Jusos: Verbot ist demokratiegefährdend

(mrn-news) Während Teile der SPD das Paintballverbot unterstützen regt sich bei den Jusos Widerstand. Fabian Löffler, der Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Jusos, spricht sich klar gegen ein Verbot aus:

“Die Spielekiller von der CDU führen ihre populistische Verbots- und Zensurpolitik fort und nehmen den Jugendlichen und insbesondere den jungen Erwachsenen damit nicht nur ihre Freizeitmöglichkeiten, sondern auch ihre Zustimmung für Politik. Das ist jugend- und demokratiegefährdend […]. Wenn die Union effektiv gegen das „Erlernen von Tötung“ vorgehen will, dann sollte sie die Wehrpflicht abschaffen!“.

Dirk Kratz, der stellvertretende Landesvorsitzende, spricht auch “Killerspiele an”:

“Die vom Unionsfraktionsvorsitzenden Wolfgang Bosbach unterstellte Gewaltaffinität von Paintballspielern ist wissenschaftlich widerlegt und populistisches, diskriminierendes Getue. Nach dem gleichen Prinzip werden Actionspiele als ‘Killerspiele’ verunglimpft und vom bayrischen CSU-Innenminister Joachim Herrmann mit der Verharmlosung des Nationalsozialismus gleichgesetzt. Ein solcher Politikstil ist skandalös und hetzerisch.”

25 Gedanken zu “Jusos: Verbot ist demokratiegefährdend

  1. Was ein Heuchler. Wiefelspütz (“[Paintball] ist sittenwidrig!”) war gleich in welcher Partei…?
    Solches Gelaber senkt – immer und immer wieder vorgetragen – allmählich die Hemmschwelle :>

  2. Ich schließe mich der Meinung der JuSos an und zitiere an dieser Stelle den berümten Henrich Heine: ,,Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.´´ (aus ,,Almansor´´ von 1821)

  3. Stimmt. In Paintball wird nicht töten gelernt, das tut man in der Wehrpflicht! Also mir ist kein Amokläufer bekant, der mit einer Paintballgun irgendjemanden tötete.

  4. Ich hoffe doch stark, das dieses Gesetz irgendwie noch gekippt wird. Zumindest die öffentliche Meinung scheint ja nicht gerade auf Seiten der Politakteure zu stehen.

  5. Das lässt zumindest für zukünftige Politik hoffen, zeigt aber mal wieder deutlich das es sich hier im Kern eigentlich um den Generationenkoflikt handelt.

    Die “Alten” sind mittlerweile soweit entfernt von der entwicklung und der Multimedialen Jugend, das ihnen jegliches Verständnis dafür Fehlt.

    Das das so ist hat man schon damals im Griechenland der Antike erkannt, doch hat sich bis heute nicht viel dran geändert.

  6. naja als Jusos wird er nicht gegen seine eigene partei direkt vorgehen..aber wenn er die leute beschimpft die solche aussagen machen kritisiert er auch indirekt alle politer die sich so verhalten auch die seiner eigenen partei, würde er aber die spd direkt angreifen könnte es im schlimmsten fall zu einer spaltung innerparteilich kommen.

  7. Auf der Homepage gibts auch die gesamte Pressemitteilung. Dort wird sich immerhin mit der Forderung auf Widerstand auch an die eigene Partei gewandt.

    „Wir fordern alle sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten sowie die rheinland-pfälzische Landesregierung auf, sich diesen Plänen entschieden entgegen zu stellen!“

    http://www.jusos-rlp.de/index.php?nr=11750&menu=1

  8. Bedenke man, dass die JuSoS in ihrer Partei *gar nichts* zu sagen haben, kann man nur hoffen, dass sie die alten Säcke vielleicht überzeugen. Vorher gibt es bestimmt kein Kreuz von mir.

  9. hoppla
    “und fügt hinzu: „Wir fordern alle sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten sowie die rheinland- pfälzische Landesregierung auf, sich diesen Plänen entschieden entgegen zu stellen!”

    glatt überlesen XD

  10. @Melonemelo: das ist halt die Frage was man unter “töten lernen” versteht.
    Fakt ist, das einem schon in der AGA wichtige Kenntnisse an der Waffe gelehrt werden.
    Das Ziel hierbei ist es den Soldaten dazu zu befähigen sich im evtl. Kampfeinsatz behaupten zu können.

