Grüne: Nicht verbieten aber verdrängen

(via zottels blog, Bündnis 90/Die Grünen) In Karlsruhe und Stuttgart zeigten sich die Grünen gegenüber Videospielen nicht sonderlich aufgeschlossen. Es wurde jeweils ein Verbot von eSport-Turnieren gefordert bzw. begrüsst. Während der Aktion “Drei Tage Wach” bestand nun die Möglichkeiten “die Grünen” zu allen möglichen Themen zu befragen. Bei der Gelegenheit wurde auch eine Frage zu gewalthaltigen Videospielen gestellt Die Antwort des “Team Grün”:

“Die schockierenden Ereignisse in Winnenden haben Forderungen nach einem Verbot so genannter Killerspiele ja wieder massiv ins Gespräch gebracht. Wir lehnen gewaltverherrlichende Spiele ab, da sie als Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind und haben deshalb 2003 auch den Jugendmedienschutz in Deutschland grundlegend reformiert. Dabei muss aber auf eines hingewiesen werden: Deutschland hat einen besonders verantwortungsvollen Jugendmedienschutz und diejenigen, die jetzt laut pauschale Verbote fordern, wollen vor allem die öffentliche Verunsicherung ausnutzen. Nach Paragraph 131 des Strafgesetzbuches kann die Produktion und der Vertrieb extrem gewaltverherrlichender, rassistischer oder anderweitig verfassungswidriger Spiele verboten werden. Des Weiteren können schwer jugendgefährdete Computerspiele indiziert und damit der Verkauf an Jugendliche und die Bewerbung verboten werden und dieses System ist weltweit eines der strengsten.
In Zeiten des Internets, wo pauschale Verbote von Spielen ohnehin nur schwer umsetzbar sind, setzen wir auf die konsequente Vermittlung von Medienkompetenz in allen Bildungsbereichen. Wir wollen gute Spiele fördern, um die gewaltverherrlichenden zu verdrängen.”

(Danke an zottel.)

20 Gedanken zu “Grüne: Nicht verbieten aber verdrängen

  1. So verändert sich die bedeutung von Wörtern

    alt – neu
    gewalthaltig – gewaltverherrlichend
    gewaltverherrlichend – extrem gewaltverherrlichend

    stgb131 verbietet anders als von Team Grün behaupt nicht extreme Gewaltverherrlichung sondern “einfache” Gewaltverherrlichung.

  2. hmpf was meinen die eigentlich wer die sind?
    gewaltverherrlichende sind doch schon verboten
    und die meinen tatsächlich, dass man die industrie durch sowas wie den computerspielpreis verändern könnte?? Schwach, schwach
    .
    was anderes, hab ich grad über KSS gefunden
    Pfeiffer meldet sich mal wieder
    http://www emma.de/amok_recht_auf_wahrheit_2009_3.html
    .
    Was sind bitteschön “schießkinoanlagen”???????
    .
    Gruß
    DerMarc42

  3. naja, wenn sie damit meinen die “gewalltverherrlichenden” für Kinder(6-14 glaube) unatraktiver durch besseres Alternatives Spielangebot fänd ich das jetzt nicht so schlecht. Vorallem weil die meisten games mit Shootern etc. sowieso auf teenager(~15-volljährig und darüber) und junge bis mittlere erwachsene ausgelegt sind und die sollten ja wohl mit sowas umgehen können.
    Man kann die jugend nur “schützen” in dem man alternativ spiele für diese altersgruppen anders bewirbt, anosnten holen sie sich was sie wollen eh aus dem netz..und dann schwarz.

  4. Das Wort Gewaltverherrlichung ist definiert. Das braucht ein Politiker also nicht mehr zu tun.

    @DerMarc42: Schießkinos sind Schießstände, wo das Ziel praktisch eine Leinwand ist.
    Das AGSHP der Bundeswehr ist zum Beispiel ein sogenanntes Schießkino.
    Es gibt aber auch Schießkinos, in denen mit echten Waffen geschossen wird. Die Polizei verwendet diese z.B. für ihr Schießtraining. Da sieht man dann Leute rumrennen wie im Film, auf die man dann reagieren (schießen oder nicht) muss. Wenn man schießt und trifft dann reagiert die Figur auch darauf.

