Schweizern droht „Killerspielverbot“

(gamerights.ch) Der Schweizer Nationalrat hat die Einführung verbindlicher Altersfreigaben sowie ein Verbot von „Killerspielen“ beschlossen. Wenn auch der Ständerat zustimmt müssen die entsprechenden Gesetzesentwürfe innerhalb der nächsten zwei Jahre vorgelegt werden. Gegenstand des Verbots sollen Spiele sein:

in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen.“

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(Danke an Artur8-).)

49 Gedanken zu “Schweizern droht „Killerspielverbot“

  1. Wer hätte gedacht dass uns unsere Nachbarn drüben in der Schweiz mal überholen, was die „Killerspiel“-Verbotsdebatte angeht.

    Aber auch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
    Nicht unterkriegen lassen, Leute!

    Gruß
    Aginor

  2. Irgendwie sind mir diese Gesetzesentwürfe zu diffus
    Was genau mach denn nun eine „grausame“ Gewalttätigkeit aus???
    Meint das jetzt Schüsse/ Schläge oder expliziertes Foltern odgl.???

  3. vlt klingt das ein bisschen egoistisch aber das vorhaben betrifft uns ja erst mal nur indirekt bzw. die politiker in deutschland werden sagen: „seht mal die schweiz, die macht es richtig, so sollten wir das auch machen blabla“ aber ich hoffe dass gerade die ernsthaftigkeit der lage in der schweiz auch auf viel, hoffentlich wirkungsvollen, protest unter den jugendlichen stoßen wird, wobei wir dann sagen können: „so macht man das und so ähnlich, nur in höherem ausmaß, wird es hier aussehen wenn so etwas beschlossen werden sollte..“.
    aber ich muss zugeben, wenn solche gesetze erst mal entstanden sind, frag ich mich wofür ich mich überhaupt noch einsetze und ob es überhaupt einen sinn macht. in erster linie denke ich ja immer an den generationskonflikt und etliche schlechte berichte, manipulation und polemische aussagen von politikern etc., aber der inhalt selbst.. was wäre so schlimm daran wenn man drauf verzichtet? @_@ hm obwohl .. was ich eigentlich immer verteidigt habe sind die geschichten die in spielen erzählt werden und die ohne feinde in menschlicher form einfach nicht funktionieren. star wars wäre ja auch nichts ohne krieg. kann mich mal jmd motivieren? xD

  4. Naja gerade mal weiter durchgelesen.

    Es handelt sich dabei um so ne art begehren von einzelnen das vom Nationalrat befürwortet wird. Wenn das nun noch vom Städterat ebenfalls beschlossen wird muss innerhalb von 2 Jahren ein Gesetz gemacht werden dass dem begehren folge leistet …..

    Die Formulierung is aber sowas von schwammig dass sich damit fast alles verbieten lässt.

  5. Keinesfalls ist das so „indirekt“
    Das sind unsere Nachbarn, und an dieser Stelle ist solidarisierung unerlässlich.
    Motivation:
    Der Spiegel hat ja einen super Beitrag gebracht… vll. setzt sich sowas allmählich in den etablierten Zeitungen / Sendungen durch. Das rückt unsereins in ein besseres Licht und erhöht so letztlich den Druck auf unsere „Lieben Freunde“ da oben.
    Wer weiß, noch ist nichts verloren, aber wenn wir jetzt schon aufgeben, ist es defakto eine Niederlage. Man gibt alleine schon deshalb nicht auf, um anderen ein Vorbild zu sein. Wenn es uns allen gelingt, diesen Mist abzuwehren, ist unser geliebtes Hobby vll. schon in ein paar jahren akzeptiert und etabliert, was wiederum vll. dazu führen würde, dass sich die Verantwortlichen um ECHTE Probleme kümmern.
    Für mich motivation genug.

    greez

  6. naja nicht besonders gut der Vorschlag…
    und noch unverständliche da es keine Amokläufe in der Schweiz (nach meinen wissen) im Zusammenhang mit Killerspielen gab…
    Hoffen wir mal, dass es sich diese Aktion tot läuft damit wir in D keine Steilvorlage für Politiker bekommen…
    Happy Coding.

  7. @Abaddon

    In Deutschland wird bei der Grausamkeit von Videospielen auf die Rechtsprechung für reale Gewalttaten verwiesen. Grausam ist es grob zusammengefasst, wenn mehr Schmerzen zugefügt werden, als zum Töten notwendig sind. Auch ist das Verbrennen des Opfers – Molotov-Cocktail/Flammenwerfer grausam.