    Ehrlichgesagt war mir schon etwas mulmig als man uns das erste mal auf die “Pappkameraden” (Pappaufsteller mit der silhouette eines Soldaten) hat zielen lassen.
    Ich musste dann regelrecht die Gedankengänge ausblenden das die Figur einen Menschen repräsentieren soll den es zu erschießen gilt (und das obwohl ich doch angeblich schon durch Gewaltspiele abgestumpft sein sollte).
    Aber wie das bei allem anderen auch so ist, man gewöhnt sich dran und bald sieht man da nicht mehr als ein Stück bemalte Pappe.

    Beim BW Schießkino (AGSHP) fühlte ich mich dann schon fast wie bei Moorhuhn. Hier hatte ich auch weitaus weniger Skrupel die “Ziele” zu liquidieren, was vermutlich daran lag, das sich hier alles in einer virtuellen Umgebung abspielte. Die Leinwand war als solche zu erkennen, der reale Raum war durch Verdunklung quasi ausgeblendet und die “Spielmechanik” wie schon erwähnt, Moorhuhn lässt grüßen.

    Auf der Schießanlage letztendlich wurde zum Großteil auf Zielscheiben geschossen, nur auf einer Bahn waren wieder die “Pappkameraden” am Start.
    Wie eingangs erwähnt, sieht man dan auch nur noch die bemalte Pappe, nicht den Soldaten der dort repräsentiert werden soll.

    Am interessantesten war die Variante die ich jetzt einfach mal als Vorrücken bezeichne.
    So gab es mehrere Stationen in bestimmten Abständen, repräsentiert durch Deckung unterschiedlichster Form und höhe.
    Hier wurde dann das Zielen aus verschiedenen Haltungen trainiert, mit aufgelegter Waffe, stehend, knieend, Waffe an der Mauer seitlich angelehnt (Linke hand flach an der Mauerkante, Daumen als Waffenauflage), und natürlich am Boden, bzw. in der Stellung liegend.

    Das ganze lief alles sehr diszipliniert ab, es hat nie jemand mit der Waffe rumgealbert.
    Hätte irgendeiner auch nur aus Spaß auf einen anderen gezielt, hätte dieser umgehend mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müssen.
    Im Umgang mit den Waffen (<3 G36 <3, MG3, P1) herschte grösstmöglichste Sorgsamkeit und ein Jeder war für die Einhaltung der Handhabungsregeln (und das waren nicht wenige) seiner Waffe Verantwortlich.

    Alles in allem lernt man wohl nirgends einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Waffe, als bei der Bundeswehr.
    Ganz zu schweigen von den anderen Dingen wie Disziplin, Gehorsam und Respekt vor den Vorgesetzten, Teamfähigkeit und Zusammenhalt in der Gruppe.

    Mag sein das einige das hier anders sehen, aber da muß ich sagen, auch hier kann eigentlich nur der mitreden der beim Bund war.

  11. Also aus meiner Erfahrung bei der Bundeswehr ich kann das nur bestätigen, obwohl beim schießen so konzentriert war, dass es mir völlig egal war, ob ich da auf Mannscheiben oder normale Scheiben schieße.
    Im AGSHP… das war auch irgendwie seltsam. Schon irgendwie Computerspiel-artig. Vor allem weil man weiß dass man da keine richtige Waffe hat.

    Zur Disziplin: Kann ich nur bestätigen. Mir persönlich hat die Bundeswehr was gebracht. Sie fördert die Disziplin und den Teamgeist, und man lernt, dass eigenes Denken und Vorgesetzen gehorchen sich nicht widersprechen. Man lernt, mit Anweisungen eigenverantwortlich im Team Aufgaben zu erfüllen. Im Berufsleben ist das auch wichtig. Gelernt habe ich das bei der BW und ich denke gerne an die Zeit zurück.

