniedrigendere form des mobbings als zusammengeschlagen zu werden….

    darüber wollt ich garnet schreiben -.- (man hat mir nie mein geld wegenommen im sinne von erpressung..allerdings mal geklaut…)

  10. Ich denke, vielleicht ist es für diese Leute (einem Diedrich Diederichsen oder diesem Blogger) auch besser, wenn sie Inhalte so und nicht anders begreifen können oder wollen. Manche wollen halt mit manchem nicht konfrontiert werden, und da scheinbar am allerwenigsten in Computer- und Videospielen.
    Problematisch wirds nur, wenn eine solch oberflächlichee Deutungsweise der Space Marines in Warhammer 40K Als einzige wahre und noch dazu kompetente ausgegeben wird – leider ist das meistens halt mit der Fall.
    Und Andersdenkende wie ich nun diskreditiert werden sollten, welche darin eine gar vorzügliche Faschismus-Parodie sehen, historisch wohlgemerkt eher an All American-Idealen als Germanismen angelehnt – selbst wenn der Humor bei den Orks in diesem Universum auch meinen Geschmack nicht trifft.

  11. Im Prinzip sind doch viele Filme genau das was der Autor anschreibt und die Games kopieren das denn.
    Naja warum auch nicht?
    Wer wollte nicht immer schon mal der Held sein, der die Welt von korrupten Politikern retten wollte?
    Wer wollte nicht schon immer der sein, der den bösen Aliens einen Tritt in den Hintern verpassen möchte?
    Oder der Soldat, der gegen die Achse des Bösen siegen will?
    Immer wieder interessant, wie manche Leute denken, dass Games diese Effekte erfunden haben, wobei es diese schon seid vielen Jahren in der Filmindustrie gibt (Independence Day,Soldat James Ryan, Staatsfeind Nr.1)

  12. @Seth:
    „wiedermal geschmackssache, das internet ist wahre demokratie..und die ist halt auch etwas widerlich“
    Wahre Worte, weise Worte.
    Ist nunmal so. Demokratie heißt eigentlich nicht: „Das Volk hat (und mag) meine Meinung.“ Jeder darf (und soll) seine eigene Meinung haben!

  13. ^ups flascher beitrag >.> aber geschmackssache bleibt es trotzdem

    2. weltkrieg kommt mir zu den ohren raus…ich weigere mich zu akteptieren das meine urgroßväter nichts anderes als barbarische emotionslose mörder waren -.- ich hasse dieses oberflächliche thema, auch in spielen wo es immer nur geht töte deutsche da oder da…dazu muss die story schon einen verflucht guten grud geben das ich da mitspiele. absolute übertreibung und sarkasmus sind solche gründe, weil ich daran erkenne das andere ebenfalls kritisch der thematik gegenüberstehen, wenn auch vllt nicht kritik wie ich sie mir vorstelle, aber kritik die vom allgemeinbild abweicht.

  14. nunja, ich selber spiele warhammer.

    meines erachtens ist das „faschistoide“ ambiente des spiels eher auf die ziet aus der es stammt zurück zu führen. in den 70ern war brachialer conan-fantasy angesagt. hieraus resultiert nun auch der „hau-kaput“ fer.
    außerdem finde ich die fragwürdigkeit der einzehlnen fraktionen sehr interessant, da es im wh universum kein gut und böse gibt. die sm stehen auf seite des „guten“ imperiums, ungläubige werden gnadenlos nieder gemacht. chaos ist das „böse“, überläufer werden gerne angenommen. diese zwiespältigkeit ist so offensichtlich, dass ich nicht glaube, das hier blinder patriotismus suggestiert wird.

    der (indirekt) angesprochene fanatismus ist definitiv vorhanden. dies ist doch eine weitere seule auf der die stimmung des wh universums ruht.
    jedes volk steht für eine bestimmte mentalität und verteidigt diese bis zum äußersten.
    seien es orks, angelegt an den in den 70ern gefürchteten rockern, die einfach nur prügeln wollen; seien es die tau, die eine recht budistische weltsicht haben, jedoch bereit sind, ohne umwege „fürs höhere wohl“ zu sterben; oder sei es die imperiale armee, die eine satirische überspitzung der „wer flieht wird erschossen“-russischen armee darstellt.
    hierduch entsteht eine einziegartige stimmung, die jedoch nicht den wunsch an seiten der soldaten zu stehen.