  8. dennoch gibt es bei einigen Spielen genau diese waffen.
    Es bleibt doch das prblem, dass der Begriff „Grausamkeit“ subjektiv auslegbar ist, und somit ungeeignet erscheint, ein klares Gesetz zu erfassen.
    Oder sehe ich das falsch?

  9. es ist nicht unbedingt ein hobby auf das ich nicht auch verzichten könnte. vlt steh ich dem thema tatsächlich neutral gegenüber, doch was mich schon immer motiviert hat, ist, dass man etwas nicht verbieten sollte bevor man sich ein genaues bild davon gemacht hat. hm ja ich klinge an der stelle vlt nicht sehr zuverlässig.. xD aber dieses „genaue bild“ wäre ja schon ein riesen schritt, der noch nie wirklich gemacht wurde.

  10. @Abaddon

    In Deutschland reicht für ein Verbot ja aktuell die Grausamkeit nicht aus sondern es muss noch eine Verherrlichung oder Verharmlosung dazu kommen. „Grausam“ ist natürlich recht unbestimmt, aber dafür hat man den BGH. Der legt aus, was damit gemeint ist.

  11. und es steht ja noch da „damit es zum spielerfolg führt“.
    so, bei welchem spiel führt es zum erfolg, indem man viele menschen oder ähnliche wesen tötet?
    die werden ja nur eingebaut, damit man langsamer vorrankommt, haben aber mit erfolg wenig zu tun.

  12. Okok, für D- Land
    Ich bezog mich nun eher auf die Schweiz.
    Der eine findet Flammenwerfer grausam, der nächste ein Gewehr.
    Ich für meinen Teil zb. finde die Vorstellung, mit einer Axt im Bauch zu sterben, weitaus grausamer, als einen Kopfschuss, der ja bekanntermaßen vielen übel aufstößt, während den meisten ein Mittelaltersetting, bei dem man hunderte gegner erschlägt, eher harmlos erscheint.
    was ich sagen will ist, dass dieser schweizer Text mir als Grundlage für ein Gesetz zu unklar formuliert ist

  13. für mich macht es keinen wesentlichen unterschied, da das virtuelle entfernen von gegnerischen spielfiguren auch da nichts zum spielerfolg beiträgt.
    die gegner sind ja nur als „Stopfiguren“ da, um den Spieler zu bremsen, wie z.B. in einem Film wie „Welcome to the Dschungel“ mit diesen „TheRock“.
    Wären die Soldaten und Söldner mit ihren Waffen nicht da, so könnte er ja einfach in die Stadt gehen, den Bösewicht in Schwitzkasten nehmen, ein wenig und her werfen und der film wäre schon nach wenigen Muniten zu Ende.
    So wäre es dann auch bei den Games.

  14. naja bisjetzt scheinen es allerdings nur wenige für gut zu halten die spiele für alle zu verbieten.
    wohl eher klingt es danach die spiele für jugendliche zu verbieten, also sprich wie bei uns.

  15. ähh also ich habs jetzt leider immer noch nich kappiert…
    ich dachte der BundesRAT der Schweiz muss zustimmen, damit es umgesetzt wird??
    Ich hatte das so verstanden: diverse Kantone haben das beschlossen, dann muss es im Bundesrat abgesegnet werden…?? Und der, soweit ich in anderen News gelesen habe ist doch GEGEN ein Verbot…Und was ist der Ständerat ??

  16. und was ist das hier : ?

    Am Mittwoch entscheidet der Schweizer Nationalrat, ob die Jugendlichen besser vor Killerspielen geschützt werden sollen. Der Bundesrat wehrt sich dagegen – und weiss sich von „Fachleuten“ unterstützt.

  17. @Seth:
    dunkel braune Wolken über den Köpfen von den kleinen Schwarzen Leuten…
    (nein keine Ne… *hust* Afrikaner und nicht ich… )
    -.-
    Wolkenbrüche… überschwemmungen wie seit über 60 Jahren nicht mehr…
    usw…
    Happy Coding.

  18. ….?????
    ähh also ich habs jetzt leider immer noch nich kappiert…
    ich dachte der BundesRAT der Schweiz muss zustimmen, damit es umgesetzt wird??
    Ich hatte das so verstanden: diverse Kantone haben das beschlossen, dann muss es im Bundesrat abgesegnet werden…?? Und der, soweit ich in anderen News gelesen habe ist doch GEGEN ein Verbot…Und was ist der Ständerat ??

