Fenrich der Freiheitskämpfer?

(Bam-Stevinho) Viele Gamer haben sich beim Karlsruher Bürgermeister Fenrich dafür bedankt, dass er sich, wenn auch nur aufgrund der ebenfalls stattfindenen Eltern-LAN, gegen ein Verbot des „Intel Friday Night Game“ ausgesprochen hat. Auch in einer Antwort des Bürgermeisters findet sich die differenzierte Ansicht des Politikers. Die Nutzung von gewalthaltigen Videospielen ist für ihn offensichtlich eine besorgniserregende Entwicklung.

So sei „die zunehmende Begeisterung Jugendlicher und junger Erwachsener für sogenannte Ego-Shooter-Spiele […] eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung„. Nichsdestotrotz setzt er sich gegen ein Verbot ein. Insbesondere in Karlsruhe, der „Residenz des Rechts“, müsse man sich an geltendes Recht halten:

„Aber wer solche Spiele für Jugend gefährdend hält – und dafür gibt es sicherlich ernst zu nehmende Gründe -, der muss entsprechende rechtliche Grundlagen schaffen und kann nicht von den Kommunen verlangen, juristisch für unbedenklich erklärte Spiele und deren Spieler willkürlich in die Illegalität zu verdrängen. Bereits am 07. Mai habe ich daher schriftlich an den baden-württembergischen Innenminister Heribert Rech appelliert, „dringend die notwendigen Verfahrensschritte voran zu bringen, damit wir als Kommunen zeitnah verbindliche, rechtlich abgesicherte Maßnahmen zur Verfügung haben.“

Fenrich spricht sich allein deswegen gegen ein Verbot aus, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. Als pro Gamer kann man ihn also kaum ansehen, vor allem weil er beim baden-württembergischen Innenmister offenbar um die Schaffung einer solchen Grundlage gebeten hat. 

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Die FDP hat inzwischen darauf hingewiesen, dass eine Untersagung der Veranstaltung nicht ohne Weiteres möglich sei. Da über das „Intel Friday Night Game“ ein Vorvertrag geschlossen wurde würde man im Falle einer Kündigung Schadensersatz zahlen müssen.

16 Gedanken zu “Fenrich der Freiheitskämpfer?

  1. Weiss er denn auch nicht, dass viele Ego-Shooter erst ab 18 Jahren sind?
    Ich könnte mir zwar vorstellen,dass er ein Verbot für Jugendliche entwickeln könnte, aber ein generelles Verbot was auch Erwachsenen in ihren Rechten negativ beeinflusst würde wäre Zensur und das machen wir doch nicht.

  2. Das Fenrich um rechtliche Grundlagen zu Verboten gebeten hat ist etwas seltsam…auf welcher Grundlage…es gibt nichtmal ansatzweise einen Grund…da es Willkür ist.

  3. hmm ich hatte schon zweifel daran, dass der irgendwie nicht so ganz koscher ist.
    klar, war man erst voller euphorie erfreut das ein cdu politiker mal nicht gleich von verboten und irgendwelchen märchen redet, aber das er für eine rechtliche grundlage gebeten hat zeigt eigentlich nur, dass auch er gegen die spielindustrie ist, sich aber nicht auf das niveau seiner kollegen herab lässt und von eben diesen kollegen eine rechtliche grundlage bittet, um handeln zu können.
    komisch das alle von „schädlicher wirkung“ reden, obwohl noch keine wirkung zu 100% bestätigt wurde.

  4. oh es gibt schon wirkungen…die frage ist aber ob es die beschriebenen auswirkungen hat bai langzeitnutzung..also 3-8 jahre. kurzfristig macht mich sogar autofahren aggresiv..heute is mir ein opa fast in die seite genallt obwohl ich grün und er rot hatte -.- abgesehen vom schock war ich auf 180.

  5. das es wirkungen gibt, keine frage.
    aber die frage ist : welche wirkungen können es sein und in wie weit sind diese bestätigt.
    bisher reden nur spielekiller wie pfeiffer und seine kollegen davon nur agression gemessen haben zu wollen, andere seriösere wissenschaftler können aber nur einen kleinen bzw. sogar gar keinen wirkungseffekt feststellen.

  6. ich sags mal so, gewinne ich bin ich nicht aggressiv, verliere ich bin ich sauer.
    das einzigste was sich darraus ableiten ist das verlieren doof ist -.- vorallem gegen den pc…gegen andere menschen bin ich immer etwas kollegialer ;)

    das sagt mir das die probanten bei dem einen gute spieler waren und die anderen nicht ganz so gut…das sagt mir aber nichts über das aggresionspotenzial aus, sondern halt das man schlechte laune hat wenn man verliert…

  7. Na hoffentlich müssen sie Schadensersatz zahlen, wen nsie ohne wirkliche Gründe sowas absagen. Ich meine die Begründungen sind doch echt fadenscheinig.