    Gruß
    Aginor

  12. Kann dem ersten Teil nur zustimmen, aber das mit der Bundeswehr ist doch wieder total übertrieben. Nur weil man an der Waffe ausgebildet wird, wird man nicht zum Mörder mutieren. Wieder der typische Politikfehler. Gib einem ne Waffe oder zeig ihm Gewalt in Medien und er mutiert zum Mörder. Bundeswehr find ich garnicht mal schlecht für die Jugend, wobei es da wohl sehr auf die Einheit ankommt. Ich wurd endlich mal zum Sport gezwungen, man kommt mal von zu Hause weg und lernt Diziplin. Hab auch negatives von Sauforgien gehört aber ich habs wohl bei der Luftwaffe gut getroffen damals. Bin sicher nicht zum Mörder ausgebildet worden dort. Das einzige was man an dem Wehrdienstkonzept bemängeln kann ist, dass nur ein Bruchteil eingezogen wird, was total ungerecht ist. Alle oder keiner.

  13. “…Union effektiv gegen das „Erlernen von Tötung“ vorgehen will, dann sollte sie die Wehrpflicht abschaffen!”
    Ja!

    “Politikstil ist skandalös und hetzerisch”
    JA JAAAA!

    @Gauron/All: Frage: Muss jeder Depp wissen wie man mit einer Waffe umgeht?
    .
    Happy Coding.

  14. Frage von mir : seid Wochen hetzen Hermann und Co gegen Actionspiele für Erwachsene, da hat niemand von denen sich den Hetzern in den Weg gestellt.
    Jetzt wo Paintball verboten werden soll kommen die Jusos, der Pressesprecher der CSU und sogar die Polizei und halten hier ein Verbot für populistisch, hetzerisch, Waffenlobbyistisch und was sonst noch alles.
    Bei den Games die nach Erfurt, Emsdetten und jetzt Winnenden immer wieder niedergemacht worden sind hat keiner, aber auch keiner sich hingestellt und gesagt “ihre Argumente sind keine und Sie betreiben nur Hetze”.
    Ich habs nichts gegen Paintball und ich finde es gut das nun endlich eine Front aufgebaut wird, die sich all dem entgegenstellt.
    Aber warum erst nach einem geforderten Paintballverbot?
    Warum erst jetzt?
    Wieso wurde nicht sofort eingeschritten wo der erste Politiker mit dem Thema “Killerspiele” ankam?
    Und warum ist die Polizei Pro Killerspielverbot (also Action Computerspiele) aber Contra Paintball?
    Schließlich hatte sich doch die Polizeitgewerkschaft für ein Killerspielverbot ausgesprochen.

  15. “Die Spielekiller von der CDU führen ihre populistische Verbots- und Zensurpolitik fort und nehmen den Jugendlichen und insbesondere den jungen Erwachsenen damit nicht nur ihre Freizeitmöglichkeiten, sondern auch ihre Zustimmung für Politik. Das ist jugend- und demokratiegefährdend […]. Wenn die Union effektiv gegen das „Erlernen von Tötung“ vorgehen will, dann sollte sie die Wehrpflicht abschaffen!“

    Klingt ganz nach meiner Meinung^^

  16. @ The Real Black

    Naja. Mit einer Waffe umgehen ist nunmal nicht sonderlich schwer. Wenn man dafür intelligent sein müsste oder jahrelanges Training bräuchte, säh die Welt um einiges besser aus. Man kann jedem Deppen in ein paar Stunden beibringen, wie man einigermaßen gut schießt. Und beim Bund wird man sicher nicht zum Waffennarr. Nach 10, 15 km nervt dich das Gewehr nurnoch und wenns dann ans 5te mal reinigen geht mit dickem Anschiss jedesmal, wenn paar Atome Dreck im Lauf kleben, will man das Ding am liebsten wegwerfen. Waffengeil wird sicher keiner in den 2 bis 3 Monaten Grundwehrdienst mit 5 bis 8 Tagen Schießtraining.

