Expertenmeinungen

(KSS) N24 hat die Kölner Psychologin Julia Kneer zur Wirkung von gewalthaltigen Videospielen befragt, ihre Antworten:

Für Gewalt braucht es zum Beispiel Frustration, die geht voraus. Einige Studien belegten einen minimalen positiven Zusammenhang zwischen der Bereitschaft zu Gewalt und dem Spielen von Killerspielen wie Ego-Shootern. Andere Studien wiederum zeigen, dass es keinen oder sogar einen negativen Zusammenhang gibt.“


Bei GIGA finden sich folgende Aussagen des Medienforschers Klimmt:

„Der Punkt ist nur, wir können anhand vieler, vieler Studien – und da haben wir mittlerweile sehr solide und stabile Befunde – eben zeigen, dass der Gebrauch von Gewaltspielen, wenn über Jahre intensiv betrieben, im Durchschnitt einen Jugendlichen und auch einen jungen Erwachsenen nicht spurlos vorbeigeht.“

„Vor allem im Bereich von aggressionsbezogenen Einstellungen, zum Beispiel der Befürwortung von Aggression zur Konfliktlösung. Man kann zeigen, dass Spielern, die viele Gewaltspiele spielen, bei Konflikten, eher aggressive Konfliktlösungsstrategien einfallen als Leuten, die sich von solchen Spielen fernhalten. Der Effekt ist minimal, aber er ist nicht etwas, wo man sagen könnte, das weiß die Forschung nicht genau.“

26 Gedanken zu “Expertenmeinungen

  1. das ist das Problem, es gibt zu viele Studien, die alle etwas unterschiedliches aussagen.
    Wie auf dieser Seite schon steht, hat jede Aktion, die ich ausführe oder sehe eine Auswirkung, auch wenn sie minimal ist.
    auch wenn ich einen minimalen Einfluss nicht schlimm finde, würde ich dann doch mal die Ergebnisse der vielen, stabilen Befunde sehen.

  2. „Der Effekt ist minimal, aber er ist nicht etwas, wo man sagen könnte, das weiß die Forschung nicht genau.”

    Ich bin zwar nur laie aber auch ich weiss das bei solchen forschungen keine wirklichen fakten am ende rauskommen da das alles doch recht subjektiv ist. Wir verstehen nichtmal richtig wie das hirn funktioniert geschweige denn so manche anderen emotionalen vorgänge im kopf.

    Ist es dann wirklich vertretbar sich hinzustellen und zu sagen „der effekt ist minimal“ und dann zu behaupten „das weiss die forschung ganz genau“? Wäre nicht vielleicht die tatsache das dieser effekt minimal ist ein zeichen dafür das dieser effekt nichtmal wirklich vorhanden ist?

    Jetzt könnte man natürlich sagen ich argumentiere nur so weil ich ein laie bin aber ich glaube ich stehe nicht alleine dar mit der meinung/dem eindruck das gamer in aller regel die letzten sind die zu aggressiven konfliktlösungsstrategien neigen. Da neigt der eine oder andere fußbalfan oder betrunkene (in den meisten fällen betrunkene fußballfans) wohl eher zu. Im gegensatz dazu können gamer ihre konflikte absolut gewaltfrei in games regeln… oder gibt es eine harmlosere methode einen streit zu regeln als in virtuell auszufechten?

  3. @Densor
    Vorsicht bei der Formulierung!
    eigentlich müsstest du sagen:
    „Ist nicht die Vermutung, dass der effekt minimal sei (also schwer nachzuweisen)ein zeichen dafür das dieser effekt nichtmal wirklich vorhanden ist?“

    Wir sollten uns alle in Rethorik üben und dann Herrn Pfeiffer auf seinem eigenen Gebiet mit seinen eigenen Waffen schlagen!

  4. Ja ich weiss unglücklich formuliert im grunde wollte ich damit aber aussagen das wenn der effekt so minimal ist, wie kann man dann wirklich nachweisen worauf er zurückzuführen ist?

    So ein minimaler effekt kann durch alles mögliche entstehen und niemand kann behaupten das jeder mensch in deutschland absolut glücklich ist und nie ein bischen gefrustet ist bzw. wenn er gefrustet ist sich dieser frust mit absoluter garantie auf einen einzigen grund zurückzuführen ist.

    Das problem ist doch das hier nichts wirklich mit absoluter sicherheit zu sagen ist… es gibt keine studie und keinen beweis das jemand nach „killerspiele“ konsum zum blutrünstigen mörder mutiert. Stattdessen wird versucht damit zu argumentieren das nach jahrelangem konsum „minimale einflüsse“ festgestellt werden. Das klingt für mich einfach unschlüssig und nach keinem wirklichen beweis.