  19. es gibt 2 vorschläge, der eine sieht einen verbindlichen jugendschutz vor wie es ihn in deutschland auch gibt mit verkaufsverbot für junge leute die unter usk-altersangabe sind.
    die seite in der schweitz ist für diesen vorschlag.
    (ich bin dagegen da ich nichts von dieser art jugendschutz halte aber egal is ja imo)
    .
    der zweite vorschlag sieht ein totalverbot jeglicher „gewallt“spiele vor.
    dagegen ist jeder der die konsequenzen bedenkt.

  20. anscheinend legt das eine ding fest das etwas gemacht werden muss -> dann werden mehrere leute bestimmt die eine ungefähre richtung angeben in die eingesetz gehen soll -> dann wird eine verbindlich gewählt -> und in spätestens 2 jahren muss en gesetz daraus geworden sein -> das wird dann nochmals geprüft und dann, wenn OK, erlassen.

  21. meine fresse..langsam könnt ich echt austicken!
    Zu gerne würde ich mal einen Verfassungsrichter dazu befragen.
    und wenn der sagen würde, mensch, macht euch keine sorgen…das ist gegen das grundgesetz, dann hätte ich beiweilen wieder mehr freude am spielen. so bleibt immer der bittere beigeschmack beim Zocken…
    seth: schade,das es nich klappt…:-)

  22. wie sagte einstein: es gibt 2 dinge die unendlich sind…
    was glauben sie denn? dass die industrie komplett umdenkt? pah! umsiedeln, das wird sie!

  23. @don
    aye hab nun seit anfang der woche kopfschmerzen und ein ziehen im kiefer :( und ärtze sind mangelwahre so sind es auch die termine..selbst mit vitamin b :/

  24. es gab aber selbstmorde und morde mit diesen waffen :)
    aber die waffen sind auch nicht das eigentliche problem, sie erleichtern es nur dem täter und erlauben das man nicht planen braucht.

  25. gibts eigentlich irgendein land in der eu das dem Thema liberal gegenübersteht und nicht
    nach Verboten schreit ? D, A, CH, ES, …
    Ich glaube die USA sind da fast alleine was..??!:-(

  26. @Cyfer: Was hat aussenpolitische Neutralität mit einem innenpolitischen Entscheid zu tun? ;)

    @Turindo: Zu dem muss man anmerken, dass es in keinem anderen Land ausser der USA und einem afrikanischen Land, so viele Waffen pro Kopf gibt. Afaik sind es ca. 3 Mio Schusswaffen auf 7.8 Mio. Einwohner – 10% davon sind Waffen von Armeeangehörigen.

    @Don Corleone: Ja, das Schweizer Politsystem ist nicht ganz einfach. Ich hoffe ich kann dir dazu kurz einmal was erklären. Also zuerst einmal ist der Bundesrat in der Schweiz die Exekutive und der National- und Ständerat bilden zusammen die Legislative. Im allgemeinen kann gesagt werden, dass die Legislative Vergleich zur Exekutive in der Schweiz stärker ist. Zu dem ist die Schweiz eine Konkordanzdemokratie, dh das immer möglichst viele Parteien und Interessengruppen in die Regierung miteingebunden werden. So vereinigen der Zeit die fünf Partien, welche im Bundesrat vertreten sind nahezu 80% der Wähleranteile auf einander. Im Parlament wird seinerseits jedoch mit Wechselnden Mehrheiten gearbeitet. So sind natürlich nicht alle fünf Bundesratsparteien einer Meinung. ;)

    Nun einmal dazu, was hier bei diesem konkreten Fall abgelaufen ist und was jetzt noch folgt. In diesem Fall wurde jetzt eine Motion vom Nationalrat, also einer der beiden Parlamentskammern angenommen. Eine Motion ist ein parlamentarischer Vorstoss eines Parlamentariers, der verlangt, dass die Regierung ein Gesetz bzw. Regelung zu einem entsprechenden Sachverhalt ausarbeitet. Eine Motion muss von beiden Kammern angenommen werden. Ist dies der Fall, so muss der Bundesrat ein entsprechendes Gesetz dazu ausarbeiten. Sobald der Bundesrat dazu ein Gesetz ausgearbeitet hat, muss er dieses noch einmal den beiden Kammern vorlegen und es genehmigen lassen, bevor es in Kraft tritt. Danach hat noch die Bevölkerung die Möglichkeit das Referendum zu ergreifen und bei einer Volksabstimmung sich gegen das Gesetz auszusprechen und es abzulehnen.