    Gruß
    Aginor

  5. Keiner beim Bund gewesen tztztz. Dort wird man auch im Schießkino ausgebildet. Ist eine fast 100% getreue Nachbildung einer echten Waffe, die natürlich keine echten Kugeln verschießt, sondern mit Licht und Sensor ( glaube ich zumindest ) den Punkt bestimmt, den man treffen würde. Hat einen echten Rückstoss durch Platzmunition. So kann man sich an den Umgang mit der Waffe gewöhnen und das sichere hantieren mit Munition, Magazin und Co. lernen, ohne das man dem Risiko der scharfen Waffe ausgeliefert wird. Wir haben dort zweimal geübt, bevor es auf die echte Schießbahn ging.
    Man trainiert den Umgang mit der Waffe. Die praktischen Abläufe. Wie nehme ich Magazin an, wie halte ich Waffe sicher, wie lege ich das Teil in die Schulter ohne mir blaue Flecken zu holen und wie lege ich die Waffe nach dem Schießen wieder sicher ab. Dazu immer erst entsichern, wenn man schießen will und sichern, wenn man fertig ist. Die haben uns gesagt wie wir getroffen haben, aber das war nicht der Sinn des Ganzen. Man sollte nur den Umgang mit der Waffe was laden, entsichern, abdrücken, sichern, entladen lernen ohne dass man gleich scharfe Munition bekommt.
    Habe davor schon so einige Pixel zielsicher vernichtet aber mit ner echten Waffe ist das nicht zu vergleichen. Bin beim scharfen Schießen das erste mal grandios durchgerasselt trotz jahrelanger Ausbilsung zum mordenden Elitesoldaten am Computer. Man hat auch keine Zeit aggressiv zu werden, da man sich so auf die ganzen ungewohnten Abläufe konzentriert. Dazu der üble Rückstoss der alten G3. Jeder, der mal am PC und im RL ne Waffe abgefeuert hat sollte wissen, dass dies absolut nicht vergleichbar ist.

  6. @Gauron:
    Hi, na deine Definition vom AGSHP ist nicht ganz richtig.

    AGSHP:
    Es wird in einem “Schießkino” der Umgang mit der Waffe geübt. Es wird dabei auf Zielscheiben oder Pixelmännchen auf der Leinwand mit Waffen geschossen
    Das heißt: Es werden modifizierte waffen verwendet, die
    – komplett mit Sensoren ausgestattet sind, sodass erkannt wird, ob sie geladen(Magazin drin), gespannt (durchgeladen) und gesichert ist
    – Die Waffe verschieft keine Platzpatronen o. Ä.
    – Der Schuss wird mithilfe von Druckluft und Sounds aus Lautsprechern simuliert
    – Treffer werden durch Lichtsensoren erkannt

    Ziel: Der Umgang mit der Waffe soll eingeübt und auf den Schießstand vorbereitet werden.
    Der AGSHP funktioniert mit fast allen Waffen der BW, zb. G36 , MG3 , Panzerfaust 3

    AGDUS ( Du hast deine Beschreibung mit AGDUS vermischt)
    Bei AGDUS wird der Waffe an der Bajonettaufnahme eine Sendeeinheit verpasst und die Soldaten dürfen sich auf dem Oberkörper Sensoren festschnallen
    – Es wird Manövermunition (Platzpatronen) verschossen, wodurch der Sender ausgelöst wird
    – Die Empfängereinheit registriert Treffer und meldet, ob man leicht verwundet, schwer verwundet, oder tot ist
    – Es werden realitätsnahe Situationen / Gefechte eingeübt

    Ziel: Es sollen Gruppentaktiken in realitätsnah eingeübt werden, also mit eigenen Ausfällen oder Auschalten von Feinden, und was man tun muss, um nicht gleich zu Schweizer Käse gemacht zu werden, d.h. richtige Deckung, Sicherung, usw.

    Bei beiden Arten ist es keinesfalls das Ziel die Tötungshemmung abzutrainieren.
    Die einzige Möglichkeit um die “Schusshemmung” abzutrainieren ist möglich viel Gefechtsmunition (scharfe Munition) zu verschießen. Kann ich aus eigener Erfahrung beurteilen, denn was an einer realen Waffe passiert, wenn man abkrümmt (abdrückt), kann kein Videospiel der Welt mit Mausklick simulieren.

    Bei meinen ersten Schüssen in der BW war mir schon unwohl (obwohl ich viele Ego-Shooter gespielt habe), weil man weiß, das ist real, dabei sterben Menschen. Erst als ich bei Gefechtsübungen ca. 150 Schuss (5 Magazine) in 30 min rausgehauen hab, war das abdrücken einfacher (es waren ja auch nur Pappscheiben). Selbst nach meiner 9 monatigen Jäger (Infanterie)- Ausbildung könnte ich keinen Menschen, der nicht mein Leben bedroht(Selbsterhaltungstrieb), einfach erschießen.

    In der Mathematik ist eine Behauptung widerlegt, wenn man ein Gegenbeispiel findet. Ich habe mein Abitur, bin Student, war bei der BW und habe sehr viele “Killerspiele” gespielt, meine Tötungshemmung ist aber nachwievor geblieben.
    Also ist die Pauschalisierung dieser Thesen in sich schon unlogisch.