    darüber hinaus sollte man ein, inzwischen virtuallisiertes, table top spiel nicht unbedingt als böse bezeichnen.
    der bastelfaktor ist am pc natürlich geringer als auf dem tisch (obwohl auch dow die möglichkeit auf einheiten anmalen und logos entwerfen bietet) so ist es doch immer noch, ein hochkomplexes strategiespiel.

    by the way, wer etwas gegen das table top sagt, der darf auch gerne über schach meckern, das ist nemlich in etwa das gleiche.

    zu guter letzt: sollte irgendjemand spieler/einheiten mit harkenkreuzen und dergleich finden, so sind diese logos selbsterstellt/eingefügt und sollten nicht auf ein verbot hinleiten. man verbietet ja auch keinen rucksack nur weil manche ein harkenkreuz raufmalen.

    –rechtschreibung sollte nichts am inhalt ändern. inhalt sollte aber schon brauchbar sein. ich hoffe es hat geklappt.–

  15. Für mich ist es nicht unproblematisch wenn der Blogger den einen Cartoon aus den „Censored Eleven“, wovon es im übrigen auch drei Tex Avery’s gibt, taxfrei für rassistisch erklärt und dann angewendet auf Stereotypisierungen in Videospielen über diese einfach so drüberfährt. Ist ein solch normierendes Vorgehen – Stereotype aus Darstellungen einfach herausgehalten sehen zu wollen – nicht ebenfalls Gewalt? Aus meiner Sicht sollte sich der Blogger eher fragen, ob nicht das eine diskriminierende Herangehensweise darstellt. Stereotype erkennen ist eine Sache, ihre Bedeutung und den Zusammenhang aus dem sie heraus entstanden sind, oder auch nur enstanden sein könnten, zu verstehen, eine andere.

  16. Noch ein paar Gedanken meinerseits.

    1.Ich würde Booomboys Kommentar noch dahingehend erweitern, dass ich auch gerne mal in die Rolle eines Schurken schlüpfe. In Master of Orion 2 hab ich ganze Planeten nach StarWars-Manier in die Luft gejagt. Da war ich gerade mal 14.

    2.Den Ork als „Nigger der Gegenwart“ möchte ich ebenfalls entschieden anzweifeln. Der Archetyp „Groß, Muskulös, wenig Hirn“ hat per se nichts mit Rassismus zu tun. Mit demselben Recht könnte man Orks als Parodie auf Bodybuilder interpretieren (Oder, wie eben in WH40K der Fall, als Rocker).

    Desweiteren sollte man sich Gedanken machen wenn Einzelpersonen sich anmaßen stellvertretend für „die moderne demokratische Gesellschaft“ zu sprechen. Die lebt immer noch von Vielfalt.

  17. In den meisten Fällen ist er farbig (grün), hat dicke fette Muskeln, einen großen Unterkiefer und eine kleine Stirn und ist riesengroß.
    Dafür bezahlt er mit seiner Intelligenz, er haut nämlich meistens gerne und schnell einfach drauf und fragt erst danach, wenn er überhaupt fragt. Aufgrund dieser fehlenden Intelligenz lebt er meistens in archaischen Gesellschaften, Orkische Technologie ist häßlich und zweckmäßig und meistens grob und wenig raffiniert.
    Oft ist der Ork auch mit diversen Knochen seiner Opfer verziert, ein Ausdruck seines archaischen Wesens. Behalten wir also mal dieses gängige Bild im Hinterkopf und schauen uns dieses Video hier an:

    ROFL, bin ich ein schlechter Deutscher wenn ich bei der Orkbeschreibung nicht an Nigger denke ?
    http://www.youtube.com/watch?v=u_nAZayPpo4&feature=related


    Was Warhammer angeht: Gorkamorka sollte mal indiziert werden. Ist nicht durchgekommen:
    http://www.sphaerentor.com/wh40k/download/GW_Indizierung.pdf

