Normalisierung nach Winnenden?

(BZ) In Stuttgart wurde bekanntermaßen ein ESL-Turnier untersagt, bei dem Killerspiele wie Warcraft 3 auf dem Spielplan standen. In Freiburg darf nun in einer städtischen Einrichtung eine LAN veranstaltet werden, mit CounterStrike. In der Badischen Zeitung finden sich dabei auch diese Ausführungen:

„“Wer eine entsprechende Veranlagung hat oder psychisch labil ist, wird von Computerspielen angezogen.“ Aber nicht die Ego Shooter – wie Killerspiele korrekt heißen – sondern die Persönlichkeit des Täters lösten Tragödien wie Winnenden aus. „Ein normal sozialisierter Jugendlicher kann mit ’Counter Strike’ umgehen.“ Der Soziologe sieht andere Probleme: das Suchtpotenzial und fehlende Kontrolle der Eltern.

(Wenn nur nicht „das“ Symbolbild wäre, da war der Arctic ja besser.)

16 Gedanken zu “Normalisierung nach Winnenden?

  1. hipp, hipp, HURRA!!!!!!!!
    Es geht aufwärts!
    endlich mal ein artikel, bei dem ein nicht Pfeiffer & co entgegenspringen!!!!
    .
    Vielleicht besteht ja doch noch hoffnung, das die Deutschen ungefiltert glauben, was im fernsehen kommt.
    .
    Gruß
    DerMarc42

  2. Kann meinen Vorrednern zustimmen. Der Artikel ist um einiges besser, als das was man sonst in den meisten medien über Spiele hört oder sieht.

    Wenn das Wort „Killerspiel“ nicht gefallen wäre, wär es natürlich noch besser…

  3. Traue dem Braten noch nicht ganz. Erst wenn das ZDF auch vollständig so berichtet, dann sehe ich eine Trendwende gekommen. ;)
    .
    @Virdem
    Doch, der gehört rein, sonst weiß die breite Masse doch nicht, was da gemeint ist.

  4. „Fierravanti kennt sich mit der Materie aus. Der 47 Jahre alte Diplomsoziologe vertritt das Land Baden-Württemberg bei der USK – der freiwilligen Selbstkontrolle der Computerspielindustrie. Die USK testet Spiele und entscheidet, ab welchem Alter diese freigegeben werden.“

    Dummerweise wird die USK auch denunziert. Hoffentlich gibt es mehr solcher beiträge in Zukunft bevor KfN und Konsorten einen rufmörderischen Medienamoklauf abziehen.

    sowohl bpb und usk, die ich als Aufgeklärt sehe, werden nun auch schon von diesen pappnasen medial angegriffen…dsa schreit nach schlammschlacht möchtegern experten gegen hobby gamer und publisher

  5. @ DerMarc42
    es ist auf jeden Fall ein Fortschritt, aber leider nur ein kleiner, und trotz dieses Lichtblicks wird in der Boulevardpresse weiterhin „Qualitätsjournalismus“ betrieben, dass sich die Balken biegen^^

  6. Nach all den einseitig und polemisch geschriebenen Artikeln, nun solch ein Beispiel für objektiven Journalismus zu sehen, treibt mir fast die Tränen in die Augen. Positiv aufgefallen its mir v.a. die Nennung mehrerer Genres im ersten Satz. Das zeigt mir, dass man sich wirklich mit der Materie auseinandergesetzt hat. Außerdem gefällt mir die Beschreibung der Vorgehensweise,wie Mindetalter und Stichproben. Es wird im Artikel gefragt:„Darf eine von der Stadt finanzierte Einrichtung für das Killerpiel ein Forum bieten?´´ Ich sage ja, sonst beschwert sich wieder eine(r)vom Institutfür Medienverantwortung, dass diese Veranstaltung von Spieleentwicklern gesponsort wird. Aber dagegen wird den Kritikern bestimmt auch ein passendes Argument einfallen. Ansonsten kann ich an dem Artikel nichts Schlechtes finden, nur das er oben den Begriff Killerspiel verwendet, stört ein wenig, aber nur ein wenig, weil weiter unten der Begirff Ego-Shooter fällt.

  7. Naja, er hätte halt „sog. Killerspiele“ schreiben könne, aber dann hätten ihn einigen nicht als neutral angesehen. Für viele Menschen ist das nunmal der Begriff für diese Spiele.

  8. „Ein Jugendlicher informiert sich im Netz über counter-strike.“

    Wohl eher „Ein Jugendlicher sieht sich in seinem Browser das Hintergrundbild von Counter-Strike Kamerawirksam an“^^

  9. Auch ich freue mich, mal einen Artikel zu lesen, der objektiver gehalten ist als das übliche „Killerspiele sind böse!111“.
    Einen Kritikpunkt habe ich aber dennoch:
    „Weil der Mörder von Winnenden Counter Strike spielte[…]“
    Ist das von der Polizei bestätigt? Das einzige, an das ich mich da erinnere, ist, dass er CS auf dem Rechner hatte, aber in der Woche vor der Tat weniger als 0,1h gespielt (sofern das wirklich unter „spielen“ fällt“) hat – das klingt im Artikel nämlich etwas anders.

    Auch der Satz:
    „Wer eine entsprechende Veranlagung hat oder psychisch labil ist, wird von Computerspielen angezogen.“
    Klingt komisch, zumindest missverständlich.

  10. Auf jeden Fall besser als das meiste was sonst zum Thema abgelassen wird.
    Killerspiele = Ego-Shooter ist aber auch nicht Korrekt, da es auch durchaus andere Genres mit übermäßig gewalthaltigen Inhalten gibt und im Umkehrschluß auch nicht jeder Ego-Shooter als Killerspiel anzusehen ist.

  11. „Aber nicht die Ego Shooter – wie Killerspiele korrekt heißen“
    Der Artikel ist sicherlich bemüht. Dennoch: Wir müssen endlich diesen Begriff „Killerspiele“ loswerde! Dieser Begriff ist doch keine Basis um Irgendwas zu erklären.

  12. Jop! Da wird versucht, die Definition „Killerspiele“ für Ego-Shooter zuzuschieben.

    Dabei wissen wir seit GTA, Mortal Kombat, etc. das dies nicht unbedingt sein kann.

  13. @Hopfen:
    das ist übrigens das selbe bild, das mal mit der unterschrift „jugendlicher spielt killerspiel“ erschienen ist. (soweit ich weiß)

    @amgas:
    eigendlich schon, aber ich denke nicht, dass dieser begriff so schnell verschwinden wird.
    so wird, wie ich es auch manchmal gerne mache, rap mit aggro-gümmel gleichgesetzt. obwohl eigendlich klar ist, dass es auch fettes brot und freund gibt, wird dies weiterhin gerne gemacht und so wird auch der begriff killerspiel weiterhin im umlauf sein. (der rap vergleich ist nicht so treffend, aber ich wollte nicht das politik/randgruppen/antropologie – fass aufmachen)

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