Computerspiele keine Auslöser

(Stern) Lothar Adler, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erläutert bei Stern.de die Hintergründe von Amokläufen. Anders als in der Öffentlichkeit wahrgenommen gibt es solche Taten nicht erst seit dem Aufkommen von Videospielen sondern schon seit mehreren Hundert Jahren. Dazu stellt er treffend fest:

Vor 400 Jahren gab es definitiv keine Videospiele und Horrorfilme, und die Menschen sind trotzdem Amok gelaufen.“

Abweichend vom Focus  gab es auch schon vor 1974 „School Shootings“. Beispielsweise am 5. September 1595 an der Royal High School in Edinburgh:

William Sinclair, the student who had previously yelled the warning, fire two shots from his pistol, both of which entered John’s head and killed him.“

(Danke an Cyclonos und amegas.)

18 Gedanken zu “Computerspiele keine Auslöser

  1. so überraschend auch nicht, von den großen ist stern noch das was am nähsten an der wahrheit bleibt, am anfang sind sie allerdings auch auf der welle mitgeschwommen.

  2. das ist doch schon etwas. ich sag´ dazu folgendes: diese kleine geschichtsstunde wird „echte kritiker´´, wenn sie je auf diesen artikel stoßen, nicht im geringsten überzeugen. sie werden die historischen hintergründe für die taten verantwortlich machen, die ja in der anno-serie nachgespielt werden können. dann wird anno auch noch zu den gefährlichen spielen gezählt.
    zurück zum stern: schade das sie so einen artikel erst nach wochen herausbringen. mittlerweile hat das Stigmatisieren Wirkung gezeigt, siehe kaufhof etc.
    aber ich schöpfe trotzdem hoffnung, vielleicht ist es ja irgendwann mal nicht mehr „In´´
    alles auf Videospiele zu schieben

  3. ich glaube deswegen erfinden die kritiker immer irgendwelche horrorstories ála vergewaltigen,demütigen,foltern und setzen verbindungen zwischen kipo.
    das wort „killerspiele“ hat seine wirkung schon verloren, aber man kann das feuer vorrübergehend mit kleinen kellen benzin wieder anheißen, was die ja auch tun.

  4. mitlerweile ist das ganze doch interessant. die mediengesellschaft beläd sich mit einer grundstimmung nur um dann gegen sie vor zu gehen. das ist doch gut. so gibt es immer etwas über das man schreiben kann.

    ich nehm diese ganzen „es wird ein verbot geben, schon morgen“ eh nicht so ganz ernst. ein verbot würde gegen so viele gesetzte verstoßen, dass dessen durchsetzung schon ein verbrechen wäre.

    und wenn spiele geächtet werden? was solls: „garfield you should’nt sit on the coach all the day.“ „I should’nt? Year i’m a rebell!!!“

  5. Gibts da nicht im Grundgesetz sowas wie ein „Widerstandsrecht“? Ein Verbot würde ja gegen das Grundgesetz verstoßen und wenn es soch durchkommt, haben wir das recht gegen verfassungsfeindliche Gesetze vorzugehen… oder wie war das jetzt? ;)

  6. Ehrlich gesagt mag ich das Wort Killerspiele inzwischen. Wir sollten ähnliche Kreative Worte für die Medien finden, über die wir Gamer uns aufregen.

    Wie währe es z.B. mit Revovlerblatt und Krawallfernsehen ?
    IMHO gehören Revovlerblätter und Krawallfernsehen verboten, weil sie für Einschaltquoten und Auflage sprichwörtlich über Leichen gehen oder gefälschte und verdrehte Tatsachen verbreiten.

    Auch den Journalisten von Stern, FAZ, Spiegel, Panorama, Monitor und Fakt sollte das einleuchten das Revolverblätter und Krawallfernsehen mindestens genauso schädlich ist wie Kinderpornos und genauso verboten werden muß.

  7. Ich mag ja Stern bzw. Stern TV normalerweise überhaupt nich, aber es ist schon auffällig, dass die am ehesten „neutral“ berichten.
    Naja, dafür fiel damals bei Stern TV das „Killerspiel Final Fantasy VII“, als das komische Mädchen da war, dass mit den beiden Idioten zusammen war, als die aus Langeweile oder was auch immer die beiden Erwachsenen abgestochen haben…

  8. „Abweichend vom Focus gab es auch schon vor 1974 “School Shootings”. Beispielsweise am 5. September 1595 an der Royal High School in Edinburgh:“

    Kranke Menschen gab es immer und wird es wohl auch noch ne ganze Weile geben.
    Das einzige was man wirklich tun kann: seinen Mitmenschen mehr Beachtung schenken, dann merkt man auch wenn einer Probleme hat und kann ggf. helfen.