    Was brachiale 70er Conan-Fantasy angeht:
    Conan hat sicherlich weniger Einfluß auf Warhammer als der Herr der Ringe.
    Bei Conan gibt es keine schönen Elfen, keine Axtschwingende Zwerge, kein Orks, kein Reich des Bösen und keine Reich des Guten Königs.
    Es gibt viel Menschen mit unterschiedlichen Glauben und Kulturen und einige vergessen vormenschliche Zivilisationen. Und einzelne Personen aus dieser Menschen / Nichtmenschen sind gut, einzelne sind böse, die meisten sind aber einfach nur so wie sie sind.

    Warhammer Fantasy ist ein sehr düstere Version des klassischen Mittelerde Settings.
    Conan kommt ohne gut und böse aus.
    Mittelerde und Warhammer Fantasy nicht, wobei Tolkien weichzeichnet und GW in Blut badet.
    Sowohl in Conan als auch in Herr der Ringe finden sich Elemente die laut Joseph Campell typisch für Mythen sind.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Hero_with_a_Thousand_Faces

    Das die Nazis Elemente aus Mythen zu Propagandzwecken verwendet haben, siehe – Tausendjähriges Reich – liegt in der Wirkung dieser Element auf den Zuhöhrer.
    Norman Spinrad hat sich mit der Stählerne Traum deswegen mal einen Spaß erlaubt, der inzwischen in Deutschland auch nicht mehr auf den Index steht:
    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Iron_Dream

    Ach ja, ich bin kein Conan Fan.
    Ich bevorzuge KANE, der von einen verrückten Gott geschaffen wurde und zur Strafe für die Ermordung seines Bruders auf Ewigkeit gekennzeichnet wurde.
    Im Gegensatz zu Conan ist Kane tatsächlich böse, brutal und brachial :böses Grinsen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Kane_(fantasy)

  18. Aha…irgendwer…irgendwo…verkündet das er Spiele kritisch betrachtet hat.
    Ich persönlich erkenne hier nicht wirklich den Diskussionsgrund, nur weil ein gewöhnlicher Spieler sich mit seinem Hobby aussetzt und teils Dinge extremst überbewertet.
    Aber ist mal ne neue Möglichkeit unbekannte Blogs bekannt zu machen…

  19. Ich finde den Blogeitrag gut, auch wenn er über das Ziel hinausschießt. Ich finde es wird immer viel zu viel über die Form (3 D Shooter) als über die wirklichen Inhalte diskutiert. Ich würde mir eine kritische Diskussion, auch von uns Gamer, über die politischen und gesellschaftlichen Aussagen von Games wünschen. In anderen Kulturformen (Buch, Film, Musik) werden die Werke ja auch oft dahingehend diskutiert. Warum nicht auch bei games? Dann gäbe es vielleicht auch mehr wirklich interessante Stories in Games und nicht immer nur dieses B-Movie Niveau…

  20. Also zum Blogeintrag nur soviel:
    Rassist ist, wer in jede Sache gleich Rassismus hineininterpretiert.

    Ziel ist es, Eltern und Pädagogen zu täuschen und den Verkauf von Medienprodukten zu fördern: etwa harmlose Spiele wie Sims und FIFA oder Gewaltspiele wie World of Warcraft (online) und Call of Duty, eine Verherrlichung des Krieges. Nintendo ist vor allem für Einstiegsprogramme wie zum Beispiel die Mario-Serie für Gameboys zuständig. Vor allem die Rennspiele trainieren früh das Gewinnen auf Kosten anderer, die Shooter und Strategiespiele konstruieren ums Töten herum eine Verteidigungssituation zur Beruhigung der Eltern und zur Freude des Verteidigungsministers. Microsoft als marktführender Hardwarelieferant ist gleichzeitig auch Sponsor des Bundesfamilienministeriums. Das Unternehmen initiiert Kampagnen wie „Schulen ans Netz“, die für die Computerisierung der Schulen und eine nachhaltige Markenbindung sorgen, oder wirbt erfolgreich mit vermeintlichen Bildungsangeboten wie etwa „Schlaumäuse“, einem Computerprogramm, das angeblich die Sprachkompetenz der Kleinsten bereits im Kindergarten fördern soll. Ministerin von der Leyen ist die Schirmherrin des „Schlaumäuse“-Programms. Wissenschaftlich bewiesen ist das Gegenteil, nämlich dass die Sprachkompetenz der Erstklässler kontinuierlich sinkt. Die enge Kooperation des Monopolisten mit dem Familienministerium ist aber nicht die einzige Verquickung der Branche mit politischen Entscheidern.