  8. „Fenrich spricht sich allein deswegen gegen ein Verbot aus, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. Als pro Gamer kann man ihn also kaum ansehen, vor allem weil er beim Baden-württembergischen Innenmister offenbar um die Schaffung einer solchen Grundlage gebeten hat“

    Oberbürgermeister Heinz Fenrich muß nicht pro Gamer sein. Er muß nicht mehr und nicht weniger treu zum Grundgesetz und den Prinzipien des Rechtsstaats stehen.

    Und was er mit Appell an Innenminister Heribert Rech gemacht hat ist nichts anderes als den Innenminister an seine Pflicht zu erinnern:
    „wer solche Spiele für Jugend gefährdend hält… der muss entsprechende rechtliche Grundlagen schaffen und kann nicht von den Kommunen verlangen, juristisch für unbedenklich erklärte Spiele und deren Spieler willkürlich in die Illegalität zu verdrängen“

    Klarer ausgedrückt: er hat ihn elegant dem schwarzen Peter zugeschoben.
    „Du willst das ich das Gesetz breche, um eine legale Veranstalltung die dir nicht passt zu verbieten ? Nicht mir mir ! Probier erstmal ein Gesetz zu schaffen, und komm erst wieder wenn du das durch den Landtag gebracht hast.“

    Nun stellen IMHO manche Politiker momentan ihr Weltbild über das des Grundgesetzes. Man sollte sie mal wieder dran erinnern das in Baden Württemberg Radikale, die ihr Weltbild über das unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung stellen durch den Radikalenerlass verboten wird ein Amt auszuüben oder Beamter zu sein.

    Oberbürgermeister Heinz Fenrich steht also treu zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung und erinnert Andere die diese vergessen haben an ihre Pflicht.
    In einem Land in dem einmal das gesunde Volksempfinden vor Gericht mehr zählte als rechtsstaatliche Prinzipien eine vorbildliche Haltung.

    Und was den geschmacklosen Stern angeht:
    DAS ist weder hilfreich, noch klug. Es ist nichtmal orginell, das haben die Guten Menschen von PETA schon gemacht um gegen Käfighaltung von Hühnern zu protestieren.
    Ja, die Ökohippies die gegen das Killerspieler CoD 5 protestriert haben, weil man da Bluthunde erschießen kann die von Nazis auf Wehrlose gehetzt werden.
    Mit dem töten von Menschen hat PETA IMHO weniger Probleme, sonst hätten sie eine Geschmacklosigkeit nicht begangen.

  9. Kann ich Alrik nur zustimmen. Er muss weder Pro Gramer sein noch gut finden was dort für Spiele gespielt werden, aber er hat eine klare Linie sich an geltendes Recht zu halten, und das ist mehr als wir momentan von so manch anderem hören…

  10. Stimmt, habe wohl ein klein wenig übertrieben.
    Liegt wohl daran, dass ich keinen CDU,CSU,SPD und Grünen Politiker mehr über den Weg traue, bei all den Lügen, Diskriminierungen und Kriminalisierungen die die Leute aus diesen Parteien über uns und unser Hobby losgelassen haben.
    Doch dann stellt sich die Frage : wie kann ein Gesetz aussehen das eine völlig harmlose Veranstaltung wie diese ESL-Turniere untersagt?
    Kinder und Jugendliche dürfen jetzt schon nicht mehr rein, noch nicht mal mehr mit Hilfe der Eltern, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Rechtsradikalismus gibt es dort auch, der Teufel wird dort auch nicht angebetet, auch werden dort keine Terroranschläge oder ein Putsch geplant.
    Also wie will man was verbieten, wo einfach nur harmlos gedaddelt wird?
    Wie will man Computerspiele nur mit dem Argument „Gewaltbeherscht“ verbieten, was doch schon 80% der Spiele ausmachen würde?
    Denn in jedem Spiel gibt es Gewalt, Strategiespiele, Onlinespiele,Ego-Shooter,3rd Person und und und würden dadurch verboten werden.
    Dann dürfte nicht einmal mehr Anno 1404 verkauft werden, da man früher oder später seine Konkurrenten bekämpfen muss.
    Final Fantasy würde es ebenfalls treffen, es würde einfach so viele Spiele treffen, dass der Markt hier in Deutschland zusammenbrechen würde.
    Denn nicht jeder steht auf Autorennen und Sportspiele oder spielt gerne Partygames für die WII.

  11. wenn die das machen dann vordere ich in der konsequenz ein verbot aller kunst und darstellungen in dennen jmd stirbt, bye bye kirche, bye bye musen, bye bye galerien, be bye bibliotheken, bye bye schulbücher, bye bye fernsehkrimi, bye bye rotkäpchen und der wolf.

  12. hups, da ist mir ein wort abhanden gekommen.
    Es sollte eigentlich heissen „Rechtsradikalismus gibt es dort auch nicht“

  13. Pingback: Karlsruher Bürgermeister doch kein Spielefreund? | magenbrot.net

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