    So dauert es normalerweise bis zu 2-3 Jahre, bis aus einer Motion ein Gesetz wird.

  27. artur: vielen dank für deine ausführung.
    Meinst du denn, die 2 Kammer ( was ja dann der Ständerat sein dürfte, wenn ich es richtig verstanden habe ) nimmt diese motionen auf ? Kann Sie beide oder nur eine der beiden Motionen aufnehmen? Und WANN wird sich die 2. Kammer denn damit befassen und wie gehts deiner Meinung nach aus ??

    Danke!

  28. Ganz verstehe ich das nicht. Es gibt doch schon den „Brutalo-Paragraphen“ dort – genau so wie in Deutschland sonst noch. Warum wird der nicht einfach um die Spiele konkret erweitert, so wie es auch Bayern (gemeinsam mit Niedersachsen glaub ich auch) angedacht hat?

  29. Auch Bayern will den deutschen § 131 StGB, der ja für Bücher, Filme und Videospiele gilt, nicht erweitern sondern nur speziell für Videopsiele einen 131a StGB mit niedrigeren Voraussetzungen einfügen.

  30. RayAlp:“nicht erweitern sondern nur speziell für Videopsiele einen 131a StGB mit niedrigeren Voraussetzungen einfügen“

    Aber warum soll man nicht alle Medien gleich behandeln…
    Diskriminierung! Wo ist der Gleichstellungsparagraph?

    Wenn dann müsste man ja Filme härter beurteilen als Spiele denn in Spielen kann man nein sagen wärend bei Filmen man die Figuren nicht dazu hanhalten kann aufzuhören… zb mit dem Ausschlachten der Gegner…

    Happy Coding.

  31. @Cyfer: Die Schweizer Neutralität, hat trotzdem damit nichts zu tun. Die Schweiz ist insofern neutral, dass sie sich nicht in (kriegerische) Konflikte zwischen zwei anderen Staaten einmischt. Wenn jedoch ein Sachverhalt als Innenpolitisches Problem wahrgenommen wird, auch wenn dieser vielleicht ursprünglich aus dem Ausland kommt, verhindert die Neutralität ja nicht, das man etwas dagegen unternimmt. Da ja jedes Land selber auskäsen muss, wie sie mit Computerspielen umgehen will, ist die ganze Angelegenheit innen- und nicht aussenpolitisch. ;)

    @Don Corleone: Ob der Ständerat diese Motion ebenfalls annehmen wird, kann ich zu wenig gut abschätzen, aber es ist davon auszugehen, da das Ergebnis im Nationalrat alles andere als knapp war. Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, dass der Ständerat eher etwas besonnener abschliesst und für populistische Forderungen weniger zu haben ist. Da dort jedoch eher etwas älteren Damen und Herren einen Sitz haben, ist es aber kaum anzunehmen, dass die ein Verständnis für die Videospielespieler haben. Ich kann es wie gesagt nicht abschätzen, ich sollte jedoch mit dem schlimmsten rechnen.
    Normalerweise werden Motionen, welche in der einen Session in einem der beiden Räte angenommen wurde, in der nächsten Session auch vom zweiten Rat behandelt. Das würde heissen, dass der Ständerat diese Motion in der Herbstsession, welche vom 07. – 25. September dauert, behandeln wird.
    Und ja, er kann beide Motion annehnem. Eine Motion ist ja erst der Auftrag einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten. Aber natürlich wird sich das Parlament zwischen einem der beiden am Ende entscheiden müssen.

    btw: Hm… irgendwie kann ich mich nur ganz schwer kurzfassen. :D

  32. was sich vllt mal ein paar politiker zu herzen nehmen sollten:
    „Was ich anderen zutraue traue ich zuerst mir selber zu!“
    Bedeutet, wenn ein Politiker sagt das „Killerspiele“ oder meinetwegen auch fiktive Kinderpornografie (sprich keine Menschen kommen zu schaden) dazu führen das Menschen dadurch ehr zu solchen Handlungen in der realität neigen. Dann glauben die das sie das selbst tuen würden, wenn sie solche Medien Konsumieren sollten.

  33. Man kann doch nicht verbieten was keine klare Definition hat.
    Wenn man nach einigen Erklärungsversuchen geht wäre selbst Super Mario Bros ein „Killerspiel“.
    Also was genau soll denn in unserem Nachbarland verboten werden?

    @Seth: Auffallend logisch.

