Der Staat wird zum Problem

(via lawblog) In der Sonntagsausgabe des Tagesspiegel findet sich ein bemerkenswerter Artikel von Lorenz Marholdt. Die von der Regierung angestrebten Verbote seien eine „gefährliche Gaukelei„. Eine Gaukelei da nutzlos, gefährlich weil heimlicher Zensur der Weg geebnet werde.

„Es ist lächerlich, als Konsequenz aus Winnenden ein nur für Erwachsene erlaubtes Spiel zu verbieten – aber auch bedrohlich. Der Staat betritt mit Gewalt eine Welt, in der er nichts zu suchen hat. Paintball wird auf privatem Gelände gespielt. Man mag es blöd oder abstoßend finden, aber wer nicht will, wird davon nicht belästigt. […] Unter dieser Regierung wird der Staat zur Moralinstanz – er maßt sich an, darüber zu richten, was gut ist und schlecht. Damit aber löst der Staat kein Problem. Er wird selber zu einem.“

10 Gedanken zu “Der Staat wird zum Problem

  1. und warum wurde sowas nicht mal gemacht, als es nach winnenden direkt gegen die computerspiele los ging?
    manchmal habe ich das gefühl das all diese leute paintball spielen

  2. @Booomboy

    Nunja, nach Winnenden waren die geforderten Verbote von „Killerspielen“ ja noch eindeutig Schnellschüsse. Auch eher von regionalen Politikern und nicht in einer ernsthaften politischen Diskussion. Bei Paintball sieht das anders aus, hier kommt nicht nur eine Verbotsforderung von höchster Ebene sondern es wird gleich auch noch für diesen Sommer angekündigt.

  3. Bravo! Einer der das Problem auf den Punkt bringt. Der Staat erhebt den allgemeinen „Mainstream“ zum Maßstab für alles andere und wer sich ein bisschen abseits der Masse bewegt bekommt ganz schnell die autoritäre Seite dieses „freiheitlichen“ Staates zu spüren. Die Freiheit für alle ist hier doch längst gestorben.

  4. Mag zwar sein, aber als am ersten Tag nach dem Amoklauf die Presse auf die Schützenlobby los ging, kam noch am selben Tag der Schützenverband und forderte ein Ende dieser Hetzjagd gegen Schützen.
    Das gleiche hätte ich auch von der BIU und GAME erwartet, denn am 2.Tag ging die Hetzte gegen Games los.
    Das dieses „wir sitzen die Sache aus“ nach hinten los geht ist nur eine Frage der Zeit.

  5. „Damit aber löst der Staat kein Problem. Er wird selber zu einem.“
    JA! 100 Punkte !
    Als Staat Vorschreiben was in Ordnung ist oder nicht darf sich nur auf Straftaten bei der andere in Mitleidenschaft gezogen werden beziehen! Wenn man keine „Natürliche Person“ bei einer Tätigkeit Körperlich oder Geistig schadtet sollte sie nicht Verboten sein! Ein Gottesstaat, wie er in Teilen Deutschland noch üblich ist, kann vorschreiben was Gut oder Böse ist, aber keine Demokratie…

    Bei KILLERSPIELEN schadet man niemanden!
    Bei Paintball schadet man auch niemanden!
    Bei Sado Maso schadet man jemanden, aber der/die hat Spaß daran!

    Wenn Paintball verboten werden soll da es Unethisch und Widerlich ist wie sieht es erst bei BDSM aus? Ab wann werden wir nur noch die Missionarsstellung und das nur zur Fortpflanzung machen dürfen… Wenn es eine Gruppe gibt die wir und die uns unterstützen kann sind es die.
    .
    Wie ich auf das Thema kam:
    Mehere kirchliche Vereinigungen stellen Kinderpornographie mit Killerspielen, Sado Maso, Fesselspiele und Analverkehr auf die gleiche Stufe…
    Find ich als solches teilweise witzig anderseits aber auch sehr traurig wie veraltet manche Organisationen noch sind…

    Happy Coding.

  6. „Man mag es blöd oder abstoßend finden, aber wer nicht will, wird davon nicht belästigt.“
    „Damit aber löst der Staat kein Problem. Er wird selber zu einem.“
    Eigendlich bin ich Atheist aber ich kann nur sagen: Aaaamen!

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