    Mann die Frau (Sabine Schiffer) hat echt einen an der Waffel, die hetzt ja gleich gegen alles was neuer ist als ne Schreibmaschine.

    „Rennspiele trainieren früh das Gewinnen auf Kosten anderer“
    Öhmmm… überall wo jemand gewinnt gibt es auch verlierer, das liegt in der Natur der Sache. Nach der Logik dürften Kinder ja garnichts, nichtmal „Mensch ärgere dich nicht“.

  21. Mh ich finde ein bischen mehr „Hurra-Patriotismus“ könnte in deutschland mal nicht schaden. Sicher ist sowas auch ein zweischneidiges schwert aber vergleicht mal die verhältnisse der USA (wo die meisten spiele mit „Hurra-Patriotismus“ und strahle helden herkommen) und die von Deutschland.

    In den USA hängt an jeder ecke die flagge, patriotismus wird als eine art pflicht angesehen und kann wunderbar als motivationsgrundlage für so manches wirtschaftswunder dienen. Natürlich hat das nicht nur seine guten seiten, aber es hat auch gute seiten.

    Zum vergleich deutschland: Deutsche flaggen? Vielleicht mal bei ner WM ansonsten kaum welche zu sehen. Wirkt ja doch ein bischen komisch sone flagge zu zeigen man könnte ja irgendwie rechtsradikal sein. Ähnlich verhält es sich mit aussagen bezüglich „stolz deutscher zu sein“. Selbe aussage in amerika von nem ami „ich bin stolz US bürger zu sein!“ alles super. Kommt ne ähnliche aussage von nem deutschen muss dieser aufpassen nicht in den verdacht irgendwelcher ermittler zu geraten wegen einer rechtsradikalen gesinnung.

    Ich weiss ich habe komplett das thema verpasst aber diese „Hurra-Patriotismus“ aussage hat mich halt doch etwas gestört da ich der meinung bin wir deutschen (und damit meine ich alle in deutschland lebenden menschen) könnten durchaus etwas mehr „Hurra-Patriotismus“ gebrauchen. Das sollte uns wohl zugestanden werden trotz WW2 von dem haben die meisten leute heutzutage eh so ziemlich die nase voll.

  22. Hmmm… wäre nicht schlecht wenn hier mal ein paar grundlegende Tags (z.B. Zitate) funktionieren würden.

    Hier ist noch eins von Frau Schiffner:
    „Wer aber die Medienerziehung der Jugendlichen konstruktiv angehen will, der verschenke einen Kurs fürs 10-Finger-Schreiben, übertrage einem Jugendlichen die Pflege des Familienbilderarchivs oder lehre sie mindestens das kritische Recherchieren. Davon könnten der Journalismus und unsere demokratische Kultur nur profitieren. (PK)“

    Das mit dem recherchieren hätte Frau Schiffner vielleicht auch mal lernen sollen (dann würden deraertige entlarvende Fehler wie: „Möglichst soll verschleiert werden, dass diese Trainer von Militärs entwickelt wurden, um die Tötungshemmung und das Mitgefühl zu reduzieren.“ vielleicht nicht mehr vorkommen) und dann noch was objektive Berichterstattung ist.