    Hätte man nun aber einen richtigen reproduzierbaren beweis das der konsum die leute absolut durchdrehen lässt wäre ich auch absolut dafür es zu verbieten. Die wahrheit ist aber nunmal das dem nicht so ist was sich schon allein daran erkennen lässt das unsere gesellschaft trotz der 20 millionen gamer immernoch funktioniert ohne in anarchie mit mord und totschlag zu versinken.

  5. Mich würde interessieren, was Herr Klimmt mit über Jahre intensives Computerspielen meint. Spricht er von zwei Jahren oder fünf oder zehn, und was heißt intensiv, sechs Stunden die Woche, zehn, 20, 30 oder etwa 50. Es ist nämlich schwer seine zweite Aussage zu bewerten, wenn man das nicht weiß. Ich glaube nämlich, dass ich seit Jahren intensiv spiele und ich neige nicht zu aggressiven Konfliktlösungsstrategien. Also entweder liegen die Forscher daneben oder ich spiele noch nicht genug (wobei ich dann aber Gefahr laufe, andere Lebensbereiche zu vernachläsigen) Deshalb wüsste ich gerne, wie er seine Aussage definiert. Kann man das irgendwo nachlesen, ich finde nämlich leider nichts.

  6. selbstverständlich nimmt etwas das man lange zeit tut auch einen platz bei der persönlichkeitsentwicklung ein….

    das offensichtliche zu sagen is im moment auch wieder ganz in, wobei manchmal tatsächlich nötig.

  7. http://killerspieldebatte.wordpress.com/2009/04/25/volkswagenstiftung-foerdert-aufklaerungsprojekt/
    Das ist schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.
    Es sollten zusätzlich aber auch die einzelen Studien durchleuchtet und bewertet werden.
    Da könnte man sicher einige aussortieren die durch den Versuchsaufbau und Ablauf ein bestimmtes Ergebnis provozieren oder durch unwissenschaftliche Arbeitsweise auffallen.

    Dann sähe das mit den „unzähligen Studien die belegen das Killerspiele agressiv und gewalttätig machen“ ganz anders aus.

  8. @hecter: die Frage ist ja nur ob du heute eher aggressive Lösungen befürwortest wie früher/ohne Spiele.
    Was er genau darunter versteht ist eigentlich recht egal, denn es gibt keine Schwelle wo man sagen könnte: bis X Stunden kein Einfluss, ab X Stunden großer Einfluss, so etwas gibt es nicht.
    Aber ich könnte mir vorstellen so 10 Jahre lang jeden Tag 3-4 Stunden oder so?
    Die Wirkungen sind natürlich immer von Persönlichkeit und familiären Umfeld abhängig, das was die Forschung findet ist quasi ein Durchschnittseffekt.

  9. Ich sehe das ganze eher kritisch in Hinsicht auf seine Wirkung:

    Wenn das Ergebnis ist, dass die Mehrheit der Studien keinen Zusammenhang feststellt, dann werden die Spielekritiker das als Beweis sehen, dass die Industrie die Wissenschaftler kauft.

    Wenn das Projekt zu dem Schluss kommt dass Studien, die die Argumente der Spielegegner untermauern, fehlerhaft sind, dann wird dem Projekt vorgeworfen, es sei von der Games-Industrie gekauft.

    Wenn das Projekt hieb- und stichfeste Beweise bringt dass es gut und neutral gearbeitet hat, und das Ergebnis gegen Spiele spricht, dann wird die Gamer-Szene toben, es verteufeln, und wilde Verschwörungstheorien und ähnliche Trotzreaktionen bringen.

    Wenn das Projekt hieb- und stichfeste Beweise bringt dass es gut und neutral gearbeitet hat, und das Ergebnis für Spiele spricht, dann wird das Ergebnis von Medien und Politik entweder ignoriert oder als „eine von vielen Studien“ hingestellt.

    Ich wills nicht schlechtreden, aber das sind meine Befürchtungen.

    Gruß
    Aginor

  10. Man wird nie wirklich stichhaltige Studien anfertigen können. Neben dem Problem, dass Aggression nicht wirklich gemessen werden kann, besteht das Hauptproblem, dass Gewalt von vielen, vielen unterschiedlichen Faktoren begünstigt wird.

    Vergleicht es mit einer Medikamentenstudie, bei der zwei Versuchsgruppen alle möglichen Medikamente querbeet nehmen und nun der einen Gruppe das zutestende Medikament zusätzlich verabreicht wird. Selbst wenn dann vermehrt Nebenwirkungen bei dieser Gruppe auftreten, kann man nicht ausschließen, dass es von den anderen Medikamenten kommt. Oder, um alles noch komplexer zu machen, könnte es auch zu Nebenwirkungen aus der Kombination von Medikamenten kommen. Deshalb werden bei diesen Tests Leute gewählt, die keine anderen Medikamente nehmen und alle Nebenwirkungen von dem zu testenden Medikament kommen müssen.

