„Keiner der Experten weiß offenbar, wovon er redet.“

(via lawblog) Auch bei der Süddeutschen wird das unbeholfene Vorgehen der Politik thematisiert, die nach Winnenden ohne erkennbares Konzept gegen Schützenvereine, Killerspiele, das Internet, Marilyn Manson und Paintball wettert. So sei es auch bezeichnet, dass in der von Baden-Württemberg eingesetzten Kommission „Keiner der Experten weiß […], wovon er redet.“. Das Fazit:

Man sollte nicht vergessen, dass auch für Menschen, die – durchaus geschmacklos – im Wald gerne Krieg spielen, in diesem Land die Unschuldsvermutung zu gelten hat. Genau wie für die Träger von langen schwarzen Mänteln, für Computerspieler und für Freunde der Musik von Marilyn Manson.“ (Ganzer Artikel)

12 Gedanken zu “„Keiner der Experten weiß offenbar, wovon er redet.“

  1. Die SZ bringt mal wieder auf den Punkt, was keiner der anderen verstockten Zeitungen auszusprechen wagt. Vielen Dank dafür.

  2. Das Verbot mit dem Blutbad in Winnenden zu rechtfertigen ist ebenfalls ein Zeichen der Ahnungslosigkeit der Entscheidenden. Denn wie soll solch eine schreckliche Tat mit einem Verbot verhindert werden, das sich auf einen Sport bezieht, den der jugendliche Täter gar nicht ausgeübt haben kann, weil es beim Paintball nur Volljährigen gestattet ist einen Markierer zu kaufen und auf einem befriedenten Gelände den Sport auszuüben. Damit ist ein Verbot durch die Tat von Winnenden nicht gerechtfertigt. Es scheint wirklich zu stimmen, dass die Politiker durch das ,,Super-Wahljahr´´ unter enormen Druck stehen, unter ,,Aktions-Druck´´. Dieser Druck lässt die Entscheider unserer Nation befürchten, als politische ,,lahme Enten´´ bezeichnet zu werden, wenn sie nicht sofort irgendetwas unternehmen. Da aber solch komplexe Vorfälle eine Menge Zeit in Anspruch nehmen und die nötigen Lösungen, dessen Entwicklung und Wirkung auch Zeit beanspruchen, nicht immer leicht, sondern im Gegenteil eher schwierig zu finden sind, ist dieses vorschnelle ,,Blindschießen´´ in den politischen Handlungsspielraum der Vertreter durchaus zu verstehen. Deshalb ist es jetzt ja auch so wichtig, sich nicht durch den Druck aus dem Wahlkampf anstecken zu lassen und die Ruhe zu bewahren.

  3. „(…)dass auch für Menschen, die – durchaus geschmacklos – im Wald gerne Krieg spielen[…]“

    Ich als Airsoftspieler würde an dieser Stelle gerne Veto einlegen – aber ich weiß das viele Kinder (und auch Erwachsene), die selbst mit Airsoft-Markern hantieren, den Airsoftsport nicht als Spiel sondern als Kriegssimulation sehen.
    Für mich ist mein Sport Airsoft immernoch ein Teamspiel, bei dem es nur darauf ankommt, das man möglichst schnell alle Gegner markiert und damit zurück zur Sicherheitszone schickt. Andere Spiele werden in Sporthallen auch nicht gespielt, nur wir Airsoftler nutzen Tarnkleidung um uns an die Umgebung anzupassen.

    Ansonsten aber guter Text, Daumen hoch.

    Frohes Zocken.

  4. Also wenn es um Kriegssimulationen geht … wie sieht es denn mit Zinnsoldaten aus?
    Dreijährige zielen mit Stöcken oder auch nur mit den Fingern aufeinander, wenn sie spielen wollen. Hände abhacken?
    Und was ist an „friedlichen“ Spielen noch erlaubt? Völkerball, Schlagball, Schach und Mensch-ärgere-dich-nicht?
    Oder werden die auch alle verboten, weil man da den Gegner abwerfen, schlagen oder wie auch immer beseitigen muß?

    Man sollte vielleicht TV-Geräte verbieten – denn da kann abschalten, wenn Politiker ihre Reden halten.

  5. so lange man jemanden tot prügeln kann, gehört auch boxen zu einer „tötungssimulation“ und bei der sportart stirbt trotzdem keiner und beim paintball auch nicht.
    „Wie stark sich eine zwar wachsende, jedoch noch immer relativ kleine Gemeinde von Paintball-Sportlern zur Wehr setzen kann, bleibt abzuwarten.“ – also meine stimme haben sie und ich finde jeder video- / computerspieler, der sich im mom für seine spiele einsetzt, sollte sie auch unterstützen.

  6. was traurig ist, ist dass viele betroffenen von winnenden das verbot wahrscheinlich als einen kleinen erfolg sehen und jeder der jetzt gegen das verbost ist, macht sich bei denen unbeliebt. so was hätten sich politiker einfach sparen sollen. dadurch werden nur die fronten gestärkt.

  7. @Egocide
    Das AAW hat kommentiert das es ein Verbot von Paintball in ihren Augen als „übers Ziel hinausgeschossen“ gilt – zumindest haben sie keine Lobreden gehalten ;)

  8. achso dachte das wäre nur die minderheit die sich beschwert hatte. der nette mann vom AAW mit dem ich schreibe hält solche verbote nämlich für super ~_~

  9. @Egocide,
    die frage ist nur: würden sich die paintballer auch für uns gamer einsetzen?

    ansonsten bringt das blatt einige gute punkte auf.
    SZ ist glaub ich die meistgelesene Zeitung im Süd-Deutschland oder ?

  10. Toll wie die SZ da wieder versucht den Kopf aus der Schlinge und mehr Leser zu bekommen.
    Ich lese jeden Tag die Beiträge auf SZ-Online und bin echt schwer enttäuscht worden. Rund um den Massenmord in Winenden hat sich die SZ nicht auch nur den Hauch besser verhalten als sämtliche andere „Skandalblätter“ in Deutschland.
    Durchsucht doch mal das Archiv von der SZ. Da kommt Euch das pure Grauen sag ich Euch. Schon alleine wenn ich mich an den Bericht erinner als die BPB die Eltern LAN veranstaltet hat. Übrigens sind nicht wenige der Verlinkungen, die hier als besonders negativ aufgenommen werden, ebenfalls zur SZ.
    Aber es lässt sich natürlich viel besser vor der Haustür eines anderen kehren als vor der Eigenen.
    Also ob das jetzt tatsächlich späte Einsicht ist und nicht doch eher Heuchelei…

  11. @Boomboy ich meine ja unterstützen im sinne von sinnlose verbote verhindern. ich weiß nicht ob es umgekehrt auch der fall wäre, aber ich schätze mal es gibt weniger paintball..leute als gamer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.