  23. In Warhammer 40k gibt es keine Guten und deshalb finde ich dieses Universum hoch interessant. Es ist nun mal eine graue Welt, mit vielen verschiedenen Richtungen aus der menschlichen Geschichte. Sei es der Rassismus, Faschismus, Kastenwesen und was es noch für ungerechte Sachen gab und gibt. Es gibt auch die Übermenschen (Eldar) die von oben herab schauen usw. Für mich ist Warhammer 40k eher eine Parodie auf die Irrsinne der Menschen und Propaganda ist da auch sehr beliebt in dem Universum und wenn es nicht klappt, wird einfach der ganze Planet eingeäschert ;)

  24. Ich verstehe eure Probleme mit dem Blog nicht so ganz. Ich stimme dem Inhalt auch nicht zu, aber es ist doch positiv, wenn jemand versucht sein Hobby zu reflektieren, das sollten viel mehr Leute tun und bei allen anderen Hobbys auch. Ob nun die Ergebnisse mir passen oder nicht, ein reflektierender Mensch ist ein guter Mensch :-)

  25. also moralisch betrachtet ist ein ww2 game oder ein game wo man irgendwas menschenähnliches tötet immer falsch. es ist ein extrem ganz klar, warum aber spielt man diese spiele…weil sie nicht real sind, außerdem sagt niemand das man über dne inhalt von spielen nicht nachdenken soll..genau das soll man ja..das nennt sich dann storyline, ob man nun mit jeder entscheidung oder jedem verlauf in szenarien einverstanden ist sei mal dahingestellt da es letzten endes eine geschichte ist deren storyverlauf, wie in der realen geschichte, bereits festgelegt ist…eigentlich ist ein ww2 game also in der vergangenheit…selbst wenn man durch geistige verirrung auf die idee kommen würde ein game als real z betrachten ist es bereits geschehene geschichte, man kann nur im game neu laden und das ist auch (hoffentlich) jedem klar, wenn nicht gibts da nachholbedarf.

  26. @densor
    Ich verstehe jetzt nicht ganz, was daran so toll sein soll sich dem Hurra-Patriotismus hinzugeben. Dein einziges Argument ist, dass das die Amis auch machen. Na toll. Und dann sagst Du noch, dass es „als motivationsgrundlage für so manches wirtschaftswunder dienen“ könnte. Aber hatten wir nicht ausgerechnet in Deutschland ein Wirtschaftswunder? Ausgerechnet in dem Land also, das – Deiner Meinung nach – ja angeblich so verklemmt ist, was den Patriotismus anbelangt? Und ging die jetzige Wirtschaftskrise nich von den USA aus, also dem Land, das ja so toll partiotisch ist? Irgendwie passt das vorne und hinten nicht zusammen.
    Ich kapier Dein Problem nicht. Bei der WM habe ich Millionen deutscher Flaggen gesehen, ich kann da wirklich keine Verklemmtheit mehr feststellen. Was wäre denn konkret ein unverklemmter Umgang mit dem Partiotismus für Dich? Jeden Tag die Hymne in der Schule wie in den USA?

  27. @Shane_Fenton:
    Thank you for the link.
    I was kind of shocked when I saw her mentioning Jörg Tauss who recently withdrew from politics because he was suspected of possessing child pornographic material (which later on was confirmed). There again we have a link between the two „great evils“ german politicians are trying to fight but will only be able to do so successfully if they are being (re-)elected – at least, this seems to be what they think.
    (I hope it’s understandable, haven’t written in english for a while)

  28. Der Schreiber verrennt sich hier aber ganz schön und versucht hinter jeder Ecke irgendwelche Rassistische Tendenzen zu erkennen.
    Vergessen geht dabei, dass man erstens den Cartoon im Kontext seiner Zeit betrachte muss und zweitens, dass sich bereits Herr der Ringe der Orks bediente. Und wer diesem Buch Rassismus unterstellen will (was die logische Folgerung der Argumentation ist), der hat Tolkiens Werk nicht verstanden.
    Desweiteren sind in Pen & Paper Rollenspielen seit den 70er Jahren Rassen gang und gäbe (ja Wizard of the coast hat anscheinend mal mit dem Gedanken gespielt Rassen abzuschaffen)
    Wer allerdings zwischen Realität und Fiktion (Orks etc.) nicht unterscheiden kann, der sollte die Finger von solchen Filmen/Games etc. lassen.
    Das ganze Fantasy-Zeugs in die reale Welt zu übertragen halte ich für etwas gewagt.