  34. @artur
    ….btw: Hm… irgendwie kann ich mich nur ganz schwer kurzfassen.

    das macht gar nichts!!! So versteht man es gut und kann es nachvollziehen! Danke dafür ! :-)

    Aber wäre eine absolutes VERBOT wie es die 2. Motion von der Dame vorsieht mit dem Schweizer (Grund)recht vereinbar? Zensur etc..? Und hat man tatsächlich danach nur die Möglichkeit eines Referendums?(was ich ja persönlich eigentlich befürworte ) Jedoch bei dieser Angelehenheit dürfte die Mehrheit der Schweizer wohl mitziehen :-(
    Gibts dann nicht noch die Möglichkeit des Verfassungsgerichtes oder so ???

  35. @Corleone: Danke, das freut mich zu hören. :)

    Um ehrlich zu sein, glaube ich eher weniger(oder hoffe mehr?), dass die Motion der Frau Allemann am Ende wirklich durchkommt. Es ist immer noch ein grosser Unterschied, ob man einer Motion oder einem Gesetz zu stimmt. Mit der Motion ist ja noch nichts beschlossen. Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, das man in der Schweiz verboten sehr skeptisch gegen übersteht. So gibt es durchaus grössere Kreise, welche sich für einen schlanken Staat und einen möglichst freien Bürger einsetzen. Jedoch kann ich die allgemeine Situation und der Puls der Bevölkerung in diesem Anliegen nicht wirklich beurteilen. Ich weiss nur so viel, dass in meinem Umfeld wohl die wenigsten viel von einem solchen Verbot halten würden. Wohin gegen die 1. Motion, welches ein Verkaufsverbot von Killerspiele an Jugendliche fordert, durchaus sinnvoll ist und auch sehr gute Chancen hat durch zu kommen. Im Allgemeinen würde ich es dem Parlament jedoch zurtrauen, dass sie ein solches Gesetz zum generellen Verbot von Killerspielen absegnen. In diesem Fall sollten jedoch die 50’000 Unterschriften in 100 Tagen für ein Referendum problemlos zusammen kommen. Zumal sich bereits jetzt alle Jungparteien gegen ein solches Verbot aussprechen und diese haben gerade erst letztes Jahr praktisch im Alleingang ein Referendum mit Hilfe des Internets zustande gebracht.
    Und was eine Volksabstimmung zu diesem Thema angeht, bin ich doch guter Dinge, dass die Bevölkerung schlau entscheidet. (wobei ich da natürlich ein Optimist bin, was die Einschätzung zur Vernunft des Stimmvolkes angeht. Ansonsten wäre ich ja auch nicht so von den direkt Demokratischen Instrumenten hier in der Schweiz überzeugt. ;))
    Ein wichtiger Faktor bei einer Volksabstimmung ist zu dem auch, dass die Medien in der Schweiz bisher grösstenteils sehr vernünftig und ausgewogen über das Thema berichtet haben. So kann man nicht davon ausgehen, dass hier in der Schweiz eine ähnliche Hetzkampagne bei einer möglichen Abstimmung los geht wie in Deutschland nach den Amokläufen.

    Was das Verfassungsgericht angeht. Ein eigentliches Verfassungsgericht gibt es in der Schweiz nicht, jedoch übernimmt das Bundesgericht in Lausanne diesen Aufgabenbereich. Grundsätzlich kann ich jedoch sagen, dass Volksentscheide an der Urne in der Schweiz ein sehr starkes Gewicht haben und ein Gesetz bzw. Verfassungsänderung müsste wirklich eindeutig und auch recht grob gegen die Grundrechte verstossen, damit ein Volksentscheid als Verfassungswidrig erklärt wird.

    Auf jeden Fall müssen sich die Gamer in der Schweiz genauso wie in Deutschland auf das Worst-Case-Szenario gefasst machen und bereits jetzt anfangen in ihrem Umfeld oder mit Hilfe von Vereinen, Parteien und Anlässen Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn auch bei uns ist das Videospielespielen noch lange nicht ein ganz normales Hobby und auch ich werde sogar von unter 25 jährigen und natürlich auch älteren Personen schräg angekuckt und belächelt, wenn ich von meiner Freizeitbeschäftigung erzähle. ;)

  36. Wahnsinn! Wirklich verrückt! Bleibt zu hoffen, das es bei der ersten motion bleibt …
    Und danke für die tolle Erklärung. Man könnte meinen, du bist politisch sehr aktiv :-)
    Viele Grüße!!!!

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