    Wiederstandsrecht: naja du kannst Verfassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen wenn du meinst das ein Gesetz gegen Grundrechte verstößt.
    Ob du damit Erfolg hast ist aber ne andere Frage.

    Das der Stern derartige dinge nur online schreibt, ist nicht weiter verwunderlich, das ist halt Zielgruppen gerecht.
    Die Generation 40+ ließt im Magazin wie schrechlich die „Killerspiele“ doch sind, während die jüngere Generation mit Onlineartikeln beschwichtigt wird.

  9. @ diavid
    habe die sendung gesehen, die du verlinkt hast. noch ein positives beispiel von journalismus. bei diesem beitrag wird auf die hintergründe geschaut, nicht nur auf das oberflächliche. wolfgang bergmann bringt zur sprache, was viele von uns schon lang auf dem herzen hatten. er sieht nicht etwa videospiele als ursache, sondern vergleicht die psyche der täter von littleton, erfurt, emsdetten und vonn winnenden und kommt zum schluss, dass sie allesamt frustiert, ungeliebt und verzweifelt waren. was die jungen gebraucht hätten, wäre seiner meinung nach, unbedingte liebe und unterstützung der eltern, was ja einige kritiker für „schwachsinnig´´ halten.
    aber Bergmann kritisiert auch die gesellschaft, die durch ihre leistungsgetrimmten werte die jugendlichen unter enormen druck setzen. dazu gehört schon mut, dass im fernsehen zu äußern. was mich aber noch mehr beeindruckt, ist der von diavid zitierte satz. damit beschuldigt bergmann alle überlauten verbotsforderer, sie würden an stelle von einer lösung, sogar zur vermeidung der ursachenforschung beitragen. na, ob es da nicht kritik geben wird, falls diese den nano-beitrag überhaupt zu gesicht bekommen.
    eine sache zu den selbstgedrehten videos von harris und klebold: ich wusste ja, dass die beiden ihre taten angekündigt hatten, aber wenn ich jetzt diese videos sehe, dann bin ich aufs neue schockiert.
    apropo: nano zeigt sich vorbildlich und erklärt nach dem beitrag, dass durchaus die gefahr besteht, dass sie mit ihrem beitrag wieder eine „blaupause´´, wie die es nennen, für kommende schulmassaker liefern. durch diesen hinweis zeigen sie, dass sie sich ihrer verantwortung als medium bewusst sind. dafür, und für diesen überaus(leider) außergewöhnlichen beitrag, ein ganz großes lob von mir. hoffentlich nehmen sich andere medien daran ein beispiel

  10. Tja, nur leider ist dieser Beitrag von Nano, das krasse Gegenteil zu 2 vorherigen Beiträgen über PC-Spiele, die… nunja in „enger“ zusammenarbeit mit dem KFN entstanden sind und mit einer entsprechenden Rethorik eingeleitet wurden. Es ist definitiv eine Besserung, nur frag ich mich, zumal nur der interviewte dies gesagt hat, wieweit es Einfluss auf die Redaktion haben wird.

  11. Der Bergmann war auch kurz nach Winnenden in einer Sendung Stern-TV zum Thema Counterstrike und Schützenvereine dort sagte er sinngemäß etwa das:

    „Wir stürzen uns immer nach solchen Taten auf Computerspiele, jedoch Counterstrike ist, wie wir gerade gesehen haben ein realativ harmloses Spiel. Wir sollten jetzt bei solche einer Sache aber nicht moralinsauer werden, weil sonst nehmen uns die Spieler nicht mehr ernst. […] Computerspiele können höchstens eine art Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt, also einem Jungen, der sowieso schon den Plan hat Amok zulaufen den letzten Schubs in die Richtung geben, ein wirklich auslösender Faktor sind sie aber nicht.“

  12. @Booomboy
    Da frag man sich ob Flugblattaktionen nicht verboten sind ;)
    (*überleg* Zumindest nicht das kostenlose Verfielfältigen :D)

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