  29. @LeChuck

    Habe ich irgendwo gesagt das es die ultimative lösung für alles ist? Habe ich gesagt man soll sich dem ganzen „hingeben“? Nein habe ich nicht…

    Aber er hat trotzdem auch seine vorteile genau wie er seine nachteile hat. Und die WM als beispiel nehmen is ja nun nich wirklich das prallste. Was ist jetzt? Nixmehr davon zu sehen von den deutschland flaggen und irgendwie von stolz im zusammenhang mit deutschland zu reden hat immernoch den faden rechtsradikalen nachgeschmack. Darum geht es mir hauptsächlich.

    Ich mein wer hat denn wirklich das gefühl er könnte stolz auf dieses land sein? Bzw. stolz sein zu diesem land zu gehören? Also ich kenne niemanden persönlich, uns ist unsere nationale identität abhanden gekommen. Was wohl auch einer der gründe ist warum aus so einem einst so politisch engagierten volk eine nation von stillschweigern geworden ist.

    Das ganze driftet jetzt aber ziemlich ins off-topic von daher mache ich hier mal lieber schluss ;)

  30. @Densor
    Es stimmt: Du hast nicht gesagt, dass Patriotismus die ultimative Lösung ist. Allerdings habe ich Dir das auch nicht unterstellt. Lies einfach nochmal den Post.

    Wenn Du auf den Zufall stolz bist, dass Du in Deutschland geboren bist, ist das Deine Sache. Rechtsradikal finde ich das nicht, andererseits glaube ich eben aber auch nicht, dass automatisch etwas in diesem Land besser wird, wenn jeder total Stolz darauf ist hier geboren zu sein. Das ist alles. Im Übrigen glaube ich, dass die meisten CSUler stolz darauf sind Deutsche zu sein (und das auch sagen) und ich sehe hier (ich komme aus Bayern) nicht, dass hier reihenweise CSUler als rechtsextrem beschimpft werden. Man kann sich so manches Tabu halt auch einbilden.

    Dass Du die Deutschlandfahnen an jedem Auto, jeder Kneipe, jeden Kiosk und (fast) jedem Balkon – wie zu WM-Zeiten – vermisst, ist natürlich bedauerlich. Allerdings kann ich Dich beruhigen: Ich war letzte Woche in Spanien und in Frankreich. Und stell Dir vor: Auch dort bleiben die Autos Kneipen, Kioske und Balkone zur nicht-WM-EM-Zeit fahnenlos. Folgt man Deiner Argumentation, müssen die ja ein gewaltiges Patriotismusproblem haben.

    Off Topic ist das aber wirklich, deswegen war es das auch.

    p.s. Noch mal zu dem Blog-Eintrag: Man muss seine Position nicht teilen, aber ich finde es gut, dass sich jemand mal theoretisch mit Games auseinandersetzt. So wie das bei der Musik (z.B. in der Testcard) auch geschieht. Das kann der Games-Kultur nur gut tun.

  31. kritik ist immer gut, egal ob es positive oder negative ist, games hersteller wollen ja feedback für weitere entwicklungen und ich würde mir auch nicht nachtragen lassen wollen das ich nicht zugehört habe.

  32. Der Blogeintrag unterstellt Kriegsspielen wie Dawn of War Rassismus, weil die Orks dort als Monströs beschrieben werden.
    Die Orks werden aber nicht als Monströs beschrieben weil sie als Chiffre für eine andere Rasse stehen, sondern weil sie dem Archetyp des Monsters aus der Mythologie entsprechen.

    Diese Archetypen findet man in Sagen und Legenden (Goliath, der grüner Ritter,…) in der Fantasy (Orks, Trolle) aber auch in jeder anderen Fiktion (brutale Schläger aus einem X-Beliebigen Krimi).