    Auf Spiele angewendet müsste man zwei Gruppen nehmen, die gleiche Vorraussetzungen haben. Also z.B. in perfekten Familien leben, viele Freunde und in der Schule großen Erfolg haben. Wenn hier zwei Gruppen über Jahre getestet werden würden und die eine Gruppe mit den Killerspielen vermehrt gewalttätig wird, könnte man es als Beweis nehmen. Allerdings müsste man auch hier über die Jahre genau beobachten, ob Umweltfaktoren zusätzlich wirken. Z.B. plötzlich auftretende Probleme in der Familie oder mit Freunden / in der Schule. Es ist nahezu unmöglich bzw. sehr aufwendig eine solche Studie anzufertigen. Bis solch eine Studie fertig ist, hat sich das Thema eh erledigt. Dann wird schon auf das nächste eingeprügelt.

  11. DAS es eine Wirkung beim spielen gibt ist wohl klar, aber die Frage ist doch : Was für eine Wirkung ist das und ist bei jedem Menschen der so ein Spiel spielt die gleiche Wirkung zu verzeichnen?

    Und das kann mit den heutigen technischen Kram nicht zu 100% genau gesagt werden.
    Eher würde ich sagen 50:50, da es ja für jede Studie einen Gegenstudie gibt die was anderes aussagt.

  12. @ Mars
    Wenn das so ist…dann muss ich mir keine Sorgen machen. Das letzte Mal, dass ich eine aggressive Konfliktlösungsstrategie gewählt habe, war in der fünten Klasse und da hab ich bei weitem nicht so viel gespielt wie heute.

  13. Unglaublich !
    Gerade eben bin Zeuge eines Mordes geworden!
    Ich schmierte gerade in der Küche ein Mett-Brötchen, mein Dad guckte zu diesem Zeitpunkt so eine Serie auf dem ZDF (ich gucke diesen Schundsender nicht) und um 18:10 Uhr wurde eine alte Dame bei einem Juwelier erschossen, in dieser Serie !
    Mord und Totschlag vor 20:15 uhr ?
    Und das obwohl sich gerade das ZDF wegen Gewalt in Computerspielen aufregt!?!
    Das ist nicht zu verstehen wie paradox sich das ZDF verhält.
    Hab einen perfekten Namen für die nächste Sendung zum Thema Gewalt :
    „Mit dem zweiten tötet man besser“

  14. http://www.rp-online.de/public/article/solingen/701942/Killerspiele-verbieten.html
    „Jugendliche kommen mit angestauten Aggressionen aus der Schule nach Hause und statt an die frische Luft zu gehen machen sie den PC an und reagieren sich mit Ballerspielen ab.“

    OK 1tens: Warum sind die denn so sauer wenn sie aus der Schule kommen?
    Überforderung? Massiver Leistungsterror? Killermobbing? Oder nur so?
    .
    2tens: Ja nicht am PC abreagieren nein an die Luft gehen und den
    nächsten Kiddy das um die Ecke biegt zum Abreagieren hernehmen?
    Oder am nächsten Haustier? Oder lieber Scheiben einwerfen? Oder Graffitis sprayen?
    .
    „So wird es immer schwieriger, die Energie und auch die Aggression der Jugend sinnvoll zu kanalisieren.“
    Wieso dann nicht am PC? Bevor sie wie in Amerika mit Wrestling und Boxen anfangen?
    .
    Happy Coding

  15. www gamestar.de/hardware/news/vermischtes/1955649/totalueberwachung_der_kommunikation.html
    Totalüberwachung der Kommunikation – Großbritannien plant „Schutz-Gesetz“ (Zensur)

    www gamestar.de/hardware/news/vermischtes/1955647/gruene_und_fdp_gegen_netzsperren.html
    Grüne und FDP gegen Netzsperren – „Nicht kontrollierbarer Zensurmechanismus“

    www gamestar.de/hardware/news/vermischtes/1955629/websurfer_zum_teil_schwerkriminelle.html
    Websurfer „zum Teil“ Schwerkriminelle – Ursula von der Leyen zu Internetsperren

    Grün oder Gelb… alle anderen sind keine demokratischen Parteien!
    Unhappy Coding.

  16. Klimmt hat Recht !
    Gewalttätige oder Aggresive Problemlösungsstrategien sind IMMER schlecht. Zum Glück setzt sich in Deutschland immer mehr die Erkenntnis durch das Gewalt keine Lösung ist und noch nie etwas gebracht hat.