    Das Politiker ein schreckliches Thema wie Winnenden verwenden, symbolisiert durch “Killerspiele”, um Wahlkampf zu betreiben, ist ethisch nicht nur verwerflich, sondern abstoßend. Immer werden nur Halbwahrheiten von Politikern rausgelassen, die noch nicht mal ein Spiel gespielt haben, während sie im selben Satz sagen, dass sie es für die Opfer tun.

    Ich finde ein Verbot von gewalthaltigen Spielen, die sowieso schon durch unseren Jugendschutz stark entschärft sind (z.B. Fallout 3 , spiele die US Fassung), ist totaler Humbuk. Jugendschutz hört an der Haustür auf und kann nicht durch Gesetze erzwungen werden. Die Lösung wäre mediale Aufklärung gerade für die Eltern und keine Propaganda, die eine Hexenjagd entfacht.

    Wer verbietet schafft einen totalitären Überwachungsstaat, der nur seine Bürge kontrollieren möchte.

    Naja hab mich jetzt mal genug ausgelassen.
    Danke an das Team von http://www.stigma-videospiele.de, dass ihr eu so die Mühe macht.
    Hoffentlich wird sich bald was ändern.

    Ein 21-jähriger junger Erwachsener, dem die mediale Meinungsmache gegen den Strich geht

  7. Medienkompetenz… lol… was lernen wir in der Schule…hm…, In Informatik darf man nur Officeprogramme nutzen. In Biologie wird Biologie unterrichtet usw. Ehm, wo ist denn der Unterricht für Medienkompetenz? Naja, zum anderen:

    “Dabei muss aber auf eines hingewiesen werden: Deutschland hat einen besonders verantwortungsvollen Jugendmedienschutz und diejenigen, die jetzt laut pauschale Verbote fordern, wollen vor allem die öffentliche Verunsicherung ausnutzen. Nach Paragraph 131 des Strafgesetzbuches kann die Produktion und der Vertrieb ==->extrem_<

  8. die position der Grünen kann ich nachvollziehen. ;)
    Ich möchte die Grünen ja auch nicht verbieten, sondern durch Politiker verdrängen die:
    a.) ausser Meinung auch Erfahrung haben
    b.) Pragmatismus vor Ideologie setzen

    Denkt dran: Sonntag ist Wahl zum Europaparlament, in BaWü sind Kommunalwahlen. WÄHLT KEINE SPIELEKILLER !

  9. “In Zeiten des Internets, wo pauschale Verbote von Spielen ohnehin nur schwer umsetzbar sind, setzen wir auf die konsequente Vermittlung von Medienkompetenz in allen Bildungsbereichen. Wir wollen gute Spiele fördern, um die gewaltverherrlichenden zu verdrängen.”

    Tolle Idee. Wie wärs denn mal mit Medienkompetenz anstatt immer nur Verbotsforderungen?

  10. Also Herr Pfeiffer sollte sich mal richtig informieren bevor er eigenartige Vergleiche setzt Videospiele=Schießkinos.
    Ich habe beim Bund ein solches Schießkino mal gesehen und mir wurde fast schlecht, denn die Grafik war ja noch schlechter als bei Blackstone.
    Außerdem werden diese Schießkinos von Bundeswehr,Polizei,Jäger und Sportschützen verwendet und haben rein gar nichts mit Videospielen zu tun.
    Eigentlich sind solche Schießkinos sogar noch schlimmer als das brutalste Spiel, denn dort lernt doch erst der Schießende den Umgang mit Waffen und das Zielen auf bewegliche Ziele.

  11. sry für doppel:

    aber sonst stimme ich den Herrn Pfeiffer zu.
    Alternativen für junge Menschen schaffen; Games mehr indizieren, aber nicht verbieten; mehr Medienkompetenz und auch das er den Ansatz beginnt zu überprüfen, ob Tim K nicht einfach nur frauenfeindlich war, wovon ich eher ausgehe.

  12. Bis auf den letzten Satz doch ganz gut. Ist schon komisch, dass keiner (außer einiger spinner) gewalthaltige Bücher und Filme zurückdrängen will.

  13. @blubb und das Emma-Interview: Also ich denke er erzählt den Leuten echt, was die hören wollen. Plötzlich ist ihm auch die vermeintliche Frauenfreindlichkeit aufgefallen. Vorher hab ich ihn darüber nicht reden hören. Und so ganz nebenbei erfindet er ein par amerikanische Studien und erzählt Lügen über amerikanisches Soldatentraining. Eigentlich also nichts Neues.

  14. @hopfen
    Ist schon komisch, dass keiner (außer einigen Spinnern) gewalthaltige Bücher und Filme zurückdrängen will.

    Leider irrst du hier gewaltig, das sind schon recht viele Personen die auch hier massiv gegen vorgehen wollen und dies auch schon länger tun.

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