    Das er bei den Atributen eines Monsters:
    fremdartig, groß, kräftig, brutal, dumm, archaisch
    an Neger denkt ist insofern ironisch als das er damit Vorurteilsmäßig nicht mehr ganz auf dem Laufenden ist.
    Folgende Monster sind bekanntlicherweise ebenfalls groß, kräftig, brutal, dumm, archaisch:
    1.) Naziskins
    2.) Hooligans
    3.) Amis
    4.) „Ausländer“
    5.) … beliebiges anderes Vorurteil

    Das Problem ist, das dem Verfasser des Artikels die Attribute eines Monsters nicht bewusst sind, sonder er sie unbewusst interpretiert.
    Gefährlich sind aber nicht die Dinge die einem bewusst sind, sonder die Dinge die einen unbewusst beeinflussen.

    Was den Hurrapatriotismus in kriegerischen Strategiespielen angeht bzw die Verharmlosung des dritten Reiches:
    Wie sollen denn ein Strategiespiel aussehen das ein realistisches Bild vom dritten Reich zeichnet ?
    Soll z.B. der Spieler der deutschen Seite regelmäßig Führerbefehle bekommen die den Inhalt haben SS und Einsatzgruppen bei der Ausrottung mit Truppen zu unterstützen ?
    Ein solches Spiel würde nicht nur indiziert, es würde verboten und beschlagnahmt.

    Auch was die Wirkung von Kriegsspielen auf Kinder, Jugendliche und Jugendliche Erwachsene angeht scheint er hier Ursache mit Wirkung zu verwechseln.

    Klar, wer dank Eltern oder Freundeskreis Nazi ist wird sich freuen das mal endlich die Wehrmacht so dargestellt wird wie’s Rechts ist.
    Das rechtsradikale Jugendliche lieber ein Spiel mit Wehrmacht zocken als Barbies Ponyhof sollte auch nicht verwundern.
    Aber weder würden die Nazis durch Barbies Ponyhof zum besseren Menschen, noch werden normale Jungendliche die die typisch deutsche Sozialisation durchleben durch Company of Heros zum Nazi.

    Ich hab mit 15 angefangen Kriegsspiel zu zocken. Zum Pazifisten bin ich deshalb nicht geworden. Aber ich habe gelernt wie Konflikte entstehen und wie sie ohne Krieg gelöst werden können – und wie sie manchmal zu Krieg führen.

    Ich hab Sun Tzu, Clausewitz und den Kampf der Kulturen gelesen, etwas das mich von den ganzen Pazifisten unterscheidet die mir erzählen wollen wie Kriege entstehen oder was es mit dem Kampf der Kulturen auf sich hat.

    Und ich habe verstanden das es nicht so leicht ist eine militärische Operation durchzuführen wie die Leute die glauben man müssten den Taliban oder den Piraten mal nur ordentlich aufs Haupt hauen…
    Und zwar weil ich meine Truppen oft genug in Situationen maneuvriert habe in der nur noch ein blutiges unentschieden möglich war – etwas das in der realen Welt unakzeptabel ist.

  33. Schade, dass ich die vielen Kommentare erst heute sehe, bei der Diskussion hätte ich mich gerne beteiligt. Hier trotzdem noch ein paar Kommentare um mich dazu zu äußern, auch in Bezug auf die Debatte auf Stigma-Videospiele.de

    1. Übers Ziel hinaus.
    Ich habe diesen Artikel so veröffentlicht, um eine Diskussion damit anzustoßen. Einiges habe ich dabei bewusst kantig formuliert um dabei nicht das übliche “pfft” als Antwort zu erhalten. Damit will ich nicht sagen, dass ich es nicht so meine. Aber einiges hätte man sicher auch etwas weniger drastisch formulieren können. Wollte ich aber nicht. :P