    Es ist genauso absurd jemandem, der seinen Wehrdienst absolviert hat zu unterstellen das Töten erlernt zu haben, wie bei Paintball oder Killerspielen. Jede Partei lenkt von ihrem Feld ab, indem man andere Bereiche sucht, die man zum Sündenbock macht. Man kann sicher viele Grunde für und gegen den Wehrdienst, Paintball, Schützenvereine oder Killerspiele finden, aber durch keinen dieser Punkte wird man zum Killer werden. Wenn das endlich mal geklärt ist, kann man vieleicht die wirklichen Gründe angehen.

  17. @Gauron,
    “Wenn das endlich mal geklärt ist, kann man vieleicht die wirklichen Gründe angehen.”
    Stimme dir voll und ganz zu.
    Allerdings glaube ich, so lange dieses Alteisen sich noch “Politiker” nennen darf werden wir von denen noch lange Zeit genervt werden.
    Aber naja, ich hoffe das die Jusos in ihrer Partei auf Gehör stoßen werden und das der CSU Pressesprecher einen gelungenen “Games zum sehen,fühlen und staunen”-Abend abschließt.
    Denn wenn beim nächsten mal die CSU seinen Rand hält, sehen wir mal, ob dann Bosbach und Schünemann sich da noch raus trauen.

  18. die bw ist ansich nurnoch eine art blauhelm deligation mit integrierten katastophenschutz

    aber mir z.B. war es immer zuwider auf irgendjmd hören zu müssen nur weil der das so will -.- also ohne zufriedenstellende erklärung o.ä. … ich bin gerne diskusionsbereit aber ich hatte keine lust ,ich da mit irgendwelchen leuten zu streiten die das schon tausendmal durchatten und schon wissen wie sie antworten müssen…

    ok…eigentlich hatte ich keinen bock weil ich “Full Metal Jacket” gesehen habe und mit dem militär mit 17/18 nur “kill or be killed” in verbindung brachte

  19. @Booomboy: Ich denke mal ein Unterschied ist, dass es bei den Actionspielen “nur” die Debatte war, hier aber ganz konkret das Verbot in fester Planung ist. Aber auch in der Videospieldebatte gab es durchaus kritische Stimmen, auch von Jusos, Grünen oder einzelnen Politikern. Nur wurden die vielleicht nicht so gehört, weil auch die Medien zumindest nach den ersten Amokläufen ja total auf der Anti-Counter-Strike Welle geritten sind und kritische Stimmen teilweise einfach kein Sprachrohr gefunden haben. Immerhin ist der Großteil der Medien mit der Zeit ja etwas umgeschwenkt, auch wenn man sich nach jedem Amoklauf Dr.Christan Pfeife anhören muss…

  20. @Wolf,
    sagen wir es mal so, nach Emsdetten war auch ein Verbotsantrag im Bundesrat, wurde aber wohl nur auf Eis gelegt.
    Hier hätten die Jusos&Co eigentlich auch einschreiten müssen, da ein Verbotsantrag genauso auf dem Weg war wie jetzt der für Paintball.

  21. @Booobmoy: Dann google doch mal nach “jusos killerspiele”. Ich seh da auf den ersten Blick nur Positionierungen gegen ein Verbot, auch wenn die meisten jünger sind als 2006. Aber es gibt da auch direkte Reaktionen auf Emsdetten. Nur weil man in den herkömmlichen Medien nichts findet, heißt das noch lange nicht, dass sich niemand dazu geäußert hat. So objektiv und allberichterstattend ist unsere alte Medienwelt nunmal nicht. Vielleicht könnte man auch mal hinterfragen, warum der Verbotsantrag damals auf Eis gelegt wurde…

  22. Zum Thema, dass man nicht zum Mörder wird, wenn man eine Waffe zu führen weiß:
    Natürlich wird man das nicht automatisch! Bloß der Herr meinte ja uch nur, dass wenn man es angeblich durch Paintball usw. lernt, dass dann der Einfluss von echten Waffen, und die Ausbildung zum Gebraucht dieser zu defensiven und offensiven Zwecken einen sehr viel höheren Einfluss haben müsste.
    Das ganze ist eine Art Kritik an der derzeitigen “BILD-Nivu” Politik.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.