    Bestes Beispiel:
    Als der 76 jähriger Rentner am 22. Dezember 2007 in der Münchner U-Bahn angepöbelt wurde weil er es gewagt hat zwei Leute auf das Rauchverbot hinzuweisen.
    Damals ist nicht einer der mitfahrenden Passagiere aufgestanden und hat dem Rentner beigestanden – schlielich hätte das im Extremfall bedeuted selber Gewalt anwenden zu müssen, die Pöbler zu verletzen oder selber verletzt zu werden.

    http://www.welt.de/muenchen/article1487594/Raucher_schlagen_Rentner_brutal_zusammen.html
    http://www.youtube.com/watch?v=lXhLAdPFROs

    Der einzige der in Deutschland mit Gewalt anworten darf ist der Staat. Wie sonst soll er auch Verbote durchsetzen können, wenn er nicht glaubhaft damit drohen kann Menschen notfalls mit Gewalt einzusperren ? ;)

  17. news.magnus.de/internet/artikel/internetsperren-11-befuerchtet-missbrauch.html
    je länger man liest desto blöder werden alle
    .
    „magnus.de: Weshalb ist eine gesetzliche Regelung so wichtig?
    Michael Frenzel: Es wird der Internet-Verkehr mit dem Ausland manipuliert. Das Access-Blocking greift in die Grundrechte Art. 10 GG und §88 TKG, das Telekommunikationsgeheiimnis ein. Wir sind als Telekommunikationsunternehmen den Grundrechten und dem Telekommunikationsgeheimnis verpflichtet. “

    kurz -> wir Verbrechen gerade gegen das Gesetz aber es wird ja nachträglich alles noch legalisiert… *AHAHAHAAAA*

    Happy Coding.

  18. Eine interessante Frage die wohl noch nie in den Interviews zu dem Thema beantwortet wurde:
    Wenn diese frustrierten und zum Teil psychisch gestörten Jugendlichen und junge Erwachsene statt Killerspielen „Barbies Ponyshof“ gezockt hätten, wäre dann ihr Amoklauf verhindert worden ?

    Ach Ja, wer sich intensiv mit dem Thema Gewalt beschäftigten will:
    http://classics.mit.edu/Tzu/artwar.html
    http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=324&kapitel=1

    Für weniger als 10 €uro gibt’s das gedruckt von Reclam
    http://www.layline.de/geschichte/Machiavelli.html

    In jeden guten Esoterikladen auf Deutsch zu finden:
    http://www.samurai.com/5rings/

    Allerdings wird die intensive Beschäftigung mit diesen Büchern nicht spurlos an euch vorrüber gehen, lest sie also bevor sie verboten werden ;)

  19. hmm naja damals hatte ehrgefühl und das Wort auch noch eine höhere bedeutung…in der Politik wird das ja inflationär verwendet…und gebrochen.

  20. Das damals Ehrgefühl oder das Wort eine höhere Bedeutung hatten stellt sich sehr schnell als Illusion heraus wenn man mal Den Fürsten oder Die Kriegskunst gelesen hat.
    Aus diesem Grund sind die Bücher ja nach 600 / 1800 Jahre immer noch aktuell. Kultur und sicher gelaubte Standpunkte haben sich in dieser Zeit gewandelt, die menschliche Natur ist jedoch gleich geblieben.

    Sun Tzus Werk ist immer noch eine praktische Anleitung für jede Art von Konflikt, vom Streit vor Gericht bis hin zum ausgewachsenen Krieg.
    Würde er mehr gelesen werden, würde es eine große Anzahl von unnötigen Konflikten nicht geben.

    Clausewitz beschäftigt sich eingehend mit der Fragen „Was ist Krieg, wie kommt er zustande, nach welchen Regeln funktioniert er ?“. Eigentlich ein muß für jeden Pazifisten, der keine Verschwörungstheorien zu dem Thema bevorzugt.

    Machiavelli erklärt wie Politik funktioniert, warum man versprechen halten sollte und warum man sie manchmal brechen muß.

    Und Musashi betont die Wichtigkeit von ständiger Übung und der fordert dazu auf sich mit allen vertraut zu machen, statt sich auf die Meinung sogenannter Experten zu verlassen.

    Ach ja, der hier fehlt noch:
    http://www.uni-rostock.de/fakult/philfak/fkw/iph/strobach/veranst/therapy/epiktet.html

  21. nun gut kommt jetzt darauf in welche epoche man meine aussage einordnet und elche personen auch ehrenhaft gehandelt haben im rahmen ihrer zeit und der damiligen wertevorstellung, alleine das prinzip der ritterlichkeit zeigt aber durchaus eine auch aus heutiger sicht vertretbare einstelluung

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