    2. Rassismus und Orks
    In diesem Punkt wurde mir am meisten wiedersprochen. Was mir dabei auffällt ist, dass die wenigsten sich offensichtlich wirklich mit dem Prinzip und der Wirkungsgeschichte des Rassismus und besonders rassistischer Karikaturen auseinandersetzen und sich und ihr Hobby erstmal grundsätzlich dagegen verwahren und daher umso lauter tippen, das sei ja wohl der Ober-Blödsinn. Das ist ja auch verständlich und ich will hier niemanden einen Rassisten nennen, weil er in WOW Orks tötet. Es geht hier mehr um indirekte Inhalte zwischen den Zeilen. Das ist ja das perfide am Rassismus, dass er nicht immer so holzhammerig daherkommt, wie ich ihn hier präsentiere. Rassismus muss noch nicht mal rassistisch gemeint sein um rassistisch zu sein. Gerade die unterschwellige Verwendung von Klischees, die im zeitgenössischen Kontext sicherlich auch noch andere parallele Bedeutungen haben, tragen doch zur ihrer Haltbarkeit bei. Rassismus ist ja nicht immer nur die Beleidigung, zur Diskriminierung trägt alleine schon die Trennung nach Merkmalen bei, selbst wenn sie nicht böse gemeint ist. Das muss noch nicht mal immer schlimm sein, das wird es dann aber eben, wenn die Klischees in Zeiten wirtschaftlicher Not (im RL wohlgemerkt) als Grundlage rassistischer Argumentation dienen. Sicher kann und sollte man sich darüber streiten, ob die gesellschaftliche Gefahr vom Kontext des Klischees oder vom Klischee selber ausgeht. Es gibt aber keinen Grund, sich nicht einmal über das Klischee an sich zu unterhalten. Und damit meine ich ja gerade das auch in den Kommentaren wiederholte Argument, mit den Orks würden eben auch reale Hintergründe und afrikanische Mythologie in ein Fantasysetting eingebaut. Wenn vermeintlich reale Hintergründe afrikanischer Geschichte aber mit rassistischen Klischees verwechselt werden, weil sie kulturgeschichtlich eben schwer zu trennen sind nach 200 Jahren auch handfest rassistisch gefärbter Geschichtsschreibung, dann denke ich schon, dass man diesen stilistischen Rückgriff mal überdenken darf.

    3. Warhammer=Satire
    Ich bestreite gar nicht, dass Warhammer ursprünglich als Satire gedacht war. Nur, wenn die Marke immer weiter ausgeschlachtet wird und das differenzierte Bild der Karikatur zu einer bloßen Reproduktion der eigentlich zu karikierenden Symbolik führt, was bedeutet das dann für die Wirksamkeit der Symbolik? Das macht mir dabei nämlich Sorgen. Und auch, dass die Symbolik oft wesentlich leichter nachzuvollziehen ist, als die Satire, das zeigt auch die Art und Weise, in der Clans und Spielgruppen und die Community allgemein dazu neigen, Symboliken zu reproduzieren und sogar Clanintern zu ideologisieren, ohne den satirischen Aspekt aufzugreifen, geschweige denn weiterzuentwickeln.

    4. Weltkrieg und Patriotismus.
    Sorry, ich gehöre zu den Leuten, die keinen Bock auf fahnenschwenkenden Patriotismus haben und ich finde auch nicht, dass mehr davon heilsam für Deutschland wäre. Ich bin stolz auf die Kultur meines Landes, die sich so weit von diesem bunten Lappen an der Fahnenstange emanzipiert hat um zu begreifen, dass es andere, wichtigere Werte als Blut und Boden gibt. Mag ja sein, dass das als Stilmittel für pseudohistorische 2.WK Settings irgendwie dazu gehört, aber spielemäßig betrachtet hab ich echt genug davon.

    5. Alles Nazis?
    Keiner wird zum Nazi wenn er für die Space Marines in die virtuelle Schlacht zieht und keiner wird zum Massenmörder wenn er mal ne virtuelle Waffe abgefeuert hat. Aber genauso wird auch keiner klüger weil er nie mal darüber nachdenkt was er da eigentlich macht. Wenn er sich dessen bewusst ist, bitte, dann spiel ich auch gerne mit und wir haben alle prima Spaß. Aber manchmal, zu einsamer Stunde in dunklen Chatkanälen und auf einschlägigen Foren, da kommen mir bei einigen doch schon Zweifel was das mit dem nachdenken angeht…

    5. Alles verbieten
    Ich will gar nichts verbieten. Ich will nur dazu anregen, mehr über das nachzudenken, was man da zockt. Mehr Vollkornspiele statt immer nur die Billigsemmeln, die das Hirn verfetten. :D Und der Käufer regelt immer noch die Nachfrage, gelle…

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